| Ausflugstipps
Die Republik Trinidad und Tobago ist ausgesprochen abwechslungsreich,
die beiden Inseln bieten eine breite Palette von Möglichkeiten
zur Freizeitgestaltung. Tobago ist eher ruhig und hat die besser
erschlossenen Korallenriffe, weshalb die kleine Insel vor allem von
erholungssuchenden Urlaubern und Tauchtouristen bereist wird. Zumindest
für die meisten Europäer ist Trinidad als Reiseziel
eher unbekannt, die Insel findet sich in kaum einem Programm der
großen Reiseveranstalter. So wundert es nicht, dass man dort
vor allem amerikanischen Touristen begegnet, für die Trinidad
ein vergleichsweise nahe gelegenes Tropenreiseziel mit immens vielen
Möglichkeiten zur Naturbeobachtung ist. Da ich beide Inseln
besucht habe, stelle ich in diesem Kapitel nicht nur Reisetipps
für Tobago, sondern auch für das weniger
populäre Trinidad vor. Viele weitere wertvolle Tipps finden
Sie auf der englischsprachigen Webseite des Fremdenverkehrsbüros von
Trinidad und Tobago. Beide Inseln bieten Unterkünfte
für jeden Geldbeutel. Es gibt einerseits
preisgünstige Ferienwohnungen oder Zimmer bei Einheimischen,
aber auch etliche Mittelklassehotels. Fürstlich untergebracht
ist man in einem der traumhaft gelegenen Luxushotels, die meist mit
tropischen Gartenanlagen und exzellenter Küche aufwarten.
Scarborough, Tobago
Typisch karibisches und für Tobagos Verhältnisse
sogar recht hektisches Stadtleben können Sie in Scarborough,
der Inselhauptstadt, erleben. In der Nähe der zentralen
Bushaltestelle wird bis zum Mittag der Markt
abgehalten, siehe Foto rechts. Schlendern Sie doch einmal zwischen den
Ständen umher und kaufen Sie etwas von dem köstlichen
Obst. Frische Tropenfrüchte sind dort gemessen an dem, was sie
in Deutschland kosten, ziemlich günstig zu haben. (Foto
rechts: © Uwe Post)
Auf dem
Markt sowie in den umliegenden Geschäften begegnen Sie hautnah
dem Lebensgefühl der Einheimischen: easy going - also
bloß keine Hektik. Für uns teils eher rastlosen
Mitteleuropäer grenzt es zuweilen an einen Kulturschock, wenn
wir erleben, wie gemächlich der Lebensrhythmus auf Tobago
verläuft. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit war mir
das dort herrschende Tempo ausgesprochen sympathisch,
schließlich war ich doch im Urlaub und konnte Stress dabei
nicht gebrauchen. Ich bin dazu übergegangen, mich gar nicht
weiter aufzuregen, wenn es beispielsweise an der Kasse in einem
Geschäft wieder einmal etwas länger dauerte. Die
Straßen sind im Stadtzentrum laut. Aus großen
Lautsprechern dröhnt in Scarborough allerorten Musik, die man
selbstverständlich kaufen kann. Mehr über die Stadt
können Sie im entsprechenden Kapitel dieses
Reiseberichts nachlesen. (Foto rechts: © Uwe Post)
Ebenfalls in
Scarborough befindet sich das Fort
King George, das man als geschichtlich
interessierter Tourist auf alle Fälle besuchen sollte.
Ebenfalls schön anzusehen ist der mitten in Scarborough
gelegene Botanical
Garden (Botanische Garten, siehe Foto rechts), der
eine Oase der Ruhe mit viel Schatten ist. Ein Besuch dieser
weitläufigen Parkanlage lohnt sich auch dann, wenn man in
Scarborough beispielsweise ein wenig Zeit hat, bis der nächste
Bus abfährt, der einen zum eigentlichen Ausflugsziel bringen
soll.
Plymouth, Tobago
Der
älteste Ort Tobagos befindet sich an der karibischen
Küste. Im Jahre 1628 errichteten die Holländer dort
die erste Siedlung. 140 Jahre später, also im Jahre 1768,
erbauten die Engländer ganz in der Nähe das Fort James und gründeten
die Ortschaft Plymouth. Vom Fort ist heute nur noch wenig erhalten, zu
sehen sind beispielsweise noch die vier Kanonen, die nebeneinander
stehen und aufs Meer weisen, siehe Foto rechts.
