Sri Lanka

Vögel in Sri Lanka - Teil 3

Auf dieser Seite werden folgende Arten beschrieben:
· Graupelikan (Spot-billed Pelican, Pelecanus philippensis)
· Graureiher (Grey Heron, Ardea cinerea)
· Graustirn-Häherling (Ashy-headed Laughing Thrush, Garrulax cinereifrons)
· Hainanparadiesschnäpper (Asian Paradise Flycatcher, Terpsiphone paradisi paradisi)
· Haubendrongo (Crested Drongo, Dicrurus paradiseus lophorhinus)
· Haussperling (House Sparrow, Passer domesticus indicus)
· Hinduracke (Indian Roller, Coracias benghalensis indica)
· Hirtenmaina (Common Mynah, Acridotheres tristis melanosternus)
· Indischer Koel (Common Koel, Eudynamys scolopacea scolopacea)
· Javapfeifgans (Lesser Whistling Duck, Dendrocygna javanica)
· Kapuzenbülbül (Black-headed (Yellow) Bulbul, Pycnonotus melanicterus flaviventris)

Graupelikan (Spot-billed Pelican, Pelecanus philippensis)

Graupelikan (Spot-billed Pelican, Pelecanus philippensis)Im südlichen Asien, also von Indien bis Indonesien, liegt das Verbreitungsgebiet des Graupelikans. Diese zwischen 1,25 und 1,5 Meter langen Vögel sind im Küstenbereich und auf größeren Wasserflächen des Binnenlandes anzutreffen. Besonders gern halten sie sich an flachen Seen auf. Das Gefieder des Graupelikans ist überwiegend weißlich-grau gefärbt, die kleine Federhaube am Hinterkopf ist genau wie der Nacken und der Schwanz ein wenig dunkler grau gefärbt. Im Brutkleid ist der Rumpf leicht rosa überhaucht, auch die Flügelunterseiten weisen dann einen Rosaschimmer auf. Der Schnabel ist rosa bis fleischfarben und trägt während der Brutsaison graue Flecken. Wie alle anderen Pelikane, ernährt sich diese Vogelart überwiegend von Fisch. Weil sein Lebensraum vom Menschen zunehmend verändert wird, gelten die Bestände des Graupelikans als verwundbar und Tierschützer befürchten, dass die Spezies in nicht allzu ferner Zukunft bedroht sein könnte. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Graureiher (Grey Heron, Ardea cinerea)

Graureiher (Grey Heron, Ardea cinerea)Der Graureiher gehört zu den wenigen Vogelarten, die selbst Laien in Deutschland erkennen. Dass er in Sri Lanka anzutreffen ist, überrascht sicher den einen oder anderen Urlauber. Graureiher kommen in Europa, Asien und in Afrika teils ganzjährig, teils nur als Überwinterer vor. In Sri Lanka sind die circa 90 Zentimeter großen Vögel das gesamte Jahr über an Gewässern zugegen. Auf der Stirn und dem Oberkopf sind die Federn weiß, der Hals ist grauweiß und der Rücken aschgrau gefärbt, dort verlaufen zudem weiße Bänder. Auffällig sind die schwarzen Augenstreife und die drei langen, schwarzen Schopffedern. Am Hals verläuft eine dreifache schwarze Fleckenreihe. Die Körperoberseite ist grau gefärbt, die Schwingen selbst sind schwarz. Beine und Schnabel sind gelblich gefärbt. Vorzugsweise in flachen, klaren Gewässern nähert sich der Graureiher seiner Beute durch vorsichtiges Schreiten mit nach vorn gelegtem Kopf. Neben kleinen Fischen ernähren sich Graureiher zudem von Amphibien, Reptilien und Insekten. Alternativ wird diese Vogelart auch als Fischreiher bezeichnet. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Graustirn-Häherling (Ashy-headed Laughing Thrush, Garrulax cinereifrons)

