Trinidad & TobagoVögel - Teil 6
 

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          Seidenkuhstärling (Shiny Cowbird, Molothrus bonariensis)

Seidenkuhstärling, Männchen Seidenkuhstärlinge sind ausnehmend schöne, 18 Zentimeter große Vögel, die sowohl auf Trinidad als auch auf Tobago vorkommen. Das Gefieder der Männchen, siehe Foto rechts, ist glänzend blauschwarz gefärbt, hierzu steht die braune Iris in einem ausdrucksstarken Kontrast. Blass braun sind die Weibchen gefärbt, Flügel und Schwanz sind etwas dunkler als der restliche Körper. Insekten wie Käfer oder Fliegen stehen auf dem Speiseplan der scheuen Vögel, gelegentlich nehmen sie auch etwas Brot zu sich, das von Menschen an Futterplätzen ausgelegt wird. Aufgrund ihres glänzenden Gefieders sind sie leider schwierig zu fotografieren. Am besten sollte man auch im Sonnenschein einen Blitz zum Aufhellen parat haben. (Foto: Arnos Vale, Tobago; 1999)

Silberreiher (Great Egret, Egretta alba)

Silberreiher Silberreiher Eine stattliche Erscheinung ist der Silberreiher, der sowohl auf Trinidad als auch auf Tobago anzutreffen ist. Die einen Meter großen Vögel halten sich meist in Sümpfen und Überschwemmungsgebieten auf. Am gesamten Körper tragen sie weißes Gefieder. Der Schnabel dieser Reiherart ist leuchtend gelb gefärbt, die Beine und die Zehen sind schwarz. Die Haut zwischen Augen und Schnabel ist nackt und gelb gefärbt, auch die Irisringe sind gelb. Fische, Frösche und Insekten bilden die Nahrung dieser größten weißen Reiherart, die auf Trinidad und Tobago vorkommt. (Fotos: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)

Steinwälzer (Ruddy Turnstone, Arenaria interpres)

Steinwälzer Steinwälzer Eigentlich sind die Steinwälzer in arktischen Regionen heimisch. Im Winter ziehen sie jedoch in den Süden und gelangen so nach Trinidad und Tobago. Einige wenige Exemplare dieser Spezies leben dauerhaft auf den Inseln. Die 20 Zentimeter großen Vögel sind sehr gesellig und laufen stets mindestens zu zweit umher. Bei der Nahrungssuche drehen sie kleine Steine um, unter denen sie nach Fressbarem suchen. Diese Verhaltensweise stand bei der Namensgebung Pate. Die Körperunterseite der Steinwälzer ist weiß gefärbt, die Oberseite ist in hellen und dunklen Brauntönen gemustert. Im Bereich der Kehle tragen die Vögel einen schwarzen Latz, die Beine und Füße sind orange gefärbt; ihre kurzen, spitzen Schnäbel sind schwarz gefärbt. (Fotos: Speyside, Tobago; 2004)

Streifenwaldsänger (Blackpoll Warbler, Dendroica striata)

Streifenwaldsänger im Schlichtkleid Etwa zehn Zentimeter lang sind die scheuen Streifenwaldsänger, die man auf Trinidad und Tobago eher selten antrifft, wenn sie gerade auf dem Durchzug in ihre Überwinterungsquartiere sind. Lediglich einige wenige dieser aus Nordamerika stammenden Tiere bleiben auf den beiden Inseln, um dort den Winter zu verbringen. Das Brutkleid der Männchen unterscheidet sich stark vom Schlichtkleid. Während der Brutsaison ist das Gefieder auf der Unterseite hellgrau mit dunklen Streifen an den Flanken, die Flügel sind ebenfalls gestreift, und den Kopf ziert eine schwarze Kappe. Der Gesamteindruck des Gefieders ist im Schlichtkleid eher oliv, siehe Foto rechts. An den Flanken sind bei einigen Tieren mehr oder minder stark ausgeprägte schwarze Streifen vorhanden. Dunkel sind die Flügel gefärbt, sie tragen einige hellere Bereiche, die in der nebenstehenden Abbildung gut zu erkennen sind. Über und unter den Augen tragen die Streifenwaldsänger im Schlichtkleid zarte, gelbe Streifen, hinter dem Auge erstreckt sich je ein dunkler Streif. Insekten stehen auf dem Speisezettel dieser zierlichen Vögel, die sich gern in bewaldeten Gebieten aufhalten. (Foto: Botanical Garden, Scarborough, Tobago; 2004)

