Trinidad & TobagoSäugetiere und Krabben
 

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          Goldaguti Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Säugetieren und Krabben, die auf Trinidad und Tobago vorkommen. Die auf dieser Seite benutzten Bezeichnungen basieren auf einer Bestimmung der Arten anhand von Fachliteratur, mithilfe einer Vielzahl unterschiedlicher internationaler Websites beziehungsweise mit der freundlichen Unterstützung von Experten. Irrtümer sind dabei freilich nicht ausgeschlossen.

Einige Arten konnte ich bislang nicht bestimmen, vielleicht können Sie mir ja bei der Benennung helfen? Über eine E-Mail würde ich mich sehr freuen! Am Ende der Kurzbeschreibungen finden Sie jeweils in Klammern einen Vermerk darüber, wann und wo die entsprechenden Fotos angefertigt wurden.

Säugetiere (Mammals)

In den tropischen Regionen der Erde leben viele exotische Tierarten, die wir Mitteleuropäer - wenn überhaupt - nur aus Zoos kennen. Auf Trinidad und Tobago kommen insgesamt 108 Säugetierarten vor, die fast ausnahmslos sehr scheu sind. Sie zu beobachten, ist deshalb relativ schwierig. Der Lebensraum der meisten Säugetiere ist der dichte Wald oder er liegt abseits menschlicher Siedlungen, hinzu kommt die nächtliche Lebensweise zahlreicher Arten. Abgesehen von einem Opossum, das ich 1999 in der Nähe von Black Rock am späten Abend auf eine Palme klettern sah, habe ich nur wenige weitere Säugetierarten selbst beobachten können. Drei von ihnen waren so freundlich, lange genug an einer Stelle zu verharren, so dass ich sie sogar fotografieren konnte.

Goldaguti (Red-rumped Agouti, Dasyprocta agouti)

Goldaguti Das Goldaguti ist ein mittelgroßes Säugetier, das eine Körpergröße von etwa 50 bis maximal 64 Zentimeter erreichen kann. Das Gewicht der scheuen Tiere mit den langen Beinen liegt zwischen drei und sechs Kilogramm. Ihr Fell ist variabel gefärbt, die meisten Vertreter ihrer Art haben einen rötlichen Rumpf; der restliche Körper weist einen goldenen Schimmer auf, woher der deutsche Name rührt. Goldagutis sind tagaktiv, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Venezuela bis nach Brasilien, auch auf Trinidad kommt diese Tierart vor.

Auf seinen langen Beinen huscht das Goldaguti durch den Wald, meist auf der Suche nach Früchten, Nüssen und Samen. Oft vergraben Agutis ihre Nahrung für spätere Mahlzeiten im Erdreich, aber nicht immer erinnern sie sich an alle Verstecke oder sie benötigen die angelegten Vorräte nicht. Aus den vergrabenen Früchten und Samen wachsen neue Pflanzen, so dass die Agutis eine wichtige Rolle bei der Verbreitung vieler Pflanzenarten in ihrem Lebensraum spielen. (Foto: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)

Rotschwanzhörnchen (Red-tailed Squirrel, Sciurus granatensis)

Rotschwanzhörnchen Rotschwanzhörnchen Auf Trinidad und Tobago sind die wenig scheuen Rotschwanzhörnchen in Wäldern und mit Bäumen bestandenen Gebieten zu finden. Diese Tierart wurde im Jahre 1811 vom Forschungsreisenden Alexander von Humboldt entdeckt. Rotschwanzhörnchen erreichen eine Körpergröße von etwa einem halben Meter, wenn man die Länge des buschigen, bis zu 28 Zentimeter messenden Schwanzes mitrechnet. Ausgewachsene Tiere können bis zu 500 Gramm wiegen. In der Zeit zwischen 6.30 und 11.00 Uhr hat man die besten Chancen, diese tagaktiven Säugetiere beobachten zu können, während sie auf ihrer morgendlichen Futtersuche sind. Den Rest des Tages verbringen sie eher im Verborgenen. Das Fell der Tiere ist rötlichbraun, manche Individuen sind heller als andere gefärbt. Hartschalige Früchte, Samen, Nüsse, junge Blätter, Pilze und mitunter sogar Froscheier bilden die Nahrung der Rotschwanzhörnchen. (Fotos: Fort King George, Scarborough, Tobago; 2004)

Fledermäuse (Bats)

Fledermaus Fledermäuse kann man auf Trinidad und Tobago praktisch überall finden, auf den beiden Inseln kommen insgesamt 62 verschiedene Arten dieser Geschöpfe der Nacht vor. Teilweise bereits eine Stunde vor Sonnenuntergang verlassen einige Spezies ihre Ruheplätze, die meisten Arten schwärmen jedoch erst mit dem Einbruch der abendlichen Dunkelheit aus, um mit der nächtlichen Insektenjagd zu beginnen beziehungsweise auf die Suche nach reifen Früchten zu gehen. Wer ein gutes Gehör hat, vernimmt sogar einige ihrer Ortungs- und Soziallaute, die in einem für manche Menschen gerade eben noch hörbaren Frequenzbereich liegen.

