|
|
Vögel in Sri Lanka - Teil 4
Auf dieser Seite werden folgende Arten beschrieben:
· Kapuzentimalie (Dark-fronted Babbler, Rhopocichla atriceps siccata)
· Kohlmeise (Great Tit, Parus major bokharensis)
· Kormoran (Great Cormorant, Phalacrocorax carbo sinensis)
· Krabbentriel (Great Thick-knee, Esacus recurvirostris)
· Kuhreiher (Cattle Egret, Bubulcus ibis)
· Lachseeschwalbe
(Gull-billed Tern, Gelochelidon nilotica nilotica)
· Löffler (Eurasian Spoonbill, Platalea leucorodia leucorodia)
· Malabar-Salangane (Indian Edible-nest Swiftlet, Collocalia unicolor)
· Malabar-Trogon (Malabar-Trogon, Harpactes fasciatus fasciatus)
· Mittelreiher (Intermediate Egret, Egretta intermedia intermedia)
· Mohrenscharbe (Javanese Cormorant oder Little Cormorant, Phalacrocorax niger)
Kapuzentimalie (Dark-fronted Babbler, Rhopocichla atriceps siccata)
Inklusive
der Schwanzfedern ist die Kapuzentimalie 13 Zentimeter lang. Die Stirn
und die Ohrengegend sind bei dieser Vogelart schwarz gefärbt, die
restliche obere Körperhälfte ist braun. Weiß ist das Gefieder an der
Körperunterseite gefärbt. In starkem Kontrast zur dunklen
Gesichtsfärbung stehen die gelblichen Irisringe und der helle,
fleischfarbene Schnabel; auch die Beine sind fleischfarben. Wälder mit
dichtem Unterholz und Bambushaine sind in Sri Lanka bevorzugte
Lebensräume dieser Spezies. Die Tiere halten sich meist in Bodennähe auf
und picken nach Insekten. Kapuzentimalien sind in aller Regel in kleinen
Gruppen anzutreffen. Außerhalb Sri Lankas kommt die Vogelart in Indien
in den Western Ghats vor. Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald
Kohlmeise (Great Tit, Parus major bokharensis)
Wer
in Sri Lanka einer Kohlmeise begegnet, wird gleich erkennen, dass die
Vögel anders aussehen als die deutschen Kohlmeisen. Die Abweichungen in
der Färbung sind auffällig und machen deutlich, wie stark sich dieselbe
Spezies in verschiedenen Regionen ihres Verbreitungsgebiets
unterscheiden kann. Des Rätsels Lösung ist, dass in Sri Lanka eine
andere Unterart der Kohlmeise beheimatet ist als in Deutschland. Die
sri-lankische Kohlmeise Parus major bokharensis
trägt einen relativ breiten schwarzen Bruststreifen und ansonsten ein
hellgraues Federkleid an der Körperunterseite. Die Körperoberseite ist
blassgrau mit leichtem Blaustich gefärbt. Der Kopf ist schwarz, die
Wangen und der Nacken sind weiß. Wie die europäischen Verwandten
ernähren sich die in Sri Lanka lebenden Kohlmeisen von Insekten.
Beobachten kann man diese Vögel in Gärten, Wäldern und mit Bäumen
bestandene Gegenden im höher gelegenen Teil des Landes. Foto: 2006, Nuwara Eliya
Zum Seitenanfang ↑
Kormoran (Great Cormorant, Phalacrocorax carbo sinensis)
In
Sri Lanka sind Kormorane ein alltäglicher Anblick, der sich in vielen
Landesteilen bietet. Denn es gibt auf der Insel sehr viele Gewässer, die
den Vögeln Nahrung im Überfluss bieten. Mit seiner Körpergröße von 80
Zentimeter überragt der Kormoran die anderen sehr ähnlich aussehenden
Wasservogelarten wie die
Braunwangenscharbe oder die
Mohrenscharbe. Betrachtet man Kormorane aus größerer Entfernung,
wirkt ihr Gefieder rein schwarz. Aus der Nähe gesehen, offenbart sich
ein metallischer Schimmer. Die Kehle ist bei diesen Vögeln weiß gefärbt
und im Gesicht befindet sich ein gelber, federloser Hautbereich.
