, in
deren Nähe sie sich gern aufhalten. Ihr kleiner Körperbau hindert die
Aztekenmöwen jedoch nicht daran, die größeren Vögel - meist erfolgreich -
anzugreifen, um ihnen die erbeuteten Fische abzujagen. Im Brutkleid ist der Kopf der
Möwen dunkelgrau, Rücken und Flügel sind grau mit schwarzen äußeren
Federbereichen und weißen Federenden. Auf ihrer Unterseite sind Aztekenmöwen weiß
gefärbt. Außerhalb der Brutsaison sind die Vögel am Kopf weiß gefärbt,
die restliche Körperfärbung ist mit der weiter oben beschriebenen identisch.
Wenn die Fischer ihre Netze einholen, finden die Aztekenmöwen und andere Seevögel
eine stattliche Menge Nahrung am Strand. Bei dieser Gelegenheit kann man sie bestens beobachten.
(Foto: Black Rock, Tobago; 1999)
Bahamaente (Bahama Pintail, Anas bahamensis)
Ein eher seltener Anblick auf Trinidad und Tobago ist die Bahamaente. Die häufigsten
Sichtungen dieser Wasservögel stammen aus dem Bereich Buccoo, Tobago, und der näheren
Umgebung. Meist trifft man diese Vögel in Schwärmen von 20 bis 30 Tieren an, ich
beobachtete hingegen nur eine Handvoll Individuen dieser 43 Zentimeter großen Entenart. Der
Körper der Bahamaente ist überwiegend fleckig braun gefärbt; die Krone ist
dunkelbraun. Hierzu stehen die weißen Wangen und die ebenfalls weiße Kehle in
starkem Kontrast. Auffällig ist auch die rote Schnabelbasis, der Rest des Schnabels ist
schwarz gefärbt. An den Flügeln befindet sich ein grün gefärbter Bereich,
den man allerdings nur dann sieht, wenn die Tiere ihre Schwingen ein wenig öffnen.
Ihren englischen Namen ("Pintail") hat diese Entenart ihrem spitzen Schwanz zu
verdanken. Bahamaenten ernähren sich von Wasserpflanzen. Im Englischen wird diese
Vogelart in manchen Büchern auch als "White-cheeked Pintail" bezeichnet.
(Foto: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)
Bentevi (Great Kiskadee, Pitangus sulphuratus)
Laut und aufgeregt erscheinen diese auf Trinidad vorkommenden Vögel, deren offizieller
englischer Name sich von ihrem weithin vernehmbaren, arttypischen Ruf ableitet: "Kis-ka-dee" scheinen
sie wieder und wieder zu rufen. Bentevis sind 23 Zentimeter groß und tragen ein zu
weiten Teilen auffällig gelb gefärbtes Gefieder. Schwanz und Flügel sind
braun gefärbt, der Kopf ist überwiegend schwarz. Ihre weiße Kehle sowie
die breiten weißen Streifen über den Augen kontrastieren zu diesen dunklen
Gefiederpartien. Die Krone der Bentevis ist gelb gefärbt. Hinsichtlich ihrer Ernährung
sind diese Vögel, die man sowohl in Städten als auch in anderen Landschaftsbereichen
wie Agrarland oder im Nebelwald antrifft, echte Opportunisten. Sie ernähren sich von
allem, was ihnen vor die Schnäbel gerät. Im Volksmund heißt diese Vogelart
auf Trinidad übrigens "Keskidee". (Foto: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
Bindenwollrücken (Barred Antshrike, Thamnophilus doliatus)
Überaus niedliche und neugierige Tiere sind die 16 Zentimeter großen
Bindenwollrücken. Die Männchen sind schwarz und weiß gestrichelt, siehe rechtes
Foto; die Weibchen haben hingegen ein braunrotes, erheblich schlichteres Gefieder. Beide
Geschlechter tragen auf dem Kopf ein Federhäubchen, das sie bei Aufregung steil
aufrichten können. Bindenwollrücken gehören zur Familie der Ameisenvögel.
