Während meines Aufenthalts im Hotel "Poor Man's Paradise" auf der
Osa-Halbinsel erkundete ich mit meiner Schnorchelausrüstung
und der Unterwasserkamera die pazifische Unterwasserwelt. Leider war das Wasser in der
Bucht, in der ich bei Ebbe schnorchelte, relativ stark mit Schwebteilchen durchsetzt.
Die Sichtbedingungen waren somit nicht besonders gut, zum Fotografieren waren die
Bedingungen noch schlechter, weil die Kamera oft den internen Blitz auslöste. Der
helle Lichtschein wurde von den vielen Schwebteilchen zurückgeworfen, so dass die
entsprechenden Bilder buchstäblich "vernebelt" aussehen. Einige wenige Aufnahmen sind
brauchbar geworden, sie sind in diesem Kapitel zu sehen. Leider ist es mir bisher nicht
gelungen, sämtliche Fischarten sowie die Korallenspezies zu bestimmen. Über Hilfe bei
der Bestimmungsarbeit würde ich mich sehr freuen.
E-Mails
mit Namensnennungen sind stets willkommen. Die bisherigen Bestimmungen habe ich
mit Hilfe der Website Fishbase.org
durchgeführt. Irrtümer sind freilich nicht ausgeschlossen.
Gitter-Doktorfisch (Convit Surgeonfish, Acanthurus triostegus)
Eine stattliche Größe von bis zu 26 Zentimeter erreichen ausgewachsene
Exemplare dieser Doktorfischart. An tropischen Küsten kommen diese riffgebundenen
Fische in Tiefen zwischen 0 und 90 Meter vor, man kann sie also auch in unmittelbarer
Nähe des Strandes beim Schnorcheln bestens beobachten. Das Verbreitungsgebiet der
Spezies erstreckt sich über den gesamten indopazifischen Raum bis zum Ostpazifik. Algen
bilden die Hauptnahrung dieser meist in kleinen Gruppen umher schwimmenden Fische. In der
Nähe größerer Riffe können die Schulen bis zu 50 Tiere umfassen.
Typische Erkennungsmerkmale dieser hellen Fische sind die sechs schwarzen Streifen, die
vertikal über den Körper verlaufen. Der hinterste liegt an der Schwanzwurzel, der
vorderste verläuft auf beiden Seiten des Kopfes jeweils über die Augen.
? (Finescale Triggerfish, Balistes polylepis)
Im etwa 1,3 Meter tiefen Wasser vor der Osa-Halbinsel beobachtete ich den rechts
gezeigten, etwa 30 Zentimeter langen Drückerfisch. Ich vermute, dass es sich sehr
wahrscheinlich um die Art Balistes polylepis handelt, deren deutschen Namen ich nicht
kenne. Ausgewachsene Exemplare dieser Fischart können bis zu 76 Zentimeter groß
werden und sie leben in Tiefen zwischen drei bis 36 Meter. Gern halten sich diese
Drückerfische an felsigen Riffen auf. Die Tiere ernähren sich von Seeigeln,
Mollusken und kleinen Krustentieren.
Ostpazifik-Falterfisch (Threebanded Butterflyfish, Chaetodon humeralis)
Ausgewachsene Ostpazifik-Falterfische leben in Tiefen von drei bis 50 Meter, jüngere
Tiere trifft man vor allem in seichteren Gewässern an. Das rechts gezeigte Tier war
etwa zwölf Zentimeter groß, erwachsene Fische erreichen eine Länge von 24,5
Zentimeter. Wie nahezu alle Falterfischarten ist auch diese Spezies an Riffe gebunden, weil
sie dort ihre Nahrung findet. In tropischen Gewässern gedeihen Algenarten, die beispielsweise
in Korallen leben. Diese und andere Algen stellen die Nahrung der Ostpazifik-Falterfische dar.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von San Diego, USA, bis nach Peru einschließlich
der Gewässer um die Galápagos-Inseln. Meist schwimmen die schwarz-weiß
gefärbten Fische paarweise oder in kleinen Gruppen umher.
