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In Deutschland ist Costa Rica als Reiseland vergleichsweise unbekannt. Mittelamerika - das
ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Schlagwörtern wie Bananenrepublik, Guerillakrieg,
Touristenentführungen und hoher Kriminalitätsrate. Bedauerlicherweise ist dies für
manche mittelamerikanische Staaten in der Tat zutreffend. Im Falle von Costa Rica kann man
jedoch allenfalls den Begriff Bananenrepublik gelten lassen, denn diese Früchte werden
dort in Massen angebaut. Was die Sicherheit angeht, so besteht bei einem Urlaub in Costa Rica
kein Grund zur Sorge. Stabile politische Verhältnisse und eine insgesamt zufriedene
Bevölkerung sind zwei entscheidende Aspekte dafür, dass Costa Rica zu Recht als
sicheres Reiseland gilt. Natürlich sollte man seine Wertgegenstände nicht bewusst
zur Schau tragen oder gar unbeaufsichtigt liegen lassen. Langfinger gibt's schließlich
überall auf der Welt.
Damit eine Reise nach Costa Rica zu einem schönen Erlebnis wird, sollte man einige Tipps beherzigen, denn beispielsweise völlig arglos durch den Regenwald zu spazieren, kann sehr gefährlich sein. Wer das ausgesprochen kinderfreundliche Land gut vorbereitet bereist, hat aber fast nichts zu befürchten. Gesundheitsvorsorge Um in Costa Rica einreisen zu dürfen, sind - sofern man direkt aus Deutschland anreist - keine Impfungen vorgeschrieben. Sinnvoll ist es, über einen Standardimpfschutz, der auch in Mitteleuropa empfohlen ist, zu verfügen. Ein Schutz gegen Krankheiten wie beispielsweise Tetanus, Polio und auch Diphtherie sollte sich für Fernreisende von selbst verstehen. Manche Quellen raten zur Malariaprophylaxe für das gesamte Land, andere sprechen von lokalen Malariarisikogebieten und einer überwiegenden Risikofreiheit des Landes. Im Einzelfall sollte man daher mit einem Arzt die Reiseroute durchsprechen, um ganz sicher zu gehen. Je abgeschiedener man in Costa Rica untergebracht ist, desto wichtiger ist es, eine gut sortierte Reiseapotheke mit sich zu führen. Diese sollte zum Beispiel Schmerzmittel, Erkältungsmittel (Klimaanlagen!), gegebenenfalls ein Antiallergikum, ein Mittel gegen Schwellungen nach Insektenstichen, eine Salbe gegen Sonnenbrand und anderweitige Verbrennungen, Wunddesinfektionsmittel, ein Präparat gegen Durchfall, ein Mittel gegen Übelkeit und Pflaster enthalten. Dies sind nur einige Beispiele. Im Einzelfall können andere Mittel erforderlich sein, weshalb Sie den Inhalt Ihrer Reiseapotheke mit Ihrem Hausarzt durchsprechen sollten, sofern Sie bezüglich der Details unsicher sind. Natürlich kann man auch in Costa Rica etliche Medikamente kaufen. Allerdings ist dies umso schwieriger, je weiter man sich von einer größeren Stadt entfernt aufhält. Reisekasse Fast überall in Costa Rica kann man mit US-Dollar bezahlen. Allerdings erfolgt der Umtausch nicht zum besten Kurs, denn das Wechselgeld wird in der costa-ricanischen Landeswährung Colónes herausgegeben. Es ist ratsam, US-Dollar aus Deutschland mitzunehmen und in Costa Rica nach der Ankunft in einer der vielen Banken Colónes zu kaufen. In manchen Banken muss man den Personalausweis oder den Reisepass vorlegen, wenn man eine größere Menge Bargeld umtauschen möchte. Kleidung Obwohl Costa Rica ein Tropenland ist, herrschen dort nicht überall entsprechend hohe Temperaturen. In den Küstenbereichen des Atlantiks und Pazifiks ist es meist sehr heiß und feucht. Gemäßigter ist das Klima im Valle Central, also beispielsweise in der Hauptstadt San José. Dort kann es nachts recht kühl werden, denn San José liegt auf einer Höhe von 1.160 Meter über dem Meeresspiegel. Für einen Aufenthalt in der größten Stadt des Landes sollte man demnach eine Jacke und/oder einen wärmenden Pullover im Gepäck mit sich führen. Für die in Küstennähe gelegenen Regionen genügt luftige, leichte Sommerkleidung. Die Bergnebelwaldregion rund um Monteverde und Santa Elena ist dafür bekannt, dass es dort gelegentlich unangenehm kühl werden kann. Pullover, wärmende Stoffhosen oder Jeans sowie eine winddichte Jacke sollten unbedingt im Reisegepäck vorhanden sein. Wer