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Pflanzen der
Seychellen - Teil
1
Afrikanischer Tulpenbaum (African Tulip Tree, Spathodea campanulata)
Relativ
häufig ist auf den Seychellen diese bis zu 21 Meter hohe Baumart vor, es
soll im Verbreitungsgebiet der Art sogar mancherorts bis zu 30 Meter
hohe Exemplare geben. Die Art stammt ursprünglich von der afrikanischen
Atlantikküste im Bereich von Ghana bis nach Angola. Weil die Bäume sehr
hübsch anzusehen sind, haben Menschen sie an vielen anderen Teilen der
Welt angesiedelt, darunter auch auf den Seychellen. Dort kommt die Art
auf etlichen Inseln der Inneren Seychellen vor. Von den Einheimischen
wird der Afrikanische Tulpenbaum auf Kreolisch als "Pis Pis" oder auf
Englisch als "Flame of the forest" bezeichnet. Jede der zahlreichen
farbenprächtigen Blüten ist nach oben gebogen, das ganze Jahr über kann
man sie beobachten. Sind die Blüten noch ungeöffnet, enthalten sie
Wasser. Drückt man sie kräftig zusammen, spritzt es heraus, weshalb die
Kinder sie gern als natürliche Wasserpistolen zweckentfremden. Foto:
Juni 2000, Mahé
Aprikosen-Jambose
Auf
den Seychellen kommt ein Baum vor, der als Aprikosen-Jambose bezeichnet
wird. Ein wissenschaftlicher Name ist bisher nicht bekannt, falls Sie
ihn kennen, würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
freuen. Diese Pflanzenart soll gemäß den Einheimischen nach der
Blütezeit und Befruchtung viele cremefarbene Früchte hervorbringen, die
sehr schmackhaft sein sollen. Die Blüten sind sehr filigran geformt
gewesen, ihre Größe hat im Durchmesser etwa fünf Zentimeter betragen.
Circa zweieinhalb Meter sind die meisten dieser Bäume groß gewesen, die
ich auf den Seychellen gesehen habe. Foto: Juni 2000, Bird Island
Banane (Banana, Musa sp.)
Herrlich
aromatisch sind die auf den Seychellen angebauten Bananen. Sie sind in
unterschiedlichen Größen und Farben erhältlich, weil sie in mehreren
verschiedenen Arten auf den Inseln vertreten sind. Besonders schmackhaft
sind die kleinen, rötlichen Früchte. Eine Bananenstaude mit ihrer
violett gefärbten Blüte am unteren Ende ist ein eindrucksvoller Anblick,
der in unseren Breiten nicht alltäglich ist. Die einzelnen Blätter der
Blüte klappen empor und geben die kleinen Narben frei, die von Insekten
befruchtet werden. Später fallen die Blätter ab, weil sich die noch
winzigen Bananen zu bilden beginnen. Je größer sie werden, desto weiter
biegen sie sich nach oben, bis sie schließlich reif sind. Schon vor
langer Zeit sind Bananen als Nutzpflanzen von Menschen in vielen Teilen
der Welt angepflanzt worden. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der
Gattung Musa befindet sich auf den Inseln Südostasiens. Foto: Juni
2000, Mahé
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Behaarte Baumwolle (Wild Cotton, Gossypium hirsutum)
Auf
Bird Island
sind zwar die Vögel die eigentliche Attraktion, aber auch einige schöne
Pflanzen gibt es auf der kleinen Insel zu bewundern. Direkt neben dem
Rollfeld am Hauptweg zur Bungalowanlage habe ich eine Baumwollpflanze
entdeckt, aus der sogar Baumwolle hervor gequollen ist. Die Wuchshöhe
der Behaarten Baumwolle kann bis zu 1,5 Meter betragen. Es handelt sich
hierbei um eine einjährige, strauchartige Pflanze, die feuchte Böden und
viel Sonne benötigt. Dass die Baumwolle an einigen Stellen auf Bird
Island gedeihen kann, obwohl es auf der Insel selten regnet, hat mich
deshalb sehr verwundert. Ursprünglich stammt die Baumwollpflanze aus
Zentralamerika. Foto: Juni 2000, Bird Island
Brotfruchtbaum (Breadfruit Tree, Artocarpus altilis)
Südostasien
ist die eigentliche Heimat des Brotfuchtbaumes, der heute jedoch auch in
anderen Teilen der Welt anzutreffen ist, weil Menschen dieses nützliche
Gewächs dort eingeführt haben. Stattliche 25 Meter können diese Bäume
groß werden. Ihre Früchte stellen einen wichtigen Bestandteil des
Speisezettels der einheimischen Bevölkerung der Seychellen dar.
