Sri Lanka

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Vögel in Sri Lanka - Teil 5

Auf dieser Seite werden folgende Arten beschrieben:
· Muskatamadine (Scaly-breasted Munia, Lonchura punctulata punctulata)
· Nacktstirnkuckuck (Red-faced Malkoha, Phaenicophaeus pyrrhocephalus)
· Orient-Schlangenhalsvogel (Oriental Darter, Anhinga melanogaster)
· Paddyreiher (Indian Pond Heron, Ardeola grayii grayii)
· Perlhalstaube (Spotted-necked Dove, Streptopelia chinensis ceylonensis)
· Pfau (Indian Peafowl, Pavo cristatus)
· Purpurnektarvogel (Purple Sunbird, Nectarinia asiatica asiatica)
· Purpurreiher (Purple Heron, Ardea purpurea manilensis)
· Rauchschwalbe (Barn Swallow, Hirundo rustica rustica)
· Rosaflamingo (Greater Flamingo, Phoenicopterus ruber)
· Rotlappenkiebitz (Red-wattled Lapwing, Vanellus indicus)

Muskatamadine (Scaly-breasted Munia, Lonchura punctulata punctulata)

Die Muskatamadine, die auch Muskatfink genannt wird, ist ein Vogel aus der Familie der Prachtfinken. In Deutschland ist diese Spezies als Ziervogel beliebt. Das recht große Verbreitungsgebiet dieser Tiere umfasst weite Teile Asiens. Indien und Sri Lanka sind die Heimat der Nominatform Lonchura punctulata punctulata. Muskatamadinen sind zwölf Zentimeter groß und an Kopf, Nacken, Rücken sowie an Flügeln und Schwanz braun gefärbt. Das Gefieder an der Kehle ist kräftig rotbraun gefärbt. Die Körperunterseite ist weiß, an Brust und Flanken tragen die Vögel eine schwarzbraune bis schwarze Zeichnung. Rotbraun sind die Irisringe gefärbt und der große, dreieckige Schnabel ist ebenso wie die Beine schwarz. Beide Geschlechter dieser Vogelart sehen gleich aus. Grassamen stellen die Nahrung dieser zierlichen Vögel dar. Gärten und Kulturlandschaften sind die bevorzugten Lebensräume der Muskatamadinen; sie kommen in ganz Sri Lanka vor.

  Muskatamadine (Scaly-breasted Munia, Lonchura punctulata punctulata)   Muskatamadine (Scaly-breasted Munia, Lonchura punctulata punctulata)  
  Foto: 2006, Kalawila   Foto: 2006, Nuwara Eliya

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Nacktstirnkuckuck (Red-faced Malkoha, Phaenicophaeus pyrrhocephalus)

Nacktstirnkuckuck (Red-faced Malkoha, Phaenicophaeus pyrrhocephalus)Eine endemische, also nur in Sri Lanka heimische Vogelart, ist der Nacktstirnkuckuck. Bis zu 46 Zentimeter können diese Vögel groß werden, sie tragen einen langen, abgestuften Schwanz. Das Gesicht trägt keine Federn, diese nackte Haut ist leuchtend rot gefärbt. Darunter befinden sich weiße Wangenstreifen und der obere Kopf sowie der Nacken sind schwarz gefärbt. Dunkelgrün sind die Körperoberseite und die Brust gefärbt; die Oberschwanzdecken sind ebenfalls dunkelgrün und tragen einen weißen Rand. Weiß ist das Gefieder am Bauch, die Unterschwanzdecken sind schwarz-weiß gebändert. Der Schnabel ist gelblich und relativ groß, die Füße und Beine sind graublau oder bläulich bis grünlich gefärbt. Beide Geschlechter dieser Vogelart sehen gleich aus. Der Nacktstirnkuckuck lebt in dichten Waldgebieten und ist dort nur schwer zu finden. Insekten und kleine Wirbeltiere bilden die Nahrung dieser Vögel. In manchen Literaturquellen wird der Nacktstirnkuckuck alternativ als Rotgesicht-Malkoha bezeichnet. Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald

Orient-Schlangenhalsvogel (Oriental Darter, Anhinga melanogaster)

