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Sigiriya

Als würde er nicht so recht dorthin gehören, erhebt sich der Sigiriya-Monolith steil aus der umgebenden Landschaft. Sein Name leitet sich von dem Begriff "Siha Giri" ab, was Löwenfelsen bedeutet. Vor vielen Jahrhunderten ist die unmittelbare Umgebung des Felsens sowie sein Gipfel besiedelt worden, wovon noch heute historische Ruinen und Gemälde auf einer Steilwand, die berühmten Wolkenmädchen, zeugen. Auf dem Gipfel finden sich ebenfalls Ruinen. 1982 ist Sigiriya von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Dieser einzigartige Kulturschatz Sri Lankas zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an.

Geologisch betrachtet, handelt es sich bei dem Felsen um einen Magmablock, der aus einem erodierenden Vulkan herrührt. Sigiriya überragt das Umland um etwa 200 Meter und seine Flanken sind äußerst steil, weshalb das Gipfelplateau den idealen Standort für eine nur schwer einzunehmende Festung gebildet hat. Von oben bietet sich ein atemberaubender Rundumblick, der den ehemaligen Bewohnern des Felsens besonders wichtig gewesen ist. Aus der erhabenen Position haben sie feindliche Heere schon aus größerer Entfernung erspähen können.

Der Sigiriya-Felsen erhebt sich als natürliches Bollwerk aus der umliegenden LandschaftIn der Zeit von 455 bis 473 n. Chr. hat in Sri Lanka König Dhatusena gelebt. Dieser Monarch hat sein Reich von der antiken Hauptstadt Anuradhapura aus regiert. Sein Leben hat ein jähes Ende gefunden, als er im Jahr 473 von seinem Sohn Kasiyapa umgebracht worden ist. Kasiyapas Mutter ist nicht die Hauptfrau von Dhatusena gewesen, sondern eine Nebenfrau beziehungsweise Gespielin. Durch den Mord hat sich Kasiyapa die Thronfolge sichern wollen. Der rechtmäßige Thronfolger wäre jedoch sein Halbbruder Moggallana gewesen. Dieser ist nach Süden geflohen, weil er damit gerechnet hat, wie sein Vater durch den Usurpator ermordet zu werden.

Kasiyapa hat von 473 bis 491 regiert und er hat dabei die Rache seines Halbbruders gefürchtet. Um sich im Falle eines Angriffs in einer besseren Verteidigungsposition zu befinden, hat er eine Festung auf dem Sigiriya-Felsen errichten lassen, dessen nähere Umgebung schon damals seit einigen Jahrhunderten von Mönchen zum Meditieren aufgesucht worden ist. Obwohl er sich auf dem Sigiriya-Felsen die Festung errichten lassen hat, ist Kasiyapa in einer Schlacht im Jahre 491 von seinem Halbbruder Moggallana besiegt worden. Daraufhin hat der rechtmäßige Thronfolger bis zum Jahr 508 das Reich regiert. Die Felsenfestung von Sigiriya hat Moggallana nicht mehr genutzt. Er hat das Gelände wieder an die buddhistischen Mönche übergeben, die das Areal bis ins 14. Jahrhundert als Meditationszentrum genutzt haben.

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Ein breiter Wassergraben in SigiriyaNoch heute ist die Pracht zu erahnen, die König Kasiyapa rund um den Felsen aufleben lassen hat. Am Fuße des Sigiriya-Felsens hat sich eine Stadt befunden, die von Wassergräben und einem Verteidigungswall umgeben gewesen ist. Es heißt, in diesen Gräben haben damals viele Sumpfkrokodile gelebt, um Angreifer davon abzuhalten, die Gewässer zu durchschwimmen. Nach wie vor sind diese Gräben mit Wasser gefüllt und an einigen Stellen wachsen in ihnen Seerosen. Frösche sonnen sich auf den großen Seerosenblättern und Eisvögel fangen kleine Fische. In den Bäumen am Ufer turnen Ceylon-Hutaffen herum - die Szenerie wirkt friedlich und idyllisch. Sie lässt nur schwer erahnen, welche Strapazen die Menschen beim Bau der gigantischen Grabenanlage auf sich genommen haben. Die Gräben sind mit dem in der Nähe gelegenen Sigiriya Wewa, einem See, verbunden und das ausgeklügelte Bewässerungssystem funktioniert noch heute.

