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Auf den Seychellen kommen neben den in separaten Kapiteln beschriebenen Land- und Wasservogelarten einige weitere Tiere vor. Verhältnismäßig groß ist die Vielfalt der Insekten; darüber hinaus sind einige Reptilien auf den Inseln beheimatet. Für die Wissenschaftler ist es ein Rätsel, weshalb auf den weit vom nächsten Festland entfernten Eilanden endemische, also nur dort beheimatete Amphibien wie Frösche und Blindwühlen leben. Die Gruppe der Säugetiere wird auf den Seychellen durch die Flughunde und Tanreks (Borstenigel) repräsentiert. Aber auch Ratten und andere vom Menschen eingeführte Säuger wie Katzen und Hunde sind dort selbstverständlich zu finden. Verglichen mit anderen afrikanischen Ländern - insbesondere mit denen, die sich auf dem Festland befinden -, ist der Artenreichtum aufgrund der abgeschiedenen Lage der Inseln jedoch eher arm.

Fast alle in diesem Kapitel abgebildeten Tierarten konnte ich bislang leider nicht identifizieren. Wer eine der Arten kennt, der möge mir bitte mailen und mir ihren Namen mitteilen. Vielen Dank für Ihre Hilfe! Am Ende der Texte findet sich in Klammern jeweils einen Vermerk darüber, auf welcher Insel die einzelnen Fotos entstanden sind.

Insekten

Unbestimmte RaupeUnbestimmte KäferAuf allen Inseln, die ich besuchte, gab es Käfer, Schmetterlinge und Raupen. Die rechts abgebildeten, ca. acht Millimeter großen Käfer fraßen mit Vorliebe Papayas und Karambolen (Sternfrüchte). Die Raupe auf dem Bild ganz rechts krabbelte in einem Scaevola-Busch umher und war etwa drei Zentimeter lang, ich konnte sie jedoch nicht beim Fressen beobachten. (Beide Fotos: Bird Island)

Seidenspinnen Allgegenwärtig sind auf den Seychellen auch die Spinnen, es kommen über 70 verschiedene Arten vor. Die meisten von ihnen sind jedoch so klein, dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Nicht zu übersehen sind die handtellergroßen Seidenspinnen (Palm Spider, Nephilia inaurata), allerdings erreichen nur die Weibchen diese beachtliche Größe. Eines der viel kleineren Männchen ist auf dem nebenstehenden Bild rechts oben zu sehen. Obwohl sie vielleicht Ekel hervorrufen, so sind die großen Spinnen dennoch ungefährlich. Ihre Beine weisen rötliche, durchscheinende Bereiche auf, die besonders im Gegenlicht sehr eindrucksvolle Fotomotive abgeben. Selten sieht man einzelne Tiere. Meist leben die Seidenspinnen in regelrechten Kolonien, die beispielsweise über Straßen und zwischen Telefonleitungen regelrechte Baldachine aus ihrer feinen Seide bauen. Für Zeitgenossen, die Angst vor Spinnen haben, ist es sicher unangenehm, unter diesen filigranen Kuppeln zu laufen. (La Digue)

Wespennest Nicht zu spaßen ist mit den bis zu drei Zentimeter langen, leuchtend gelben Wespen. Sie stehen bei den Einheimischen in dem Ruf, äußerst unangenehme Mitbewohner zu sein. Ihre Stiche führen nicht nur bei Allergikern zu enormen Schwellungen, die starke Schmerzen verursachen. Zum Glück sind die Tiere nicht sonderlich aggressiv, so dass man nicht gleich in Panik geraten sollte, wenn man einer dieser Wespen begegnet. Nur dann, wenn man sie wirklich in die Enge treibt oder ihr Nest berührt, greifen die Wespen an. Auf Mahé befand sich wenige Meter von der Terrasse der von mir bewohnten Ferienwohnung entfernt ein Nest dieser Tiere, was jedoch kein Problem darstellte. Denn anders als die hier in Europa heimischen Wespen haben sich die Tiere auf den Seychellen nicht auf alles Essbare gestürzt, das auf dem Terrassentisch stand. (Bird Island)

Schnecken

Gehäuseschnecke Gehäuseschnecke Was die Schnecken anbelangt, begegneten mir auf den Seychellen zwei Extreme. Das ganz rechts abgebildete Tier war über zehn Zentimeter lang, links daneben sieht man einen echten Winzling, der etwa einen Zentimeter maß. Die große Schnecke (Achatschnecke?) kroch am späten Abend durch den Garten meiner Ferienwohnung. Am Tage sah ich die kleinere Schnecke auf einem der vielen Palmstämme im Nationalpark auf Praslin. Leider konnte ich beide Schneckenarten bisher nicht bestimmen und wäre für Tipps oder Hilfestellungen bei der Identifizierung wirklich ausgesprochen dankbar. (Foto links: Vallée de Mai, Praslin, Foto rechts: Mahé)