Graustirn-Häherling (Ashy-headed Laughing Thrush, Garrulax cinereifrons)Lediglich in Sri Lanka ist der Graustirn-Häherling heimisch. Das heißt, er ist in dem Land endemisch. Zudem ist er ein Regenwaldbewohner und kommt deshalb nicht überall. Nur selten entfernen sich die Vögel vom dichten Dschungel, vereinzelt sind sie in Bambushainen im feuchten Landesteil anzutreffen. Die Körpergröße dieser Vogelart beträgt 24 Zentimeter. Der Schwanz ist recht lang und die Flügel wirken während des Fluges eher rundlich. Aschgrau ist der Kopf gefärbt, der restliche Körper trägt Federn in unterschiedlichen Dunkelrotbraun-Schattierungen. An der Kehle befindet sich ein weißer Gefiederbereich. Oft hört man die Vögel, bevor man sie in der dichten Vegetation ausmacht. Sie sind laut und ruffreudig, ihre Rufe erinnern an ein Lachen. Nur selten sind die Vögel einzeln anzutreffen, sie sind sehr gesellig und durchstreifen den Wald normalerweise in kleinen Gruppen. Recht gute Chancen, die Vögel beobachten zu können, hat man im Sinharaja-Regenwald und in Kitulgala. Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald

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Hainanparadiesschnäpper (Asian Paradise Flycatcher, Terpsiphone paradisi paradisi)

Männlicher Hainanparadiesschnäpper (Asian Paradise Flycatcher, Terpsiphone paradisi paradisi)Einen männlichen Hainanparadiesschnäpper der Unterart Terpsiphone paradisi paradisi durch den Wald fliegen zu sehen, ist ein bemerkenswerter, atemberaubend schöner Anblick. Diese Vögel stammen ursprünglich aus Südindien und mischen sich vor allem im Winter mit den in Sri Lanka beheimateten Verwandten der Unterart Terpsiphone paradisi ceylonensis, die anders gefärbt sind. Die indischen Hainanparadiesschnäpper-Männchen haben ein überwiegend weißes Federkleid und einen schwarzen Kopf, auf dem sie eine Federhaube tragen. Bei der sri-lankischen Unterart sind Rücken, Flügel und Schwanz der Männchen rotbraun gefärbt, die Körperunterseite ist weiß und der Kopf wie bei der indischen Unterart schwarz. Die Körperlänge beträgt bei beiden Unterarten etwa 20 Zentimeter, die schlanken Schwanzfedern können bis zu 30 Zentimeter lang werden.  Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald

Weiblicher Hainanparadiesschnäpper (Asian Paradise Flycatcher, Terpsiphone paradisi)Weibliche Hainanparadiesschnäpper beider Unterarten sehen nahezu gleich aus. Die Abbildung in diesem Absatz zeigt ein Weibchen. Bei diesem Geschlecht sind die Schwanzfedern deutlich kürzer als diejenigen der Männchen. Der Kopf ist weniger kräftig schwarz gefärbt und die Körperunterseite wirkt eher grau als weiß, dies gilt vor allem im bereich der Brust. Der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind hell rotbraun gefärbt. Im Wald hört man die Vögel meist schon aus großer Entfernung, weil sie recht ruffreudig sind. Sie fangen geschickt Insekten während des Fluges. Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald

 

  

  

Haubendrongo (Crested Drongo, Dicrurus paradiseus lophorhinus)

Haubendrongo (Crested Drongo, Dicrurus paradiseus lophorhinus)Eine hübsche Vogelart Sri Lankas ist der Flaggendrongo. Er kommt in dem Land in einer speziellen Unterart vor: Dicrurus paradiseus lophorhinus. Tiere, die dieser Unterart angehören, werden als Haubendrongos bezeichnet. Sie sind etwa 35 Zentimeter lang und haben einen langen, tief gegabelten Schwanz. Das namensgebende Merkmal ist die kleine Federhaube an der Stirn, also unmittelbar hinter dem Schnabelansatz. Das Gefieder dieser Vogelunterart ist glänzend schwarzblau gefärbt. Beide Geschlechter sehen gleich aus. Haubendrongos sind in Sri Lanka endemisch, sie sind in Wäldern der feuchten Landesteile bis in Höhenlagen von 1.700 Meter heimisch. Insekten bilden die Nahrung dieser Vögel. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Haussperling (House Sparrow, Passer domesticus indicus)

