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La Digue

Traumstrand auf La DigueMit ihrer Fläche von 10,10 km² ist La Digue die drittgrößte Insel der Seychellen. Etwa 2.500 Menschen leben auf ihr und sie ist mit Abstand die ruhigste der drei großen Inseln, die von den namhaften Reiseanbietern als Reiseziel offeriert werden. Bevor ich nach La Digue gefahren bin, habe ich verschiedene Reiseführer gelesen. Sie alle haben von Ochsenkarren und Fahrrädern berichtet, die auf der Insel die einzigen Mittel zur Fortbewegung sein sollten. Autos sollte es nicht geben und die Straßen seien ohnehin nicht befestigt, so die Aussage sämtlicher Bücher. Das hat nach einer beschaulichen Oase der Ruhe geklungen, in der die Zeit zumindest in Bezug auf die Fortbewegung stehen geblieben zu sein schien. Abgesehen davon, dass mich die Ruhe gelockt hat, habe ich die schöne Natur der Insel selbst erleben wollen, denn La Digue ist im Zentrum dicht mit üppigen Pflanzen bedeckt und weist sogar einige Erhebungen (Felsen) auf, von denen ich gern eine erklommen hätte. Diesbezüglich ist es letztlich nur bei einem vagen Wunsch geblieben, denn vor Ort ist es mir letztlich dann doch zu heiß gewesen, um eine Kletterpartie zu unternehmen.

Von Mahé aus bin ich auf unkonventionelle Weise nach La Digue gereist: mit einem Frachtschiff, wobei die Überfahrt etwa 3,5 Stunden gedauert hat. Als ich von Bord gegangen bin, habe ich mich schon auf den Anblick der Ochsenkarren gefreut. Aber es hat keine gegeben, nicht einen einzigen. Dafür aber Fahrräder zuhauf, immerhin in dem Punkt hatten die Reiseführer die Wahrheit berichtet. Einige Händler haben meinem Mitreisenden und mir sogleich Drahtesel zur Miete angeboten. Weil ich leidenschaftlich gern fotografiere, wann immer sich ein Motiv bietet, hätte ich alle paar Meter absteigen müssen, weshalb ich mich dagegen entschieden habe, ein Fahrrad zu mieten. Das ist auch gut so gewesen, denn auf der Insel haben sich mir nahezu überall fotogene Motive geboten, ich hätte vermutlich kaum gescheit mit einem Rad fahren können, weil ich so oft angehalten hätte. An sich scheint das Radeln jedoch eine angenehme Art der Fortbewegung auf La Digue zu sein, wenn man einfach und schnell zu einem bestimmten Ziel gelangen möchte.

Ein Ochsenkarren auf La DigueUnseren ersten - und einzigen! - Ochsenkarren haben wir übrigens erst gesehen, als unsere Abreise unmittelbar bevor gestanden hat. Der Karren hat für neu ankommende Touristen bereit gestanden, die von Praslin aus mit der Fähre angereist sind. In dem Moment ist mir klar geworden, warum ich bei meiner Ankunft keine Ochsenkarren zu Gesicht bekommen habe: Offenbar sind diese Gefährte eher eine Touristenattraktion und sie spielen auf La Digue daher als Fortbewegungsmittel für die Einheimischen nur noch eine untergeordnete Rolle. Weil wir mit einem Frachtschiff angereist waren, hatte man zu jener Zeit keine Touristenströme erwartet und folglich kein Ochsen-Taxi zum Hafen geschickt.

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Feuchtgebiet auf La DigueGewohnt haben wir auf La Digue in einem privaten Gästehaus namens Sitronnel, das von einer Seychelloise betrieben wurde und nicht weit entfernt vom René-Payet-Paradiesschnäpper-Reservat gelegen hat; die alternative Schreibweise lautet Citronell Guesthouse. Die damalige Besitzerin, Madame Adrienne, hat sich größte Mühe beim Kochen gegeben und sie ist gern auf unsere Ernährungswünsche eingegangen (ich bin Vegetarierin). Frau Adrienne hat uns auf meinen Wunsch hin schmackhafte kreolische Hausmannskost serviert, denn ich wollte gern probieren, was die Einheimischen essen. Sie ist zwar zunächst ein wenig empört gewesen, weil sie ihre Gäste gern mit Fisch verwöhnt. Aber bald hat sie Gefallen an meinem Wunsch gefunden, die wirklich bodenständige einheimische Küche kennen zu lernen und man hat ihr angemerkt, mit welcher Freude sie die Gerichte zubereitet hat. Vor allem ihre frittierten Teigrollen aus Brotfrucht und die selbst gemachte Marmelade aus Papaya und Vanille sind einfach köstlich gewesen.

