Reptilien und Amphibien unterschiedlicher Statur und Größe kann man in Sri Lanka leicht beobachten. Selbst dann, wenn man auf dem Hotelgelände in der Sonne liegt, fällt der Blick sicher irgendwann auf eine der vielen Eidechsen oder auf einen kleinen Waran, der durchs Gras läuft. An vielen Gewässern begegnet man imposanten Krokodilen oder stattlichen Waranen. Wer sich für diese Tiere interessiert, sollte an einer Fluss-Safari teilnehmen. Im Südwesten Sri Lankas bieten sich hierfür der Bentota-Fluss oder der Madu Ganga an. Foto rechts: Sumpfkrokodil
Leider konnte ich bislang nicht sämtliche in diesem Kapitel gezeigten Tierarten exakt bestimmen. Sollten Sie
eine der abgebildeten, noch nicht benannten Spezies kennen, würde ich mich über
eine Nachricht freuen. Irrtümer bei der bisherigen Artenbestimmung sind freilich nicht ausgeschlossen,
obwohl ich dieses Kapitel so sorgfältig wie möglich erstellt habe. Der Großteil der Fotos stammt von meiner Sri-Lanka-Reise im November 2006. Die restlichen Fotos habe ich im Juni 1998 angefertigt. Eine der auf dieser Seite gezeigten Abbildungen stammt von meinem damaligen Freund und Mitreisenden Uwe Post, sie ist entsprechend gekennzeichnet und das Urheberrecht liegt bei ihm. Foto in diesem Absatz: Blutsaugeragame
Afrikanischer Hausgecko (Brook's House Gecko, Hemidactylus brookii)
Neben den sehr häufig anzutreffenden Asiatischen Hausgeckos, siehe unten, kommen noch einige weitere Geckoarten in Sri Lanka vor. Das nebenstehend abgebildete Tier habe ich in der Nähe des Hotels an einem kleinen Sonnenschirm-Aufbau im Garten gesehen. Es war rund acht Zentimeter lang und trug das für die Art typische auffällige Muster auf dem Körper. Anders als es der Name vermuten lässt, ist diese der Afrikanische Hausgecko keineswegs nur in Afrika heimisch, sondern kommt ferner in Sri Lanka und sogar in Mittelamerika vor. In Sri Lanka lebt die Unterart
Hemidactylus brookii parvimaculatus. (Foto: Aluthgama, 2006)
Asiatischer Hausgecko (House Gecko, Hemidactylus frenatus)
Leicht zu beobachten sind die unzähligen Hausgeckos, die in den meisten Hotels zu
den "Untermietern" gehören, die sich in vielen Häusern die Zimmer oder Bungalows mit den Urlaubern teilen.
Erwachsene Hausgeckos können eine Körperlänge von bis zu sechs Zentimetern
erreichen. Es ist erstaunlich, wie diese flinken Insektenjäger unter der Zimmerdecke oder an senkrechten Wänden entlang laufen können, ohne hinab zu stürzen. Möglich ist dies, weil sich unter ihren Füßen unzählige feine Härchen befinden, die aufgrund physikalischer Effekte dafür verantwortlich sind, dass die Tiere am Untergrund haften bleiben.
(Foto: Aluthgama, 2006)
Sumpfkrokodil (Marsh Crocodile, Crocodylus palustris kimbula)
In Sri Lanka sind zwei Arten von Krokodilen heimisch, eines davon ist das Sumpfkrokodil. Diese Tiere können bis zu vier Meter lang werden, die meisten Exemplare sind jedoch deutlich kleiner. Das rechts gezeigte Individuum war etwa 1,2 Meter lang. Erwachsene Sumpfkrokodile sind grau-braun gefärbt und tragen meist eine dunkle Zeichnung.
Schwanz und Körper ziert eine dunkle Querbänderung. Jungtiere sind oft ein wenig heller gefärbt. Als Süßwasserbewohner ist das Sumpfkrokodil in Sri Lanka an Flussläufen, Seen und natürlich in Sümpfen zu finden. Brackige Lagunen sind nicht der bevorzugter Lebensraum, allerdings ist diese Tierart sogar dort schon gesichtet worden.