Geschmack und Konsistenz der Brotfrüchte erinnern an Kartoffeln, ihre
Verarbeitung in der Küche ist derjenigen der Knollenfrüchte aus der Erde
ebenfalls ähnlich. Auf La Digue hat meine Vermieterin, Madame Adrienne
vom Sitronnel Guesthouse, auf meinen Wunsch hin Brotfrucht in
unterschiedlichen Varianten für mich zubereitet. Ich bin vom Geschmack
der Früchte begeistert gewesen. Foto: Juni 2000, La Digue
Cherimoya oder Netzannone (Custard Apple, Annona reticulata)
Etwa
so groß wie eine Orange, je nach Reifegrad grünlich bis rosa gefärbt und
mit einem Netzmuster bedeckt ist die Netzannone, die auch Cherimoya oder
Zimtapfel genannt wird. Die Seychellois bezeichnen diese essbare und
überaus schmackhafte Frucht als "Custard apple" oder auf Kreolisch
"Coeur de boeuf" (Ochsenherz). Das Fruchtfleisch hat mich in Bezug auf
den Geschmack und die Konsistenz an saftigen Käsekuchen erinnert. Etwa
zehn Meter hoch werden die Bäume, in seltenen Fällen ein wenig höher.
Sie tragen zwar oft Früchte, aber nicht immer kann man diese ernten,
weil auch die Vögel das süße Fruchtfleisch zu schätzen wissen und die
Schale aufpicken, um sich satt zu essen. Foto: Juni 2000, Mahé
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Chinesische Flachslilie (Dianella ensifolia)
Während unseres Aufstiegs zum
Copolia, einem Berg auf Mahé, haben wir am Rand des Wanderpfades im
Nationalpark an einigen Stellen diese leuchtend blauen bis lila
gefärbten Beeren der Chinesischen Flachslilie gesehen. Die giftige
Pflanzenart ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet, ihre
ursprüngliche Heimat ist Ostasien, wo sie von Indien über China bis zu
den Philippinen gedeiht. Die Blüten dieses zarten
Liliengewächses, das bis zu 1,5 Meter groß werden kann, sind
bläulich-weiß bis violett gefärbt und tragen gelbe Staubgefäße, siehe
Foto unten links. Ihr Durchmesser beläuft sich auf circa 1,5 Zentimeter.
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Foto: Juni 2000, Mahé |
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Foto: Juni 2000, Mahé |
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Deckenia nobilis (Palmiste)
Eine
endemische, also ursprünglich nur auf den Seychellen in freier Natur
vorkommende Pflanzenart ist die Palme mit dem wissenschaftlichen Namen
Deckenia nobilis. Von den Einheimischen wird sie als Palmiste
bezeichnet. Sie steht unter strengem Schutz und darf nicht gefällt
werden. Ihre Wuchshöhe kann bis zu 30 Meter und mehr betragen. Aus ihren
jüngsten, noch im Inneren liegenden Blättern wird der berühmte
Millionärssalat zubereitet, falls eine dieser Palmen von selbst umfällt.
Dieser Salat gehört zu den teuersten Köstlichkeiten der Seychellen, aus
einer Palme lassen sich maximal zwölf Portionen der exquisiten Speise
gewinnen. Foto: Juni 2000, Mahé
Duftende Frangipani (Frangipani, Plumeria obtusa)
Die
Wuchshöhe der Duftenden Frangipani beträgt zwischen vier und 15 Meter,
die Pflanzenart wächst zu Bäumen heran. Durch ihren angenehmen, süßen Duft zeichnen sich die hübschen Blüten.
Sie sind außen weiß gefärbt und im Zentrum gelb. Ledrig, umgekehrt
eiförmig bis eiförmig-langgestreckt und zwischen fünf und 25 Zentimeter
lang sind die Laubblätter. Ihre Breite beträgt zwei bis neun Zentimeter.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Duftenden Frangipani liegt in
Mexiko, Britisch Honduras, Guatemala, auf den Großen Antillen und auf
den Bahamas. Foto: Juni 2000, Mahé
Fackelingwer (Torch Ginger, Etlingera elatior)
Als
Nahrungsquelle heiß begehrt sind bei den
Seychellennektarvögeln die Blüten des Fackelingwers. Leider ist es
auf dem nebenstehend gezeigten Bild aufgrund des Gegenlichts nur schwer
zu erkennen, wie die kleinen Vögel auf den bis zu zehn Zentimeter großen
Blüten umher klettern, um ihren Nektar zu trinken. Aufgrund ihrer
intensiven roten bis scharlachroten Färbung sind die Blütenstände des
Fackelingwers weithin sichtbar. Stattliche sechs Meter können
ausgewachsene Pflanzen groß werden. Ursprünglich stammt die Spezies aus
dem indomalaiischen Raum, sie ist vielerorts auf der Welt als
Zierpflanze anzutreffen. Foto: Juni 2000, Mahé
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