Unser Zimmer ist eher schmucklos gewesen, voller stechwütiger Moskitos und die Warmwasserleitung ist kaputt gewesen. Richtig sauber hat man es nicht gerade nennen können, aber was will man bei einem Preis von umgerechnet knapp 60 DM (31 EUR) für zwei (!) Übernachtungen inklusive Halbpension auch erwarten? Denn so wenig haben wir damals bezahlen müssen. Inzwischen ist das Gästehaus jedoch renoviert und die Übernachtungen kosten etwas mehr. Verglichen mit den Preisen der großen Hotelanlagen auf La Digue sind die Übernachtungskosten in dem Gästehaus aber nach wie vor niedrig. Wer sich für einen Aufenthalt in dem Gästehaus interessiert, erreicht den Betreiber unter 00248-234230 per Telefon.

Die kleine Ortschaft am Fähranleger von La Digue heißt La Passe. Von dort aus führt ein Wanderweg in den Süden der Insel zur Bucht Grand Anse, in der sich meterhohe Wellen brechen. Es ist während meiner Reise im Juni 2000 die Wanderroute Nummer 10 gewesen, zu der das Tourismusbüro in Victoria auf Mahé ein Begleitheft mit einigen Erläuterungen angeboten hat. In den folgenden Abschnitten stelle ich diese Bucht und einige weitere sehenswerte Orte der Insel vor, die ich während meines Aufenthalts auf La Digue selbst besucht habe.

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René-Payet-Paradiesschnäpper-Reservat


Seychellenparadiesschnäpper-Reservat auf einer größeren Karte anzeigen

Männlicher Seychellenparadiesschnäpper (Terpsiphone corvina)Viele meiner Freunde wären keineswegs überrascht, wenn mir irgendwann Federn wachsen würden, denn ich ein sehr großer Vogel-Fan. Deshalb verwundert es wohl auch nicht, dass ich mich auf La Digue am Morgen nach meiner Ankunft sofort auf die Suche nach den nur auf dieser Insel in freier Natur vorkommenden Seychellenparadiesschnäppern (Terpsiphone corvina) begeben habe. Die Einheimischen nennen diese Tierart übrigens "Veuve", was auf Deutsch "Witwe" heißt. Für die stark vom Aussterben bedrohten Vögel ist eigens ein Schutzgebiet eingerichtet worden. Dieses nur sechs Hektar große Reservat ist das kleinste Naturschutzgebiet der Seychellen, es wird auch "La Digue Veuve Reservé" oder auf Englisch "Veuve Reserve" genannt. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen männlichen Seychellenparadiesschnäpper.

Etwa 120 dieser hübschen Vögel leben in dem Schutzgebiet und in den umliegenden Wäldern. Mehr Individuen dieser Art könnten aufgrund des knappen Lebensraumes auf La Digue nicht dauerhaft überleben, weshalb der Erhalt des Waldes im Schutzgebiet von enormer Bedeutung für die Tiere ist. Im Reservat hat man die größten Chancen, die Vögel zu Gesicht zu bekommen. Mir haben sie sich dort jedoch nicht gezeigt, was mich zunächst ziemlich frustriert hat. Nach fast zweistündiger Suche habe ich aufgegeben - und dem Drängen meines Mitreisenden nachgegeben, den es unwiderstehlich in Richtung Strand gezogen hat. Während wir zur Bucht Grand Anse spaziert sind, habe ich die Vegetation mit Argusaugen beobachtet, was sich als äußerst sinnvoll erweisen sollte.

