Sri Lanka

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Vögel in Sri Lanka - Teil 6

Auf dieser Seite werden folgende Arten beschrieben:
· Rotstirn-Schneidervogel (Long-tailed Tailor Bird, Orthotomus sutorius sutorius)
· Rußbülbül (Red-vented Bulbul, Pycnonotus cafer)
· Scharlachmennigvogel (Scarlet Minivet, Pericrocotus flammeus flammeus)
· Schlangenweihe (Crested Serpend Eagle, Spilornis cheela spilogaster)
· Schopfwespenbussard (Oriental Honey-Buzzard, Pernis ptilorhynchus ruficollis)
· Schwarzbauchnonne (Black-headed Munia, Lonchura malacca)
· Schwarzkopfpirol (Asian Black-headed Oriole, Oriolus xanthornus ceylonensis)
· Seidenreiher (Little Egret, Egretta garzetta)
· Silberreiher (Great Egret, Egretta alba)
· Stadttaube (Pigeon, Columba livia intermedia)

Rotstirn-Schneidervogel (Long-tailed Tailor Bird, Orthotomus sutorius sutorius)

Rotstirn-Schneidervogel (Long-tailed Tailor Bird, Orthotomus sutorius sutorius)Nur zwölf Zentimeter sind Rotstirn-Schneidervögel groß. Trotzdem gehören sie in Sri Lanka zu den Vögeln, die man besonders leicht beobachten kann, weil sie so häufig vorkommen. Im Tiefland bis in Höhenlagen von 1.500 Meter ist in Bereichen mit Unterholz und vor allem in Gärten die Unterart Orthotomus sutorius sutorius heimisch, im Hochland ab 1.500 Meter Höhe Orthotomus sutorius fernandonis; beide Unterarten sind in Sri Lanka endemisch. Das auffälligste Merkmal dieser Vogelart ist es, den Schwanz meist steil in die Höhe zu stellen. Die Krone ist rostrot gefärbt, die Körperunterseite ist cremeweiß und die Körperoberseite gelbgrün gefärbt. Beide Geschlechter sehen im Schlichtkleid gleich aus. Im Prachtkleid tragen die Männchen in der Mitte des Schwanzes zwei besonders lange Federn und messen dann 14 Zentimeter. Meist sieht man diese Vögel paarweise durch Gebüsche hüpfen und klettern, wo sie nach Fressbarem suchen. Insekten bilden die Nahrung der Rotstirn-Schneidervögel. Foto: 2006, Aluthgama

Rußbülbül (Red-vented Bulbul, Pycnonotus cafer)

Pakistan, Indien, Sri Lanka, Südwest-China und die Region bis nach Myanmar sind die Heimat des Rußbülbüls. Auf den Fidschi-Inseln sowie auf Hawaii trifft man diese Vogelart ebenfalls an, dort ist sie allerdings vom Menschen eingeführt worden. Der Rußbülbül ist 20 Zentimeter lang und hat an der Körperunterseite ein bräunlich geflecktes Gefieder. Die Körperoberseite ist ebenfalls bräunlich gefleckt und die Flügel sind dunkelbraun; die Schwanzfedern sind schwarz mit weißen Spitzen. Der Kopf ist schwarz gefärbt und die Vögel tragen eine kleine Federhaube. Ihr Schnabel und die Beine sind schwarz. Leuchtend rot ist die Kloakengegend dieser Vögel gefärbt. Gebüsche, Kulturlandschaften, offene Wälder und Gärten sind typische Orte, an denen man diesen Tiere begegnet. Früchte, Nektar und Insekten bilden die Nahrung des Rußbülbüls.

  Rußbülbül (Red-vented Bulbul, Pycnonotus cafer)   Rußbülbül (Red-vented Bulbul, Pycnonotus cafer)  
  Foto: 2006, Aluthgama   Foto: 2006, Aluthgama

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Scharlachmennigvogel (Scarlet Minivet, Pericrocotus flammeus flammeus)

Beim Scharlachmennigvogel unterscheiden sich die Geschlechter voneinander. Die Männchen sind auf der Oberseite, am Kopf und im Gesicht blauschwarz gefärbt. An den Flügeln tragen sie einige orange-rot gefärbte Bereiche. Die Brust ist ebenfalls orange-rot gefärbt. Dieser Farbton verläuft zum Bauch hin in einen kräftigen Orangeton, der sich auch über den unteren Rücken erstreckt. Die Schwanzunterseite ist orange gefärbt, die Oberseite ist schwarz. Weibliche Scharlachmennigvögel tragen an der Vorderseite des Körpers sowie am unteren Rücken ein gelbes Federkleid. Der restliche Rücken und der Kopf sind grau gefärbt. Beide Geschlechter sind 20 Zentimeter groß. In Sri Lanka sind diese Tiere im gesamten Land dort zu finden, wo es Wälder gibt. Im Hochland sind sie ein wenig häufiger anzutreffen als im Tiefland. Im Flug oder von einer Sitzwarte aus fangen die Vögel Insekten. Meist sind sie paarweise zu beobachten.