Kormorane tragen im Prachtkleid je einen weißen Fleck am Schenkelansatz,
einen weißen Nacken und zudem ein weißes Gesicht. Täglich frisst ein
Kormoran zwischen 400 und 500 Gramm Fisch. Die Beute wird unter Wasser
gefangen, die Vögel "fliegen" hierbei im nassen Element, indem sie mit
den Flügeln schlagen und abtauchen. An Land sieht man die Tiere häufig
dabei, wie sie mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne stehen. Früher
ist angenommen worden, dass dies zur Trocknung der Federn dienen würde,
weil diese beim Tauchen durchnässen. Dem ist jedoch laut neuester
Untersuchungen nicht so. Das Ausbreiten der Flügel dient somit einem
andere, noch nicht geklärten Zweck. Foto: 2006, Kosgoda
Krabbentriel (Great Thick-knee, Esacus recurvirostris)
Von
Indien über Sri Lanka bis nach Südost-Asien erstreckt sich das recht
große Verbreitungsgebiet des Krabbentriels. Diese 51 Zentimeter große
Watvogelart ist in Sri Lanka an Küsten, Lagunen, Flussmündungen und
Stauseeufern im trockenen Tiefland anzutreffen. Die Tiere sind
überwiegend nachtaktiv. Eine Anpassung an diese Lebensweise sind die
sehr großen Augen der Vögel. Doch obwohl sie vor allem nachts aktiv
sind, kann man die Krabbentriele zuweilen auch am Tage beobachten.
Ihre Körperoberseite ist bräunlich gefärbt, die Körperunterseite ist
weißlich bis grau. Brust und Hals sind graubraun und im Gesicht tragen
die Vögel ein schwarz-weißes Muster. Der dunkle Schnabel zeigt gelbe
Bereiche, die langen Beine sind gelb-grau gefärbt und die Irisringe sind
ebenfalls leuchtend gelb, was den Vögeln einen 'stechenden Blick'
verleiht. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark
Ich
habe die Krabbentriele in kleinen Gruppen gesehen und sie sind
einerseits recht neugierig gewesen, haben aber andererseits lautstark
rufend die Flucht ergriffen, wenn man sich ihnen auf weniger als etwa
zehn Meter (mit dem Geländewagen) genähert hat. Dann sind sie
aufgeflogen, ein paar Meter durch die Luft geflattert, um nach der
Landung gleich wieder neugierig zum Fahrzeug zu blicken und gemächlichen
Schrittes davor her zu laufen. Bei kaum einer anderen Vogelart in Sri
Lanka habe ich mir mehr die Frage gestellt: Wer beobachtet hier
eigentlich wen? Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark
Kuhreiher (Cattle Egret, Bubulcus ibis)
Vor
allem auf Weiden und Wiesen, aber auch beispielsweise in der Nähe von
Reisfeldern, meist jedoch nicht mitten in ihnen, sieht man sogar aus
größerer Entfernung zahllose weißer Punkte im üppigen Grün, bei denen es
sich oft um Kuhreiher handelt. In unmittelbarer Nähe von Wasserbüffeln,
Kühen oder anderem Vieh finden die rund 50 Zentimeter großen Vögel einen
reichhaltig "gedeckten Tisch", da sich dort Insekten, Frösche, Kröten
und andere kleine Tiere aufhalten, die ihre Hauptnahrung bilden.
Kuhreiher tragen ein weißes Gefieder, das jedoch während der Balzzeit
einige rostrote Bereiche an Kopf und Nacken aufweist. Leuchtend gelb ist
der Schnabel gefärbt und die Beine der Kuhreiher sind gelblich bis
gelbschwarz. Diese Vögel haben sich in vielen Teilen der Welt verbreitet
und vielerorts dem vom Menschen gehaltenen Weidevieh die Treue gehalten.
Inmitten der Reisfelder Sri Lankas sieht man viele weiße Reiher, bei
denen es sich meist nicht um Kuhreiher sondern um Arten wie
Mittelreiher oder
Seidenreiher handelt. Foto: 2006, Kosgoda
Zum Seitenanfang ↑
Lachseeschwalbe (Gull-billed Tern, Gelochelidon nilotica nilotica)
Tropische
Küstenregionen sämtlicher Kontinente (außer der Antarktis, die keine
tropischen Küsten hat) sind die Heimat der Lachseeschwalben. Auch an
Steppenseen und auf Flussinseln im Binnenland sind sie als Brutvögel
zuweilen anzutreffen. In Sri Lanka kann man die Lachseeschwalben an den
Küsten aller Landesteile beobachten. Die Vögel sind 38 Zentimeter groß.
