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Pflanzen der
Seychellen - Teil 3
Orleansbaum (Annatto, Bixa orellana)
Ursprünglich
stammt der Orleansbaum aus dem tropischen Amerika. Als Zierpflanze wird
er in aller Welt geschätzt und mancherorts ist es der Spezies gelungen,
sich von den Gärten in die Natur auszubreiten. Orleansbäume werden bis
zu zehn Meter hoch und kommen auf den Seychellen vielerorts vor, weil
sie dort ein für sie ideales, ganzjährig warmes Klima vorfinden. In
manchen Gebieten dient der Orleansbaum dem Menschen als Nutzpflanze,
dies ist überwiegend in Mittelamerika der Fall. In den braunrot
gefärbten, stacheligen Samenkapseln befinden sich kleine dunkelrote
Samen. Sie enthalten die Farbstoffe Bixin und Norbixin, die zum Färben
von Speisen, Kosmetika und Textilien Verwendung finden. Weitere Teile
der Pflanze lassen sich in der Medizin nutzen, da sie eine heilende
Wirkung aufweisen. Foto: Juni 2000, Mahé
Papayabaum (Papaya Tree, Carica papaya)
Wer
einmal eine frische Papaya mit einem Hauch Zitronen- oder Limettensaft
gegessen hat, wird dieser herrlich aromatischen Frucht wahrscheinlich
verfallen sein. Dieses köstliche Obst haben wir im Garten unserer
Ferienwohnung auf Mahé frisch ernten können, weshalb wir uns wie im
Paradies gefühlt haben. Papayas werden auf allen Seychelleninseln
angebaut. Wenn sie nicht gerade den kleinen, gefräßigen Käfern zum Opfer
fallen, die man oft auf den Früchten findet, landen sie auf den Tellern
der Einheimischen und Touristen. Die Abbildung in diesem Absatz zeigt
eine weibliche Pflanze mit Früchten. Das ursprüngliche
Verbreitungsgebiet dieser Bäume, die zwischen fünf und zehn Meter groß
werden können, ist das tropische Amerika. Dort kommt die Pflanzenart vor
allem im Tiefland und in den Küstenregionen vor. In einigen Büchern wird
diese Pflanzenart auch als Melonenbaum bezeichnet. Foto: Juni 2000, Mahé
Passionsblume (Passion Flower, Passiflora sp.)
Auf vielen Inseln der Seychellen kultivieren die Einheimischen
Passionsblumen für den Eigenbedarf, um die schmackhaften Früchte
dieser Pflanzen zu ernten. Aus den Früchten lässt sich
erfrischender Saft gewinnen. Diese Früchte werden auch als
Maracujas bezeichnet. Die ursprüngliche Heimat der Passionsblumen
befindet sich im tropischen und subtropischen Amerika. Es
existieren über 500 verschiedene Passionsblumen-Arten. Viele von
ihnen haben sehr auffällig geformte und gefärbte Blüten, deren
Durchmesser mehrere Zentimeter beträgt.
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Passionsblume (Passiflora foetida),
Foto: Juni 2000, Mahé |
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Passionsblume (Passiflora edulis),
Foto: Juni 2000, Mahé |
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Purpurfarbener Ingwer (Red Ginger, Alpinia purpurata)
Das
leuchtende, überaus intensive Rot der Blüten des Purpurfarbenen Ingwers
ist im Schein der Äquatorsonne überwältigend schön. Ursprünglich stammt
dieses auf den Seychellen als Zierpflanze kultivierte Gewächs aus dem
ostasiatischen beziehungsweise malaiischen Raum. Die Wuchshöhe des
Purpurfarbenen Ingwers liegt bei bis zu drei Meter. Innerhalb der rot
gefärbten Tragblätter liegen die eigentlichen Blüten versteckt, sie sind
weiß gefärbt und recht zierlich. Die Blüten haben jedoch mehr zu bieten
als ein attraktives Äußeres. Vor allem für die Vögel zählen ihre
"inneren Werte": Im Garten unserer Ferienwohnung habe ich regelmäßig
einige
Seychellennektarvögel dabei beobachten können, wie sie Nektar aus den
Blüten getrunken haben. Ihre gebogenen, langen Schnäbel sind dafür die perfekten
Werkzeuge und sie erinnern ein wenig an Kolibris, mit denen sie jedoch
nicht verwandt sind. Im Englischen wird der Purpurfarbene Ingwer auch
als Ostrich Plume oder Pink Cone Ginger bezeichnet. Foto:
Juni 2000, Mahé
Rote Frangipani (Frangipani, Plumeria rubra)
Auf
eine Wuchshöhe von bis zu 25 Meter kann die Rote Frangipani bringen. Die
Bäume weisen einen korkigen Stamm auf, der dunkelgrün gefärbte
Laubblätter mit einer festen Oberfläche hervorbringt. Sie sind
elliptisch-langgestreckt bis elliptisch umgekehrt eiförmig, ihre Länge
beträgt maximal 40 Zentimeter, die Breite bis zu 15 Zentimeter. Zwischen
drei und sechs Zentimeter lang sind die Stiele der Blätter. In kleinen
Rispen stehen die süßlich duftenden Blüten zusammen. Sie sind bei dieser Art rot oder
gelblichrot gefärbt, es kommen auch Blüten vor, die dreifarbig sind:
rot, weißlich und gelb. Die ursprüngliche Heimat der Roten Frangipani
sind Südmexiko und Mittelamerika. Foto: Juni 2000, Mahé
Scaevola-Busch (Beach Naupaka, Scaevola frutescens)
Auf
den salzhaltigen Sandböden vieler Seychelleninseln gedeihen die
Scaevola-Büsche. Sie sind dicht und wuchern meist stark in die Breite.