  Ein Wassergraben und dichte Vegetation   Ein breiter und sehr langer Wassergraben in Sigiriya  
  Ein Wassergraben und dichte Vegetation   Ein breiter und sehr langer Wassergraben  

  Ceylon-Hutaffen (Macaca sinica) in Sigiriya   Seerosen in einem Wassergraben  
  Ceylon-Hutaffen
(Macaca sinica)
  Seerosen in einem Wassergraben  

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Wassergarten und Schutzwall von SigiriyaÜber einen schmalen, gemauerten Steg gelangt man auf die andere Seite des Wassergrabens zum gemauerten Wall, der von dichter Vegetation überwuchert wird. Dahinter erstreckt sich der Lustgarten, dessen einstige Pracht noch immer offensichtlich ist. König Kasiyapa hat westlich des Sigiriya-Felsens eine Kombination aus ostasiatischen Steingärten, den berühmten Hängenden Gärten Babylons und den Wassergärten der Römer errichten lassen. Das Gelände ist terrassiert worden, auf der unteren Ebene ganz im Westen befinden sich der Wassergarten und die königlichen Bäder. Riesige Becken mit Steinstufen haben dort einst den König und ihm nahestehende Personen zum Baden eingeladen. Ganz in der Nähe hat sich auch der Sommerpalast befunden. Auf den Mauern, die aus Ziegeln bestehen, wuchert heute fast überall eine dichte, grüne Moosschicht und große Bäume, deren Wurzeln das Mauerwerk fest im Griff haben, spenden Schatten.

  Baumwurzeln umschlingen das Mauerwerk von Sigiriya   Antike Stufen im Wassergarten von Sigiriya  
  Baumwurzeln umschlingen das Mauerwerk   Antike Stufen im Wassergarten  

In der Panorama-Aufnahme unter diesen Zeilen können Sie interaktiv navigieren und zoomen.

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Antiker Springbrunnen im Wassergarten von SigiriyaSetzt man den Spaziergang in Richtung des Sigiriya-Felsens fort, befinden sich links und rechts des Weges einige kleine Wasserbecken. Allein unter Ausnutzung der natürlichen geologischen Gegebenheiten ist es den Erbauern des königlichen Gartens gelungen, dort innerhalb der Becken Springbrunnen zu errichten. Diese sprudeln noch heute munter vor sich hin, weil sie nach wie vor von unterirdischen Rohren gespeist werden. Diese technische Meisterleistung ist überaus bemerkenswert, zumal die Anlage vor etwa 1.600 Jahren erbaut worden ist.

Abgesehen von diesen erstaunlichen architektonischen Details bietet auch die Natur auf dem Gelände zahlreiche Überraschungen und es gibt fantastische Möglichkeiten für Beobachtungen der Tier- und Pflanzenwelt. In den Bäumen tummeln sich Vertreter schöner Vogelarten, darunter die leuchtend bunt gefärbten Blauschwanzspinte, die großen Bronzefruchttauben, laut rufende Alexandersittiche und die aufgrund ihrer grünen Farbe in der dichten Vegetation kaum auffallenden Blauflügel-Blattvögel. Es lohnt sich außerdem, die Ufer der Weiher aufmerksam zu betrachten, denn mitunter kann man dort eines der in Sigiriya heimischen Sumpfkrokodile beim Dösen in der Sonne beobachten.

  Sumpfkrokodil (Crocodylus palustris) im Wassergarten von Sigiriya   Bronzefruchttaube (Ducula aenea pusilla) in der Gartenanlage von Sigiriya  
  Sumpfkrokodil
(Crocodylus palustris)
  Bronzefruchttaube
(Ducula aenea pusilla)
 

Kleine Höhle mit Mauerwerk im Steingarten von SigiriyaAus dem Wassergarten kommend, durchwandert man den Steingarten. Dort sind eine Reihe natürlicher Höhlen und Felsblöcke zu finden. In diesen Höhlen haben einst Mönche meditiert. Teils sind kleine Mauern in den Eingangsbereichen der Höhlen errichtet oder Plattformen geschaffen worden, um nicht nur einer Person Platz zu bieten. Zu König Kasiyapas Zeiten haben Fresken, die beispielsweise schöne, spärlich bekleidete Frauen gezeigt haben, einige dieser Felswände und -decken geschmückt. Diese Bilder sind später jedoch entfernt worden, weil sie die religiösen Gefühle derer verletzt haben, die die Höhlen zum Meditieren genutzt haben. Die Felsen sind teils sehr imposant, zu ihnen gehört unter anderem die berühmte Formation der Höhle der Kobrahaube (siehe Foto unten rechts).