Wie die meisten anderen Krokodilarten ernähren sich diese Reptilien von unterschiedlichen Tieren, darunter Fische, Vögel, Wasserschildkröten, Schlangen und Frösche. Sehr große Sumpfkrokodile greifen solch stattliche Beutetiere wie Hirsche oder Wasserbüffel an. Leider sind die Tiere in nahezu ihrem gesamten Verbreitungsgebiet, das sich vom Iran über Pakistan, Indien und Sri Lanka bis nach Nepal und Bangladesch erstreckt, stark bedroht. Lediglich die sri-lankischen Bestände der Unterart Crocodylus palustris kimbula gelten als sicher. (Alle Fotos: Bentota Ganga, 2006)
Leistenkrokodil (Saltwater Crocodile, Crocodylus porosus)
Die zweite in Sri Lanka vorkommende Krokodilart habe ich selbst nicht gesehen, ich möchte aber der Vollständigkeit halber an dieser Stelle ein Foto meines Mitreisenden zeigen, das er im Jahre 1998 während einer Safari angefertigt hat. Ausgewachsene Leistenkrokodil-Männchen können bis zu sechs Meter lang werden,
allerdings sind so große Tiere recht selten. Die meisten Männchen werden maximal
fünf Meter lang, die Weibchen hingegen nur etwa drei Meter. Wie es der englische Name bereits vermuten lässt, leben diese Krokodile vor im Salz- und Brackwasser, sind zuweilen jedoch auch im Süßwasser anzutreffen.
(Foto: Bundala Nationalpark, 1998, ©
Uwe Post)
Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)
Bis zu etwa 1,8 Meter können ausgewachsene Bengalenwarane groß werden. Weil sie sehr scheu sind, sieht man selten voll ausgewachsene Exemplare dieser Tierart. Ich hatte Glück, als ich 2006 an einer Jeepsafari im Udawalawe-Nationalpark teilnahm. In der Nähe des Ufers des Stausees konnte ich das rechts gezeigte erwachsene Tier fotografieren, es war etwa 1,6 Meter lang. Die Grundfärbung ausgewachsener Tiere ist dunkelbraun und nur aus unmittelbarer Nähe betrachtet erkennt man kleine dunkle Flecken vor allem auf dem Kopf und im Nacken der Tiere. Bengalenwarane ernähren sich von kleinen Wirbeltieren, Vögeln, Vogeleiern und Fischen. Sie leben einzelgängerisch und erwachsene Individuen halten sich normalerweise am Boden auf.
(Foto: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
Jungtiere sind zwar weniger scheu dem Menschen gegenüber, aber sie leben nicht auf dem Boden wie ihre ausgewachsenen Verwandten. Sie klettern stattdessen auf Bäume oder verstecken sich im Wurzelwerk.
Dies ist für sie überlebenswichtig, weil sie auf dem Speisezettel vieler Tiere stehen, unter anderem werden sie von erwachsenen Waranen gejagt. Junge Bengalwarane lassen sich vergleichsweise leicht beobachten, weil sie sich gern auf dem übersichtlichen Terrain von Hotelgärten aufhalten. Dort finden sie Nahrung und zahlreiche Versteckmöglichkeiten in den Zierpflanzen und auch in wilden Gebüschen. Der Körper ist braun gefärbt und trägt ein helles Fleckenmuster. (Beide Fotos in diesem Absatz: Kosgoda, 1998; beide Fotos unten: Aluthgama, 2006)
Bindenwaran (Water Monitor, Varanus salvator)
Ein ausgewachsener Bindenwaran ist eine wirklich beeindruckende Erscheinung. Die Tiere können bis zu 2,3 Meter lang werden (Rumpf und Schwanz) und sind damit die zweitgrößte Waranart der Welt. Den ersten Platz der Rangliste belegen übrigens die ebenso berühmten wie berüchtigten Komodowarane, die in Indonesien unter anderem auf der Insel Komodo leben. Der rechts gezeigte Bindenwaran war etwa 1,70 Meter lang und ruhte am Ufer eines Flusses.