Auch in Sri Lanka pfeifen die Spatzen so manches von den Dächern. Diese in Mitteleuropa vielen Menschen bekannte Vogelart kommt in dem asiatischen Land im Bereich von Siedlungen und auf Kulturflächen vor. Haussperlinge sind 15 Zentimeter groß und wenig scheu. Die Weibchen, siehe Foto unten rechts, sind bräunlich-grau gefärbt, die Männchen haben eine graue Körperunterseite, eine braune Körperoberseite sowie einen grauen Scheitel und einen auffälligen schwarzen Bereich im Gesicht, der direkt in die schwarze Kehle übergeht. Körner und Saaten bilden die Hauptnahrung der Haussperlinge, die ihren Speisezettel um Brotkrümel und andere vom Menschen achtlos fallen gelassene Abfälle von Backwaren ergänzen. Darüber hinaus fressen sie mitunter auch Obstreste aus dem Müll.

  Männlicher Haussperling (House Sparrow, Passer domesticus indicus)   Weiblicher Haussperling (House Sparrow, Passer domesticus indicus)  
  Männchen, Foto: 2006, Nuwara Eliya   Weibchen, Foto: 2006, Nuwara Eliya

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Hinduracke (Indian Roller, Coracias benghalensis indica)

Hinduracke (Indian Roller, Coracias benghalensis indica)Einer der farbenprächtigsten gefiederten Bewohner Sri Lankas ist die Hinduracke. Diese 32 Zentimeter großen Vögel sehen schon dann bemerkenswert bunt aus, wenn sie einfach nur da sitzen. Ihr Gefieder ist an vielen Stellen bräunlich gefärbt, an den Flügeln leuchtend blau und am Bauch hell türkis. Auch der Oberkopf ist türkis gefärbt. Sobald die Vögel ihre Schwingen ausbreiten und losfliegen, wirken sie lila und leuchtend türkis und sehen noch spektakulärer aus als im Sitzen. Aufgrund ihrer großen, runden Flügel, die schwarz, weiß und türkis gemustert sind, erinnern Hinduracken ein wenig an übergroße Schmetterlinge. Meist kann man die Vögel auf hohen Ästen oder Stromleitungen sitzen sehen, von wo aus sie ihre Umgebung beobachten und mitunter zu kurzen Beuteflügen ansetzen, während derer sie Insekten fangen. In Sri Lanka kommen die Vögel vor allem in der trockenen Landeszone vor, vereinzelt trifft man sie in den feuchten Landesteilen an. Foto: 2006, Aluthgama

Hirtenmaina (Common Mynah, Acridotheres tristis melanosternus)

Charakteristisch für Sri Lanka - und darüber hinaus für Indien - sind die fast am gesamten Körper schlicht dunkelbraun bis schwarz gefärbten Hirtenmainas. Diese 25 Zentimeter großen, reizenden Vögel halten sich oft am Boden auf, suchen dort nach Futter und singen wunderschön. Im Gesicht tragen die Hirtenmainas gelbe Bereiche, auch der Schnabel und die Beine sind gelb gefärbt. Besonders schön ist es, den Männchen bei der Balz zuzuschauen. Sie verbeugen sich tief vor ihrer Partnerin und fächern dabei ihre Schwanzfedern breit auseinander. Dabei ist dann die heller befiederte Unterbauchgegend zu erkennen. Zu sehen ist eine Momentaufnahme einer solchen Vorführung auf dem Foto unten links. Das Aussehen der Hirtenmainas erinnert an das der Beos, die in Deutschland als Ziervögel ausgesprochen beliebt sind. Diese Ähnlichkeit liegt darin begründet, dass die beiden Vogelarten miteinander verwandt sind.