Säugetiere

Seychellen-Flughund Die einzigen endemischen Säugetiere, die mir vor die Linse gerieten, waren die Seychellen-Flughunde (Seychelles Flying Fox, Pteropus seychellensis). Mit ihrer Flügelspannweite von etwa einem Meter geben sie eine imposante Erscheinung ab. Obwohl sie überwiegend nachtaktiv sind, fliegen diese Fruchtfresser auch Tagsüber - dann vor allem in den späten Nachmittagsstunden - umher und laben sich beispielsweise an saftigen, reifen Mangos. Nachts können die Flughunde allerdings zum Albtraum werden, wenn sie sich um die besten Früchte streiten. Dabei stoßen die Tiere nämlich Schreie in einer beachtlichen Lautstärke aus, die erholsamen Nachtschlaf unmöglich machen. (La Digue)

Krabben

Unbestimmte KrabbenartUnbestimmte KrabbenartÜberaus scheue Gesellen sind die unzähligen Krabben, die man in unterschiedlichen Lebensräumen auf den Seychellen antreffen kann. Schon bei der geringsten Störung ziehen sie sich sofort in ihre schützende Höhlezurück oder rennen schnellstmöglich davon. Diese flinken Tiere sind in unterschiedlichen Farbschattierungen und Größen auf den Inseln vertreten. Viele der Krabbenarten leben an den Stränden. Dort graben sie sich ihre Wohnhöhlen täglich neu. Leider ist es mir bisher nicht gelungen, die beiden in diesem Absatz gezeigten Krabbenarten zu bestimmen. (Foto links: Mahé, Foto rechts: Bird Island)

Reiterkrabbe (Ghost Crab, Ocypode ceratophthalmus)

Reiterkrabbe Das Verbreitungsgebiet von Ocypode ceratophthalmus ist riesig, es erstreckt sich von der ostafrikanischen Küste bis nach Hawaii. Auf den Seychellen ist diese Spezies unter anderem auf Mahé und Praslin zu finden, aber auch auf Bird Island. Die Panzer dieser Reiterkrabben werden bis zu 38 Millimeter breit und 37 Millimeter lang. Sandstrände sind der Lebensraum von Ocypode ceratophthalmus, die Tiere halten sich normalerweise immer dicht am Spülsaum auf. Nach jedem Gezeitenwechsel graben sie sich neue Höhlen in den lockeren Sand. Auffällig sind die langen Stielaugen, der Körper dieser Tierart ist hellgrau bis hellgraubraun gefärbt. Auf dem Speisezettel dieser Tiere steht nicht nur das Fleisch anderer Tiere (z. B. sterbender Seevögel), sondern auch das ihrer Artgenossen. (Bird Island)

Rote Landkrabbe Neben den am Meer beheimateten Krabben kommen auf den Seychellen auch Landkrabben vor, die in schlammigen Bereichen wie Uferzonen von Flüssen sowie in Mangrovengebieten leben. Viele dieser Tiere sind leuchtend rot gefärbt, so auch das rechts gezeigte Exemplar. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um die Art Neosarmatium meinerti, deren deutschen Namen ich leider nicht kenne. Über 90 Prozent der Nahrung dieser überwiegend vegetarisch lebenden Landkrabbenart besteht aus Mangrovenblättern, lediglich einige kleine Tiere stehen auf ihrem Speisezettel. Der Panzer des rechts gezeigten Tieres war etwa zwei Zentimeter breit und knapp genauso lang. Auffällig sind die gelben Scherenenden. (Praslin)

Reptilien

Strahlenschildkröte Auf Bird Island lief mir dieses etwa 40 Zentimeter lange Tier über den Weg. Es handelt sich dabei laut Aussage eines Experten um eine Strahlenschildkröte (Astrochelys radiata). Bislang konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wann und wie diese Schildkröte, die normalerweise nur auf Madagaskar vorkommt (endemische Spezies) und zu den bedrohten Arten gehört, auf die Seychelleninsel gelangt ist. Die Schildkröte war nicht scheu und hat sich aus unmittelbarer Nähe beobachten lassen. Bis zu 40 Zentimeter kann der Panzer dieser Tiere lang werden. Männchen bringen es auf ein Gewicht von maximal 20 Kilogramm, Weibchen auf immerhin 15 Kilogramm. (Bird Island)