Dieser Name zeugt von den Nahrungsvorlieben der Tiere. Auf ihrem Speiseplan stehen neben
Ameisen andere Insekten und Spinnen. Der Ruf der auf beiden Inseln vorkommenden Vögel,
die sich besonders gern in Gärten, halboffenen Sekundärwäldern, Mangroven
und an Waldrändern aufhalten, erinnert an Gelächter. Hierzu hörte ich auf
Trinidad eine nette Anekdote. Man erzählt sich auf der Insel, die Männchen würden
lachen, weil sie glücklich darüber sind, aus dem Gefängnis entkommen zu sein.
Betrachtet man ihr Federkleid, so erinnert es tatsächlich an Sträflingskleidung aus
alten Hollywood-Filmen. Von den Einheimischen werden Bindenwollrücken entweder
"Pintade" oder "Guinea Bird" genannt. (Fotos: Bon Accord Village, Tobago; 2004)
Bischofstangare (Blue-grey Tanager, Thraupis episcopus)
Leicht zu beobachten sind die auf Trinidad und Tobago nahezu überall vorkommenden
Bischofstangaren. Diese blaugrau gefärbten Vögel erreichen eine
Körpergröße von 15 Zentimeter. Ihre glänzenden, schwarzen
Schnäbel und die schwarzen Augen bilden einen schönen Kontrast zum hellen,
graublauen Gefieder des Kopfes. Gern nehmen sie vom Menschen - auch unfreiwillig - gereichtes
Obst an. In kleinen Obstläden müssen die Verkäufer beispielsweise die Bananen
gut vor den Bischofstangaren verstecken, weil die Vögel sich gern über die
süßen Früchte hermachen. Außer in Städten und Gärten trifft
man die schönen Vögel in offenen Waldgebieten und in der Nähe kultivierter
Flächen an. Der einheimische Name dieser Vogelart lautet "Blue Jean". (Foto links:
Arima, Trinidad, 2004; Foto rechts: Arnos Vale, Tobago, 1999)
Blauflügelente (Blue-winged Teal, Anas discors)
Auf beiden Inseln sind die Blauflügelenten häufig anzutreffende Überwinterungsgäste
vom im Norden gelegenen amerikanischen Kontinent. Die Vögel halten sich meist in
Sümpfen oder Süßwassermarschen auf, aber auch an Küstenstreifen
sind sie zuweilen zu finden. Wasserpflanzen stehen auf dem Speisezettel der 38 Zentimeter
großen Entenart. Das Gefieder der Männchen ist überwiegend graubraun
gefärbt. Sie tragen vor den Augen weiße und auf den Flügeln große,
blassblaue Bereiche, die zur Namensgebung geführt haben. Wie bei nahezu allen Entenarten
sehen die Weibchen anders aus, sie haben ein braun geflecktes, unscheinbares Gefieder. Auch
sie tragen den hellblauen Flügelbereich in ihrem Gefieder. (Foto: Bon Accord Swamps,
Tobago; 2004)
Blaukinnelfe (Blue-chinned Sapphire, Chlorestes notatus)
Von sehr zierlicher Gestalt ist die Blaukinnelfe, eine nur etwa 6,5 Zentimeter große
Kolibriart. Auf Trinidad kommt diese Vogelart in allen Höhenlagen recht häufig
vor. Ihre bevorzugte Heimat sind Wälder, aber auch auf Kulturland trifft man die
Vögel gelegentlich an. Auf Tobago soll die Art ebenfalls vorkommen, allerdings soll sie
sehr selten sein. Die Männchen sind leuchtend grün gefärbt und tragen eine
blaue Kehle, zudem sind ihre Beinfedern weiß, als würden sie Hosen tragen.