  Männlicher Scharlachmennigvogel (Scarlet Minivet, Pericrocotus flammeus flammeus)   Männlicher Scharlachmennigvogel (Scarlet Minivet, Pericrocotus flammeus flammeus)  
  Männchen, Foto: 2006, Kegalla   Männchen, Foto: 2006, Kegalla

Schlangenweihe (Crested Serpend Eagle, Spilornis cheela spilogaster)

In Asien ist die Schlangenweihe weit verbreitet. Diese 61 Zentimeter großen Greifvögel sind in ganz Sri Lanka überall dort anzutreffen, wo es Wälder oder mit Bäumen bestandene Flächen gibt. Das Gefieder dieser Vogelart ist überwiegend braun gefärbt und trägt helle Flecken; der Kopf ist graubraun. Die Nase sowie der dahinter liegende Gesichtsbereich sind gelb gefärbt, auch die Irisringe sowie die Beine sind gelb. Der kräftige, nach unten gebogene Schnabel ist dunkel gefärbt. Schwung- und Schwanzfedern dieser Vogelart zieren schwarz-weiße Bereiche und schwarze Spitzen. Am Hinterkopf tragen Schlangenweihen eine große, schwarz-weiße Federhaube, die sie aufstellen, wenn sie aufgeregt sind. Wie geschickt diese großen Vögel durchs Geäst klettern können, habe ich bei dem unter diesen Zeilen gezeigten Individuum einige Minuten lang beobachten können. Auf dem Speisezettel der Schlangenweihe stehen verschiedene Reptilienarten, darunter Eidechsen und natürlich Schlangen. In Sri Lanka lebt die endemische Unterart Spilornis cheela spilogaster.

  Schlangenweihe (Crested Serpend Eagle, Spilornis cheela spilogaster)   Schlangenweihe (Crested Serpend Eagle, Spilornis cheela spilogaster)  
  Foto: 2006, Kalawila   Foto: 2006, Kalawila

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Schopfwespenbussard (Oriental Honey-Buzzard, Pernis ptilorhynchus ruficollis)

Schopfwespenbussard (Oriental Honey-Buzzard, Pernis ptilorhynchus ruficollis)Der Schopfwespenbussard ist in weiten Teilen Asiens beheimatet und in einigen Gebieten ein Zugvogel. In Sri Lanka kommt diese 66 Zentimeter große Vogelart ganzjährig vor. Brutvögel sind selten, im Winter finden sich viele Zuzügler im Land ein. Das Gefieder dieser Vögel kann ganz unterschiedlich gefärbt sein, es kommen Individuen in hellen beziehungsweise dunklen Grau- und Braunfärbungen vor. Meist ist der Kopf der Männchen grau und heller gefärbt als der Rest des Körpers. Am Hinterkopf tragen Schopfwespenbussarde eine Federhaube. Weibchen haben ein bräunliches Gesicht. Die Schwanzfedern dieser Vogelart sind auf der Unterseite hell und dunkel gestreift. Auch die Flügelunterseiten sind in dieser Weise gestreift. Schopfwespenbussarde findet man überall dort, wo es viele Bäume gibt, in denen sie gern sitzen. Die Vögel ernähren sich überwiegend von Wespen und deren Larven, andere kleine Beutetiere verschmähen sie jedoch ebenfalls nicht. Foto: 2006, Aluthgama

Schwarzbauchnonne (Black-headed Munia, Lonchura malacca)

Schwarzbauchnonne (Black-headed Munia, Lonchura malacca)In Indien und Sri Lanka sowie in den Bereichen östlich davon über Indonesien bis hin zu den Philippinen lebt eine nur zehn Zentimeter große Vogelart, die den Namen Schwarzbauchnonne trägt. Sie gehört zu den Prachtfinken und die Tiere ernähren sich von den Samenständen wilder Gräser sowie von Pflanzensamen, die sie in Reisfeldern findet. Beide Geschlechter sehen gleich aus. Die Vögel tragen einen sehr großen, kräftigen silber-schwarzen Schnabel, einen schwarzen Kopf sowie schwarzes Brustgefieder. An den Wangen befinden sich kleine weiße Flecken, die man oft nur aus der Nähe sieht. Brust und Flanken sind weiß gefärbt, der Bauch ist schwarz. Der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind braun. In Sri Lanka kann man diese Vögel vor allem auf Reisfeldern, in Grasfluren mit hohen Gräsern und in Sumpfgebieten beobachten. Sie kommen im ganzen Land vor, sind aber im östlichen Hochland besonders häufig vertreten. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Schwarzkopfpirol (Asian Black-headed Oriole, Oriolus xanthornus ceylonensis)

