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Wie es für die tropischen Regionen der Erde üblich ist, gedeihen auch auf den Seychellen viele
Blüh- und Nutzpflanzen. Die botanische Vielfalt ist geradezu umwerfend, wenn man mit
aufmerksamem Blick durch die Natur wandert und sie bewusst wahrnimmt. Leider kenne ich mich mit
Pflanzen nicht sonderlich gut aus, so dass ich in den meisten Fällen eine namentliche Nennung der Pflanzen schuldig bleiben muss. Sollten Sie eine der in diesen angegliederten Kapiteln abgebildeten Pflanzenarten kennen, würde ich
mich über eine Nachricht freuen.
Neben den Abbildungen der Pflanzen finden Sie jeweils eine Angabe darüber, wo das
Foto entstanden ist. Sämtliche Bilder fertigte ich während
meiner Seychellen-Reise im Juni 2000 mit einer Minolta XG-2 an. Die von mir verwendeten Namen basieren auf einer Bestimmung der Arten anhand von
Fachliteratur beziehungsweise mit der freundlichen Unterstützung von
Experten. Irrtümer sind dabei freilich nicht ausgeschlossen.
Afrikanischer Tulpenbaum (African Tulip Tree, Spathodea
campanulata)
Relativ häufig sieht man dieses leuchtend orange bis rot
blühende Gewächs auf den meisten Seychellen-Inseln. Die
Einheimischen nennen den Afrikanischen Tulpenbaum Pis
Pis oder Flame of the forest. Jede der
zahlreichen farbenprächtigen Blüten ist nach oben gebogen, das
ganze Jahr über kann man sie beobachten. Sind die Blüten noch
ungeöffnet, enthalten sie Wasser. Drückt man sie kräftig
zusammen, spritzt es heraus, weshalb die Kinder sie gern als
natürliche Wasserpistolen zweckentfremden. (Mahé)
Aprikosen-Jambose
Dieser Baum soll während der Fruchtzeit viele cremefarbene
Früchte hervorbringen, die laut Aussage der Einheimischen sehr
schmackhaft sind. Leider kenne ich den wissenschaftlichen Namen dieser Pflanzenart nicht. Die Blüten waren im Durchmesser etwa fünf Zentimeter groß, der Baum selbst etwa zweieinhalb Meter. (Bird Island)
Banane (Banana, Musa sp.)
Herrlich aromatisch sind die auf den Seychellen angebauten Bananen. Sie sind in unterschiedlichen Größen und Farben erhältlich, weil sie in mehreren verschiedenen Arten auf den Inseln vertreten sind. Besonders schmackhaft
sind die kleinen, rötlichen Früchte. Eine Bananenstaude mit
ihrer violett gefärbten Blüte am unteren Ende ist ein eindrucksvoller Anblick,
der in unseren Breiten nicht alltäglich ist. Die einzelnen Blätter der
Blüte klappen empor und geben die kleinen Narben frei, die von
Insekten befruchtet werden. Später fallen die Blätter ab, weil
sich die noch winzigen Bananen zu bilden beginnen. Je größer
sie werden, desto weiter biegen sie sich nach oben, bis sie
schließlich reif sind. (Mahé)
Ziegenfuß-Prunkwinde (Beach Morning Glory, Ipomoea pes-caprae)
Im sandigen Boden einige Meter von der Brandungszone entfernt, wachsen auf den Seychellen vielerorts
diese niedrigen Rankenpflanzen. Ihre Blüten sind rosa bis violett gefärbt, eine nahe verwandte Art trägt weiße Blüten. Die Blätter der Strandwinde können bis zu zehn Zentimeter lang werden, die
Ausläufer der Pflanze, also ihre Ranken, erreichen eine Länge von bis zu 35 Meter. Weil die
Spezies sehr salztolerant ist, kommt sie stellenweise bis zur Brandungslinie des Ozeans
vor und bildet im Sand dicht überwucherte, mehrere Quadratmeter große Bereiche. In manchen Literaturquellen wird diese Pflanzenart auch als Strandwinde bezeichnet.
(Bird Island)
Behaarte Baumwolle (Wild Cotton, Gossypium hirsutum)
Auf Bird Island sind zwar die Vögel die eigentliche Attraktion,
aber auch einige schöne Pflanzen gibt es auf der kleinen Insel zu
bewundern. Direkt neben dem Rollfeld am Hauptweg zur Bungalowanlage entdeckte
ich eine Baumwollpflanze, aus der sogar reife Baumwolle hervor quoll.