Weibliche Blaukinnelfen sind ähnlich gefärbt, ihre Unterseite ist weiß mit
grünen Spitzen befiedert, so dass sie grün gepunktet aussieht. Je nach Lichteinfall
sieht die blaue Kehle der Männchen grün aus, siehe Foto rechts. (Foto:
Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
Blaureiher (Little Blue Heron, Egretta caerulea)
An Flüssen, in Lagunen und Sümpfen sowie am Spülsaum des Meeres kann man in
Trinidad und Tobago vielerorts den 61 Zentimeter großen Blaureiher beobachten. Diese
ansprechend graublau und purpurn gefärbten Vögel sind relativ leicht zu finden, da
sie gern frei und ohne Deckung am Wasser stehen. Meist trifft man die Vögel einzeln an,
nur zum Schlafen finden sich die Tiere mitunter zusammen mit Artgenossen in ihren
Schlafbäumen ein. Jungtiere dieser Reiherart sind am gesamten Körper weiß
gefärbt, ihre Schnäbel sind hell Graublau, siehe rechtes Foto.
Auf dem Speisezettel der Vögel stehen
neben Fischen auch Krustentiere, Schlangen und Eidechsen sowie Insekten und Frösche.
(Foto links: Jungtier, Bon Accord Swamps, Tobago; 2004, Foto rechts: Caroni Swamps, Trinidad;
2004)
Blauringtaube (White-fronted Dove, Leptotila verreauxi)
In Gehölzen, Sekundärwäldern, halboffenen Gegenden, am Rande der Regenwälder
und sogar vereinzelt in urbanen Bereichen ist sowohl auf Trinidad als auch auf Tobago die
Blauringtaube zuhause. Diese 26 Zentimeter große Taubenart hält sich oft am
Boden auf, weil die Tiere dort nach Nahrung suchen. Meist sind sie einzeln, paarweise oder
in kleinen Gruppen anzutreffen; selten schließen sie sich zu größeren
Schwärmen zusammen. Blauringtauben erhielten ihren Namen, weil sie nackte, leuchtend
blaue Augenringe tragen. Ihr Gefieder ist im vorderen Kopfbereich rosa-grau gefärbt, der
Rest des Kopfes und der Nacken sind grau. Der Nacken und die obere Körperhälfte
tragen zudem einen kupferfarbenen bis grünlichen Schimmer.
Auf ihrer Körperunterseite sowie an
den Flügeln tragen die Tiere bräunliches Gefieder, die Beine sind dunkelrot und
der Schnabel schwarz gefärbt. Bei dem rechts abgebildeten Vogel handelt es sich um eine
Tobago-Blauringtaube (Leptotila verreauxi tobagensis). Dies ist eine
Unterart der Blauringtaube, die nur auf Tobago, nicht jedoch auf Trinidad vorkommt. Sie ist
an ihrer sehr hellen Unterseite sowie Kehle zu erkennen, auch fehlt ihr im Unterschied zu
Leptotila verreauxi der kupferfarbene Schimmer im Nacken. (Foto: Bon Accord Village,
Tobago; 2004)
Blauscheitelmotmot (Blue-crowned Motmot, Momotus momota)
"König des Waldes", King of the Wood, nennen die Einheimischen den 39 Zentimeter langen
Blauscheitelmotmot. Zu finden sind die farblich imposanten Vögel meist in dichten
Waldgebieten auf beiden Inseln. Das Gefieder der Vögel schillert in vielen unterschiedlichen
Farben. Ihr auffälliges, türkisblaues Diadem brachte ihnen ihren Namen ein. Es
kontrastiert mit der rötlich-braunen Färbung des Hinterkopfes sowie mit dem
Schwarz rund um die Augenregion der Vögel. Ein echter Blickfang sind zudem die roten
Irisringe; auch die grünlich-bläulichen Flügel sowie der bunte Brustfleck