sich in der Nähe eines der vielen schönen Strände aufhält, für den sollte Badebekleidung nicht fehlen. Beide Ozeane bieten vielerorts angenehme Bademöglichkeiten. Für Ausflüge in den Dschungel sollte man langärmelige Oberteile sowie lange Hosen mit sich führen. Denn bedeckt man nicht so viel Haut wie irgend möglich, ist man sozusagen ein gefundenes Fressen für Moskitos. Der Regenwald trägt seinen Namen, weil es dort oft regnet. Deshalb sollte - nach Möglichkeit atmungsaktive - Regenschutzkleidung im Reisegepäck ebenfalls nicht fehlen. Fotomaterial Wer gern fotografiert, sollte möglichst viele Filme aus Deutschland aus mitnehmen. Es ist geradezu unglaublich, wie viele Motive das Land zu bieten hat. Selbstverständlich kann man auch vor Ort Filme kaufen, diese sind aber teuer und zudem meist nur in geringen Empfindlichkeitsstufen (100 und 200 ASA) erhältlich. Selten findet man in den Supermärkten oder in anderen Läden 400-ASA-Filme. Insbesondere im Regenwald ist es wichtig, empfindliches Filmmaterial zu verwenden. 400 ASA stellen das Minimum dar, besser sind 800 ASA oder mehr. Zudem sollte man mit einem Blitz arbeiten, anderenfalls erkennt man auf den Fotos später kaum etwas. Je höher die Brennweite des verwendeten Objektivs ist, desto wichtiger ist ein Stativ, sofern man nicht sehr geübt darin ist, mit ruhiger Hand ohne Stützgestell zu fotografieren. Man sollte zudem unbedingt Ersatzbatterien für seine Kamera und das Blitzgerät mitführen. Zwar kann man in Costa Rica vielerorts Batterien kaufen. Sie sind aber teurer als in Deutschland und könnten unter Umständen weniger lange haltbar sein als in Europa gekaufte Batterien. Einkaufen In nahezu jeder Ortschaft findet sich ein - oftmals kleiner - Supermarkt. Falls keine größere Einkaufsmöglichkeit vorhanden ist, kann man auf die sogenannten Pulperías ausweichen. Das sind winzige Ladenlokale, in denen man erstaunlich viele Dinge kaufen kann, wie es beispielsweise in Deutschland in den aussterbenden Tante-Emma-Läden üblich ist. Obst und Gemüse kann man vielerorts an kleinen Straßenständen kaufen, frische Backwaren werden meist in kleinen Bäckereigeschäften verkauft. Für Selbstversorger oder Leute, die durchs Land reisen und unterwegs Verpflegung einkaufen müssen, stellt Costa Rica allenfalls in sehr abgelegenen Regionen eine gewisse Herausforderung in Sachen Logistik dar.
Verhaltensregeln in der Natur
Regel Nr. 1: Immer auf den Wanderwegen bleiben. Wer von den Wegen abweicht, riskiert nicht nur die Zerstörung der von ihm durchwanderten Bereiche. Auch könnte er eine Schlange aufschrecken und einen Biss riskieren. Manche in Costa Rica heimische Schlangenarten sind hochgiftig. Regel Nr. 2: Nichts anfassen! So schön ein bestimmtes Tier oder die betörend blühende Pflanze auch aussehen mögen, Anfassen ist tabu. Einige Insekten sind gefährlich, unter ihnen beispielsweise die Riesenameise. Auch einige Pflanzen schützen sich mit Hilfe von Gift vor Übergriffen durch (Fress-)Feinde. Manche nesselnden Pflanzen lösen bei Berührung so starke Schmerzen aus, dass man im Krankenhaus behandelt werden muss. Regel Nr. 3: Man muss stets darauf achten, sich nicht zu verirren. In den Tropen wird es schnell dunkel, die Phase der Dämmerung ist erheblich kürzer als in Mitteleuropa. Im Regenwald ist eine Orientierung nach Einbruch der Dunkelheit praktisch unmöglich. Wer nachmittags spazieren geht, sollte zur Vorsicht eine Taschenlampe mit sich führen.
Regel Nr. 6: Immer genügend Wasser/Getränke mitnehmen! Mancherorts kann es brutal heiß werden. Wandert man bei diesem für den Mitteleuropäer ungewohnten Klima, gerät man stark ins Schwitzen. Die über die Haut ausgeschiedenen Flüssigkeitsmengen müssen ersetzt werden, weshalb man mindestens einen Liter Wasser auf jede Wanderung mitnehmen sollte. Regel Nr. 7: Beim Wandern in der Sonne immer eine Kopfbedeckung tragen! Die Sonne steht in Costa Rica fast den ganzen Tag ausgesprochen steil am Himmel und scheint daher von oben auf den Kopf. Wer seinen Kopf bei Wanderungen nicht schützt, riskiert einen Sonnenstich. |
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