Weiblicher Seychellenparadiesschnäpper (Seychelles Paradise Flycatcher, Terpsiphone corvina)Knapp einen Kilometer vom Schutzgebiet entfernt, hat ein männlicher Seychellenparadiesschnäpper unseren Weg fliegend gekreuzt. Kurze Zeit später ist obendrein ein Weibchen, siehe kleine Abbildung rechts, in Begleitung eines soeben flügge gewordenen Jungvogels aus dem Dickicht erschienen. Das Jungtier hat beharrlich um Futter gebettelt, aber seine Eltern haben es kaum beachtet, denn sie sind anderweitig beschäftigt gewesen: Das Männchen hat seine Partnerin auf die für Paradiesschnäpper charakteristische Weise angebalzt. Dabei biegen die Männchen die langen Schwanzfedern nach oben und singen einige melodische Strophen. Für einen Vogelliebhaber wie mich ist dies ohne Zweifel eine Galavorstellung gewesen, die mich ausreichend dafür entschädigt hat, dass in der Zeit, während ich die Vögel fasziniert beobachtet habe, etliche Moskitos ihren Hunger an mir gestillt haben. Kurzum: Besser hätte es gar nicht kommen können, denn die Balz dieser Vögel anschauen zu können, ist mehr gewesen, als ich mir zuvor erhofft hatte.

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Grand Anse


Grand Anse auf einer größeren Karte anzeigen

Der Wanderweg zum Strand von Grand Anse ist überaus idyllisch und führt unter hohen Bäumen an Häusern der Einheimischen vorbei. Unterwegs bin ich vielen Haushühnern begegnet, die am Wegesrand im staubigen Boden nach Nahrung gesucht haben. Sie haben dabei geschäftig mit den Füßen gescharrt und unablässig gegackert. Das hört sich alles recht beschaulich an, aber ein überdurchschnittlich ruhiger Spaziergang ist es für uns leider trotzdem nicht gewesen, weil alle paar Minuten eines der vielen Autos, die es auf La Digue laut meinen Reiseführern angeblich gar nicht geben sollte, mit hohem Tempo an uns vorbei gerast ist - natürlich über eine asphaltierte Straße, von der die Bücher ebenfalls nichts berichtet hatten.

Teichhuhn (Gallinula chloropus)Die Wanderroute hat uns im Süden von La Digue an einem Gebiet mit Teichen vorbei geführt, in denen einige Seerosen und Wasserhyazinthen zu bewundern gewesen sind. Solche Wasserflächen mit Vegetation sind auch immer die Heimat etlicher Vögel: Teichhühner (Gallinula chloropus) sind mit ihren langen Beinen und beachtlich großen Füßen auf den Blättern der Seerosen umher gelaufen, ohne besonders weit ins Wasser einzusinken. Wer sich nun wundert - ja, ganz genau, Teichhühner kommen auch in Deutschland vor. Man kann auf La Digue also neben allerlei exotischen Vogelarten auch "alte Bekannte" beobachten.

Die wunderschöne Bucht Grand Anse auf La DigueSchon wenn man sich der Bucht Grand Anse nähert, ist an vielen Tagen das Tosen des Meeres zu hören, denn die Wellen können sehr hoch sein. Sobald man aus dem leicht bewaldeten Bereich der Insel an den Strand tritt, erlebt man das überwältigende Panorama dieses Küstenabschnitts. Grand Anse ist eine jener Bilderbuch-Buchten, die man für eine Erfindung der Touristikbranche hält, bis man sie mit eigenen Augen gesehen und sich von ihrer Echtheit überzeugt hat. Ein blendend weißer Strand sowie pittoreske Granitfelsen an der rechten und linken Seite machen Grand Anse zu einem malerischen Ort.

Die Bucht ist der ideale Platz, um sich in die Sonne zu legen und die Schönheit der Natur zu genießen. Zum Baden ist Grand Anse jedoch bedauerlicherweise normalerweise aufgrund der meterhohen Wellen gänzlich ungeeignet. Einige unbelehrbare Zeitgenossen haben sich während meines Besuchs des Strandes über alle Warnungen hinweggesetzt und trotzdem ins Wasser begeben. Sie haben mit aller Kraft gegen die starke Strömung angekämpft, während ich diesen Verrückten nur fassungslos bei ihrem Kampf gegen die Kräfte des Ozeans zugeschaut habe. Ich habe ein Paar mit einem kleinen Kind in der tosenden Brandung gesehen und mich gefragt, ob solcher Leichtsinn überhaupt noch zu überbieten ist. Zwar haben die Eltern die Hände des Kindes umklammert gehalten. Aber wer einmal in eine Unterströmung geraten ist, der weiß, wie schnell ein solcher Badeausflug tödlich enden kann - vor allem für Kinder, die von ihren Eltern losgerissen werden. Glücklicherweise bin ich an jenem Tag nicht Zeugin eines tödlichen Badeunfalls geworden, dennoch kann ich nur jeden davor warnen, es diesen Menschen gleich zu tun.