Esmeralda Neben den vielen Seevögeln ist ein Tier namens Esmeralda die Attraktion auf Bird Island. Die Aldabra-Riesenlandschildkröte (Dipsochelys dussumieri) wurde einst vom Aldabra-Atoll geholt, wo die Art endemisch ist. Esmeralda ist das größte Exemplar seiner Art und er steht sogar im Guinnessbuch der Rekorde; das nebenstehende Foto zeigt den imposanten Rekordhalter. Von seinem weiblichen Namen sollte man sich nicht in die Irre führen lassen, es handelt sich in Wahrheit um ein männliches Tier. Riesenschildkröten findet man auf fast allen Seychelleninseln als Haustiere der Einheimischen, allerdings gehören diese Tiere fast alle anderen Arten an als Esmeralda. Sofern Sie sich für die Schildkröten der Region interessieren, dann könnte Ihnen das Buch "Schildkröten der Welt Band 1" gefallen. In diesem Buch ist auch das hier gezeigte Foto erschienen. (Bird Island)

Seychellen-TaggeckoSeychellen-TaggeckoVögel sind und bleiben meine Favoriten im Tierreich. Die Geckos sind ihnen jedoch in meiner persönlichen Rangordnung der Lieblingstiere dicht auf den Fersen. Vor allem die leuchtend grünen Seychellen-Taggeckos haben es mir angetan. Leider sind die meisten dieser Reptilien überaus scheu, so dass man sie nur schwer fotografieren kann. Auf den einzelnen Inseln kommen verschiedene Unterarten vor. Auf Mahé beobachtete ich die Unterart Phelsuma sundbergi longinsulae (links). Aber auch auf Bird Island sah ich viele Taggeckos, die eine sehr ähnliche Zeichnung auf dem Rücken aufwiesen (rechts). Ihr gelber Augenring lässt darauf schließen, dass es sich ebenfalls um eine Phelsuma-sundbergi-Unterart handelt. Das rechts abgebildete Tier scheint in einen Kampf verwickelt gewesen zu sein, bei dem es sich einige Wunden zugezogen hat. (Foto links: Mahé, Foto rechts: Bird Island)

Hausgecko Die nachtaktiven Hausgeckos (Four-clawed Gecko, Gehyra mutilata) haben mein Moskitohasser-Herz ebenfalls im Sturm erobert. Zwar sind sie farblich deutlich weniger imposant als die grünen Taggeckos. Aber sie haben andere Qualitäten: Flink und geschickt stellen sie allem nach, was nach Insekt aussieht und nicht schnell genug flüchtet. In den Häusern der Einheimischen sind sie deshalb gern gesehene Gäste, weil sie neben Moskitos auch anderes Getier wie etwa kleine Falter verspeisen. Wer gern Schokolade isst und diese mit in den Urlaub nimmt, sollte sie nicht unbedingt offen liegen lassen. Hausgeckos sind nämlich scharf auf Süßes und fressen davon, bis sie Durchfall bekommen, wie mir die Tiere in Sri Lanka recht eindrucksvoll bewiesen, aber das ist eine andere Geschichte. ;-) (Bird Island)

Seychellen-Skinke Weitere Vertreter der Herpetofauna der Inseln sind die Seychellen-Skinke (Seychelles mabuya, Mabuya seychellensis). Ihr meist etwa 20 Zentimeter langer Körper glänzt bronzefarben und sie sind nicht sehr scheu, wenn man sich ihnen langsam nähert. Mauerritzen sind ebenso ihr Zuhause wie Waldböden oder Dickichte. Durch einen Klick auf die Abbildung gelangen Sie auf eine Seite mit weiteren Abbildungen dieser Tierart. (Mahé)

Amphibien

Frosch Zu den nachtaktiven Bewohnern der Inseln gehören die winzigen Seychellen-Laubfrösche, die ich jedoch leider nicht zu Gesicht bekam. Um diese endemische Froschart aufzuspüren, braucht man eine große Portion Glück. Ich war jedoch nicht allzu traurig darüber, sie nicht gefunden zu haben, denn ich entdeckte dafür in einem Frangipanibaum auf Mahé tagsüber zufällig ein schlafendes Exemplar der rechts gezeigten Froschart. Das Tier war etwa acht Zentimeter groß. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Seychellenbaumfrosch (Seychelles Green Tree Frog, Megalixalus seychellensis) oder um Leptopelis vermiculatus. Bisher ist es mir nicht gelungen, die Art zu bestimmen. (Mahé)

 
                 

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