Talpacotitaube (Ruddy Ground Dove, Columba talpacoti)

Talpacotitaube Talpacotitaube Brütende Talpacotitaube Diese hübsche Taubenart trifft man auf beiden Inseln meist auf dem Boden laufend an, wo die Tiere einzeln oder in kleinen Gruppen nach Nahrung suchen. Talpacotitauben sind ausgewachsen 16,5 Zentimeter groß. Am späten Vormittag kann man sie beim Sonnenbaden beobachten, dann strecken sie die Flügel seitlich aus. Selbst am Strand laufen Talpacotitauben herum, sie suchen dort im Schatten der hohen Palmen nach Sämereien und vom Menschen fallen gelassenen Nahrungsresten wie Brotkrumen. Männliche Vögel dieser zierlich wirkenden Taubenart tragen ein rötlichbraun bis rostfarben schimmerndes Gefieder auf dem Rücken sowie an den Flügeln. Die Weibchen sind am gesamten Körper überwiegend grau gefärbt, ihr Gefieder weist lediglich einen dezenten Rotstich auf. Der Kopf der Männchen ist grau, ihre Brust hell, woran man diese Taubenart gut erkennen kann. (Foto links: Bon Accord Village, Tobago; Foto Mitte: Arima, Trinidad; Foto rechts: Asa Wright Nature Center, Trinidad; alle 2004)

Tobagoamazilie (Copper-rumped Hummingbird, Amazilia tobaci)

Tobagoamazilie Tobagoamazilie Vom Schnabel bis zur Schwanzspitze messen die quirligen Tobagoamazilien gerade einmal zehn Zentimeter und sie wiegen etwa 4,5 Gramm. Wie Hummeln schwirren diese Kolibris auf der Suche nach Nektar auf Trinidad und Tobago umher. Besonders gern trinken sie den süßen Saft an Mangoblüten. Aber auch die von Menschen aufgehängten Kolibritränken suchen sie oft und gern auf. Dort kann man sie einigermaßen leicht fotografieren. Das Gefieder dieser Vögel schimmert metallisch, die untere Schnabelhälfte ist dunkelrot gefärbt, die obere schwarz. Kopf und Brust der Tobagoamazilie sind grünlich befiedert, die Flügel sind dunkelblau und der Rumpf ist kupferfarben, woher der englische Name der Spezies rührt. (Foto rechts: Fort King George, Scarborough, Tobago; Foto links: Grafton Caledonia Wildlife Sanctuary, Tobago; beide 2004)

Trauergrackel (Carib Grackle, Quiscalus lugubris)

Trauergrackel, Männchen Trauergrackel, Männchen Bei den Einheimischen und vor allem beim Personal von Hotels oder Restaurants mit Gartenterrassen erfreuen sich die Trauergrackeln keiner besonders großen Beliebtheit. Auf beiden Inseln kommt diese Vogelart vor. Die in Städten und Dörfern lebenden Exemplare der Art sind besonders dreist und kein bisschen scheu, ihre Artgenossen aus den abgelegeneren Gebieten zeigen deutlich mehr Respekt vor den Menschen. Mit ihrer Körpergröße von bis zu 26 Zentimetern gehören sie zudem nicht zu den kleinsten Vögel, die sich als Kulturfolger eng dem Menschen angeschlossen haben. In den Speisesälen mancher Hotels stehlen diese am gesamten Körper dunkel gefärbten Allesfresser ständig Futter von den Tellern der Gäste, auch in Restaurants ist man vor ihren Beutezügen nicht sicher. Männliche Trauergrackeln tragen ein glänzendes, blauschwarzes Federkleid. Ihre Beine und Schnäbel sind ebenfalls schwarz, die gelben Irisringe bilden die einzigen Farbtupfer. Matt braun ist das Gefieder der Weibchen, ihre Schnäbel, Beine und Irisringe sind dunkel gefärbt. (Foto links: Crown Point, Tobago; Foto rechts: Botanical Garden, Scarborough, Tobago; beide 2004)

