|
Kapuzentimalie (Dark-fronted Babbler, Rhopocichla atriceps siccata)
Inklusive der Schwanzfedern ist die Kapuzentimalie 13 Zentimeter lang. Die Stirn und die Ohrengegend sind bei dieser Vogelart schwarz gefärbt, die restliche obere Körperhälfte ist braun befiedert. Weiß ist das Gefieder an der Körperunterseite gefärbt. In starkem Kontrast zur dunklen Gesichtsfärbung stehen die gelblichen Irisringe und der helle, fleischfarbene Schnabel; auch die Beine sind fleischfarben. Wälder mit dichtem Unterholz und Bambushaine sind bevorzugte Lebensräume dieser Spezies. Die Tiere halten sich meist in Bodennähe auf und picken nach Insekten. Kapuzentimalien sind in aller Regel in kleinen Gruppen anzutreffen. (Foto: Sinharaja-Regenwald, 2006)
Kohlmeise (Great Tit, Parus major bokharensis)
Wer in Sri Lanka einer Kohlmeise begegnet, wird erstaunt darüber sein, dass es sich um dieselbe Vogelart handelt, die in deutschen Gärten vorkommt. Die Abweichungen in der Färbung sind auffällig und machen deutlich, wie stark sich dieselbe Spezies in verschiedenen Regionen ihres Verbreitungsgebiets unterscheiden kann. Des Rätsels Lösung ist, dass in Sri Lanka eine andere Unterart der Kohlmeise beheimatet ist als in Deutschland. Die sri-lankische Kohlmeise Parus major bokharensis trägt einen relativ breiten schwarzen Bruststreifen und ansonsten ein hellgraues Federkleid an der Körperunterseite. Die Körperoberseite ist blassgrau mit leichtem Blaustich gefärbt. Der Kopf ist schwarz befiedert, die Wangen und der Nacken sind weiß. Wie die europäischen Verwandten ernähren sich die in Sri Lanka lebenden Kohlmeisen von Insekten. Beobachten kann man diese Vögel in Gärten, Wäldern und mit Bäumen bestandene Gegenden im hügeligen Teil des Landes. (Foto: Nuwara Eliya, 2006)
Kormoran (Great Cormorant, Phalacrocorax carbo sinensis)
In Sri Lanka sind Kormorane ein alltäglicher Anblick, der sich in vielen Landesteilen bietet, weil es auf der Insel sehr viele Gewässer gibt, die den Vögeln Nahrung im Überfluss bieten. Mit seiner Körpergröße von 80 Zentimetern überragt der Kormoran die anderen sehr ähnlich aussehenden Wasservogelarten wie die Braunwangenscharbe
oder die Mohrenscharbe. Betrachtet man Kormorane aus größerer Entfernung, wirkt ihr Gefieder rein schwarz. Aus der Nähe gesehen, offenbart sich ein metallischer Schimmer. Die Kehle ist bei diesen Vögeln weiß gefärbt und im Gesicht befindet sich ein gelber, federloser Hautbereich. Kormorane tragen im Prachtkleid je einen weißen Fleck am Schenkelansatz, einen weißen Nacken und zudem ein weißes Gesicht. Täglich frisst ein Kormoran zwischen 400 und 500 Gramm Fisch. Die Beute wird unter Wasser gefangen, die Vögel "fliegen" hierbei im nassen Element, indem sie mit den Flügeln schlagen und abtauchen. Wieder an Land, müssen sie ihr Gefieder in der Sonne trocknen, denn mit völlig durchnässtem Gefieder könnten sie beim nächsten Beutezug ertrinken. Das Federkleid ist nicht wie bei anderen Wasservögeln mit Gefiederfett imprägniert, weshalb das Wasser nicht daran abperlt. (Foto: Kosgoda, 2006)
Krabbentriel (Great Thick-knee, Esacus recurvirostris)
Von Indien über Sri Lanka bis nach Südost-Asien erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Krabbentriels. Dieser 51 Zentimeter große Watvogel ist in Sri Lanka an Küsten, Lagunen, Flussmündungen und Stauseeufern im trockenen Tiefland anzutreffen. Die riesigen Augen sind eine Anpassung daran, dass diese Vogelart überwiegend nachtaktiv ist. Aber auch am Tage kann man Krabbentriele zuweilen beobachten. Ihre Körperoberseite ist bräunlich gefärbt, die Körperunterseite ist weißlich bis grau. Brust und Hals sind graubraun und im Gesicht tragen die Vögel ein schwarz-weißes Muster. Der dunkle Schnabel zeigt gelbe Bereiche, die Beine sind gelb-grau gefärbt und die Irisringe sind ebenfalls leuchtend gelb, was den Vögeln einen 'stechenden Blick' verleiht.
