Sri Lanka

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Reptilien in Sri Lanka - Teil 2

Von Seeschlangen über Schildkröten bis hin zu Eidechsen kommen in Sri Lanka viele verschiedene Reptilienarten vor, insgesamt sind derzeit fast 210 Spezies aus dieser Tiergruppe bekannt. Damit ist das Land ein Hotspot hinsichtlich seiner Reptilien-Artenvielfalt. Über 110 Reptilienarten sind in Sri Lanka endemisch und kommen somit in freier Natur nur dort vor. Folgende Arten werden in diesem Kapitel des Sri-Lanka-Reiseberichts beschrieben, endemische Arten sind in der Auflistung mit einem E am Zeilenende gekennzeichnet:

Schildkröten (Turtles, Terrapins and Tortoises, Testudines)
· Grüne Meeresschildkröte (Green Turtle, Chelonia mydas)
· Indische Sternschildkröte (Indian Star Tortoise, Geochelone elegans)
· Klappen-Weichschildkröte (Flapshell Turtle, Lissemys punctata)
· Schwarzbauch-Erdschildkröte (Indian Black Turtle, Melanochelys trijuga thermalis)
Schlangen (Snakes, Serpentes)
· Boiga beddomei (Beddome's Cat Snake)
· Braunfleck-Peitschennatter (Brown-speckled Whipsnake, Ahaetulla pulverulenta)
· Dendrelaphis schokari (Schokar's Bronzeback)
· Gewöhnliche Bronzerücken-Baumschlange (Common Bronzeback, Dendrelaphis tristis)
· Nasenpeitschennatter (Green Vine Snake, Ahaetulla nasuta)
· Typhlops mirus (Jan's Blind Snake), E
Skinke (Skinks, Scincidae)
· Ceylonesischer Waldskink (Smooth Lanka Skink, Lankascincus taprobanensis), E
· Lankascincus dorsicatenatus (Catenated Lankaskink), E
· Orangekehlskink (Bronze Grass Skink, Eutropis macularia)
Warane (Monitor Lizards, Varanidae)
· Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)
· Bindenwaran (Water Monitor, Varanus salvator salvator)

Beschreibungen weiterer Reptilienarten finden Sie in Teil 1.

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Schildkröten (Turtles, Terrapins and Tortoises, Testudines)

In Sri Lanka leben neun Schildkrötenarten, darunter Land- und Wasserschildkröten. Von letzteren gibt es Arten, die im Süßwasser leben und es gibt darüber hinaus einige marine Spezies.

Grüne Meeresschildkröte (Green Turtle, Chelonia mydas)

Weibliche Grüne Meeresschildkröte (Green Turtle, Chelonia mydas)Grüne Meeresschildkröten gehören zur Familie der Meeresschildkröten (Cheloniidae). Unter Wasser bewegen sich die durchschnittlich rund 130 Kilogramm schweren Tiere aufgrund des natürlichen Auftriebs mit sehr geringem Kraftaufwand. Die Tiere verbringen nahezu ihr gesamtes Leben im Wasser und wandern über große Distanzen. Nur zur Eiablage verlassen die Weibchen ihr Element jeweils für einige Stunden. Das in diesem Absatz abgebildete Weibchen hat im Schutze der Dunkelheit am Strand ein etwa 60 Zentimeter tiefes Loch in den Sand gegraben und darin 111 Eier abgelegt. Gemeinsam mit einigen Tierschützern von der Victor Hasselblad Turtle Hatchery konnte ich Meeresschildkröte bei dieser kräftezehrenden Arbeit beobachten. Die Tierschützer haben die Schildkröte währenddessen vermessen, sie ist etwa 1,5 Meter lang gewesen. Ihr Gewicht haben die Fachleute auf rund 100 Kilogramm geschätzt. Nachdem die Meeresschildkröte ihr Gelege mit Sand bedeckt hatte, hat sie sich zurück ins Meer geschleppt. Damit ihre Eier, die in Sri Lanka als Aphrodisiakum gelten, nicht von Wilderern erbeutet werden konnten, haben die Tierschützer sie sogleich wieder ausgegraben und in die Meeresschildkrötenstation gebracht, wo sie auf sicherem Terrain erneut im Sand vergraben worden sind. Übrigens trägt Chelonia mydas, die man früher an Bord von Schiffen als lebenden Proviant verwendet hat, den für mein Empfinden wirklich schrecklichen alternativen deutschen Namen Suppenschildkröte. Foto: Juni 1998, Kosgoda, © Uwe Post