Trauertyrann (Tropical Kingbird, Tyrannus melancholicus)

Trauertyrann Trauertyrann Eine auf Trinidad und Tobago vorkommende Vogelart der offenen, leicht bewaldeten Gebiete ist der Trauertyrann. Diese 21 Zentimeter großen Vögel halten sich zudem gern in Gärten und an Straßenrändern auf, auch die Ränder von Mangrovengebieten sind ihr Zuhause. Am Kopf sind diese Vögel grau gefärbt, eine kleine, orange gefärbte Krone ziert ihr Haupt. Auf der oberen Körperseite ist das Gefieder grünlich-grau gefärbt, Flügel und Schwanz sind braun. Weiß ist die Kehle gefärbt, der Brustbereich ist grünlich-gelb und der Rest der vorderen Körperseite ist zitronengelb gefärbt. Recht kräftig gebaut sind die schwarzen Schnäbel, mit denen die Vögel Insekten - meist im Flug - erbeuten. Normalerweise trifft man Trauertyrannen einzeln an, sie sind nicht besonders gesellig. (Fotos: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)

Tropenspottdrossel (Tropical Mockingbird, Mimus gilvus)

Tropenspottdrossel Tropenspottdrossel Weit verbreitet sind auf Trinidad und Tobago die Troptenspottdrosseln. Wenn es regnet, singen diese Vögel besonders schön, ihr Gesang ist ausgesprochen melodisch und erinnert mitunter an die Lieder der in Europa heimischen Amseln. Die Vögel werden bis zu 25 Zentimeter groß und ihr Gefieder ist auf der oberen Körperseite grau. Die untere Körperseite ist hellgrau gefärbt, und auch über den Augen tragen sie hellgraue Streifen. Ihre Irisringe sind dunkelbraun gefärbt, die Schnäbel und die Beine schwarz. Findet sich irgendwo Futter, verjagen sie genau wie die Trauergrackeln kleinere Vögel energisch von der Nahrungsquelle. Mit den Grackeln liefern sie sich mitunter heftige Kämpfe um die begehrten Leckerbissen. Meist gehen sie aus solchen Streitereien als die Unterlegenen hervor. Ihre natürliche Nahrung sind Insekten, hin und wieder nehmen sie auch Früchte zu sich. (Foto links: Black Rock, Tobago, 1999; Foto rechts: Bon Accord Village, Tobago, 2004)

Türkistangare (Turquoise Tanager, Tangara mexicana)

Türkistangare Auf Trinidad lebt die wunderschöne Türkistangare. Ihre Heimat sind die Randzonen von Wäldern, offenes Waldland, Kulturland mit großen Bäumen und gelegentlich sogar Gärten, was allerdings selten vorkommt, da die Vögel sehr scheu sind. Mit ihrer Körperlänge von etwa elf Zentimetern gehören sie zu den zierlicheren Vertretern der Tangaren. Das Federkleid beider Geschlechter sieht identisch aus. Im Bereich der Stirn, im Gesicht und an der Brust ist das Gefieder dunkelblau gefärbt, bei manchen Tieren erstreckt sich dieser Farbbereich bis in den unteren Nacken. Die Wangen sind schwarz, ebenso der hintere Kronenbereich, der Rücken, die Flügel und der Schwanz. Der Rumpf ist dunkelblau befiedert, die untere Körperseite ist gelblich. Auf den Flügeln befinden sich im Bereich der Schultern türkis gefärbte Bereiche. An den Flanken tragen sie dunkelblaues Gefieder mit schwarzen Flecken. Früchte bilden die Nahrung dieser farbenprächtigen Vögel. (Foto: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)