Die Wuchshöhe kann bis zu drei Meter betragen. Ihre weißen Blüten sind
asymmetrisch geformt, das heißt, die Blütenblätter liegen einander nicht
paarig gegenüber. Hellgrün sind die Blätter gefärbt, sie können eine
Länge von bis zu 15
Zentimeter erreichen und rollen sich meist an den Seiten nach unten. Leider weiß ich nicht, um welche Scaevola-Art es sich
bei dem rechts gezeigten Exemplar im Detail handelt. Falls Sie bei der
Identifizierung helfen können, würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
freuen. Foto: Juni
2000, Bird Island
Scharlachkordie (Geiger Tree, Cordia sebestena)
Intensiv rot sind die Blüten der Scharlachkordie gefärbt, wodurch die
Pflanzenart ihren Namen erhalten hat. Auf Bird Island habe ich einen
Baum dieser Spezies gesehen, an dem sich sowohl Blüten als auch Früchte zur selben
Zeit befunden haben. Offenbar scheint sich die Blüteperiode der
Scharlachkordie somit über einen langen Zeitraum zu erstrecken. Meist sind die Bäume nicht höher als drei Meter. Die herab
gefallenen Früchte sind übrigens bei den auf Bird Island lebenden
Aldabra-Riesenschildkröten heiß begehrte Leckerbissen.
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Blüten, Foto: Juni 2000,
Bird Island |
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Früchte, Foto: Juni
2000, Bird Island |
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Schönhäutchen (Spider Lily, Hymenocallis littoralis)
Die
Schönhäutchen (Hymenocallis) sind eine Gattung in der Familie
der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Je nach Quellenangabe soll es in
aller Welt zwischen 40 und 50 unterschiedliche Hymenocallis-Arten geben,
die fast alle in den Tropen heimisch sind. Auf den Seychellen trifft man
vielerorts auf die in diesem Absatz gezeigte Pflanzenart, deren exakten
deutschen Namen ich leider nicht kenne. Diese schönen, filigranen
Gewächse gedeihen auf sandigem Boden, oft auch in der in der Nähe von
Stränden. Bis zu 40 Zentimeter hoch sind die einzelnen Pflanzen dieser
Art gewesen, die ich auf den Seychellen gesehen habe. Auffällig sind
ihre weißen Blüten geformt. Foto: Juni 2000, Mahé
Seerose (Water Lily, Nymphaea sp.)
Auf
der Insel La Digue finden sich einige feuchte Bereiche und Bachläufe, in
denen unzählige Seerosen gedeihen. Die Blätter dienen den
Teichhühnern als Plattformen bei der Nahrungssuche, denn die Vögel
können wegen ihrer großen Füße auf den Blättern dieser Wasserpflanzen
laufen. Seerosen kommen in
40 verschiedenen Arten auf der ganzen Welt vor. Ihre Blätter sind
herzförmig bis rund und schwimmen an der Wasseroberfläche. Die Blüten
befinden sich an langen Stängeln knapp über dem Wasser und sind je nach Art
im Durchmesser unterschiedlich
groß und verschieden gefärbt. Auf den Seychellen habe ich nur eine weiß
blühende Art gesehen. Leider weiß ich nicht, um welche Spezies es sich bei den
in diesem Absatz gezeigten Seerosen handelt. Falls Sie bei der
Identifizierung helfen können, würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
freuen. Foto: Juni 2000, La
Digue
Seychellenpalme (Coco-de-Mer, Lodoicea maldivica)
Die
wohl berühmteste endemische Palmenart des Inselstaates ist die
Seychellenpalme oder Coco de Mer, denn die Frucht dieser Pflanzenart ist
das Symbol der Seychellen. In freier Natur wächst die Seychellenpalme nur auf der
Insel Curieuse und in
einem kleinen Tal auf der Insel Praslin, also im
Vallée de Mai. Die
Wuchshöhe der Palmen kann bis zu 25 Meter betragen und sie bilden die
größten Samen im gesamten Pflanzenreich.
Einst haben die Seychellennüsse als seltene und entsprechend teure
Kostbarkeit gegolten, denn gefunden hat man sie meist nur, wenn sie
zufällig vom Meer an einer fernen Küste - häufig auf den Malediven -
angespült worden sind. Doch nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit sind sie
begehrt gewesen, sondern vor allem deshalb, weil die reifen Früchte an
ein weibliches Becken erinnern. Folglich hat man sie für ein
Aphrodisiakum gehalten, für das immens hohe Preise gezahlt worden sind.
Der alternative wissenschaftliche Name der Pflanzenart lautet
Lodoicea seychellarum. Foto: Juni 2000,
Praslin
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