Außerdem bin ich über die unzähligen Zigarettenstummel bestürzt gewesen, die überall im Sand verstreut gelegen haben. Schade, dass rücksichtslose Zeitgenossen selbst solche sehr abgelegenen Winkel unseres Planeten mit ihrem Müll verschmutzen müssen. Da fragt man sich, ob diese Menschen zu Hause in ihren Häusern und Wohnungen auch ihre Kippen auf den Fußboden fallen lassen... Es wäre wünschenswert, dass alle Strandbesucher jeglichen Müll, den sie produzieren, wieder mitnehmen und nicht einfach Grand Anse und Co. in wilde Müllkippen verwandeln. Ich habe diesen Müll als eine Art Entweihung eines Paradieses empfunden und ich hatte zugegebenermaßen im Vorfeld nicht damit gerechnet, so etwas auf den Seychellen zu erleben. Leider hatte ich mich getäuscht, denn wo Touristen auftauchen, da landet scheinbar zwangsläufig auch deren Müll in der Natur.

Genug lamentiert, denn die Bucht hat weit mehr zu bieten als Zigarettenstummel im wunderbar feinen Sand. Wer an Mineralien oder Geologie interessiert ist, der sollte am westlichen Ende der Bucht unbedingt einen Blick auf den rosaroten Granit werfen. In den Felsen finden sich unzählige kleine, glitzernde Feldspat-Kristalle, die das Sonnenlicht in alle Richtungen brechen - ein wirklich atemberaubender Anblick! Wind und Regen haben diese Felsen seit deren Entstehung vor über 100 Millionen Jahren rund geschliffen. Sie sind sehr alte Relikte des Urkontinents Gondwanaland. Es hat mich mit einer gewissen Ehrfurcht vor der Natur erfüllt, meine Hand auf diese stummen Zeugen der Erdgeschichte zu legen und ihre erstaunlich glatte Oberfläche und die in ihnen gespeicherte Sonnenwärme zu spüren.

  Granit im Detail   Granitfelsen an der Bucht Grand Anse  
  Granit im Detail   Granitfelsen an der Bucht Grand Anse  

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L'Union Estate


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Kreolischer Friedhof auf La DigueSüdlich der Siedlung La Passe befindet sich ein Areal namens L'Union Estate. Auf diesem Anwesen, das einst recht feudal gewesen ist, befindet sich noch heute eine alte Kokosplantage. Dort wird nach wie vor Vanille kultiviert und man kann verschiedene Dinge besichtigen, die mit dem Anbau von Kokosnüssen zu tun haben. Der Eintritt hat zehn Seychellen-Rupien betragen, als ich im Juni 2000 dort gewesen bin. Man hat diesen Betrag übrigens auch dann entrichten müssen, wenn man nichts auf dem Gelände anschauen und lediglich zum Strand von Anse Source d'Argent gehen wollte. Wenige Meter hinter dem Kassenhäuschen trifft man rechts neben dem Weg auf einen alten kreolischen Friedhof, dessen Grabsteine stark verwittert sind. Einige Inschriften der teils mit Pflanzen überwucherten Steine sind bei sehr genauer Betrachtung trotzdem auch heute noch lesbar.

Alte Kopramühle mit BulleFolgt man dem Weg in Richtung Süden, gelangt man bald zu einer traditionellen Kopramühle, die einst durch die Muskelkraft eines Bullen angetrieben worden ist. Kopra ist nichts anderes als gemahlenes Kokosmark, das früher das führende Exportgut der Seychellen dargestellt hat. Zu Demonstrationszwecken ist während unseres Besuchs der Plantage ein Bulle an die Mühle gekettet gewesen. Das Tier hat mir aufrichtig leid getan, denn es ist den ganzen Tag angebunden gewesen und hat sich kaum bewegen können. Noch schlimmer ist allerdings der Gedanke an zum Glück längst vergangene Zeiten, in denen nicht selten Sklaven an solche Kopramühlen gekettet worden sind, um sie anzutreiben.

