Costa RicaSelva Verde (Sarapiquí-Fluss)
 

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          Übersichtskarte Sarapiquí In der Nähe des nördlichsten Ausläufers des Braulio-Carrillo-Nationalparks liegt die Region Sarapiquí. Benannt wurde sie nach dem gleichnamigen Fluss, der dort über viele Kilometer durch das tropische Tiefland fließt. Er windet sich dabei unter anderem durch ein privates Stück Land, das von einem aus den USA stammenden Ehepaar aufgekauft und unter Schutz gestellt wurde. Die Holbrooks errichteten 1985 auf ihrem 500 Hektar großen Grundstück die ebenso naturnah gestaltete wie luxuriöse Selva Verde Lodge. Sich dort einzuquartieren, ist kein ganz preiswertes Vergnügen, aber die atemberaubend schöne Natur jenes Landstrichs ist ohne Zweifel jeden Dollar wert.

Die Lodge liegt an einem ruhigen, die meiste Zeit des Jahres recht flachen Abschnitts des Sarapiquí, an dessen Ufern sich intakte Tieflandregenwälder erstrecken. In diesen Wäldern regiert die unverfälschte Wildnis. Dort begegnen einem neben den stimmgewaltigen Mantelbrüllaffen oder den putzigen Agutis auch solch gefährliche Zeitgenossen wie die Riesenameisen oder sogar so manche giftige Schlange. Wer einige Tage oder gar einen ganzen Urlaub in der Selva Verde Lodge verbringt und offenen Auges durch die Wildnis wandert, wird mit zahllosen Tierbeobachtungen belohnt.

Wildnis an der Selva Verde Lodge Auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe der Unterkünfte sind mehrere Wanderwege vorhanden, die von dichtem Grün gesäumt werden. In diesem Unterholz liegen beispielsweise die Balzplätze der costa-ricanischen Tanzvögel, also der Manakins. Mit etwas Glück kann man zwei oder drei Männchen dabei beobachten, wie sie gemeinsam über niedrige Äste tanzen und hüpfen, um einem Weibchen zu imponieren. Auch leben in dem dichten Unterholz Leguane, die gern an den Bäumen empor klettern. Am Boden leben kleinere Echsen und Kröten, letztere sind jedoch vorwiegend nachtaktiv und daher erst kurz nach Sonnenuntergang zu sehen. Pflanzenliebhaber kommen auf dem Gelände der Lodge ebenfalls voll auf ihre Kosten. Die Artenliste reicht von Helikonien über Orchideen bis hin zu tropischen Schönheiten wie dem Fackelingwer.

Steiniger Uferabschnitt des Sarapiquí Einer der Wanderwege führt an eine steinige Uferzone des Sarapiquí, an der man insbesondere in den sehr frühen Morgenstunden bestens Vögel beobachten kann. Mir gelangen dort Beobachtungen je eines badenden Kanada- und eines Schmuckreihers. Oft trippelte ein einsamer Drosseluferläufer über die Steineund den gesamten Tag über konnte man Mangroveschwalben bei der Nahrungssuche direkt über dem langsam dahin fließenden Fluss beobachten. Ein über den Fluss gespanntes Drahtseil nutzten diese zierlichen Vögel gern als Sitzplatz, um sich dort auszuruhen.

Abendstimmung am Sarapiquí In der Stunde vor dem Sonnenuntergang nahm der Fluss fortwährend andere Farbschattierungen an. Es war ein besonders schönes Erlebnis, diesem Wechsel der Beleuchtung eine Weile zuzuschauen und die Szene auf mich wirken zu lassen. Während das Tageslicht zusehends schwand, wachten immer mehr nachtaktive Bewohner des Schutzgebietes auf, darunter viele Insekten. Mottenund leider auch Moskitos, umschwirren jeden geradezu massenhaft, der sich in der Abenddämmerung ans Flussufer stellt.