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  Felsen, antike Mauern und dicke Baumwurzeln im Steingarten von Sigiriya   Überwucherte Mauer im Steingarten von Sigiriya   Höhle der Kobrahaube in Sigiriya  
  Felsen, antike Mauern
und dicke Baumwurzeln
  Überwucherte Mauer
im Steingarten
  Höhle der Kobrahaube  

  Meditationshöhle im Steingarten von Sigiriya   Im Steingarten von Sigiriya  
  Meditationshöhle im Steingarten   Im Steingarten von Sigiriya  

Stufen im Terrassengarten von SigiriyaAn den Steingarten schließt sich der Terrassengarten an. Er ist in etwa so aufgebaut wie die legendären Hängenden Gärten Babylons. Über Ziegeltreppen erreicht man viele kleine Terrassen, die übereinander angeordnet sind. Kleine Mauern sichern das Erdreich der einzelnen Terrassen, dort haben einst zahlreiche Pflanzen gestanden. Einige Treppen verlaufen zwischen großen, erodierten Felsblöcken. Manche der Stufen sind recht steil und zudem rutschig, weil sie abgenutzt sind oder weil sich kleine Wasserläufe über sie ergießen. Wer jetzt bereits erschöpft ist, der sollte sich überlegen, ob er den Aufstieg zur Felsenfestung, der nach dem Durchqueren des Terrassengartens unmittelbar bevorsteht, tatsächlich auf sich nehmen möchte. Bis zum Gipfelplateau sind es insgesamt etwa 1.200 Stufen, die man empor steigen muss. Die tropische Hitze ist dabei schon unangenehm, aber als noch lästiger habe ich persönlich die vielen "Helfer" empfunden, die sich einem bereits im Wassergarten an die Fersen haften und die nicht mehr von einem ablassen.

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Steile Felswände und üppiges Grün am Sigiriya-FelsenIn Sigiriya bieten Einheimische ihre Hilfe an - oder drängen sie besser gesagt auf. Sie steigen die vielen Stufen mit empor und erwarten oben sogar dann ein Trinkgeld, wenn man sie unterwegs ignoriert oder ihnen gar mehrfach gesagt hat, sie mögen einen bitte in Ruhe lassen. Das an sich halten viele Touristen schon für äußerst aufdringlich. Als besonders dreist habe ich es empfunden, dass ich ständig von diesen Männern an den Armen und Schultern angefasst worden bin, als ich die schmalen Treppen empor gestiegen bin. Durch das Begrabschen meiner Arme habe ich mehrere Male beinahe das Gleichgewicht verloren. Seien Sie also vorsichtig, denn diese "Helfer" stützen Sie plötzlich mit einem solchen Ruck, dass sie zu kippen drohen. Ich habe mir daraufhin eine Schimpftirade in meinem Schreck nicht verkneifen können, obwohl ein solches Verhalten in Sri Lanka als unhöflich gilt. Dafür bin ich aber doch zu sehr Mitteleuropäerin, um meinem Unmut Luft zu machen, wenn man mich auf einer rutschigen, steilen Steintreppe beinahe zu Fall bringt. Beim weiteren Aufstieg habe ich versucht, einen größtmöglichen Abstand zwischen mich und die Verfolger meiner kleinen Reisegruppe zu bringen. Außerdem habe ich ein möglichst böses Gesicht aufgesetzt - letzteres hat zumindest ein wenig Erfolg gebracht, obwohl es mir nicht leicht gefallen ist, die ganze Zeit so offenkundig unhöflich zu sein.