Im Ruhekleid sind sie überwiegend weiß befiedert, der Rücken ist dann
hellgrau. Hinter den Augen liegen schwarze Streifen und die Stirn ist
weiß. Im Prachtkleid tragen sie eine graue Körperoberseite und die Stirn
ist bis zum Nacken schwarz gefärbt. Ihre Beine sind schwarz, was auch
für den recht kurzen Schnabel gilt. Die Spitzen der langen Federn an den
Flügeln sind schwarz gefärbt. Anders als andere Seeschwalben ernährt
sich diese Vogelart nicht vornehmlich von Fisch. Insekten, Eidechsen,
Amphibien und Kleinsäuger stehen auf ihrem Speiseplan. Wassertiere
fressen sie nur selten und fangen sie dann von der Oberfläche des Meeres
oder der Gewässer, an denen sie sich aufhalten. Foto: 2006, Kosgoda
Löffler (Eurasian Spoonbill, Platalea leucorodia leucorodia)
In
dem riesigen Areal von Südeuropa bis Japan und in Nordafrika ist der
Löffler heimisch. Diese Vögel kommen innerhalb ihres großen Verbreitungsgebiets
in drei Unterarten vor, von denen Platalea leucorodia leucorodia diejenige ist, die in den meisten Teilen
anzutreffen ist, so auch in Sri Lanka. Ihre sehr spezielle Schnabelform
macht diese 84 Zentimeter großen Vögel unverwechselbar. Der Schnabel ist
lang und schwarz, zu seinem Ende hin läuft er nicht spitz zu, sondern
ist flach und breit mit abgerundeter Form. Auf der Oberseite ist der
Schnabel an jener breiten Stelle leicht gelblich gefärbt, was man jedoch
nur aus nächster Nähe erkennen kann. Das Gefieder des Löfflers ist weiß
gefärbt, ein gelblicher Brustfleck ist der einzige Schmuck. Die langen
Beine sind ebenfalls schwarz. Rund um die Augen befindet sich je ein
gelber, nackter Hautring. Löffler leben in Sri Lanka in Sümpfen,
Reisfeldern und an Stauseeufern im Tiefland der trockenen Zone. Ihre
Nahrung, die aus Wassertieren wie Fröschen und Fischen besteht, fangen
die Löffler in flachem Wasser. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark
Malabar-Salangane (Indian Edible-nest Swiftlet, Collocalia unicolor)
Südwest-Indien
und das hügelige Land Zentral-Sri-Lankas sind die Heimat der
Malabar-Salanganen. Diese nur zwölf Zentimeter großen Vögel sieht man
meist lediglich aus großer Entfernung in Gruppen von mehreren Tieren
hoch am Himmel kreisen. Ihr Schwanz ist leicht gegabelt, die
Körperunterseite ist hellbraun-grau gefärbt, die Körperoberseite
dunkelbraun. Der Schnabel ist sehr kurz und der Rumpf erinnert in seiner
Form an einen Zeppelin. Malabar-Salanganen sind geschickte
Insektenjäger. Männliche Vögel bauen die Nester aus ihrem verdickten
Speichel. Die Nester werden unter Felsüberhängen und Höhlendächern
errichtet. Auf der Abbildung in diesem Absatz sind einige Nester zu
sehen, in denen sich sogar Jungvögel befunden haben. Ich habe ihre Rufe
gehört. Altvögel habe ich jedoch nicht beim Füttern beobachten können,
weil ich leider nicht genügend Zeit für einen längeren Aufenthalt in der
Nähe der Nester hatte. In
manchen Literaturquellen wird diese Spezies als Aerodramus unicolor bezeichnet. Foto: 2006, Sigiriya
Zum Seitenanfang ↑
Malabar-Trogon (Malabar-Trogon, Harpactes fasciatus fasciatus)
In einigen Teilen Indiens und in Sri Lanka ist der
Malabar-Trogon beheimatet. Diese auffällig gefärbten Vögel
erreichen eine Körpergröße von 28 Zentimeter. Die Männchen sind
prächtiger gefärbt als die Weibchen. Männliche Tiere haben an
Kopf, Kehle und Brust schwarzes Gefieder. Ein schmales, weißes
Band grenzt diesen Bereich vom braungrünen Rücken und von der
leuchtend rot gefärbten Vorderseite ab. Die Flügel sind fein
schwarz-weiß gemustert und wirken aus einiger Entfernung
betrachtet grau. Der lange, braune Schwanz ist schwarz gesäumt.