Vanille (Vanilla plantifolia) auf einer Plantage auf La DigueLinks neben der Mühle kann man die Vanilleplantage bewundern. Vanille ist einst ein Exportschlager der Seychellen gewesen, bis die Preise drastisch gefallen sind, da man Vanillin, das künstliche und damit erheblich preiswertere Aroma, erfunden hatte. Zusätzlich hat eine Pflanzenkrankheit auf den Vanilleplantagen gewütet und dem bis dahin florierenden Geschäft ein jähes Ende bereitet. Der Anbau der empfindlichen Orchideenart ist auf den Seychellen einst übrigens nur deshalb gelungen, weil man ein Verfahren entwickelt hatte, mit dem man die Blüten bestäuben konnte: Jede Blüte ist einzeln und mit größter Vorsicht von Hand bestäubt worden. Nötig gewesen ist diese Handarbeit, weil die Insekten, die in der ursprünglichen südamerikanischen Heimat die Bestäubung der Vanille vornehmen, auf den Seychellen nicht leben. Das nebenstehende Foto zeigt einige der auf dem Gelände der ehemaligen Plantage beheimateten Vanillepflanzen (Vanilla planifolia).

Aldabra-Riesenschildkröten (Aldabrachelys gigantea)Überall auf dem Gelände des Union Estate stehen Kokospalmen, die den Besucher vor der prallen Sonne schützen. Setzt man den Spaziergang entlang des schattigen Weges weiter in Richtung Süden fort, kommt man an einem Innenhof vorbei, in dem ein Tisch steht, auf dem frische Kokosnussstücke liegen, die man kosten darf. Ganz in der Nähe ist ein Gehege, in dem einige sehr junge Aldabra-Riesenschildkröten (Aldabrachelys gigantea) untergebracht sind. Ein paar Meter weiter links ragt der imposante La-Digue-Felsen empor. Ihm zu Füßen befindet sich ein Gehege für ältere und damit auch größere Aldabra-Riesenschildkröten. Manchmal kommt es vor, dass eines der behäbigen Tiere seinen Kopf weit in die Höhe reckt. Damit signalisieren die riesigen Schildkröten, dass sie am Hals gekrault werden möchten. Keine Sorge, die Tiere sind absolut friedlich und zahm, man holt sich allerdings gehörig schmutzige Finger, wenn man sie berührt.

Folgt man anschließend dem Weg weiter nach Süden, gelangt man zu einer der landschaftlich schönsten Gegenden der Insel: Anse Source d'Argent.

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Anse Source d'Argent


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Anse Source d'Argent auf La DiguePostkartenidylle pur bietet sich jedem, der an der zauberhaft schönen Bucht Anse Source d'Argent verweilt. Von Wind und Regen rund geschliffene Granitfelsen in zartem Rosa und Grau erheben sich über dem feinen, weißen Sand, der sich wie Babypuder anfühlt. Kokospalmen säumen den Strand, das türkis-blaue Wasser der Lagune liegt ruhig da und lädt zum Baden ein. Ein Riff schützt den Küstenabschnitt vor den starken Strömungen und hohen Wellen des offenen Meeres. Innerhalb der Lagune gibt es dank des Riffs lediglich einige kleine Wellen. Selbst 30 Meter vom Strand entfernt kann man im hüfttiefen Wasser noch bequem stehen. Man wähnt sich dort eher in einer riesigen Badewanne als im Ozean. Diese "Badewanne" hat allerdings noch erheblich mehr zu bieten als ausgelassenen Badespaß vor einer fast schon unerträglich schönen Fototapeten-Kulisse.

Halfterfisch (Zanclus cornutus)Hinter einem schmalen Seegrasstreifen gibt es einige seit geraumer Zeit leider stark beschädigte Korallenblöcke, die trotz ihres schlechten Zustandes Anziehungspunkt für eine Reihe farbenfroher Meeresbewohner sind. Beim Schnorcheln bin ich dort zwischen Fledermausfischen (Platax orbicularis), Orangestreifen-Drückerfischen (Balistapus undulatus), Halfterfischen (Zanclus cornutus), siehe Foto rechts, und vielen anderen Riffbewohnern umher geschwommen. Auch ungeübte Schnorchlern kann man diese Bucht nur wärmstens empfehlen, weil es meiner Erfahrung nach die ruhigste Stelle der Insel ist, zumal aufgrund der geringen Strömung und kleinen Wellen meist hervorragende Sichtbedingungen herrschen.