Ich sah die Krabbentriele in kleinen Gruppen und sie waren einerseits recht neugierig, ergriffen aber lautstark rufend die Flucht, wenn man sich ihnen auf weniger als etwa zehn Meter (mit dem Geländewagen) näherte. Dann flogen sie auf, flatterten ein paar Meter durch die Luft, um nach der Landung gleich wieder neugierig zum Fahrzeug zu blicken und gemächlichen Schrittes davor her zu laufen. Bei kaum einer anderen Vogelart habe ich mir mehr die Frage gestellt: Wer beobachtet hier eigentlich wen? (Beide Fotos: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
Kuhreiher (Cattle Egret, Bubulcus ibis)
Vor allem auf Weiden und Wiesen, aber auch beispielsweise in der Nähe von Reisfeldern (nicht jedoch in den Feldern selbst) sieht man sogar aus
größerer Entfernung zahllose weißer Punkte im üppigen Grün, bei
denen es sich oft um Kuhreiher handelt. In unmittelbarer Nähe von Wasserbüffeln, Kühen oder anderem Vieh finden die rund 50 Zentimeter
großen Vögel einen reichhaltig "gedeckten Tisch", da sich dort Insekten,
Frösche, Kröten und andere kleine Tiere aufhalten, die ihre Hauptnahrung bilden. Kuhreiher tragen
ein weißes Gefieder, das jedoch während der Balzzeit einige rostrote Bereiche
an Kopf und Nacken aufweist. Leuchtend gelb ist der Schnabel gefärbt und die Beine der Kuhreiher sind
gelblich bis gelbschwarz.
Diese Vögel haben sich in vielen Teilen der Welt verbreitet und vielerorts dem vom Menschen gehaltenen Weidevieh die Treue gehalten. Inmitten der Reisfelder Sri Lankas sieht man viele weiße Reiher, bei denen es sich aber nur höchst selten um Kuhreiher handelt. Es sind normalerweise Arten wie der Mittelreiher oder der Seidenreiher, die in den mehr oder minder stark überfluteten Reisfeldern nach Nahrung suchen. (Foto: Kosgoda, 2006)
Lachseeschwalbe (Gull-billed Tern, Gelochelidon nilotica nilotica)
Tropische Küstenregionen sämtlicher Kontinente (außer der Antarktis, die keine tropischen Küsten hat) sind die Heimat der Lachseeschwalbe. Auch an Steppenseen und auf Flussinseln im Binnenland sind sie als Brutvögel zuweilen anzutreffen. In Sri Lanka kann man die Lachseeschwalben an den Küsten aller Landesteile beobachten. Die Vögel sind 38 Zentimeter groß. Im Ruhekleid sind sie überwiegend weiß befiedert, der Rücken ist dann hellgrau. Hinter den Augen liegen schwarze Streifen und die Stirn ist weiß. Im Prachtkleid tragen sie eine graue Körperoberseite und die Stirn ist dann bis zum Nacken schwarz gefärbt. Ihre Beine sind schwarz gefärbt, auch der für Seeschwalben recht kurze Schnabel ist schwarz. Die Spitzen der langen Federn an den Flügeln sind schwarz gefärbt. Anders als andere Seeschwalben ernährt sich diese Vogelart nicht vornehmlich von Fisch. Insekten, Eidechsen, Amphibien und Kleinsäuger stehen auf ihrem Speiseplan. Wassertiere fressen sie nur selten und fangen sie dann von der Oberfläche des Meeres. (Foto: Kosgoda, 2006)
Löffler (Eurasian Spoonbill, Platalea leucorodia leucorodia)
In dem riesigen Areal von Südeuropa bis Japan und ferner in Nordafrika ist der Löffler heimisch. Diese Vögel kommen innerhalb ihres Verbreitungsgebiets in drei Unterarten vor, von denen Platalea leucorodia leucorodia diejenige ist, die in den meisten Teilen anzutreffen ist, so auch in Sri Lanka. Ihre sehr spezielle Schnabelform macht diese 84 Zentimeter großen Vögel unverwechselbar. Der Schnabel ist lang und schwarz, zu seinem Ende hin läuft er nicht spitz zu, sondern ist flach und breit mit abgerundeter Form. Auf der Oberseite ist der Schnabel an jener breiten Stelle leicht gelblich gefärbt, was man jedoch nur aus nächster Nähe erkennen kann. Das Gefieder des Löfflers ist weiß gefärbt, ein gelblicher Brustfleck ist der einzige Schmuck. Die langen Beine sind ebenfalls schwarz gefärbt. Rund um die Augen befindet sich je ein gelber, nackter Hautring. Löffler leben in Sri Lanka in Sümpfen, Reisfeldern und an Stauseeufern im Tiefland der trockenen Zone. Ihre Nahrung, die aus Wassertieren wie Fröschen und Fischen besteht, fangen die Löffler in flachem Wasser. (Foto: Udawalawe-Nationalpark, 2006)