Die Wuchshöhe der Behaarten Baumwolle kann bis zu 1,5 Meter betragen. Es handelt sich hierbei um eine einjährige, strauchartige Pflanze, die feuchte Böden und viel Sonne benötigt. Dass die Baumwolle an einigen Stellen auf Bird Island gedeihen kann, obwohl es auf der Insel selten regnet, hat mich deshalb sehr verwundert. Ursprünglich stammt die Baumwollpflanze aus Zentralamerika. (Bird Island)
Brotfruchtbaum (Breadfruit, Artocarpus altilis)
Südostasien ist die eigentliche Heimat des Brotfuchtbaumes, der aber auch in anderen Teilen der Welt heutzutage anzutreffen ist. Stattliche 25 Meter können diese Bäume groß werden. Ihre Früchte stellen einen wichtigen Bestandteil
des Speisezettels der einheimischen Bevölkerung der Seychellen dar. Geschmack und
Konsistenz der Brotfrüchte erinnern an Kartoffeln, auch ihre
Verarbeitung ist ähnlich. Auf La Digue hat meine Vermieterin, Madame Adrienne vom Sitronnel Guesthouse, auf meinen Wunsch hin Brotfrucht in unterschiedlichen Varianten für mich zubereitet. Ich war begeistert vom Geschmack der Früchte. (La Digue)
Cherimoya oder Netzannone (Custard Apple, Annona reticulata)
Etwa so groß wie eine Orange, grünlich bis rosa gefärbt - je nach
Reifegrad -, und mit einem Netzmuster bedeckt ist die Netzannone, die
auch Cherimoya oder Zimtapfel genannt wird. Die Seychellois bezeichnen diese essbare und
überaus schmackhafte Frucht als custard apple oder auf kreolisch
"coeurs de boeuf" (Ochsenherz). Das Fruchtfleisch erinnerte mich in Bezug auf den Geschmack
und die Konsistenz an saftigen Käsekuchen. Etwa zehn Meter hoch werden die Bäume, in seltenen Fällen ein wenig höher. Sie tragen zwar oft Früchte, aber nicht immer kann man diese ernten, weil auch die Vögel das süße Fruchtfleisch zu schätzen wissen und die Schale aufpicken, um sich satt zu essen. (Mahé)
Fischgiftbaum oder Putatbaum (Sea Poison Tree, Barringtonia
asiatica)
Nur für eine Nacht sind die schönen, feingliedrigen weißen Blüten mit ihren rosa Spitzen
geöffnet. In den frühen Morgenstunden
fallen sie herab, weshalb Fotografen sehr früh aufstehen müssen,
um blühende Fischgiftbäume ablichten zu können. Teile dieser bis zu 20 Meter hohen Bäume wurden
früher von den Einheimischen getrocknet und gemahlen. Das Pulver
gab man in natürliche Meerwasserpools zwischen den Felsen. Alle
Fische darin waren nach kurzer Zeit so benommen, dass sie sich leicht
fangen ließen, denn die Pflanze ist giftig. (Mahé)
Frangipani (Frangipani, Plumeria obtusa und Plumeria rubra )
Durch ihren angenehmen, süßen Duft zeichnen sich die
hübschen Blüten des Frangipani aus. Besonders stark duften
die weißen Blüten. Die Bäume oder Büsche sind immergrün und können bis zu 4,5 Meter groß werden. Sie benötigen warmes Klima und sonnige Standorte, um gedeihen zu können. Plumeria obtusa blüht weiß mit gelbem Bereich im Zentrum (linkes Foto), Plumeria rubra hat rötlich-gelbe Blüten, wie in der rechten Abbildung zu sehen ist. (Beide Fotos: Mahé)
Indischer Mandelbaum (Sea Almond Tree, Terminalia catappa)
Auf La Digue stand im Juni 2000 direkt gegenüber vom Fähranleger ein
schöner Indischer Mandelbaum, den man leicht an seinen rosaroten
Früchten erkennt. Diese Pflanzenart wird auch als Seemandelbaum bezeichnet. Auch der Name Katappenbaum ist gebräuchlich. Diese Baumart ist recht salztolerant und wächst deshalb auch nahe am Ozean. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Südostasien und das östliche Afrika sowie Madagaskar. Die Wuchshöhe kann bis zu 25 Betragen. Weil die Bäume dicht belaubt sind, werden sie gern als Schattenspender gepflanzt. (La Digue) |