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Anse Sévère


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Anse Sévère auf La DigueEinige Gehminuten nördlich von La Passe liegt die Bucht Anse Sévère, ein weiterer traumhafter Strandabschnitt auf La Digue. Dieser Küstenbereich der Insel wird von Takamaka-Bäumen gesäumt, die Schatten spenden. Der Sandstrand ist nicht von Granitfelsen durchsetzt, wie es bei anderen Buchten teilweise der Fall ist. Oft sind die Wellen sind hier ein wenig höher als an anderen Stellen der Insel, weshalb sich diese Bucht hervorragend zum Plantschen eignet, ohne dabei gefährlich zu sein, weil häufig keine Unterströmungen auftreten. Zum Schnorcheln ist der mittlere Bereich des Küstenabschnitts weniger gut geeignet, weil es dort lediglich Sand zu sehen gibt. Hin und wieder schwimmt ein Rochen vorbei, aber darauf muss man unter Umständen lange Zeit warten. Etwas bessere Beobachtungsmöglichkeiten bieten die Felsgruppen am rechten sowie am linken Ende der Bucht, denn dort gibt es einige wenige Fische. Während meiner Seychellenreise im Juni 2000 hatte ich an dieser Stelle jedoch mit angeschwemmtem Seegras zu kämpfen. Es hat die Sichtweite unter Wasser erheblich reduziert und sich ständig an der Schnorchelbrille verfangen, so dass grüne Fetzen die Sicht versperrt haben.

Sonnenuntergang zwischen Praslin und CurieuseSetzt man sich am Strand abends an den rechten Fleck, kann man Mitte Juni den Sonnenuntergang zwischen den Nachbarinseln Praslin und Curieuse bewundern. Mit ein wenig Glück sieht man sogar ein überwiegend in den Tropen sichtbares, seltenes Phänomen der Erdatmosphäre, das "Grüner Blitz" genannt wird. Durch Beugungseffekte in den unterschiedlich dichten Luftschichten erscheint für wenige Sekunden ein grünes Leuchten über dem Horizont, unmittelbar nachdem die Sonnenscheibe komplett verschwunden ist. Mir ist es auf La Digue zum ersten Mal in meinem Leben gelungen, diese Leuchterscheinung zu beobachten.

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Anse Patates


Anse Patates auf einer größeren Karte anzeigen

Felsen am Strand von Anse Patates auf La DigueEiner der am häufigsten fotografierten Strände der Seychellen ist Anse Patates. Seine Felsformation schmückt beispielsweise den Umschlag des Buches "Reiseführer Natur - Seychellen, Mauritius", zumindest denjenigen der Ausgabe, die mich auf die Inseln begleitet und mir gute Dienste erwiesen hat. Eines haben die vielen Abbildungen des wunderschönen Strandes für mein Empfinden gemeinsam: Die scheinbare Größe täuscht. Ich bin überrascht gewesen, wie klein die Bucht am Nordzipfel von La Digue tatsächlich ist. Im Juni 2000 während meines Aufenthalts ist der Seegang recht hoch gewesen, ich bin jedoch trotzdem zum Schnorcheln ins Wasser gegangen.

Männlicher Nasenhöcker-Papageifisch (Scarus rubroviolaceus)In unmittelbarer Nähe des Strandes ist das Wasser recht trüb gewesen, weil die Wellen viel Sand aufgewirbelt hatten. Einige Meter weiter draußen ist es dagegen erheblich klarer gewesen. Dort haben sich mir wunderbare Einblicke in die farbenfrohe Unterwasserwelt der Seychellen geboten. Das Foto in diesem Abschnitt zeigt einen männlichen Nasenhöcker-Papageifisch (Scarus rubroviolaceus), dasselbe gilt für die Abbildung unten.

Männlicher Nasenhöcker-Papageifisch (Scarus rubroviolaceus)Nirgendwo auf der Welt habe ich bislang derart viele Papageifische auf so engem Raum gesehen wie an den Felsen jener Bucht. Schaut man genau hin, erkennt man beispielsweise die leuchtend bunt gefärbten Männchen der Nasenhöcker-Papageifische inmitten ihres Harems, die aus eher einfarbigen, unscheinbareren Weibchen bestehen. Bis zu acht weibliche Tiere habe ich in Begleitung eines einzelnen Männchens an den Korallenblöcken beim Fressen beobachtet. Hören Sie beim Schnorcheln genau hin, denn man kann es deutlich vernehmen, wenn ein Papageifisch mit seinem kräftigen Beißwerkzeug in Korallen beißt. Auf dem Speiseplan der großen Fische stehen Korallenpolypen. Doch keine Angst vor dem gefährlich wirkenden Maul. Uns Menschen greifen die Papageifische nicht an.

 

 

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Weitere Informationen:

Naturgucker.de Das Gebiet bei Naturgucker.de