Indische Sternschildkröte (Indian Star Tortoise, Geochelone elegans)

Indische Sternschildkröte (Indian Star Tortoise, Geochelone elegans)Der Rückenpanzer (Carapax) der Indischen Sternschildkröte, die zur Familie der Landschildkröten (Testudinidae) gehört, kann bis zu 38 Zentimeter lang werden und das maximale Gewicht dieser Tierart liegt bei circa sieben Kilogramm. Aufgrund ihres Musters auf dem Carapax ist diese Schildkrötenart unverwechselbar. Schwarze und gelblichbraune Bereiche bilden sternförmige Strukturen. Dieses auffällige Muster ist auch auf dem Bauchpanzer zu finden. Am Kopf und an den Beinen sowie am Schwanz ist die Haut hellbraun bis gelblichbraun und sie trägt schwarze Flecken. Von Pakistan über Indien bis nach Sri Lanka reicht das Verbreitungsgebiet dieser Tierart. Anzutreffen ist die Indische Sternschildkröte in Sri Lanka vor allem in Buschland, aber auch in Gegenden mit Sanddünen oder mancherorts in Parkanlagen. Gras und herabgefallene Früchte bilden einen großen Teil der Nahrung dieser Reptilien, zuweilen fressen sie neben ihrer pflanzlichen Kost auch kleine Tiere. Foto: 17.09.2015, Wilpattu-Nationalpark

Klappen-Weichschildkröte (Flapshell Turtle, Lissemys punctata)

Die Klappen-Weichschildkröte ist ein Vertreter der Familie der Weichschildkröten (Trionychidae). Von Pakistan über Indien und Sri Lanka bis nach Bangladesch sowie Myanmar reicht das Verbreitungsgebiet dieser Tiere. Sie kommen im Süßwasser vor und sind in Sri Lanka somit vor allem in Seen und Tümpeln zu finden. Als Allesfresser sind Klappen-Weichschildkröten nicht wählerisch. Ihr Rückenpanzer ist recht flach. Er kann bei ausgewachsenen Individuen zwischen 24 und 37 Zentimeter lang sein. Dunkelbraun ist die Grundfärbung sowohl des Rückenpanzers als auch der Haut an den Extremitäten und am Kopf. Viele Individuen haben auf dem Rückenpanzer gelbliche oder hellbraune Flecken, auch der Kopf ist bei ihnen gefleckt. Es gibt darüber hinaus Individuen, die kein Fleckenmuster aufweisen. Die Nase ist ein wenig verlängert und kann wie ein kleines Atemrohr über Wasser gehalten werden. Von tierischer Kost wie kleinen Fröschen über Schnecken und Insektenlarven bis hin zu Pflanzenteilen fressen Klappen-Weichschildkröten alles, was sie finden.

  Klappen-Weichschildkröte (Flapshell Turtle, Lissemys punctata)   Klappen-Weichschildkröte (Flapshell Turtle, Lissemys punctata)  
  Foto: 19.09.2015,
Kandy
  Foto: 19.09.2015,
Kandy
 

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Schwarzbauch-Erdschildkröte (Indian Black Turtle, Melanochelys trijuga thermalis)

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzbauch-Erdschildkröte ist recht groß, es erstreckt sich über Indien, Sri Lanka, die Malediven, Myanmar, den Norden Bangladeschs und Nepal. Sie kommt in den diesem Gebiet in unterschiedlichen Unterarten vor. Der Rückenpanzer dieser Reptilien ist länglich-oval geformt und bis zu 38 Zentimeter lang. Die Färbung der Tiere ist recht variabel, sie kann von rötlichbraun über dunkelbraun bis zu schwarz reichen. Am Kopf tragen einige Tiere eine gelbliche bis orange gefärbte Fleckung. Grau sind die Gliedmaßen dieser Schildkrötenart gefärbt. Ein wichtiges Merkmal dieser Schildkrötenart sind die drei parallel verlaufenden Kiele, die sich längs über den Rückenpanzer erstrecken.Schwarzbauch-Erdschildkröten sind an Süßwasser angepasst und sie sind deshalb in Teichen und Tümpeln anzutreffen. Im Englischen wird die Art auch als Common Terrapin oder Indian Pond Terrapin bezeichnet. Diese Tiere gehören zur Familie der Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae).

