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Dajaldrossel (Oriental Magpie Robin, Copsychus saularis ceylonensis)
Ein bezaubernder Sänger ist die Dajaldrossel, allerdings ist ihre Stimme nicht sonderlich laut (siehe Klangbeispiel). Früher wurde
diese Vogelart der Familie der Drosseln zugerechnet, inzwischen wurde sie von den Biologen anders klassifiziert und gehört zu den Neuwelt-Fliegenschnäppern. Das Verbreitungsgebiet dieser Insekten fressenden Spezies ist sehr groß, es umfasst Pakistan, Indien, Bangladesch, Sri Lanka, Indonesien, Südchina und die Philippinen. Die Körpergröße beträgt 19 Zentimeter und das Gefieder der Männchen ist charakteristisch schwarz-weiß gefärbt. Der Kopf und der Rücken zeigen einen metallischen, blauen Schimmer. Die Weibchen sind hingegen grau und weiß gefärbt. In Gärten, Kulturlandschaften, Buschland und in offenen Wäldern sind diese meist in Paaren lebenden Vögel anzutreffen. Nur in sehr dichten Wäldern sind sie nicht heimisch. (Foto: Brief Garden, 2006)
Dschungelkrähe (Black Crow, Corvus macrorhynchos culminatus)
In weiten Teilen Asiens ist die Dschungelkrähe heimisch. Weil diese Vögel in Bezug auf ihre Nahrung nicht sonderlich wählerisch sind und neben Früchten, Beeren, kleinen Tieren und Insekten
auch Aas und Abfälle in der Nähe menschlicher Siedlungen nicht verschmähen, sind sie in ihrem Verbreitungsgebiet in großer Zahl anzutreffen. Dschungelkrähen können in Sri Lanka bis zu 47 Zentimeter groß werden, ihr Gefieder ist blauschwarz gefärbt und der Schnabel ist relativ groß, weshalb sie im Englischen den alternativen Namen "Large-billed Crow" tragen. Man trifft diese Vögel selten allein an, sondern fast immer mindestens zu zweit oder in kleineren Gruppen. Ihre Stimme ist sehr tief, siehe Klangbeispiel. Ein bemerkenswertes Schauspiel war für mich die tägliche Wanderung der Dschungelkrähen, die ich während meiner Sri-Lanka-Reise im November 2006 beobachtete. Ab etwa 17 Uhr flogen immer wieder kleine Trupps dieser Vögel von Süden nach Norden über die Bentota-Halbinsel. Vermutlich haben sich die Tiere an einem Schlafplatz für die gemeinsame Nachtruhe zu einem großen Schwarm zusammengefunden. Morgens noch vor Sonnenaufgang flogen die Tiere in entgegengesetzter Richtung davon. (Foto: Brief Garden, 2006)
Eisvogel (Common Kingfisher, Alcedo atthis bengalensis)
Auf der ganzen Welt kommen viele verschiedene Eisvogelarten vor, in Sri Lanka sind es insgesamt sieben, von denen eine jedoch extrem selten ist.
Eine der dort beheimateten Spezies ist auch in Deutschland anzutreffen: der Eisvogel. Sein Körperbau ist kurz und wirkt gedrungen, die Körpergröße beträgt zwischen 16 und 18 Zentimetern. Die Schwanzfedern sind recht kurz, der Schnabel wirkt überproportional groß und kann bis zu vier Zentimeter lang werden. Auf dem Kopf, an den Flügeldecken, den Schultern und den Schwanzfedern ist der Eisvogel dunkel bläulichgrün gefärbt. Die Kopffedern tragen azurblaue Querbänder und die Flügeldecken ebenso gefärbte Spitzen.
Besonders auffällig ist der Rückenstreifen, denn er ist leuchtend türkisblau gefärbt. Abgesehen von der weißen Kehle ist die Unterseite rostrot bis kastanienbraun gefärbt. Am Kopf tragen Eisvögel rotbraune Ohrdecken, weiße Halsseitenflecken, die vom umgebenden Gefieder scharf abgegrenzt sind, und einen blaugrünen oder blauen Bartstreif.
Außerdem befindet sich vor jedem Auge ein kastanienbraun gefärbter Fleck. Bei den meisten Männchen ist der Unterschnabel dunkel mit einer leichten Aufhellung an der Unterseite, Weibchen haben einen orange gefärbten Unterschnabel (siehe Foto rechts).
