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          Übersichtskarte Scarborough Die Hauptstadt der Insel Tobago trägt heute den Namen Scarborough. Gegründet wurde sie im 18. Jahrhundert von schottischen Siedlern, die ihren Namen ohne die Endung "ugh" schrieben. Erst die Engländer änderten die Schreibweise, als sie die Stadt im Jahre 1769 zur Inselhauptstadt erklärten. Heute leben etwa 17.000 Einwohner in Scarborough, die Stadt ist deshalb verglichen mit Trinidads Hauptstadt Port of Spain eher ein verträumtes Nest. Dennoch ist sie der Dreh- und Angelpunkt, was das Einkaufen und den Verkehr mit den öffentlichen Bussen auf Tobago angeht.

Straße in Scarborough Im Stadtzentrum von Scarborough liegt nicht nur der zentrale Busbahnhof der Insel. Auch die Hauptpost findet sich dort ebenso wie die Bücherei und das Hauptbüro der Touristeninformation. Darüber hinaus gibt es etliche Banken sowie kleine Supermärkte und natürlich den Marktplatz. Freitags ist der eigentliche Markttag, dann ist besonders viel los. An den anderen Wochentagen sind jedoch ebenfalls zahlreiche mobile Händler dort anzutreffen, die nicht nur frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch im Angebot haben. Von Handtüchern über Musik-CDs (oftmals nicht ganz legale Kopien) bis hin zu Armbanduhren und Sonnenbrillen ist in den Straßen Scarboroughs alles zu haben. Ganz in der Nähe des Marktes liegt der Hafen der Stadt, in dem manchmal sogar riesige Kreuzfahrtschiffe ankern, was aufgrund ihrer enormen Größe allerdings etwas grotesk aussieht.

Erheblich beschaulicher und vor allem abwechslungsreicher als das Marktviertel ist der östliche Teil der Stadt. Am James Park steht nicht nur das ehrwürdige und herausgeputzte House of Assembly, siehe Foto unten links. An der Ecke Burnett St. und Piggot St. trotzt ein altes, halb verfallenes Haus Wind und Wetter - quasi als größtmöglicher Kontrast zum offiziellen Gebäude jenseits des Platzes.

House of Assembley in Scarborough      Verfallendes Haus in Scarborough

Botanical Garden (Botanischer Garten)

Weg im Botanischen Garten Naturbegeisterte und Ruhe suchende Reisende sollten sich auf keinen Fall einen Besuch des Botanischen Gartens entgehen lassen. In diesem großen Park, der kostenlos zugänglich ist, spenden zahlreiche teils sehr große Bäume Schatten, Bänke laden zum Verweilen ein, und überall sind bunte tropische Blüten zu sehen. Mich hat es sehr erstaunt, wie viele Vogelarten, die normalerweise eher scheu sind, in diesem Park leben, der mitten in der größten Stadt Tobagos liegt. Ist man geduldig und leise, begegnet man dort sogar dem Blauscheitelmotmot. Übrigens trifft man im Botanischen Garten auch viele Einheimische, die sich ein wenig von der Hektik der Stadt erholen möchten. Es macht wirklich Spaß, mit ihnen über die verschwenderische Blütenpracht ringsum und viele andere Dinge des Alltags zu plaudern.

Umgestürzter Baum Wiese im Botanischen Garten Kleine Büsche und große Bäume

Fort King George

Blick über die Bacolet Bay Auf einem Hügel oberhalb von Scarborough liegt die wichtigste historische Stätte der Insel: Nur wenige Meter vom städtischen Krankenhaus entfernt, thront das Fort King George über der Rockley Bay. Von dieser Festung aus kann man den Blick weit über die Stadt und die Küste Tobagos schweifen lassen. Das Fort wurde im 17. Jahrhundert erbaut und im Laufe seiner Geschichte von den Franzosen eingenommen, die es in Fort Castries umbenannten.

Gebäude des Fort King George Von den einst 30 Gebäuden der Festung sind inzwischen nur noch wenige erhalten. Besucher können im Fort heute die Gefängnisblöcke, das Munitionslager, das Militärkrankenhaus und die Offiziersbaracke besichtigen. Auch das nationale Museum Tobagos, das in einem der alten Gebäude untergebracht ist, lädt zu einem Besuch ein. Dort werden Gegenstände aus der gesamten Inselgeschichte gezeigt, angefangen von präkolumbianischer Indianerkunst über Gemälde bis hin zu Alltagsgegenständen der ersten westlichen Siedler. In einem kleinen Craft Shop werden Souvenirs und Getränke angeboten. Auf dem Gelände des Forts stehen zahlreiche Kanonen, deren Öffnungen gen Ozean weisen. Außerdem wurde dort im Jahre 1958 ein Leuchtturm errichtet, der nach wie vor bestens erhalten ist. Seit 1965 ist das Gelände ein Park.

Gebäude im Schatten eines riesigen Baumes Abgesehen von den massiven Gebäuden, einigen Ruinen und den Waffen kann man auf dem Gelände jedoch noch erheblich mehr bestaunen, sofern man ein Naturfreund ist. Ehrfurcht gebietend sind die uralten, sehr hohen Bäume mit ihren geradezu gigantischen, weit ausladenden Kronen. Im Schatten eines dieser Bäume steht ein altes Gebäude, dessen Dach dicht mit Moosen, Flechten, Farnen und anderen Pflanzen bewachsen ist.

Blick auf das Hafenbecken von Scarborough Nimmt man sich ein wenig Zeit, kann man Vögel dabei beobachten, wie sie auf dem Dach herumtrippeln und zwischen dem Bewuchs nach Insekten suchen. Auch Reptilien gehen dort auf Nahrungssuche. Im Geäst der großen Bäume turnen Spechte umher, Drosseln und kleinere Vögel sind hier ebenso zu finden. Oder aber man genießt einfach die herrliche Aussicht - auf dem Foto rechts ist der Blick auf das Hafenbecken von Scarborough zu sehen.

Rotschwanzhörnchen? Die kleineren Bäume auf dem Gelände rund um die Festung sind Anziehungspunkte für Rotschwanzhörnchen, siehe Foto rechts, Reptilien und kleinere Vögel. An ihren Blüten kann man beispielsweise oft Tobagoamazilien Nektar trinken sehen. Mit etwas Glück entdeckt man im Gebüsch am Hang unterhalb des Forts den Nationalvogel Tobagos, den Rotschwanzguan.

Von Scarborough aus ist das Fort King George entweder mit dem Taxi, einem Routenbus (Inselrundfahrt) oder zu Fuß erreichbar, wenn man sich nicht unbedingt einer durch einen Reiseveranstalter organisierten Besuchstour anschließen möchte. Es sei jedoch erwähnt, dass der Aufstieg zu Fuß eine schweißtreibende Angelegenheit ist und bei gemächlichem Tempo eine gute halbe Stunde in Anspruch nimmt. Ohne eine Kopfbedeckung, gutes Sonnenschutzmittel und mindestens einen Liter Wasser im Gepäck sollte man sich in Scarborough gar nicht erst auf den Weg begeben.

 
                 

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