Die Wolkenmädchen von SigiriyaDoch nun zurück zum Angenehmen. Der Sigiriya-Felsen ist nicht nur für seine Gipfel-Festung bekannt, sondern auch für die herrlichen Fresken an seiner westlichen Flanke. Dort sind um das Jahr 485 herum aus Naturfarben wie Terrakotta auf dem Alabaster des Felsens wunderschöne, teils barbusige Frauen gezeichnet worden. Die Oberkörper dieser Damen scheinen aus Wolken zu ragen - daher der Name Wolkenmädchen. Es sind nur noch 22 dieser Fresken erhalten geblieben, einige von ihnen sind leider von den Witterungseinflüssen arg in Mitleidenschaft gezogen. Man erreicht die Fresken über eine mehrere Meter hohe Wendeltreppe. Die schönen Bilder befinden sich hinter einer Plane, damit sie nicht von den Einflüssen des Wetters weiter zerfressen werden. Es lohnt sich, dort ein wenig Zeit zu verbringen und die Details zu studieren, denn jedes Wolkenmädchen sieht anders aus.

Dieses Wolkenmädchen von Sigiriya hat drei BrustwarzenWer dort - sehr wahrscheinlich lebensecht - dargestellt worden ist, ist bedauerlicherweise nicht überliefert. Sicher ist man sich jedoch darin, dass die gemalten Mädchen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gestammt haben. So sind unter anderem eine Inderin, eine Mongolin und eine Afrikanerin zu sehen. Achtung, die Wolkenmädchen dürfen nur ohne Blitz fotografiert werden. Sollte Ihre Kamera nicht lichtstark sein, nehmen Sie ein Stativ mit. Bei einer der Damen ist übrigens einige Zeit nach der Entstehung der Gemälde eine nach unten geneigte Brustwarte übermalt worden. Üppige Brüste, die den natürlichen Gesetzen der Schwerkraft unterliegen, haben bei den "Restauratoren" offenkundig nicht als schön gegolten. Die weiter oben platzierte Brustwarze ist heute ebenso zu sehen wie die ursprüngliche, denn die neu aufgetragene Farbe deckt nicht mehr richtig. Deshalb hat eines der Wolkenmädchen drei Brustwarzen, siehe Foto in diesem Absatz.

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  Wolkenmädchen von Sigiriya   Das Gesicht eines Wolkenmädchens von Sigiriya   Barbusige Schönheit: Wolkenmädchen von Sigiriya  
  Ein Wolkenmädchen   Gesicht eines Wolkenmädchens   Barbusige Schönheit  

  Stark von Wind und Wetter beschädigtes Wolkenmädchen   Wolkenmädchen mit einer Blüte   Wolkenmädchen im Profil  
  Stark beschädigtes Wolkenmädchen   Wolkenmädchen mit einer Blüte   Wolkenmädchen im Profil  

  Wolkenmädchen von Sigiriya   Afrikanisches Wolkenmädchen von Sigiriya  
  Wolkenmädchen von Sigiriya   Afrikanisches Wolkenmädchen  

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Die Spiegelmauer von SigiriyaNachdem man im Anschluss an die Besichtigung der Wolkenmädchen eine zweite Wendeltreppe hinab gestiegen ist, kann man wieder dem Weg zum Gipfel des Felsens folgen. Man gelangt dort zunächst zur sogenannten Spiegelmauer. Hierbei handelt es sich um eine Mauer, die den Weg nach außen abgrenzt. Sie ist über zwei Meter hoch und ist von ihren Erbauern mit glatt poliertem Kalkstein überzogen worden. Noch heute glänzt sie an vielen Stellen, obwohl sie längst vergilbt ist. Jene Menschen, die Sigiriya früher besucht haben, haben Texte und Gedichte auf der Mauer notiert. In den Texten wird beispielsweise die Schönheit der Fresken gerühmt. Sie sind zwischen dem siebten und 13. Jahrhundert auf der Spiegelmauer hinterlassen worden und gelten deshalb heute als älteste "Graffiti" Sri Lankas. Die meisten Texte sind in singhalesischer Sprache verfasst, einige wenige in Sanskrit oder Tamil.