Wenige Meter von
der schönen Parkanlage entfernt, in der das Fort heute liegt,
befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit des Ortes. Direkt
neben dem Sportplatz liegt ein eingezäuntes Gelände,
auf dem der Mystery Tombstone
zu finden ist, siehe Foto rechts. Dieser Grabstein gibt seit jeher
Rätsel auf, denn niemand hat bislang seine Inschrift deuten
können. Sie lautet ins Deutsche übersetzt: "Sie war
Mutter, ohne es zu wissen; sie war Ehefau, ohne dass sie es ihren Mann
merken ließ, es sei denn, durch ihre Nachsicht ihm
gegenüber - Betty Stiven 1783." Wer mag, kann bei einem
Spaziergang an der herrlichen Bucht über diese seltsamen Worte
nachdenken. Am Strand von Plymouth ist die Aussicht auf die Great Courland Bay
wirklich atemberaubend schön, man sollte unbedingt etwas Zeit
für eine kleine Wanderung einplanen.
Main Ridge Rain Forest
Reserve, Tobago
Eine Vielzahl von Pflanzen, Tieren und Vögeln
kann man sich im Regenwald-Schutzgebiet auf
Tobago anschauen. Entweder unternimmt man einen Ausflug auf eigene
Faust - die Reiseleiter der großen Agenturen helfen Ihnen
gern bei der Planung -, oder man schließt sich einem
Naturführer an. Der üppigen Flora Tobagos habe ich
ein eigenes Kapitel gewidmet, das in Kürze online gehen wird.
Wer auf Tobago verweilt, sollte sich einen Spaziergang
durch das verschwenderische Pflanzendickicht nicht entgehen lassen. Die
Wanderwege werden von Angestellten des Nationalparks frei von Pflanzen
gehalten. Da es sich um einen echten Regenwald handelt, muss man mit
einer gelegentlich auftretenden, kräftigen
natürlichen "Dusche" rechnen. Für den Fall der
Fälle sollte man unempfindliches festes Schuhwerk tragen, denn
der Waldboden ist nicht nur während der Regenzeit matschig. Am
besten eignen sich Gummistiefel oder robuste Wanderschuhe, um dort
spazieren zu gehen. Weitere Informationen zum Main Ridge Rain Forest
Reserve finden Sie in dem entsprechenden Kapitel dieses
Reiseberichts.
Arnos Vale Hotel, Tobago:
Vogelfütterung
Jeden
Nachmittag pünktlich zur Tea Time geht das knallbunte
Naturschauspiel los: Unzählige vergleichsweise zutrauliche
Vögel laben sich an Obststücken, die ihnen vom
Hotelpersonal in Näpfen vor der Terrasse serviert werden.
Hotelgäste können bei einer Tasse Tee oder einem
kühlen Glas Saft die Tropenvögel aus
nächster Nähe bestaunen. Aber auch wer nicht im Arnos
Vale Hotel wohnt, darf der Vogelfütterung zuschauen. Man
bekommt dort Vogelarten zu Gesicht, die sich an anderen Orten meist im
dichten Grün der Bäume und Sträucher
verborgen halten und vor den Menschen flüchten.
Und wenn man eh vor Ort ist, sollte man sich in Ruhe
das Hotel anschauen. Es ist eine der besten Adressen für
Luxusurlaub auf Tobago und strahlt eine ungeheure Eleganz aus. Die
Anlage schmiegt sich an einen Hang, der mit üppigem Wald
bewachsen ist. Dort lässt es sich sicher herrlich entspannen,
sofern man genug Geld für einen längeren Aufenthalt
in diesem Hotel übrig hat.
Grafton Caledonia
Wildlife Sanctuary, Tobago
Ebenfalls
ein beliebter Anlaufplatz für Vogelfreunde ist das Grafton
Caledonia Wildlife Sanctuary. Dies ist ein privates Naturschutzgebiet,
dessen Eingang ganz in der Nähe des Grafton Beach Hotels
liegt. Auf dem kleinen Areal werden die Vögel mit Nektar und
Obst zu festen Futterplätzen gelockt. Man hat an diesen
Futterplätzen besonders gute Chancen, den scheuen
Nationalvogel Tobagos, den Rotschwanzguan (siehe Foto
rechts), aus der Nähe betrachten zu können.
