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Jackfruchtbaum (Jackfruit Tree, Artocarpus heterophyllus)
Von beeindruckender Größe sind die Jackfrüchte. Sie
wachsen aufgrund ihres hohen Gewichts direkt am stabilen Stamm der
Bäume. Eine einzelne Frucht kann bis zu zehn Kilogramm schwer werden und eine
mehrköpfige Familie einige Tage lang ernähren. Unser Vermieter auf Mahé
zeigte uns, wie man Jackfrüchte öffnet, was wirklich
schwieriger ist, als man als unbedarfter Europäer denken mag.
Das Innere der Früchte ist sehr klebrig, weshalb das Messer zuvor mit Öl eingerieben werden sollte, damit es sich später leichter reinigen lässt. Zum Ausklauben der Frucht trägt man am besten Einmalhandschuhe, hat uns unser Vermieter verraten. Die Bäume können eine Wuchshöhe von bis zu zehn Meter erreichen und gehören zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). In sämtlichen tropischen Gegenden der Welt ist diese Baumart anzutreffen. (La Digue)
Flaschenbaum (Bottle Plant, Jatropha podagrica)
Hinter unserem Ferienhaus auf Mahé wuchs in einem schattigen
Bereich an einer Mauer dieser Flaschenbaum, bei der mir der starke Kontrast
zwischen den grünen Kapseln und den roten Blüten ausgesprochen
gut gefiel. Die Wuchshöhe der Pflanze betrug in etwa 50 Zentimeter, ausgewachsene
Exemplare der Pflanzenart können bis zu drei Meter groß werden. Im direkten
Sonnenlicht sah die Pflanze, die zu den Wolfsmilchgewächsen gehört, besonders
prachtvoll aus. Man nennt den ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Flaschenbaum
auch Rhabarber von Guatemala. In aller Welt ist diese Spezies als
Zierpflanze beliebt. (Mahé)
Kannenpflanze (Pitcher Plant, Nepenthes pervillei)
Auf der Hauptinsel Mahé gedeihen in den hoch gelegenen, kühlen
Nebelwäldern an einigen Stellen beeindruckende Kolonien von
Kannenpflanzen. Nepenthes pervillei gehört zu den Fleisch
fressenden Pflanzen und ist die einzige Vertreterin dieser hoch
spezialisierten Pflanzenfamilie auf den Seychellen. Man bezeichnet sie als endemisch,
weil sie ausschließlich auf den Seychellen vorkommt. Das Foto rechts
entstand auf Mahé am Copolia,
einem Berg im Morne Seychellois Nationalpark. Diese Kannenpflanzenart rankt an Felsen oder
Bäumen empor und bildet am Boden regelrechte Dickichte.
Um eine ökologische Nische zu erobern, in der noch keine anderen Arten vorgedrungen waren, entwickelten die Vorfahren dieser Pflanzenart Kannen, die sie aus ihren Blättern formten. Diese Kannen sind mit einer Verdauungsflüssigkeit gefüllt, die dazu dient, gefangene Beute zu zersetzen, damit die Pflanze die daraus gewonnenen Nährstoffe aufnehmen kann. Der obere Rand der Kannen ist glatt und glänzend. Läuft ein Insekt dort entlang, verliert es sehr leicht den Halt und stürzt ins Innere der Kanne. Dort ertrinkt in der Verdauungsflüssigkeit. Damit diese nicht vom Regen verdünnt wird, hat die Pflanzenart kleine Deckelchen ausgebildet. Die Deckel schließen sich nicht, wenn ein Insekt gefangen wurde, sie dienen ausschließlich als Schutz vor von oben hinein fallenden Regentropfen. (Beide Fotos: Mahé)
Kanonenkugelbaum (Cannonball Tree, Couroupita guianensis)
Eine imposante Erscheinung ist der Kanonenkugelbaum. Wie er zu seinem
Namen gekommen ist, kann man leicht erahnen, wenn man seine Früchte
betrachtet. Das hier abgebildete Exemplar dieser Baumart fotografierte ich auf dem
Gelände des Northolme Hotels. Ausgewachsene Kanonenkugelbäume können
bis zu 35 Meter hoch werden, ihre ursprüngliche Heimat liegt in Mittelamerika.