Die Grundfarbe erwachsener Bindenwarane ist braun oder schwarz. Helle Flecken und Streifen (vor allem am Schwanz) zieren den Körper. Zur Schnauzenspitze hin wird die Grundfärbung heller und ist mit quer verlaufenden, gelb-schwarzen Bändern durchsetzt. (Foto: Bentota Ganga bei Aluthgama, 2006)
Der Schwanz kann bis zu einen Meter lang sein, er ist seitlich abgeflacht und trägt einen doppelt gezähnten Kamm. Die Beine des Bindenwarans sind kurz und kräftig, an jeder Extremität tragen die Tiere fünf lange, gebogene Krallen. Als Bewohner feuchter Habitate kann der Bindenwaran sehr gut schwimmen und tauchen. Er ist ein Allesfresser und erbeutet sogar Säugetiere sowie Vögel. Leider sind die Bestände der Bindenwarane weltweit alles andere als sicher, sie gelten lokal als bedroht, weil der Mensch die Lebensräume dieser Tiere zerstört. (Foto: Kukule Ganga, 2006)
Blutsaugeragame (Bloodsucker Lizard, Calotes versicolor)
Ausgewachsene Blutsaugeragamen können bis zu 40 Zentimeter lang werden. Die Männchen dieser Tierart sind sehr viel bunter gefärbt als die Weibchen, die aufgrund ihrer grau-braunen Farbgebung eher eintönig wirken. Eine Abbildung einer prächtigen männlichen Blutsaugeragame findet sich in meinem Malediven-Reisebericht. Wie alle anderen Mitglieder der Familie der Schönechsen können auch die Blutsaugeragamen ihre Farbe verändern, wie man es ansonsten von den Chamäleons kennt.
Aus diesem Grunde werden die Agamen von den Sri-Lankern mitunter als Chamäleon bezeichnet, was zoologisch betrachtet nicht ganz korrekt ist.
Weibliche Blutsauger-Agamen sehen nicht so farbenprächtig aus wie die Männchen, sie sind eher schlicht grau-braun gefärbt und tragen dezente Muster. Überall, wo sich Strauchwerk und Plätze zum Sonnen finden, kann man diese schönen Agamen in Sri Lanka beobachten. Im Englischen wird die Spezies auch als Oriental Garden Lizard bezeichnet. (Fotos oben rechts und unten links: Aluthgama, 2006; Foto unten Mitte: Sigiriya, 2006, Foto unten rechts: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
Sägerückenagame (Green Forest Lizard, Calotes calotes)
Eine der farbenprächtigsten Reptilienarten Sri Lankas ist die Sägerückenagame, die ihren Namen aufgrund des Dornenkamms trägt, der den Rücken der Tiere ziert. Zwar sind die Weibchen überwiegend grün gefärbt und zeigen nur ein helles Streifenmuster (siehe Foto rechts). Die Männchen aber sind sehr bunt gefärbt (siehe Foto unten). Sägerückenagamen gehören zur Familie der Schönechsen. Wie die Chamäleons können sie ihre Farben ändern.