Allerdings sollte man keinesfalls vergessen, ein
Mückenschutzmittel mitzubringen, da der Wald nicht nur die
Heimat farbenprächtiger Vögel ist, sondern auch
Heerscharen stechwütiger Moskitos beherbergt. Weitere
Informationen zu diesem Ausflugsziel können Sie im entsprechenden
Kapitel dieses Reiseberichts nachlesen.
Glasbodenbootsfahrt (vor allem Tobago)
Ein ganz besonderes Erlebnis für die ganze Familie ist eine
Fahrt mit einem Glasbodenboot. Auf Tobago starten solche Bootstouren
meist morgens gegen zehn oder elf Uhr zum Beispiel am Pigeon
Point, an der Store Bay und in Speyside. Die
Kosten für solche ein bis zwei Stunden langen
Ausflüge in das Reich der Korallen belaufen sich auf etwa 90
bis 100 TT$ pro Person (Stand November 2004). Für
Nichtschwimmer und Menschen, die Angst vor dem Schwimmen im offenen
Meer haben, ist ein solcher Ausflug eine wunderbare
Möglichkeit, die karibische Unterwasserwelt kennen zu lernen.
Vom Boot aus kann man bequem und ohne nass zu werden viele
unterschiedliche Meereslebewesen bestaunen. Während der
meisten Bootsfahrten hat man die Möglichkeit, von Bord zu
gehen und die Korallen selbst zu erkunden. In aller Regel ist die
Leihgebühr für eine Schnorchelausrüstung im
Preis für den Bootsausflug inbegriffen, Handtücher
sollte man aber selbst mitbringen. Die Abbildung in diesem Absatz zeigt
eine Fächerkoralle am Buccoo Reef.
Wer zum Buccoo Reef fährt, hat
meist die Möglichkeit im Nylon
Pool baden zu gehen. Dies ist eine breite Sandbank, die ein
ganzes Stück von der Küste entfernt ist. Das Wasser
ist dort warm und nur maximal hüfttief. Der Legende nach
bleibt man ewig jung, wenn man im Nylon Pool gebadet hat. Viele
Bootstouren führen auch an einer winzigen, flachen Sandinsel
vorbei, die den Namen Pelican Island
trägt. Dort tummeln sich unzählige Seevögel
wie Braunpelikane oder Aztekenmöwen,
siehe Foto in diesem Absatz.
Ein Tipp zum Thema Fotografie: Schalten Sie unbedingt
den Blitz Ihrer Kamera aus, wenn Sie durch das Glas eines Bootes
fotografieren wollen, da Sie sonst später von den herrlichen
Korallen und Fischen nichts auf dem Foto sehen werden. Die Scheiben
reflektieren das Blitzlicht nämlich gnadenlos.
Pigeon Point, Tobago
Sicher haben Sie
es auch schon einmal gesehen, das Foto vom perfekten Traumstrand: Das
Wasser ist türkis, ruhig und gesäumt von einem
makellosen, strahlend weißen Strand. Im Hintergrund erheben
sich Kokospalmen, und ein Steg führt ins Meer, auf dem eine
strohgedeckte Hütte thront. Genau das ist der Landzipfel
Pigeon Point. Dieses idyllische Fleckchen Erde sollte man als
Tobago-Urlauber mindestens einmal gesehen haben. Weitere Informationen
über diesen hübschen Küstenabschnitt finden
Sie im entsprechenden Kapitel dieses
Reiseberichts.
Jemma's Sea View Kitchen, Speyside, Tobago
Speyside ist
trotz der bei Touristen steigenden Beliebtheit ein kleines, eher
verträumtes Fischerdorf geblieben. Echte
Sehenswürdigkeiten hat der Ort zwar nicht zu bieten. Trotzdem
ist er aufgrund eines sehr speziellen Restaurants ein beliebtes
Ausflugsziel. Jemma's Sea View Kitchen ist ein Lokal, das in die Krone
eines großen Baumes gebaut wurde, der direkt am Meer steht.
Täglich werden zwei verschiedene Gerichte angeboten, von denen
eines vegetarisch ist. Egal, wofür man sich entscheidet,
schmackhaft ist es garantiert, denn das Jemma's-Team bereitet aus
frischen Zutaten leckere einheimische Gerichte zu. Unter den
Getränken ist der hausgemachte Fruit Punch sehr zu empfehlen,
denn er ist sehr fruchtig und kaum süß.