Unbestimmte Fischart Nr. 1
Dieser Fischart begegnete ich beim Schnorcheln im etwa 1,3 bis 1,7 Meter tiefen Wasser in
großer Zahl. Sie hielten sich jeweils einzeln im Bereich einer Koralle oder eines
Kalkblocks mit kleinen Höhlen und Spalten auf, in die sie sich bei Gefahr zurückzogen. Die Fische
waren etwa fünf Zentimeter lang, ihr Körperbau erinnerte mich an den der Riffbarsche
und ihr charakteristisches Merkmal waren die beiden leuchtend blauen, parallel verlaufenden
Streifen auf ihrer Oberseite. Der Körper war dunkelgrau gefärbt, im Bereich des Kopfes
war er hellgrau. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei dem abgebildeten Tier um ein Jungtier
der entsprechenden Spezies.
Unbestimmte Fischart Nr. 2
Im Bereich rund um die Korallen- und Gesteinsblöcke im etwa 1,5 Meter tiefen Wasser der
Bucht vor der Osa-Halbinsel schwammen mehrere Fische der rechts gezeigten Art umher. Sie hielten
sich jeweils einzeln oder in losen Verbänden von maximal drei Fischen im Umkreis von etwa
1,5 Meter um einen sicheren Zufluchtsort (kleine Höhlen und Spalten) auf. Sie waren etwa acht bis
zehn Zentimeter lang und überwiegend rötlich gefärbt. Auf dem roten Grundton
verliefen einige gelbliche vertikale Streifen. Insgesamt waren die Fische schlank und lang gestreckt.
Unbestimmte Fischart Nr. 3
Immer in der Nähe einer schützenden Höhle oder Spalte, in die sie sich beim kleinsten Anzeichen
einer drohenden Gefahr eilig zurückzogen, hielten sich Fische dieser Spezies auf. Die rund
sieben Zentimeter langen Tiere waren an der Unterseite hellgrau bis gelb gefärbt. Ihre Oberseite
schmückten einige dunkelgraue Streifen, zwischen denen gelbliche Bereiche lagen. Das
Streifenmuster verlief vertikal in etwa bis zur Körpermitte. Einzeln oder maximal zu zweit
schwammen die Tiere im Bereich der schützenden Korallen- und Gesteinsblöcke umher.
Unbestimmte Fischart Nr. 4
In der stark vergrößerten, leider aufgrund von Schwebteilchen unscharfen Abbildung
ist der Fisch bedauerlicherweise schlecht zu erkennen. Ich sah in der Bucht viele Vertreter dieser
Art im Bereich der Korallen- und Gesteinsblöcke, aber hin und wieder auch im relativ freien
Wasser umher schwimmen. Die Fische waren zwischen drei und sechs Zentimeter lang, trugen
horizontale, schwarze Streifen und waren am vorderen Körper gelb gefärbt. Dieser
Farbton verlief zum Schwanz hin ins Orange. Nie sah ich mehrere Fische dieser Spezies gemeinsam
schwimmen, sie schienen allesamt Einzelgänger zu sein.
Unbestimmte Fischart Nr. 5
Etwa sechs Zentimeter lang waren diese Fische, die dicht an Gesteins- und Korallenblöcke
gebunden zu sein schienen. Nie sah ich sie im freien Wasser schwimmen, sie hielten sich immer
maximal einen halben Meter entfernt von ihren Korallenblöcken auf. Die Körperoberseite war
dunkel- und mittelgrau marmoriert, in der Körpermitte verlief ein hellgrauer Streifen und
darunter folgte ein mittel- bis dunkelgrauer Bereich. Der Bauch war hellgrau gefärbt. Im
Bereich des Rückens zeigten die schlank gebauten Fische ein Streifenmuster.
Unbestimmte Fischart Nr. 6
Der rechts gezeigte Fisch hielt sich auf dem sandigen Boden unter einem Überhang eines
Kalkblockes im etwa 1,7 Meter tiefen Wasser auf. Sein Körperbau erinnerte mich stark an
den der Zackenbarsche. Das Tier war knapp 30 Zentimeter lang und bräunlich-hellgrau marmoriert.
Unbestimmte Korallenart Nr. 1
Im Flachwasserbereich, in dem ich vor der Osa-Halbinsel schnorchelte, lag die Wassertemperatur
während meines Schnorchelgangs im Februar bei etwa 28 Grad Celsius. Die rechts gezeigte Korallenart muss demnach
an Wassertemperaturen in diesem Bereich angepasst sein. Es gab in der gesamten Bucht nur diese
eine Korallenart, die orange bis rötlich gefärbt war.
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