Anzutreffen ist der Eisvogel vor allem an schnell fließenden Gewässern mit Beständen kleiner Fische, die sich hinsichtlich ihrer Größe als Beutetiere eignen. Von einem Ansitz aus beobachtet der Eisvogel das Wasser und stürzt dann plötzlich kopfüber hinein, wenn er eine passende Beute ausgemacht hat. (Beide Fotos: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
Flussuferläufer (Common Sandpiper, Actitis hypoleucos)
Der Flussuferläufer gehört zur Familie der Schnepfenvögel und ist in weiten Teilen Europas sowie in Asien beheimatet, auch im südlichen Afrika und in Australien kommt diese Vogelart vor. In Sri Lanka sind die 20 Zentimeter großen Tiere Wintergäste, im Sommer ist die Vogelart nur äußerst selten dort anzutreffen. Die Flügelspannweite des Flussuferläufers beträgt bis zu 40 Zentimeter. Auf der Körperoberseite tragen die Vögel ein bräunlich gemustertes Gefieder, die Körperunterseite ist weiß gefärbt. Ihre Beine sind relativ kurz und blassgelb gefärbt. Drei Zehen weisen nach vorn, der vierte Zeh ist recht kurz und weist nach hinten; er liegt nicht auf dem Boden auf.
Schwarz sind die Augen der Flussuferläufer gefärbt und im Gesicht tragen sie auf jeder Seite je einen weißen Überaugenstreif. Insekten, Spinnen, kleine Krebstiere und Weichtiere stehen auf dem Speiseplan dieser Vogelart, die vor allem an seichten Ufern von Gewässern sowie an Flüssen und Bächen, selten auch an Stränden anzutreffen ist. (Foto: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
Gebirgsstelze (Grey Wagtail, Motacilla cinerea melanope)
Das Verbreitungsgebiet der Gebirgsstelze, die eng mit der aus Mitteleuropa bekannten Bachstelze verwandt ist, deckt eine enorme Fläche ab. Es erstreckt sich von Europa inklusive Skandinavien und Nordrussland über Kleinasien bis nach Nordchina, Japan und zu den Philippinen. Die Vögel werden 18 Zentimeter groß und fallen vor allem durch den langen, auf der Oberseite grau und auf der Unterseite weiß gefärbten Schwanz auf. Der Kopf und der Rücken sind
dunkelgraubraun gefärbt, die Kehle ist graubraun bis weißlich gefärbt. Die Körperunterseite trägt gelbbraune Federn, in der Brutsaison ist das Gelb meist kräftiger. In Sri Lanka ist diese Vogelart nur während des Winterhalbjahres anzutreffen. Die Vögel halten sich meist einzeln oder paarweise in der Nähe von Fließgewässern auf, weil sie sich von den dort lebenden Insekten ernähren. (Foto: Nuwara Eliya, 2006)
Gelbschnabeldrossling (Yellow-billed Babbler, Turdoides affinis taprobanus)
Das südliche Indien und Sri Lanka sind die Heimat des Gelbschnabeldrosslings. Diese Vogelart wird bis zu 24 Zentimeter lang und trägt am gesamten Körper ein bräunliches, schlichtes Federkleid. Schnabel und Beine sind gelb gefärbt, die Irisringe sind auffällig hellgrau bis hellblau gefärbt und verleihen den Vögeln einen intensiven Blick. Ein zartgelber Ring umgibt zudem die Augen. Selten sieht man Gelbschnabeldrosslinge allein. Sie durchstreifen mindestens zu zweit die Umgebung. Noch lieber sind sie in kleinen Gruppen von sechs bis zwölf Individuen unterwegs, wobei sie ständig miteinander in Rufkontakt stehen. Diese Eigenschaft hat ihnen im Englischen den Beinamen "Common Babbler" eingebracht. Am Boden bewegen sich die Vögel gern hüpfend fort, ihr Flug wirkt ein wenig kraftlos. Mit Ausnahme von Wäldern ist diese Spezies in praktisch jedem Lebensraum in Sri Lanka präsent. Den Hauptbestandteil der Nahrung dieser Vögel machen Insekten aus, aber auch Früchte stehen auf ihrem Speiseplan. Wenn die Tiere ruhen, kann man sie dabei beobachten, wie sie einander das Gefieder pflegen, siehe Abbildung unten. (Foto rechts: Aluthgama, 2006; Foto unten: Brief Garden, 2006)
Glanzkrähe (House Crow, Corvus splendens protegatus)
In Europa bestimmen Tauben das Stadtbild, in Sri Lanka trifft man hingegen allerorten
auf die bei den Einheimischen wenig beliebten Glanzkrähen. Gönnt man sich im Freien eine kleine Mahlzeit,
wird man vor allem im Bereich von Siedlungen oder in Hotelgärten innerhalb kürzester Zeit von dreist bettelnden Glanzkrähen belagert. Die meisten dieser 42 Zentimeter großen Vögel sind furchtlos, so dass sie
die begehrten Leckerbissen den Menschen zur Not auch aus der Hand reißen oder
vom Teller stehlen. Wer diese Vögel absichtlich füttert, muss damit
rechnen, den Unmut der Sri-Lanker auf sich zu ziehen. Dennoch sollte man diese
Rabenvögel eingehend aus der Nähe betrachten, weil ihr fast am gesamten Körper
dunkles bis schwarzes Gefieder in der Sonne in herrlich metallischen Tönen glänzt. Nur im
Nacken, am Hinterkopf und an den Flanken sind Glanzkrähen mattgrau gefärbt, das
Gefieder glänzt an diesen Stellen nicht.