Rufende Sonnenralle Mich hat es erstaunt, wie aktiv die Vögel in der Zeit kurz vor dem Sonnenuntergang teilweise noch einmal wurden. Am Ufer des Sarapiquí ertönte abends alle paar Sekunden das "Heeehieeeee" der Sonnenrallen. In der Abbildung rechts ist ein rufender Vogel zu sehen, der vor dem Fluss entlang lief, in dem sich der Himmel spiegelte. Aber nicht nur die Sonnenrallen singen am Abend. Auch Eisvögel rufen, Sittiche kreischen, Schwalben schnattern und die Montezumastirnvögel verabschieden mit ihren klirrenden Rufen den Tag, während die ersten Kröten ihr nächtliches Konzert anstimmen. Die meisten Arten quaken nicht die gesamte Nacht hindurch, sondern nur jeweils für einige Stunden. Dennoch hört man fast die ganze Nacht hindurch Frösche und Kröten rufen. Es sind mehrere unterschiedliche Arten, die ihre Stimmen erheben. Wer konzentriert lauscht, kann die Unterschiede der Rufe heraushören.

Der Sarapiquí im Morgennebel Nicht nur abends geht vom Fluss eine ganz besondere Faszination aus. Morgens hüllt sich das Schutzgebiet vor allem dann in Nebel, wenn es in der Nacht zuvor geregnet hat. Vom Speisesaal des Hotels aus hat man eine fantastische Aussicht auf den Sarapiquí und die ihn überspannende Hängebrücke. Kurz vor Sonnenaufgang ist der Nebel noch dicht und die Luft ist angenehm kühl. Im Wald lassen unzählige Vögel ihre Stimmen erschallen, um den Tag zu begrüßen. Das Frühstücken in dieser tropischen Atmosphäre gehörte für mich zu den absoluten Höhepunkten meiner Reise durch Costa Rica. Während man die sehr gute Küche der Lodge genießt, nimmt einen gleichzeitig die Aussicht gefangen. Je höher die Sonne steigt, desto mehr lichtet sich der Nebel, so dass nach und nach weitere Tiere sichtbar werden.

Blaureiher  Goldbaumsteiger  Braunschwanzamazilie
           Blaureiher                Goldbaumsteiger         Braunschwanzamazilie   

 

Hängebrückensystem an der Selva Verde Lodge Wer schwankende Brücken nicht fürchtet, der kann - normalerweise nur in Gesellschaft eines Führers - den nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil des Schutzgebietes jenseits des Flusses besuchen. Hinter dem Speisesaal führt der Weg zunächst über die Brücke, die den Fluss überspannt. Dahinter reicht das Brückensystem noch einige Meter weiter in den Wald, bis man zu einem Tor gelangt. Dahinter erstreckt sich die pure Wildnis.

Baumfarn im botanischen Garten der Selva Verde Lodge Ein weiterer Wanderweg, den man allein, also ohne Führer, erkunden kann, führt durch den botanischen Garten der Lodge. Der Eingang zum Garten ist zu erreichen, indem man die Straße überquert, an der die Lodge liegt. Bald hat man den Verkehrslärm hinter sich gelassen und ist in die artenreiche Natur des Landes eingetaucht. Das kleine Häuschen, in dem Schmetterlinge gezüchtet werden, lädt zum Verweilen und Bestaunen der darin lebenden filigranen Schönheiten ein (siehe auch das Kapitel über Falter und Schmetterlinge). Die vielen schönen Pflanzen des botanischen Gartens sind allein schon einen Spaziergang wert.

Der ruhig fließende Sarapiquí Einige Fahrminuten von der Lodge entfernt befindet sich die kleine Ortschaft Puerto Viejo. In der Nähe des Ortseingangs überspannt eine Brücke den Río Sarapiquí. An jener Stelle ist der Fluss relativ breit und an seinen Ufern stehen hohe tropische Bäume, siehe Abbildung rechts. In diesen Bäumen trifft man mit etwas Glück Veraguasittiche, die größten in Costa Rica vorkommende Sittichart. Aber auch Bechsteinaras sollen dort vorkommen, ich selbst habe leider keine Vertreter dieser Art gesehen.

 
                 

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