Orient-Schlangenhalsvogel (Oriental Darter, Anhinga melanogaster)Der Süden und Südosten Asiens sowie Teile Afrikas, der Mittlere Osten und Australien sind die Heimat des Orient-Schlangenhalsvogels, der auch als Indischer Schlangenhalsvogel bezeichnet wird. Die Vögel sind etwa 92 Zentimeter groß und haben einen sehr langen, ein wenig unterhalb der Mitte nach hinten geknickten Hals. Ihren langen Schnabel setzen diese Tiere bei der Fischjagd unter Wasser wie einen Speer ein, sie spießen die Beute damit auf. Das Gefieder des Orient-Schlangenhalsvogels ist in verschiedenen Grauschattierungen gefärbt. Schwimmt ein Schlangenhalsvogel, liegt sein Körper unter Wasser und nur der obere Teil des Halses sowie der Kopf ragen über die Wasseroberfläche. In Sri Lanka leben diese Vögel im trockenen Landesteil an Stauseen und Flüssen; mitunter kann man die Vögel an brackigen Lagunen antreffen. Selten ist diese Vogelart in den feuchten Landesteilen sowie im Hochland zu beobachten. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Paddyreiher (Indian Pond Heron, Ardeola grayii grayii)

Unter den verschiedenen Reiherarten, die in Sri Lanka beheimatet sind, ist auch der Paddyreiher, den man sehr häufig antrifft. Diese Vögel können eine Körpergröße von bis zu 46 Zentimeter erreichen und halten sich vorzugsweise in Feuchtgebieten, an Fluss- oder Seeufern sowie in überfluteten Reisfeldern in allen Landesteilen auf, wo sie Insekten jagen. Im Schlichtkleid, siehe Foto unten links, ist der Paddyreiher graubraun und hell gefärbt. Seine Irisringe sind gelb und die Beine gelbgrau. Während der Brutsaison tragen die Vögel ihr Prachtgefieder (rechtes der beiden unteren Fotos). Rücken und Flügel sind dann dunkelbraun gefärbt; Kopf, Nacken und Brust sind bräunlich-orange und von der Kehle abwärts verläuft ein weißer Gefiederbereich. Darüber hinaus ist ein Teil des Schnabels leuchtend blau gefärbt und im Nacken befindet sich ein Federschopf. Amphibien, Fische und Insekten bilden die Nahrung dieser Vogelart.

  Paddyreiher im Schlichtkleid (Indian Pond Heron, Ardeola grayii grayii)   Paddyreiher im Prachtkleid (Indian Pond Heron, Ardeola grayii grayii)  
  Foto: 2006, Nähe Aluthgama   Foto: 1998, Nähe Kosgoda

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Perlhalstaube (Spotted-necked Dove, Streptopelia chinensis ceylonensis)

Im tropischen Südasien von Indien über Sri Lanka bis nach Südchina sowie in Südost-Asien ist die Perlhalstaube als Brutvogel heimisch. Diese 30 Zentimeter lange Taubenart ist in Sri Lanka in Gärten und Kulturlandschaften sowie in offenen Wäldern der feuchten Landesteile besonders häufig anzutreffen, in den trockenen Gebieten ist sie ein wenig seltener. Kopf und Körperunterseite dieser Vögel sind grau-rosa gefärbt. Der Bauch ist grau und auf den Flügeln sowie seitlich am Hals tragen die Tiere dunkle Federbereiche mit hellen Flecken. Der Schnabel ist schwarz gefärbt und die Beine rot. Perlhalstauben suchen ihre Nahrung, die aus Sämereien besteht, meist am Boden. Sie sind normalerweise mindestens zu zweit oder in kleinen Schwärmen unterwegs. Das Gurren dieser Taubenart ist den ganzen Tag über hin und wieder zu vernehmen, siehe Klangbeispiel. Die in Sri Lanka beheimatete Unterart Streptopelia chinensis ceylonensis ist endemisch.

  Perlhalstaube (Spotted-necked Dove, Streptopelia chinensis ceylonensis)   Perlhalstaube (Spotted-necked Dove, Streptopelia chinensis ceylonensis)  
  Foto: 2006, Aluthgama   Foto: 2006, Aluthgama

Pfau (Indian Peafowl, Pavo cristatus)