  Hirtenmaina (Common Mynah, Acridotheres tristis melanosternus)   Hirtenmaina (Common Mynah, Acridotheres tristis melanosternus)  
  Foto: 2006, Aluthgama   Foto: 2006, Aluthgama  

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Indischer Koel (Common Koel, Eudynamys scolopacea scolopacea)

Indischer Koel (Common Koel, Eudynamys scolopacea scolopacea)Der Indische Koel gehört zur Familie der Kuckucke und legt seine Eier in fremde Nester. In Sri Lanka sind vor allem Rabenvögel wie die Glanzkrähe hiervon betroffen. Die Körpergröße des Indischen Koels beträgt bis zu 42 Zentimeter, die beiden Geschlechter dieser Vogelart sehen unterschiedlich aus. Männchen sind am gesamten Körper glänzend schwarz gefärbt und haben einen grünlich gefärbten Schnabel. Die Weibchen, siehe Foto in diesem Absatz, sind braun gefärbt und tragen auf der Körperoberseite hellere Flecken sowie einen gebänderten Schwanz. Auffällig rot sind die Augen des Indischen Koels gefärbt. Im dichten Grün der Bäume finden die Vögel ihre Nahrung, die aus Früchten und Insekten besteht. Nur selten sieht man einen Indischen Koel am Boden umher laufen. Entweder sieht man diese Tiere allein oder in Paaren. Sie sind tagsüber sehr leise und stoßen nur in Gefahrensituationen Alarmschreie aus. Vor allem in der Zeit kurz vor Sonnenaufgang lassen sie oft ihre lauten Rufe erklingen, siehe Klangbeispiel. In Höhenlagen von bis zu 500 Meter trifft man diese Vögel in Gärten und mit Bäumen bestandenen Gebieten auf der gesamten Insel an. Foto: 2006, Kurunegala

Javapfeifgans (Lesser Whistling Duck, Dendrocygna javanica)

Javapfeifgans (Lesser Whistling Duck, Dendrocygna javanica)Die 43 Zentimeter große Javapfeifgans kommt in fast ganz Sri Lanka in relativ großer Zahl während des gesamten Jahres vor. Nur in einigen Teilen des Hochlandes ist sie so selten vorhanden, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Diese Vögel sind in unterschiedlichen Schattierungen bräunlich bis rotbraun gefärbt, beide Geschlechter sehen gleich aus. Weil die Javapfeifgänse sehr scheu sind, lassen sie sich meist nur aus großer Entfernung beobachten. Wenn sie gerade nicht am Ufer eines Gewässers stehen oder darauf schwimmen, sitzen sie manchmal in Bäumen, wo sie auch schlafen. Weil sich Javapfeifgänse von Pflanzenteilen ernähren, bevorzugen diese Vögel Süßwassergewässer mit reicher Vegetation als Lebensraum. Foto: 2006, Udawalawe-Nationalpark

Kapuzenbülbül (Black-headed (Yellow) Bulbul, Pycnonotus melanicterus flaviventris)

Kapuzenbülbül (Black-headed (Yellow) Bulbul, Pycnonotus melanicterus flaviventris)Indien, Sri Lanka und die Bereiche östlich davon bis nach Indonesien sind die Heimat des Kapuzenbülbüls. Diese 19 Zentimeter großen Vögel leben vor allem in Wäldern und in Bereichen mit dichtem Bewuchs. Die Körperoberseite ist olivgrün gefärbt, die untere Körperseite erstrahlt in einem kräftigen Gelb. Der Kopf inklusive der Federhaube ist glänzend schwarz gefärbt. Bei der in Sri Lanka endemischen Unterart Pycnonotus melanicterus flaviventris ist der Kehlbereich genau wie der Rest der Körperunterseite gelb gefärbt, andere Unterarten tragen im Unterschied dazu rote Federn an der Kehle. Beide Geschlechter des Kapuzenbülbüls sehen gleich aus und lassen sich rein äußerlich nicht voneinander unterscheiden. Das Flugbild dieser Vogelart erinnert an das der Spechte, weil sich die Tiere in der Luft wellenförmig auf und ab bewegen. Insekten und Früchte bilden die Nahrung des Kapuzenbülbüls. Foto: 2006, Sinharaja-Regenwald

 

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Linktipps:

Flickr-Gruppe: Birds of Sri Lanka (Bildersammlung, Englisch)

Flickr-Gruppe: Sri Lanka Birds
(Bildersammlung, Flickr)