Schwarzkopfpirol (Asian Black-headed Oriole, Oriolus xanthornus ceylonensis)Indien, Sri Lanka und Südostasien sind das Verbreitungsgebiet des Schwarzkopfpirols. In Sri Lanka kommt er als endemische Unterart vor. Wie es der Name bereits vermuten lässt, hat diese 26 Zentimeter große Vogelart einen schwarz gefärbten Kopf, auch die Kehle und die obere Brust sind schwarz. Der restliche Körper ist bis auf einige Stellen an den Flügeln leuchtend gelb gefärbt. Der Schnabel ist rötlich und die Beine grau. Dunkel rotbraun sind die Irisringe dieser Vögel. Die Männchen sind kräftiger gelb gefärbt als die Weibchen. Wälder, Gärten und alle anderen mit Bäumen bestandenen Bereiche des Tieflandes sind Gegenden, in denen man Schwarzkopfpirole antreffen kann. Ferner sind diese Vögel in Höhenlagen bis zu 2.000 Meter heimisch. Sie ernähren sich von Insekten und Früchten. Weil sie sehr scheu sind, kann man sie nicht so leicht beobachten wie andere Vogelarten. Zudem halten sie sich gern in den Baumkronen auf. Aufgrund ihres überwiegend gelben Gefieders fallen sie aufmerksamen Beobachtern dort jedoch auf. Foto: 2006, Aluthgama

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Seidenreiher (Little Egret, Egretta garzetta)

Teile Europas, Asiens, Afrikas und Australiens bilden das Verbreitungsgebiet des Seidenreihers. Maximal 65 Zentimeter können diese Vögel groß werden. Ihr Gefieder ist am gesamten Körper rein weiß. Schnabel und Beine sind schwarz gefärbt. Die Füße sind hingegen gelb, woran man den Seidenreiher von anderen Spezies unterscheiden kann. Im Prachtkleid tragen Seidenreiher lange, feine Schmuckfedern, die seidig wirken und der Vogelart ihren Namen eingebracht haben. Im Tiefland Sri Lankas findet man diese Vögel vor allem an Reisfeldern, Lagunen, an den Ufern von Stauseen und Gewässern sowie in Sumpfgebieten; im trockenen Landesteil leben mehr Seidenreiher als im feuchten. Ferner kann man die Spezies eher im Küstenbereich als im Binnenland antreffen, wobei die Tiere selten direkt in Strandnähe zu beobachten sind. Fische, Krustentiere und Insekten bilden die Nahrung dieser Vögel.

  Seidenreiher (Little Egret, Egretta garzetta)   Zwei Seidenreiher (Little Egret, Egretta garzetta) und ein Graureiher (Grey Heron, Ardea cinerea)  
  Foto: 2006, Nähe Sinharaja-Regenwald   Zwei Seidenreiher und ein Graureiher,
Foto: 2006, Udwalawe-Nationalpark

Silberreiher (Great Egret, Egretta alba)

Silberreiher (Great Egret, Egretta alba)Mit seiner Körpergröße von rund 90 Zentimeter und der Flügelspannweite von etwa 170 Zentimeter ist der Silberreiher in Sri Lanka einer der größten Vertreter der Familie der Reiher. Das Gefieder dieser ganzjährig im Land beheimateten Vogelart ist am gesamten Körper weiß gefärbt. Zwischen Dezember und Mai, also während der Brutsaison, verfärbt sich der sonst gelbe Schnabel der Vögel schwarz. Beine und Füße des Silberreihers sind ebenfalls schwarz. Die größten Chancen auf eine Sichtung hat man an den Ufern von Gewässern und Lagunen sowie in überfluteten Reisfeldern im Tiefland. Fische, Krustentiere und Insekten bilden die Nahrung dieser Vögel. Foto: 1998, Bundala-Nationalpark, © Uwe Post

Stadttaube (Pigeon, Columba livia intermedia)

Stadttaube (Pigeon, Columba livia intermedia)Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Felsentaube, also der Urform der Stadttaube, hat weitab von menschlichen Siedlungen gelegen. Die Vögel haben in Felsklippen und -wänden gelebt und gebrütet, zum Beispiel an Küsten in Südeuropa. Wie kaum eine andere Vogelart haben sich die Felsentauben neuen Umweltbedingungen angepasst und sich dem Menschen angeschlossen, als er zusehends größere Siedlungen gebaut hat. Zudem sind die Tauben gezüchtet worden, ursprünglich um sie zu essen, dann um Brieftauben auszubilden oder ganz einfach um besondere Farbmutationen dieser Vögel zu erhalten. Immer wieder sind solche Zuchttauben in die Freiheit entkommen und sie haben sich in Städten angesiedelt. Weil die Menschen die Zuchtvögel in viele Teile der Welt mitgenommen haben, hat sich die Stadttaube entsprechend weit verbreiten können. Auch in Asien ist sie heimisch. In Sri Lanka findet man diese 30 bis 35 Zentimeter großen und in ihrer Färbung recht variablen Vögel in Siedlungen und Tempelanlagen. Anders als in Deutschland schlägt den Vögeln in Sri Lanka kein Hass entgegen, sie werden nicht verächtlich als "Ratten der Lüfte" bezeichnet, sondern von den überwiegend buddhistischen Sri-Lankern als Mitgeschöpfe akzeptiert. Foto: 2006, Bentota

 

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Linktipps:

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