Männlicher Pfau (Indian Peafowl, Pavo cristatus)Fast auf der ganzen Welt ist der Pfau als Zoo- und Ziervogel in der Gartenhaltung bekannt und beliebt. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet, in dem die Vögel in freier Natur vorkommen, liegt in Pakistan, Indien und Sri Lanka. In diesen Ländern hält sich der Pfau bevorzugt in halbtrockenem bis trockenem Grasland, in Gelände mit dichten Büschen und in lichten Wäldern auf. Oft sieht man Pfauen am Boden, zum Schlafen ziehen sie sich jedoch auf Bäume zurück. Die Weibchen sind schlicht graubraun gefärbt und bis zu 96 Zentimeter groß. Ihr Nacken schimmert in einem metallischen Grünblau und auf dem Kopf tragen sie ein Federkrönchen. Männliche Pfauen sind im Prachtkleid, siehe Foto in diesem Abschnitt, bis zu 1,75 Meter lang. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Balzender männlicher Pfau (Indian Peafowl, Pavo cristatus)Die ausladende Schleppe, bestehend aus etwa 150 Einzelfedern, ist überwiegend blau und grün gefärbt. Diese Federn machen den Großteil der Körperlänge männlicher Tiere aus. An den Flügeln tragen die Männchen ein schwarz-weißes Muster; Kopf, Nacken, Hals und die Vorderseite des Körpers sind metallisch dunkelblau gefärbt. Auf dem Kopf befindet sich bei den Pfauenmännchen eine Federhaube. Der Bauch und der Hinterleib sind rotbraun gefiedert, was man auf dem Foto rechts erkennen kann. Pfauen ernähren sich überwiegend von Sämereien, aber auch Insekten, Früchte und zuweilen Reptilien stehen auf ihrem Speiseplan. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

 

  

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Purpurnektarvogel (Purple Sunbird, Nectarinia asiatica asiatica)

Männlicher Purpurnektarvogel (Purple Sunbird, Nectarinia asiatica asiatica)Nektarvögel bilden eine artenreiche Familie, deren Mitglieder in Afrika, Asien und Australien anzutreffen sind. Die Heimat der Purpurnektarvögel liegt im Iran und in Süd- sowie Südwestasien. In Sri Lanka begegnet man diese elf Zentimeter großen Vögel vor allem in den baumreichen Gegenden des trockenen Tieflandes. Einige Vögel suchen das feuchte Tiefland sowie das Hochland auf. Die Männchen dieser Vogelart sind am gesamten Körper metallisch graublau beziehungsweise mitunter leicht grünlich gefärbt, siehe Foto in diesem Absatz. Der Schnabel ist schwarz und nach unten gebogen; außerdem ist er kürzer als der anderer in Sri Lanka vorkommender Nektarvogelarten. Die Körperunterseite der Weibchen ist blassgelb gefärbt, die Kehle cremeweiß bis hellgrau. Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz sind bei ihnen bräunlich oliv gefärbt. Wie es der Name vermuten lässt, ernähren sich Nektarvögel vom gleichnamigen energiereichen Pflanzensaft. Obwohl sie mitunter als Kolibris bezeichnet werden, sind sie nicht mit diesen Vögeln verwandt. Kolibris leben ausschließlich in Nord- und Südamerika. Foto: 2006, Kalawila

Purpurreiher (Purple Heron, Ardea purpurea manilensis)

Purpurreiher (Purple Heron, Ardea purpurea manilensis)Das Verbreitungsgebiet des Purpurreihers ist riesig. Es erstreckt sich vom Süden Europas bis nach Asien. Im südlichen Afrika ist diese Reiherart ebenfalls heimisch. Purpurreiher werden zwischen 80 und 90 Zentimeter groß. Ihr Gefieder ist überwiegend rotbraun gefärbt, vor allem im Bereich des Halses und des Nackens ist dies deutlich zu sehen. Dort verlaufen einige schwarze Streifen, auch die Krone ist schwarz. Die Flügel sind grau gefärbt, der Schnabel ist gelb und die Beine sind grau bis gelblich gefärbt. Vom Graureiher ist diese Vogelart anhand ihrer geringeren Größe und aufgrund des rötlicheren Gefieders recht leicht zu unterscheiden. In flachem Wasser suchen Purpurreiher nach Nahrung, sie fressen vor allem Fische, Frösche und Insekten. Die Vögel sind sehr scheu und lassen sich nicht gern beobachten. Ihre aktivste Zeit fällt in die Morgen- und Abenddämmerung. Foto: 2006, Habarana

Rauchschwalbe (Barn Swallow, Hirundo rustica rustica)