Venezuelaamazone (Orange-winged Amazon, Amazona amazonica)

Venezuelaamazone Mit ihrer Körpergröße von bis zu 33 Zentimetern gehören die Venezuelaamazonen zu den größten Papageien Trinidads und Tobagos. Sie kommen auf beiden Inseln in Wäldern und in der Nähe von Plantagen vor. Vor allem alte Kakaoplantagen, wie man sie beispielsweise auf Tobago am Argyle WaterfallArgyle Waterfall vorfindet, sind Anziehungspunkte für die überwiegend grün gefärbten Papageien. Die Wangen und der Bereich rund um die Kehle sind ebenso gelb gefärbt wie die Krone. An der Stirn und über den Augen ist das Gefieder hellblau gefärbt. Venezuelaamazonen sind Fruchtfresser, aber auch nektarreiche Blüten stehen auf ihrem Speisezettel. (Foto: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)

Weißbauchtölpel (Brown Booby, Sula leucogaster)

Weißbauchtölpel Zu den imposantesten Fliegern unter den Seevögeln Tobagos gehören ohne Zweifel die Weißbauchtölpel. Diese bis zu 76 Zentimeter großen Vögel haben eine Flügelspannweite von maximal 145 Zentimetern und sie nutzen die kleinsten Aufwinde über dem Meer für ihren majestätischen Segelflug. Aus der Luft halten sie Ausschau nach ihrer Nahrung: kleine Fische. Ihre Beutetiere sind maximal zehn Zentimeter groß. Der bevorzugte Lebensraum der Weißbauchtölpel sind die küstennahen Gewässer. Sie halten sich am liebsten in der Nähe steiler Felsküsten auf, die sie beispielsweise auf der Insel Little Tobago vorfinden. Dort liegen auch ihre Brutplätze. Nur selten fliegen diese großen Seevögel bis nach Trinidad. Das Gefieder der Altvögel ist schokoladenbraun gefärbt, nur am Bauch ist es weiß. Der Schnabel ist hellgrau, Weibchen tragen in der Augengegend gelbliche, unbefiederte Haut. Diese Haut ist bei den Männchen grünlich, ihre Kehlen sind bläulich; die Beine der Weißbauchtölpel sind vergleichsweise hell. (Foto: Englishman's Bay, Tobago; 2004)

Zuckervogel (Bananaquit, Coereba flaveola)

Zuckervogel Zuckervogel Zuckervögel trifft man auf Trinidad und Tobago in allen Höhenlagen an. Sie zwitschern ihre kurzen, hellen Strophen überall vom Strand bis hinauf in die Höhen des dichtesten Bergnebelwaldes. Die nur zehn Zentimeter großen Tiere sind echte Schleckermäuler, sie halten sich gern an vom Menschen eingerichteten Futterplätzen auf. Auch die Auslagen von Obstständen oder gar Strandbars sind nicht vor den quirligen Vögeln sicher. Während meiner Tobago-Reise im Jahre 1999 beobachtete im Rex Turtle Beach Hotel regelmäßig einen Zuckervogel an der Hotelbar. Er fand sich dort schon morgens ein und wartete auf einer Konservendose sitzend darauf, dass der Barkeeper in der Hektik ein paar Tropfen Alkohol verschüttete. Kaum waren die edlen Tropfen vergossen, war der Vogel auch schon zur Stelle und schlürfte gierig die kleinen Pfützen leer. Deshalb nannte ihn der Barkeeper scherzhaft "Little alcoholic". Normalerweise sind Zuckervögel Frucht- und vor allem Nektarfresser. Der Bauch dieser Vogelart ist auffällig gelb gefärbt, der restliche Körper dunkel (schwarz). An den Flügeln, an der Kehle und in Form zweier Streifen am Kopf tragen sie weiße Bereiche im Gefieder. (Foto links: Botanical Garden, Scarborough, Tobago; Foto rechts: Grafton Caledonia Wildlife Sanctuary, Tobago; beide 2004)

 
                 

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