Little Tobago
Vor dem nordöstlichen Ende Tobagos befinden sich zwei Inseln:
Goat Island (im Bild ganz links) und Little Tobago (im Bild hinter Goat
liegend). Letztere gilt als Geheimtipp unter Naturliebhabern und
Hobby-Vogelkundlern. In mehr oder minder großen Gruppen kann
man dieses Eiland unter der Leitung eines ortskundigen
Naturführers besuchen. Weitere Informationen zu diesem
Ausflugsziel finden Sie im entsprechenden Kapitel dieses
Reiseberichts.
Wichtiger Hinweis: Für Menschen, die schlecht
zu Fuß sind oder nur sehr wenig Kondition haben, ist dieser
Ausflug nicht zu empfehlen. Ebenso wenig sollten gebrechliche Urlauber
oder sehr kleine Kinder zu einer Little-Tobago-Tour aufbrechen. Sollten
Sie Zweifel hegen, ob ein solcher Ausflug für Sie in Frage
kommt, besprechen Sie dies am besten vor Ort mit Ihrer Reiseleitung
oder einem der Naturführer.
Argyle Waterfall, Tobago
In der
Nähe der Ortschaft Roxborough, die an der
Atlantikküste Tobagos liegt, befindet sich ein herrliches
Naturwunder: der Argyle Waterfall. Dort ergießt sich das
Wasser - zumindest außerhalb der Trockenzeit - über
mehrere Felsstufen in die Tiefe und sammelt sich in einem
natürlichen Becken, in dem man sich nach der Wanderung zum
Wasserfall herrlich abkühlen kann. Detaillierte Informationen
zu diesem Ausflugsziel finden Sie im Argyle
Waterfallentsprechenden Kapitel dieses Reiseberichts.
Pitch Lake, Trinidad
Bodenschätze liegen normalerweise tief im Erdreich verborgen
und sind daher unsichtbar. Anders verhält es sich mit dem
Naturasphalt, der im Südwesten Trinidads
zähflüssig aus der Erde blubbert. Der Pitch Lake
(Asphaltsee) ist eine seltsame Laune der Natur, die in
ähnlicher Form nur an sehr wenigen Stellen der Erde
anzutreffen ist. Mehr über den Pitch Lake erfahren Sie im entsprechenden
Kapitel dieses Reiseberichts.
Caroni Swamps (Caroni-Sümpfe), Trinidad
Eine ausgedehnte
Sumpflandschaft mit riesigen Mangroven erstreckt sich über die
Küstenebene im westlichen Teil Trinidads. Nur wenige
Autominuten von der Hauptstadt Port of Spain entfernt, kann man in den
Caroni Swamps in eine völlig andere Welt eintauchen,
während man mit einem der Ausflugsboote durch die
Kanäle zwischen den Mangrovenwäldern schippert.
Allabendlich findet dort ein farbenfrohes Spektakel statt:
Unzählige Scharlachsichler, dies
sind die Nationalvögel der Insel, sammeln sich zur gemeinsamen
Nachtruhe in ihren Schlafbäumen. Mehr Informationen zu diesem
artenreichen Naturschutzgebiet finden Sie im entsprechenden
Kapitel dieses Reiseberichts.
Asa Wright Nature Center, Trinidad
Exotische, leuchtend bunte Vögel sowie eine
überwältigende Pflanzenvielfalt und eine Prise
touristischen Luxus hat das Asa Wright Nature Center zu bieten. Im
Bergnebelwald der nördlichen Gebirgskette Trinidads gelegen,
ist es vor allem für Vogelbeobachter der Anziehungspunkt
schlechthin. Man kann auf der ehemaligen Plantage in
geräumigen Bungalows (zu einem zugegebenermaßen
recht stolzen Preis) übernachten oder dem Zentrum einen
Tagesbesuch abstatten. Egal, wofür man sich entscheidet, die
lange Anfahrt lohnt sich für Naturfreunde auf alle
Fälle. In der nebenstehenden Abbildung ist ein weiblicher Purpurnaschvogel zu
sehen, diese Vögel kann man am Asa Wright Nature Center sehr
leicht beobachten. Eine detaillierte Beschreibung des Zentrums finden
Sie im entsprechenden Kapitel
dieses Reiseberichts.
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