  Schwarzbauch-Erdschildkröte (Indian Black Turtle, Melanochelys trijuga thermalis)   Schwarzbauch-Erdschildkröte (Indian Black Turtle, Melanochelys trijuga thermalis)  
  Foto: 19.09.2015,
Kandy
  Foto: 19.09.2015,
Kandy
 

Schlangen (Snakes, Serpentes)

Es gibt 103 Schlangenarten in Sri Lanka, die aus unterschiedlichen Familien stammen. Etliche leben an Land, andere im Meer (Seeschlangen). Nicht alle Spezies sind giftig, aber wer sich mit den Schlangen nicht gut auskennt, sollte es aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht darauf ankommen lassen, gebissen zu werden. Unter den in Sri Lanka vorkommenden Schlangenarten sind einige endemische Spezies.

Boiga beddomei (Beddome's Cat Snake)

Boiga beddomei (Beddome's Cat Snake)Sehr variabel ist die Färbung der Schlangenart Boiga beddomei, die zur Familie der Nattern (Colubridae) gehört. Die Grundfarbe kann bräunlich oder gelblich sein und viele Individuen haben ein kräftiges, unregelmäßiges braunes bis graubraunes Muster. Charakteristisch für diese Schlangenart ist, dass sich hinter den Augen je ein schwarzer, leicht nach unten geneigter Strich befindet, der im hinteren Bereich durchbrochen ist. Über die Körperlänge dieser Schlangen konnte ich leider keine exakten Angaben in den Online-Literaturquellen finden. Es heißt dort lediglich, die Tiere seien mittelgroß. Das von mir beobachtete Individuum war etwa 25 bis 30 Zentimeter lang. Vor allem Geckos und kleine Eidechsen bilden die Nahrung von Boiga beddomei; es handelt sich um eine giftige Schlangenart. Das Verbreitungsgebiet der Spezies erstreckt sich über Sri Lanka und die Westghats in Indien. Foto: 12.09.2015, Sinharaja-Regenwald

Braunfleck-Peitschennatter (Brown-speckled Whipsnake, Ahaetulla pulverulenta)

Braunfleck-Peitschennatter (Brown-speckled Whipsnake, Ahaetulla pulverulenta)Die Braunfleck-Peitschennatter gehört zur Familie der Nattern (Colubridae). Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Westghats in Indien, Sri Lanka und Bangladesch. In Sri Lanka findet man diese Tiere im Tiefland sowie in mittleren Höhenlagen, sie leben unter anderem in Wäldern. Bis zu 150 Zentimeter kann die Körperlänge dieser braun gemusterten Reptilien betragen. Kleine Säugetiere, Reptilien und Vögel stehen auf dem Speisezettel dieser giftigen Schlangen. Für Menschen ist die Braunfleck-Peitschennatter ebenfalls giftig, allerdings ist ihr Biss für gewöhnlich nicht tödlich. Diese Schlangenart ist lebendgebärend, die Eier werden im Mutterleib ausgebrütet und dort die Jungen schlüpfen bereits dort. Foto: 12.09.2015, Sinharaja-Regenwald

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Dendrelaphis schokari (Schokar's Bronzeback)

Etwa 50 Zentimeter beträgt die Körperlänge erwachsener Individuen der Schlangenart Dendrelaphis schokari, die zur Familie der Nattern (Colubridae) gehört. Meist sind diese in Bäumen lebenden Tiere auf der Oberseite bräunlich gefärbt, die Flanken sind hell gelblich und die Körperunterseite ist hell bräunlich. Anzutreffen ist Dendrelaphis schokari in Sri Lanka in allen Klimazonen des Landes von der Küste bis in Höhenlagen von ungefähr 750 Meter. Die Tiere sind am Tage und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich von Geckos, Fröschen, Skinken, Eidechsen sowie Insekten. Gelegentlich fressen sie auch die Eier kleiner Vogelarten. Dendrelaphis schokari ist dafür bekannt, erstaunlich weit zwischen zwei Bäumen springen zu können. Diese Schlangenart ist ungiftig.