Fledermaus Vor der Mehrzahl der auf den Inseln lebenden Fledermäuse braucht man sich nicht zu fürchten. Nahezu sämtliche Arten gehören zu den Frucht- und Insektenfressern, sie greifen keine Menschen an. Auch ist es nicht richtig, dass sie sich im Haar von Menschen verfangen. Sie fliegen lediglich nahe an Menschen heran, weil sie grundsätzlich enge Flugbahnen um Hindernisse wählen - und vielleicht auch deshalb, weil sie ein wenig neugierig sind und erkunden möchten, was da in ihrer Flugbahn steht. Auf Trinidad leben allerdings auch einige wenige Vampirfledermäuse, die sich von Blut ernähren. Diesen Tieren während eines Urlaubs zu begegnen oder von ihnen gar gebissen zu werden, ist jedoch extrem unwahrscheinlich. Das in diesem Absatz gezeigte Tier war nachtaktiv. Es lebte im Bergnebelwald von Trinidad und hatte eine Spannweite von etwa 25 Zentimetern. Vor Sonnenaufgang machte es sich über die Früchte her, die für die Vogelfütterung kurz zuvor ausgelegt worden waren. Leider weiß ich nicht, um welche Art es sich handelt. (Beide Fotos: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)

Mangrove Tree Crab

Mangrove Tree Crab Eine bemerkenswerte Tierart, deren deutschen und wissenschaftlichen Namen ich leider nicht kenne, sind die Mangrove Tree Crabs. Sie klettern an den Wurzeln der Mangroven empor und klammern sich dabei so gut fest, dass sie nicht herabfallen. Die größten Tiere dieser Art, die ich gesehen habe, wiesen eine Rumpfbreite von etwa fünf Zentimetern auf. (Foto: Caroni Swamps, Trinidad; 2004)

 

Krabben (Crabs)

Krabbe Diese vergleichsweise große Krabbenart - der Rumpf ist etwa acht bis zehn Zentimeter breit - hielt sich am Rande eines überfluteten Waldes auf. Dort suchte das überwiegend rot gefärbte Tier, dessen Panzer mit einigen grünen Bereichen geschmückt war, im schlammigen Boden nach Nahrung. (Foto: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)

 

Krabbe Mitten im dichten Mangrovenwald der Küste im südöstlichen Teil Tobagos ist eine kleine Landzunge aufgeschüttet worden, die mit Steinen gegen die Brandung gesichert wurde. Zwischen diesen Steinen halten sich bei Niedrigwasser viele der rechts gezeigten, leuchtend rot gefärbten Krabben auf. Ihr Rumpf ist fünf bis sechs Zentimeter breit, auf dem Rückenpanzer tragen sie ein Muster aus parallel verlaufenden Linien. (Foto: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)

Krabben Sandfarben und ziemlich groß sind die rechts gezeigten Krabben. Ihr Rumpf misst etwa acht bis zehn Zentimeter und sie halten sich am liebsten in überfluteten Bereichen auf, und dort mit Vorliebe im Wasser. Im Unterschied zu vielen anderen Krabbenarten, die ich auf Trinidad und Tobago gesehen habe, suchten sie scheinbar die Gesellschaft ihrer Artgenossen. (Foto: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)

Krabbe Von zierlicher Statur sind die rechts abgebildeten, sehr scheuen Krabben. Ihr Rumpf ist nur etwa drei Zentimeter breit und grau gefärbt. Im Schlamm der Uferböschung eines kleinen Wassergrabens fielen sie kaum auf, wenn sie sich nicht bewegt haben. Bei der geringsten Störung flüchteten sie in die von ihnen gegrabenen Gänge und versteckten sich dort erst einmal für einige Minuten. (Foto: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)

Krabbe An einem Sandstrand war das rechts gezeigte Tier zuhause. Der Rumpf dieser Krabbe war etwa sechs Zentimeter breit und bläulich-grau gefärbt. Wirbelte man Sand auf und landete dieser auf dem Boden, rannte die Krabbe sofort an die Einschlagsstelle. Ein solches Verhalten habe ich bisher noch nie bei einer Krabbe erlebt. Man konnte sie damit regelrecht von ihrer Wohnhöhle weglocken - und zwar fast zwei Meter weit. (Foto: Englishman's Bay, Tobago; 2004)

 
                 

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