  Oberer Bereich der Spiegelmauer von Sigiriya   Vers auf der Spiegelmauer von Sigiriya  
  Oberer Bereich der Spiegelmauer   Vers auf der Spiegelmauer  

Ruinen auf einem kleinen Felsplateau in SigiriyaWeiter geht es steil bergauf, streckenweise nicht über Stufen, sondern über eine breite, ansteigende Rampe. Hat man die Spiegelmauer hinter sich gelassen, passiert man eine Reihe von Treppenabsätzen. Von dort aus geraten Ruinen ins Blickfeld, die sich einige Meter tiefer auf einem kleinen Felsplateau befinden. Dort sind einst die Wachposten des Königs stationiert gewesen, hat unser Reiseleiter uns erklärt. In einem Felsspalt, der mit Steinen gesichert gewesen ist, hat man Schießscharten konstruiert, um im Falle eines Angriffs auf die Festung dort Scharfschützen auf genau jene Stelle zielen zulassen, von der aus das nebenstehende Foto entstanden ist. König Kasiyapa hat in Bezug auf seine Sicherheit somit nichts dem Zufall überlassen, so sehr scheint er sich vor einem Angriff seines Halbbruders Moggallana gefürchtet zu haben. Deshalb hat er sowohl die natürlichen Gegebenheiten vor Ort geschickt ausgenutzt und außerdem sein militärisches und strategisches Wissen in die Planung der Verteidigung eingebracht.

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Die Löwenterrasse in SigiriyaIn der Tropenhitze zieht sich der Aufstieg in die Länge. Meine Knie sind immer weicher geworden, die Beine zusehends träger und mein T-Shirt ist am Rücken so nass geschwitzt gewesen, dass ich es hätte auswringen können. Die vielen Stufen des Sigiriya-Felsens setzen einem unweigerlich zu, weshalb ein langsamer Aufstieg ratsam ist. Mich hat die Neugier angetrieben, weil der nächste Höhepunkt bald erreicht gewesen ist: die Löwenterrasse. Auf diesem kleinen Plateau am nördlichen Ende des Felsens hat sich einst ein riesiges, aus Ziegeln und Stuck gefertigtes Abbild eines liegenden Löwen befunden. Nach diesem Tier ist einst der gesamte Felsen benannt worden. Dieses enorm große Kunstwerk ist höchstwahrscheinlich sogar bemalt gewesen. Heute sind leider nur noch die Pranken des Löwen erhalten. Zwischen ihnen befindet sich die Treppe, die damals in das geöffnete Maul des Raubtiers geführt hat. Der Löwe ist das Symbol der Singhalesen, die sich als "Löwenrasse" bezeichnen.

  Kralle der Löwenskulptur am Sigiriya-Felsen   Blick von der Löwenterrasse nach oben  
  Kralle der Löwenskulptur   Blick von der Löwenterrasse nach oben  

Der weitere Weg nach oben wird noch steiler und abenteuerlicher - und man ist zum Glück nicht gezwungen, die antiken, in den Felsen gehauenen Stufen hinaufsteigen zu müssen, siehe Foto unten rechts. Glücklicherweise gibt es heute einen sichereren Weg zum Gipfelplateau.

  Vegetation an der Flanke des Sigiriya-Felsens   Blick auf die Gartenanlage am Fuße des Sigiriya-Felsens   Originalstufen oberhalb der Löwenterrasse am Sigiriya-Felsen  
  Vegetation an der
Flanke des Sigiriya-Felsens
  Blick auf die Gartenanlage   Originalstufen oberhalb
der Löwenterrasse
 

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Ziegelmauer auf dem Gipfel des Sigiriya-FelsensUnd dann ist es endlich geschafft. Nachdem die letzten Stufen erklommen sind, befindet man sich auf dem Gipfelplateau des mächtigen Felsens und kann die umwerfende Aussicht in alle Richtungen genießen. An manchen Tagen ist es ausgesprochen stürmisch. Wir hatten Glück, es hat nur ein leichter, erfrischender Wind geweht und wir haben unbehelligt von tückischen Böen auf dem Gelände spazieren gehen können. Einst ist es dem "gemeinen Volk" nicht gestattet gewesen, diesen Teil der Festung zu betreten. Hier hat der König residiert, erhaben über seine Untertanen und die Umgebung. Sehr zu unserer Freude hat sich meine kleine Reisegruppe nicht allein auf dem Gipfel des Felsens aufgehalten: Einige junge Mönche haben wie wir einen Ausflug zu jenem geschichtsträchtigen Ort unternommen. Der oberste Mönch hat uns gestattet, die Geistlichen zu fotografieren.