  Dendrelaphis schokari (Schokar's Bronzeback)   Dendrelaphis schokari (Schokar's Bronzeback)  
  Foto: 12.09.2015,
Martin's Lodge, Sinharaja-Regenwald
  Foto: 12.09.2015,
Martin's Lodge, Sinharaja-Regenwald
 

Gewöhnliche Bronzerücken-Baumschlange (Common Bronzeback, Dendrelaphis tristis)

Die durchschnittliche Länge der Gewöhnlichen Bronzerücken-Baumschlange beträgt circa einen Meter, die Tiere können aber bis zu etwa 160 Zentimeter lang werden. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Teile Indiens und Sri Lanka. Als Mitglied der Familie der Nattern (Colubridae) ist die Gewöhnliche Bronzerücken-Baumschlange schlank gebaut und hat eine abgerundete Schnauze. Auf der Oberseite ist ihr Körper braun, an den Flanken befindet sich bei vielen Individuen ein dünner, schwarzer Längsstreifen; dieser kann jedoch auch fehlen. Einige Individuen haben vor allem in der vorderen Körperhälfte kleine schwarze Flecken auf dem hellen Untergrund der Körperunterseite und der unteren Flankenregion. In Sri Lanka findet man diese Schlangenart in vielen Landesteilen, sie kommt in Gegenden mit Baumbeständen vor.

  Gewöhnliche Bronzerücken-Baumschlange (Common Bronzeback, Dendrelaphis tristis)   Gewöhnliche Bronzerücken-Baumschlange (Common Bronzeback, Dendrelaphis tristis)  
  Foto: 16.09.2015,
Nähe Debarawewa Lake
  Foto: 16.09.2015,
Nähe Debarawewa Lake
 

Nasenpeitschennatter (Green Vine Snake, Ahaetulla nasuta)

Nasenpeitschennatter (Green Vine Snake, Ahaetulla nasuta)Diese schlanke, bis zu 1,5 Meter lange Schlangenart, die zur Familie der Nattern (Colubridae) gehört, ist relativ leicht zu identifizieren. Ihr Kopf ist dreieckig geformt, das Maul ist vergleichsweise spitz. Die Grundfarbe der Nasenpeitschennatter ist meist ein helles, kräftiges Grün - allerdings nur, solange sich die Tiere nicht zum Jagen strecken. Dann werden an den Flanken braune Streifen oder ein Muster aus hellen und bräunlichen Bereichen sichtbar. Der Körperbau dieser Schlangenart wirkt sehr zierlich. Eidechsen und Frösche bilden die Hauptnahrung der giftigen Nasenpeitschennatter. Ihre Giftzähne sitzen sehr weit hinten im Maul und durch Kaubewegungen wird es in das Gewebe ihrer Opfer gepresst. Am besten reizt man diese Schlangen nicht, denn sie beißen auch Menschen, wenn sie sich bedroht fühlen. Für gewöhnlich sind diese Bisse für uns Menschen nicht tödlich, aber schmerzhaft sind sie dennoch. Nasenpeitschennattern halten sich typischerweise in Bäumen oder in dichtem Gras auf, wo sie farblich besonders gut getarnt sind. Diese Schlangenart legt keine Eier, sondern brütet diese im Mutterleib aus und es werden lebende Jungschlangen geboren. Foto: 12.09.2015, Martin's Lodge, Sinharaja-Regenwald

  Nasenpeitschenatter (Green Vine Snake, Ahaetulla nasuta)   Nasenpeitschenatter (Green Vine Snake, Ahaetulla nasuta)  
  Foto: November 2006,
Sinharaja-Regenwald
  Foto: November 2006,
Sinharaja-Regenwald
 

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Typhlops mirus (Jan's Blind Snake), endemische Art

In Sri Lanka sind mehrere Arten aus der Gattung Typhlops beheimatet, darunter Typhlops mirus. Diese zierlichen Reptilien gehören zur Familie der Blindschlangen (Typhlopidae) und haben ein wurmähnliches Aussehen. Für Typhlops mirus finden sich in der Online-Literatur keine Längenangaben. Ich schätze das von mir beobachtete Tier auf eine Länge von maximal 20 Zentimeter. Typisch für Typhlops mirus ist die dunkle, fast schwarze Färbung, ihre Schuppen liegen sehr glatt an und sind glänzend. Der Kopf ist stark abgerundet und setzt sich nicht vom Körper ab. Einen Großteil der Zeit verbringen diese Schlangen unterirdisch, weshalb ihre Augen stark zurückgebildet sind. Kleine Insekten wie beispielsweise Ameisen oder Termiten bilden ihre Nahrung. Eine alternative wissenschaftliche Bezeichnung dieser Spezies lautet Gerrhopilus mirus.

  Typhlops mirus (Jan's Blind Snake), endemische Art   Typhlops mirus (Jan's Blind Snake), endemische Art, vorderer Körper mit Kopf  
  Foto: 12.09.2015,
Martin's Lodge, Sinharaja-Regenwald
  Vorderer Körper mit Kopf, Foto: 13.09.2015,
Sinharaja-Regenwald
 

Skinke (Skinks, Scincidae)

Insgesamt leben 32 Skinkarten in Sri Lanka, einige davon sind endemisch.