sind prominente Merkmale dieser Tiere. Am Ende der langen Schwanzfedern befinden sich nach
einem schmalen Steg runde bis tropfenförmige, schmuckvolle Enden, die außer den
Motmots keine andere Vogelart Trinidads und Tobagos trägt. Ihre Stimme ist leise
und eher unauffällig, weshalb man die Vögel oftmals trotz ihrer leuchtenden Farben
im üppigen Grün nicht entdeckt. (Foto links:
Argyle WaterfallArgyle Waterfall, Foto Mitte:
Botanical Garden, Scarborough; Foto
rechts: Grafton Caledonia Wildlife Sanctuary, Tobago; alle 2004)
Braunpelikan (Brown Pelican, Pelecanus occidentalis)
Nahezu überall an den Küsten beider Inseln kann man diese 1,20 Meter großen
Seevögel beim Fischen beobachten. Sie fliegen gemächlich über das Meer und
stoßen plötzlich kopfüber nieder, wobei sie erst im letzten Moment vor dem
Eintauchen ins Wasser die Flügel eng an den Körper falten. Ihre Jagdtechnik, bei der
sie Fische erbeuten, nennt man Stoßtauchen. Während des Sommerhalbjahres folgen
den Pelikanen meist etliche
Aztekenmöwen. Die kleineren
Möwen attackieren die viel größeren Braunpelikane zum Beispiel mit
Schnabelhieben auf den Hinterkopf, bis die gepeinigten Vögel ihre Beute aus dem Schnabel
fallen lassen. Hin und wieder gelingt es den Pelikanen jedoch glücklicherweise, sich
gegen die dreisten Futterräuber und Luftpiraten durchzusetzen. Ansonsten hätten
sie auf die lange Sicht schlechte Überlebenschancen. Braunpelikane sind
- anders als ihr Name vermuten lässt - keineswegs immer am gesamten Körper braun
gefärbt. Dies ist nur während der Brutperiode der Fall, siehe linkes der beiden
Fotos. Außerhalb der Brutperiode, siehe rechtes Foto, sind Kopf und Hals
gelblich-weiß gefärbt. "Bacula" lautet der einheimische Name der Braunpelikane.
(Foto links: Great Courland Bay, Tobago; 1999, Foto rechts: Pigeon Point, Tobago; 2004)
Bronzekiebitz (Southern Lapwing, Vanellus chilensis)
Das eigentliche Verbreitungsgebiet dieser Vogelart erstreckt sich in Südamerika von
Kolumbien bis zur Tierra del Fuego im Süden des Kontinents. Auf ihren saisonalen Zügen
wanderten die Vögel 1961 erstmals nach Trinidad, und 1974 erreichten sie schließlich
auch Tobago. Sie wurden auf beiden Inseln innerhalb kurzer Zeit heimisch und begannen bald
sogar mit der Jungenaufzucht. Der größte Teil der oberen Körperhälfte
und der Kopf sind bei Alttieren bräunlich gefärbt, die Unterseite dieser 33 Zentimeter
großen Vögel ist weiß. Am Hals tragen Bronzekiebitze einen schwarzen
Bereich und ihre Flügel sind bronzefarben. Auch die lange Haubenfeder, die für
Kiebitze typisch ist, ist schwarz gefärbt. Der Schnabel ist dunkel und die Beine sind
rötlichbraun gefärbt. Auffällig ist die rote Iris. Meist halten sich die
Vögel in kleinen Gruppen in feuchten Grasebenen auf, auch in Sümpfen sind sie
zu finden. Übrigens: Anfang 2004 wurden die ersten Bronzekiebitze in
Costa Rica gesichtet. Eine knappe Woche
nach dem Erscheinen dreier Vögel in diesem mittelamerikanischen Land gehörte die
Autorin mit zu den ersten Beobachten der Spezies auf costaricanischem Boden. (Fotos:
Main Ridge Rainforest Reserve, Tobago; 2004)