Malabar-Salangane (Indian Edible-nest Swiftlet, Collocalia unicolor)
Südwest-Indien und das hügelige Land Zentral-Sri-Lankas sind die Heimat der Malabar-Salanganen. Diese nur zwölf Zentimeter großen Vögel sieht man meist lediglich aus großer Entfernung in Gruppen von mehreren Tieren hoch am Himmel kreisen. Ihr Schwanz ist leicht gegabelt, die Körperunterseite ist hellbraun-grau gefärbt, die Körperoberseite dunkelbraun. Der Schnabel ist sehr kurz und der Rumpf erinnert in seiner Form an einen Zeppelin. Malabar-Salanganen sind geschickte Insektenjäger. Männliche Vögel bauen die Nester aus ihrem verdickten Speichel. Die Nester werden unter Felsüberhängen und Höhlendächern errichtet. In diesem Absatz sind einige Nester zu erkennen, in denen sich sogar Jungvögel befanden. Ich hörte ihre Rufe, konnte jedoch keine Altvögel beim Füttern sehen, weil ich leider nicht genügend Zeit für eine längere Beobachtung hatte. Der englische Name der Vogelart verdeutlicht, dass die Nester in einigen Teilen der Welt als Delikatesse gelten. In manchen Literaturquellen wird diese Spezies als Aerodramus unicolor bezeichnet. (Foto: Sigiriya, 2006)
Malabar-Trogon (Malabar-Trogon, Harpactes fasciatus fasciatus)
In einigen Teilen Indiens und in Sri Lanka ist der Malabar-Trogon beheimatet. Diese auffällig gefärbten Vögel erreichen eine Körpergröße von 28 Zentimetern. Die Männchen sind prächtiger gefärbt. Sie haben an Kopf, Kehle und Brust schwarzes Gefieder. Ein schmales, weißes Band grenzt diesen Bereich vom braungrünen Rücken und von der leuchtend rot gefärbten Vorderseite ab. Die Flügel sind fein schwarz-weiß gemustert und wirken aus einiger Entfernung betrachtet grau. Der lange, braune Schwanz ist schwarz gesäumt. Weibchen sind auf der Körperoberseite braun gefärbt; der Kopf und der Kehlbereich sind ebenfalls braun. Orangebraun ist die Vorderseite dieser Vögel gefärbt, an den dunklen Flügeln tragen sie weiße Striche und Streifen, die weniger fein sind als die der Männchen. Weil die Vögel meist eher träge da sitzen, sind sie nur schwer zu entdecken. Zwar sind sie auf der gesamten Insel beheimatet, aber ihr bevorzugter Lebensraum sind dichte Wälder, außerhalb derer sie nur äußerst selten zu sehen sind. Insekten bilden die Nahrung des Malabar-Trogons. Die in Sri Lanka vorkommende Unterart Harpactes fasciatus fasciatus ist dort endemisch. (Beide Fotos: Sinharaja-Regenwald, 2006)
Mittelreiher (Intermediate Egret, Egretta intermedia intermedia)
Von Ostafrika über das tropische Südasien bis nach Australien erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Mittelreihers. Diese rund 90 Zentimeter großen Vögel halten sich vorzugsweise in flachen, überfluteten Gebieten wie Reisfeldern auf. Ferner sind sie in Sri Lanka an Küsten und in Sümpfen zu finden. Das Gefieder der Mittelreiher ist im Schlichtkleid am gesamten Körper weiß. Der Schnabel ist gelb gefärbt und bis zum Auge erstreckt sich an beiden Seiten des Kopfes ein nackter, gelber Hautbereich. Die Irisringe sind gelb gefärbt. Beine und Füße dieser Reiherart sind schwarz gefärbt. Ein Merkmal, mit dessen Hilfe man diese Vögel von anderen weißen Reiherarten wie dem Silber- und dem Seidenreiher unterscheiden kann, ist der deutliche Knick, der sich etwa in der Mitte des Halses befindet. Krustentiere, Fische und Insekten bilden die Nahrung dieser Vögel. (Foto: Nähe Sinharaja-Regenwald, 2006)
|