  Blick in südlicher Richtung vom Gipfel des Sigiriya-Felsens   Königsbad auf dem Gipfel des Sigiriya-Felsens   Palastruinen auf dem Gipfel des Sigiriya-Felsens  
  Blick in südlicher Richtung   Königsbad auf dem Gipfel   Palastruinen auf dem Gipfel  

  König Kasiyapas Thron auf dem Gipfel des Sigiriya-Felsens   Ruinen auf dem Gipfel des Sigiriya-Felsens  
  König Kasiyapas Thron   Ruinen auf dem Gipfel  

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  Blick in Richtung Dambulla vom Gipfel des Sigiriya-Felsens   Blick in nördliche Richtung vom Gipfel des Sigiriya-Felsens  
  Blick in Richtung Dambulla   Blick in nördliche Richtung  

In den beiden Panoramabildern unter diesen Zeilen können Sie zoomen und interaktiv navigieren.

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  Buddhistische Mönche auf dem Gipfel des Sigiriya-Felsens   Buddhistische Mönche auf dem Gipfel des Sigiriya-Felsens  
  Buddhistische Mönche auf dem Sigiriya-Felsen  

Buddhistische Mönche sind auch nur Menschen ;-)So schön es auf dem Gipfel des Felsens auch gewesen ist, nach einer Weile ist es uns zu heiß dort geworden, denn die Sonne hat erbarmungslos auf uns hinab geschienen. Schatten sucht man vergebens und die Mönche hatten gut daran getan, Regenschirme als Sonnenschutz mitzunehmen. Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass Mönche auch nur Menschen sind (siehe Foto rechts) und zudem ausgiebig auf dem Felsen umgeschaut hatte - sehr zu meinem Bedauern habe ich in einem Becken der Ruinen einen alten Autoreifen und anderen Müll entdeckt -, habe ich mit dem Abstieg begonnen, der die Knie belastet und nichts für Menschen mit Gelenkproblemen ist.

Steiler Abstieg vom Sigiriya-FelsenMein Fazit dieses Ausfluges ist, dass sich die Besteigung des Felsens auf alle Fälle lohnt. Man sollte jedoch körperlich fit sein, denn abgesehen von der enormen Beanspruchung der Gelenke durch die circa 1.200 Stufen ist das tropisch-heiße Klima eine Belastung für den Kreislauf, der unter den vorherrschenden Bedingungen regelrecht heiß läuft, wenn man es beim Aufstieg nicht ruhig angeht. Wer nicht fit genug ist, sollte lieber ausgiebig durch den schönen Garten schlendern. Falls man sich den Aufstieg zutraut, sollte man dafür unbedingt genügend Zeit einplanen, also mindestens eine Stunde. Pausen sind für den Körper wichtig und zudem meiner Meinung nach auch zum Fotografieren gut geeignet, denn die Aussicht wird mit jedem Meter, den man höher steigt, atemberaubender. Auch der Abstieg sollte nicht zu schnell erfolgen, damit die Knie nicht zu weich werden. Wer dadurch wackelig auf den Beinen ist, könnte stürzen, was auf dem felsigen Untergrund zu unangenehmen Verletzungen führen könnte.

Sri-Lanka-Riesenhörnchen (Ratufa macroura dandolena) am Sigiriya-FelsenBeim Ausflug nach Sigiriya eine Kopfbedeckung zu tragen, sollte sich angesichts der starken Sonneneinstrahlung von selbst verstehen. Ebenso ist das Auftragen einer Sonnenschutzcreme für Menschen mit empfindlicher Haut Pflicht. Ohne genügend Getränke im Gepäck - in meinem Fall sind es zwei Liter Wasser gewesen - sollte man den Aufstieg gar nicht erst nicht beginnen. Insbesondere empfindlichen Personen droht ein Kreislaufkollaps, weil man viel Flüssigkeit ausschwitzt und sich zu stark anstrengt. Das sprichwörtliche dicke Fell braucht man, wenn man sich auf den Weg zum Parkplatz begibt. Die massive Belagerung durch die Souvenirverkäufer ist sicherlich nicht Jedermanns Sache. Ich bin zum Glück weitestgehend in Ruhe gelassen worden, weil ich mich mit der Kamera auf die Jagd nach Fotos von einem Sri-Lanka-Riesenhörnchen begeben habe, das sich in den Bäumen neben den Autos und Bussen aufgehalten hat.

 

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Weitere Informationen:

Koordinaten: 7.9569146, 80.7599596792373