Bei den Sägerückenagamen-Männchen ist diese Farbänderung vor allem im Zustand der Erregung, zum Beispiel während sie drohen, besonders imposant anzusehen. Ihr im Ruhezustand grünlich gefärbter Kehlbereich wechselt dann die Farbe zu einem leuchtenden Rot und wird zudem von ihnen ausgeklappt. Ausgewachsene Schönechsen können zwischen 50 und 60 Zentimeter lang werden. Insekten wie Käfer, Grillen oder Schaben bilden die Nahrung dieser Tiere, die Gebiete mit üppigem Pflanzenwuchs bewohnen. (Beide Fotos: Sinharaja-Regenwald, 2006)
Wiegmanns Agame (Sri Lanka Kangaroo Lizard, Otocryptis wiegmanni)
Mit der Bestimmung dieser Reptilienart habe ich mich sehr schwer getan. Meine Internetrecherchen haben mich schließlich auf die Spur von Wiegmanns Agame geführt. Sämtliche Fotos dieser Tierart, die ich im Web gefunden habe, sahen dem rechts abgebildeten Tier ziemlich ähnlich und zum Glück hat dann ein Reptilienkenner meine vermutung bestätigt. Das Tier saß am Wegesrand im Regenwald auf einem Stein, es war durch seine schlichte Färbung und Reglosigkeit bestens getarnt. Die Körperlänge inklusive des Schwanzes betrug in etwa 20 Zentimeter. Leider konnte ich im Internet kaum weitere Informationen über Wiegmanns Agame finden, so dass ich die Tierart an dieser Stelle nicht näher beschreiben kann. (Foto: Sinharaja-Regenwald, 2006)
Baumschnüffler (Green Vine Snake, Ahaetulla nasuta)
In Sri Lanka kommen mehrere Dutzend Schlangenarten vor, unter ihnen der Baumschnüffler. Wie dem auch sei, mit wild lebenden Schlangen sollte man grundsätzlich vorsichtig umgehen. Das rechts gezeigte Exemplar dieser Schlangenart habe ich durch großes Glück selbst im hohen Gras entdeckt. Der Guide war kurz zuvor an der Schlange vorüber gegangen, ohne sie zu bemerken, so gut war sie im dichten Grün getarnt, weil sie dort reglos verharrte. Diese schlanke, bis zu 1,5 Meter lange Baumschlangenart ist relativ leicht zu erkennen. Ihr Kopf ist dreieckig geformt, das Maul ist vergleichsweise spitz. Die Grundfarbe des Baumschnüfflers ist meist ein helles, kräftiges Grün. Einige Tiere tragen braune Streifen, andere eher rosa gefärbte Muster oder helle Flecken. Eidechsen und Frösche bilden die Hauptnahrung dieser Schlangenart. Wie ich später erfahren habe, sind Baumschnüffler giftig. Ihr Gift soll durch Kaubewegungen in das Gewebe gelangen und eine Weile zur Entfaltung seiner Wirkung benötigen. Nach einem Biss soll man demnach nicht gleich tot umfallen. (Foto: Sinharaja-Regenwald, 2006)
Sechszehenfrosch (Green Pond Frog, Euphlyctis hexadactylus)
In einem künstlich angelegten Teich sah ich diesen Sechszehenfrosch. Diese Froschart ist in Indien und Sri Lanka sehr weit verbreitet und in Süßwassergebieten mit Seerosen und anderer Vegetation leicht zu beobachten. Das hier gezeigte Tier war etwa sechs Zentimeter lang und wie für die Art typisch auf der Oberseite grün-braun gefärbt. Er saß im schattigen Bereich auf einem Seerosenblatt, wie es dem Klischee eines Frosches in freier Natur entspricht. Die Tiere sind recht scheu und hüpfen bei Gefahr sofort ins Wasser. (Foto: Brief Garden, 2006)
Unbestimmte Kröte Nr. 1
Dass es in Sri Lanka viele Frösche und Kröten gibt, liegt eigentlich auf der Hand. Nicht nur die zahlreichen Flüsse, Bäche, Sümpfe und Lagunen bieten diesen Amphibien beste Lebensbedingungen. Auch in Reisfeldern und natürlich in kleinen Teichen kommen sie vor. Gesehen habe ich allerdings nicht allzu viele dieser Tiere, vermutlich deshalb, weil ich nicht durch die überfluteten Reisfelder gewatet bin. Die in diesem Absatz gezeigte Kröte war nur etwa zwölf Millimeter lang und hüpfte in der Nähe eines kleinen, künstlich angelegten Tümpels in einer Gartenanlage umher. Ich vermute, dass es sich um ein Jungtier handelt, bin mir dessen aber nicht ganz sicher. (Foto: Brief Garden, 2006)
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