Die Früchte können bis ein Gewicht von bis sieben Kilogramm erreichen. (Mahé)
Karambole oder Sternfrucht (Carambola, Averrhoa carambola)
Hier zu Lande ist sie meist nur als Verzierung am Rand eines Cocktailglases bekannt. Auf den Seychellen hingegen ist sie eine Frucht, die man vielerorts findet. In den Gärten der Einheimschen spenden sie nicht nur Schatten, sie liefern zudem das ganze Jahr über aromatische, schmackhafte
Früchte, die in Dolden heranwachsen. Das Bild rechts zeigt etwa
einen Zentimeter große, unfreife Früchte. Reife Karambolen sind leuchtend gelb gefärbt und saftig-aromatisch. Diese Bäume können eine Wuchshöhe von zehn bis zwölf Metern erreichen. Südostasien ist das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Pflanzenart. (Mahé)
Kasuarine (Casuarina, Casuarina sp.)
Bei den Kasuarinen handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Ordnung der Buchenartigen gehört. Ausgewachsene Kasuarinen können über 20 Meter hoch sein. Sie sind immergrün und aufgrund ihrer ihrer
nadelförmigen Blätter erinnern sie an Koniferen oder Nadelbäume. Kasuarinen gehören
aber dennoch zur Gruppe der Laubbäume. Auf den Seychellen sind sie auf vielen Inseln zu finden. Sie bieten im Küstenbereich den Seevögeln gute Sitzwarten. In ihnen rasten und
brüten beispielsweise die anmutigen
Feenseeschwalben
besonders gern. Man nennt die
Kasuarinen gelegentlich auch Keulen- oder Kängurubäume.
(Bird Island)
Kokospalme (Coconut, Cocos nucifera)
Wirklich überall auf den Seychellen (mit Ausnahme vom Nebelwald auf
Mahé) findet man die schlanken, hohen Kokospalmen. Auf einigen
Inseln stehen noch heute große Plantagen, weil aus den Nüssen
nach wie vor in kleinen Mengen Kopra erwirtschaftet wird. Wie einst das
Kokosmark mit Ochsenkraft gewonnen wurde, kann man sich auf La Digue im
Union Estate anschauen.
Man sollte sich übrigens grundsätzlich nicht länger als
absolut notwendig unter einer Kokospalme aufhalten, denn dort gilt nicht, dass alles Gute von oben kommt. Die schweren Nüsse fallen irgendwann herab und wenn man getroffen wird, Könnte man schwere
Verletzungen davontragen oder den Unfall vielleicht nicht überleben.
Seien Sie also vorsichtig bei der Wahl Ihres Liegeplatzes an den
Stränden und parken Sie niemals unter einer solchen Palme!
(Mahé)
Seychellenpalme (Coco-de-Mer, Lodoicea maldivica)
Eine weitere, sehr berühmte endemische Palmenart ist die
Seychellenpalme oder Coco de Mer. Sie wächst in freier Natur nur noch in einem
kleinen Tal auf der Insel Praslin, im
Vallée de Mai.
Es existieren männliche und weibliche Palmen dieser Art, wobei die
Befruchtung vermutlich durch den Wind erfolgt.
Meereskokosnüsse
galten einst als rare Kostbarkeit, weil die reifen Früchte an
ein weibliches Becken erinnern. Folglich hielt man sie für ein
Aphrodisiakum, für das immens hohe Preise gezahlt wurden. Diese Pflanzenart wird auf Deutsch auch als Seychellenpalme bezeichnet, der alternative wissenschaftliche Name lautet Lodoicea seychellarum . Weitere
Fotos dieser faszinierenden Pflanzen finden Sie im Kapitel über Praslin.
(Praslin)
Moosfarn (Spike Moss, Selaginella sp.)
Ganz in der Nähe der Fleisch fressenden Pflanzen auf dem
Copolia, einem Berg auf der
Hauptinsel Mahé, wuchs diese Pflanze, die etwa einen Meter
groß war. Moosfarne sind in den Tropen und Subtropen mit
über 700 Arten vertreten. Sie gehören zu den Kletterpflanzen
und sitzen zuweilen sogar auf Bäumen auf, man nennt sie dann
Epiphyten. Um welche Art es sich bei dem nebenstehend gezegten Exemplar handelt, kann ich leider nicht sagen. Sollten Sie diese Pflanze identifizieren können, würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen. (Mahé)
Palmiste (Deckenia nobilis)
Eine endemische, also nur auf den Seychellen vorkommende Pflanzenart ist
die Palmiste. Sie steht unter strengem Schutz und darf nicht
gefällt werden. Aus ihren jüngsten, noch im Innern liegenden
Blättern wird der berühmte Millionärssalat zubereitet,
falls eine dieser Palmen von selbst umfällt. Dieser Salat
gehört zu den teuersten Köstlichkeiten der Seychellen, und aus
einer Palme lassen sich maximal zwölf Portionen der exquisiten
Speise gewinnen - daher der Name. Die hier abgebildete Palmiste wuchs
im Garten in unmittelbarer Nähe unserer Terrasse der Ferienwohnung auf Mahé.
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