(Beide Fotos: Kosgoda, 1998)
Goldbrauenbülbül (Yellow-browed Bulbul, Iole indica guglielmi)
Feuchte Sekundärwälder und Kulturlandschaften bilden den bevorzugten Lebensraum des Goldbrauenbülbüls. Diese 20 Zentimeter große Vogelart kommt in Sri Lanka und in einigen Teilen Indiens (Western Ghats und vereinzelt in den Eastern Ghats) vor. Das Gefieder auf der Körperoberseite ist olivebraun gefärbt, auch der Kopf hat diese Farbe. Das Gesicht und die Körperunterseite sind gelb gefärbt. Über den Augen erstreckt sich je ein gelber Bogen, woher der Name der Vogelart rührt. In manchen Literaturquellen wird die Spezies als Hypsipetes indicus bezeichnet. (Foto: Sinharaja-Regenwald, 2006)
Graubrustdrongo (White-bellied Drongo, Dicrurus caerulescens)
In Sri Lanka und Indien sind die Graubrustdrongos Brutvögel,
die das ganze Jahr über heimisch sind. Ihre Körpergröße beträgt 24 Zentimeter und das wohl auffälligste Merkmal ist ihr langer, am Ende zweigeteilter Schwanz. Die Körperoberseite ist blauschwarz gefärbt; das Brustgefieder ist dunkelgrau gefärbt. Von dort bis zur Kloake verläuft das relativ dunkle Grau in ein helles. Der englische Name der Vogelart trägt dem Rechnung, er bedeutet so viel wie "Weißbauch-Drongo". Weil sie relativ furchtlos sind, kann man sich ihnen problemlos bis auf wenige Meter nähern. Sie sitzen gern an freien Stellen, zum Beispiel auf Ästen oder Stromleitungen, um von dort aus zu kurzen Flügen zu starten, während derer sie Insekten fangen. (Beide Fotos: Aluthgama, 2006)
Graupelikan (Spot-billed Pelican, Pelecanus philippensis)
Im südlichen Asien, also von Indien bis Indonesien,
liegt das Verbreitungsgebiet des Graupelikans. Diese zwischen 1,25 und 1,5 Meter langen Vögel sind im Küstenbereich und auf größeren Wasserflächen des Binnenlandes anzutreffen. Besonders gern halten sie sich an flachen Seen auf. Das Gefieder des Graupelikans ist überwiegend weißlich-grau gefärbt, die kleine Federhaube am Hinterkopf ist genau wie der Nacken und der Schwanz ein wenig dunkler grau gefärbt. Im Brutkleid ist der Rumpf leicht rosa überhaucht, auch die Flügelunterseiten weisen dann einen Rosaschimmer auf. Der Schnabel ist rosa bis fleischfarben und trägt während der Brutsaison graue Flecken. Wie alle anderen Pelikane auch, ernährt sich diese Vogelart überwiegend von Fisch. Weil sein Lebensraum vom Menschen zunehmend verändert wird, gelten die Bestände des Graupelikans als verwundbar und Tierschützer befürchten, dass die Spezies in nicht allzu ferner Zukunft bedroht sein könnte. (Foto: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
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