Weibchen sind auf der Körperoberseite braun gefärbt; der Kopf
und der Kehlbereich sind ebenfalls braun. Orangebraun ist die
Vorderseite gefärbt, an den dunklen Flügeln tragen Weibchen
weiße Striche und Streifen, die weniger fein sind als die der
Männchen. Weil die Vögel meist eher still sitzen, sind sie nur
schwer zu entdecken. Zwar sind sie auf der gesamten Insel
beheimatet, aber ihr bevorzugter Lebensraum sind dichte Wälder,
außerhalb derer sie nur äußerst selten zu sehen sind. Insekten
bilden die Nahrung des Malabar-Trogons. Die in Sri Lanka
vorkommende Unterart Harpactes fasciatus fasciatus ist dort
endemisch.
| |
 |
|
 |
|
| |
Männchen,
Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald |
|
Weibchen,
Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald |
Mittelreiher (Intermediate Egret, Egretta intermedia intermedia)
Von
Ostafrika über das tropische Südasien bis nach Australien erstreckt sich
das Verbreitungsgebiet des Mittelreihers. Diese rund 90 Zentimeter
großen Vögel halten sich vorzugsweise in flachen, überfluteten Gebieten
auf, wozu beispielsweise Reisfelder oder überflutete Wiesen sowie flache
Gewässerufer gehören. Ferner sind sie in Sri Lanka an Küsten und in
Sümpfen zu finden. Das Gefieder der Mittelreiher ist im Schlichtkleid am
gesamten Körper weiß. Der Schnabel ist gelb gefärbt und bis zum Auge
erstreckt sich an beiden Seiten des Kopfes ein nackter, gelber
Hautbereich. Die Irisringe sind gelb gefärbt. Beine und Füße dieser
Reiherart sind schwarz. Ein Merkmal, mit dessen Hilfe man diese Vögel
von anderen weißen Reiherarten wie dem
Silber- und dem
Seidenreiher unterscheiden kann, ist der deutliche Knick, der sich
etwa in der Mitte des Halses befindet. Krustentiere, Fische und Insekten
bilden die Nahrung dieser der Mittelreiher. Foto: 2006,
Nähe Sinharaja-Regenwald
Mohrenscharbe (Javanese Cormorant or Little Cormorant, Phalacrocorax niger)
In
Sri Lanka kommen mehrere Wasservogelarten mit dunklem Federkleid vor,
die einander relativ ähnlich sehen. Eine dieser Vogelarten ist die
Mohrenscharbe. Sie wird bis zu 51 Zentimeter groß und trägt am gesamten
Körper glänzend schwarzes Gefieder. Der Schnabel dieser Spezies ist
vergleichsweise kurz. An seiner Spitze ist er nach unten gebogen. Ein
kleiner, weißer Fleck befindet sich an der unteren Schnabelwurzel. Die
Beine und Füße sowie die Schwimmhäute dieser Vogelart sind dunkel
gefärbt. Das Verbreitungsgebiet der hauptsächlich von Fisch lebenden
Mohrenscharbe erstreckt sich von Pakistan über Indien und Sri Lanka bis
nach Indonesien. Innerhalb dieses Gebiets kann man die Tiere entlang der
Küsten und an Binnengewässern sowie Flüssen beobachten. Weitere Vögel
aus der Familie der Kormorane, die ebenfalls in Sri Lanka leben, sind
beispielsweise der
Kormoran selbst und die
Braunwangenscharbe. Foto: 2006, Nähe Aluthgama
Zum Seitenanfang ↑
|
Sri Lanka auf einer größeren Karte anzeigen
Linktipps:
Flickr-Gruppe: Birds of Sri Lanka (Bildersammlung, Englisch)
Flickr-Gruppe: Sri Lanka Birds
(Bildersammlung, Flickr)
|