Rauchschwalbe (Barn Swallow, Hirundo rustica rustica)Aus Deutschland ist die Rauchschwalbe den meisten Menschen sehr wohl bekannt. Ihr in Sri Lanka zu begegnen, damit rechnen allerdings die wenigsten Urlauber. Die Vogelart ist in vielen Teilen der Welt heimisch, darunter auch Asien. Wie in Europa sind sie dort Zugvögel. Sri Lanka wird von den Vögeln im Herbst angesteuert und im zeitigen Frühjahr fliegen sie nach Norden. Drei verschiedene Unterarten sind in Sri Lanka als Überwinterer anzutreffen: Hirundo rustica rustica (wie unten beschrieben, kommt eher selten vor), Hirundo rustica gutteralis (mit durchbrochenem schwarzem Brustband) und Hirundo rustica tytleri (ohne schwarzes Brustband). Rauchschwalben der Unterart Hirundo rustica rustica sind bis zu 22 Zentimeter lang und an der Körperunterseite weiß gefärbt. Ihr Gesicht ist rot gefärbt und darunter erstreckt sich ein durchgängiges schwarzes Brustband. Auch der Hinterkopf, der Rücken, die Flügel und die Schwanzfedern sind schwarz gefärbt; die Vögel tragen dort einen metallisch blauen Schimmer. An ihrem stark gegabelten Schwanz ist die Rauchschwalbe leicht zu erkennen. Die Vögel sind sehr gesellig und deshalb meist in Gruppen anzutreffen. Sie fliegen niedrig beispielsweise über geflutete Reisfelder, um dort Insekten im Flug zu fangen. Manchmal kann man sie trinken sehen, indem sie zur Wasseroberfläche fliegen und kurz den Schnabel eintauchen. Foto: 2006, Nähe Sinharaja-Regenwald

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Rosaflamingo (Greater Flamingo, Phoenicopterus ruber roseus)

Rosaflamingo (Greater Flamingo, Phoenicopterus ruber roseus)Mit ihrer Körpergröße von bis zu 1,45 Meter gehören die Rosaflamingos zu den größten Vögeln, die man in Sri Lanka beobachten kann. Das Gefieder der Tiere ist weiß mit einem Hauch von Rosa gefärbt, wobei die Intensität der Rosafärbung davon abhängt, wie viel Farbstoff (Betakarotin) die Vögel mit ihrer Nahrung zu sich nehmen. Der Schnabel dieser Vögel ist so aufgebaut, dass sie ihn teilweise ins Wasser tauchen und das eingesaugte Wasser mit der Zunge durch Lamellen pressen können. Das Wasser strömt seitlich wieder heraus und die Nahrungspartikel bleiben in den Lamellen hängen, um dann von den Vögeln abgeschluckt zu werden. Der Schnabel ist rosa gefärbt und hat eine schwarze Spitze. Der Rosaflamingo ist weit verbreitet, er kommt im südlichen Europa, im Süden Afrikas, in Zentralasien sowie in Mittel- und Südamerika vor. Foto: 1998,  Bundala-Nationalpark, © Uwe Post

Rotlappenkiebitz (Red-wattled Lapwing, Vanellus indicus)

Rotlappenkiebitz (Red-wattled Lapwing, Vanellus indicus)Entlang von Flüssen, an See- und Stauseeufern, in nicht allzu feuchten Sumpfgebieten sowie auf nicht überfluteten Reisfeldern trifft man in Sri Lanka auf den Rotlappenkiebitz. Er kommt sowohl im Tiefland als auch in niedrigen Höhenlagen vor. Diese 33 Zentimeter großen Vögel sind vor allem während der Dämmerung aktiv, sogar nachts gehen sie auf die Suche nach Nahrung. Tagsüber ruhen sie meist, mitunter kann man sie aber trotzdem dabei beobachten, wie sie mit ihrem staksenden Gang durchs Gras oder flache Wasser laufen. Schnecken, Insekten und andere Wirbellose bilden die Nahrung dieser Vögel. Das Gefieder ist auf der Oberseite hellbraun gefärbt, an den Flügeln befindet sich je ein zart violett überhauchter Bereich. Die Krone, das vordere Gesicht und das Brustgefieder sind schwarz, außerdem haben die Vögel schwarze Spitzen an den weißen Schwanzfedern. Seitlich im Gesicht tragen diese Tiere rote Lappen, die von der Schnabelwurzel bis zu den Augen reichen. Weiß sind die Federn des hinteren Gesichtsbereichs, über den Nacken verläuft diese Färbung zum Bauch hin. Der Schnabel ist rot gefärbt und trägt eine schwarze Spitze, die Beine sind leuchtend gelb und recht lang. Foto: 2006, Kosgoda

 

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