Ceylonesischer Waldskink (Smooth Lanka Skink, Lankascincus taprobanensis), endemische Art

Ceylonesischer Waldskink (Smooth Lanka Skink, Lankascincus taprobanensis), endemische ArtDer Ceylonesische Waldskink ist in Sri Lanka endemisch. Diese Tiere kommen auf der Insel in Höhenlagen von etwa 1.000 bis 2.300 Meter vor. Im oberen Bereich dieses Höhenverbreitungsgebiets ist diese Art die einzige unter den Skinken, die dort lebt. Beobachten lassen sich Ceylonesische Waldskinke beispielsweise im Horton Plains Nationalpark, in Hakgala und in Nuwara Eliya. Über die Körperlänge dieser Tiere finden sich in den Online-Literaturangaben keine konkreten Angaben. Ich schätze die Gesamtlänge des von mir beobachteten Individuums auf fünf bis sechs Zentimeter. Farblich ist diese Reptilienart variabel. Die Körperoberseite kann oliv, bräunlich, rötlichbraun oder gelbbraun gefärbt sein. Auf jeder Schuppe befindet sich ein dunkler Fleck. Entlang der Flanken verläuft je ein schwarz-brauner Streifen, auf dem sich gelbliche Flecken befinden können. Die Körperunterseite ist leuchtend gelb gefärbt, die Kehle ist hell bläulich mit einigen unregelmäßig angeordneten dunklen Flecken. Insekten bilden die Nahrung dieser am Boden lebenden Skinkart. Foto: 17.09.2015, Horton Plains Nationalpark

Lankascincus dorsicatenatus (Catenated Lankaskink), endemische Art

In Sri Lanka gibt es mehrere Arten der Gattung Lankascincus. Sie sind für gewöhnlich bodenbewohnend und leben zwischen Falllaub, was auch für Lankascincus dorsicatenatus gilt. Sehr viel mehr ist in den Online-Literaturquellen über diese erst vor relativ kurzer Zeit wissenschaftlich beschriebene Reptilienart nicht zu finden. Angaben über die Biologie sowie die Körpermerkmale sucht man vergeblich. Das von mir beobachtete Individuum hielt sich in einem Wald in der Nähe eines Fließgewässers auf und war circa fünf bis sechs Zentimeter lang. In ihrer Grundfärbung scheinen diese Tiere von mittel- bis dunkelgraubraun zu variieren. Die Flanken sind gelblich. Manche Individuen tragen im vorderen Körperbereich ein helles Fleckenmuster. Kleine Insekten stehen auf dem Speisezettel von Lankascincus dorsicatenatus.

  Lankascincus dorsicatenatus (Catenated Lankaskink), endemische Art   Lankascincus dorsicatenatus (Catenated Lankaskink), endemische Art  
  Foto: 13.09.2015,
Sinharaja-Regenwald
  Foto: 13.09.2015,
Sinharaja-Regenwald
 

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Orangekehlskink (Bronze Grass Skink, Eutropis macularia)

Orangekehlskink (Bronze Grass Skink, Eutropis macularia)Im südlichen und südöstlichen Asien ist der Orangekehlskink beheimatet. Durchschnittlich haben diese Tiere eine Gesamtlänge von 16 Zentimeter, die Maximallänge kann bis zu 23 Zentimeter betragen. Auf der Körperoberseite sind die Tiere braun, seitlich davon verläuft an den Flanken je ein hell gesäumter, schwarzer Längsstreifen. Auf der Unterseite ist der Körper hell, die Kehle ist oft orange. Dunkel graubraun sind die Beine auf der Oberseite gefärbt. Im Falllaub in Wäldern kann man Orangekehlskinke in Sri Lanka beispielsweise im Sinharaja-Regenwald beobachten. Kleine Insekten bilden die Nahrung dieser scheuen Reptilien. Ein alternativer wissenschaftlicher Name dieser Tierart lautet Mabuya macularia. Foto: 13.09.2015, Sinharaja-Regenwald

Warane (Monitor Lizards, Varanidae)

Nur zwei Waranarten kommen in Sri Lanka vor, sie sind beide recht leicht zu beobachten und weit verbreitet.

Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)

Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)Bis zu etwa 1,5 Meter können ausgewachsene Bengalwarane groß werden, was allerdings nur für die Männchen gilt. Weibliche Individuen sind dagegen maximal 1,2 Meter lang. Das Verbreitungsgebiet dieser tagaktiven Reptilien erstreckt sich über weite Teile Südostasiens, in Sri Lanka kommen sie recht häufig vor. Erwachsene Individuen sind am gesamten Körper dunkelgrau bis braun gefärbt. Auf dem Rücken befindet sich ein helles Muster, das bei jedem Individuum etwas anders aussieht. Bengalwarane sind Einzelgänger und sie sind den Menschen gegenüber relativ scheu. Am ehesten kann man sie ausgiebig beobachten, wenn sie in den frühen Morgenstunden ein Sonnenbad nehmen. Meist halten sie sich auf dem Boden auf, sie können aber dank ihrer kräftigen Krallen auch sehr gut klettern. Jugendliche Bengalwarane sind nur sehr selten auf dem Boden zu finden, weil sie dort in Gefahr wären, zur leichten Beute zu werden. Ihr Körper ist dunkelgrau bis dunkelbraun gefärbt und trägt ein Muster aus zahllosen hellen Flecken. Foto: 28.09.2015, Waikkal

  Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)   Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)  
  Foto: 12.09.2015,
Nähe Sinharaja-Regenwald
  Foto: 12.09.2015,
Nähe Sinharaja-Regenwald
 

  Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)   Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)  
  Jungtier, Foto: November 2006,
Aluthgama
  Jungtier, Foto: November 2006,
Aluthgama
 

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Bindenwaran (Water Monitor, Varanus salvator salvator)

Bindenwaran (Water Monitor, Varanus salvator salvator)Ein ausgewachsener Bindenwaran ist eine ausgesprochen imposante Erscheinung. Die tagaktiven Tiere können mehr als zwei Meter lang werden (Rumpf und Schwanz) und sind damit die zweitgrößte Waranart der Welt. Mitunter kommen sogar Individuen vor, die bis zu drei Meter lang sind. Die Grundfarbe erwachsener Bindenwarane ist braun oder schwarz. Helle Flecken und Streifen zieren den Körper, insbesondere am Schwanz sind sie reichlich vorhanden. Typisch für diese Reptilienart ist, dass viele dieser Flecken ringförmig sind. Zur Schnauzenspitze hin wird die Grundfärbung heller und sie ist mit quer verlaufenden, gelb-schwarzen Bändern durchsetzt. Der Schwanz kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen. Er ist seitlich abgeflacht und wird von einem doppelt gezähnten Kamm geziert. Die Beine des Bindenwarans sind kurz und kräftig, an jeder Extremität tragen die Tiere fünf lange, gebogene Krallen. Jungtiere sind auf der Oberseite dunkelgrau gefärbt und haben unzählige runde, cremefarbene Flecken; ihre Körperunterseite ist hell. Foto: 25.09.2015, Waikkal

Bindenwaran (Water Monitor, Varanus salvator salvator)Als Bewohner feuchter Lebensräume kann der Bindenwaran sehr gut schwimmen und tauchen, außerdem ist er ein guter Kletterer. Meist halten sich Alttiere am Boden auf, Jungtiere sind hingegen fast überwiegend auf Bäumen zu finden. Bindenwarane sind Allesfresser und erbeuten beispielsweise Säugetiere sowie Vögel. Leider sind die Bestände der Bindenwarane weltweit alles andere als sicher, sie gelten lokal als bedroht, weil der Mensch die Lebensräume dieser Tiere zerstört. Glücklicherweise sind die sri-lankischen Bestände stabil und die Bindenwarane sind dort per Gesetz geschützt. Aber Achtung: So faszinierend die Tiere auch sein mögen, man sollte sich diesen stattlichen Echsen nur mit größter Vorsicht nähern. Denn bedrängt man sie, können sie aggressiv werden und angreifen. Dabei schlagen sie mit ihrem kräftigen Schwanz zu, was schmerzhafte Prellungen und Knochenbrüche zur Folge haben kann. Foto: 28.09.2015, Waikkal

  Bengalwaran (Bengal Monitor, Varanus bengalensis)   Bindenwaran (Water Monitor, Varanus salvator salvator)  
  Foto: 12.09.2015,
Sinharaja-Regenwald
  Foto: 28.09.2015,
Waikkal
 

 

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Linktipps:

Reptiles of Sri Lanka (Englisch)

Sri Lanka Reptile (Englisch)

List of reptiles of Sri Lanka bei
Wikipedia (Englisch)