Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Reptilien und Amphibien, die auf Trinidad
und Tobago zum Teil in großer Zahl in unterschiedlichen Lebensräumen vorkommen.
Die auf dieser Seite benutzten Namen basieren auf einer
Bestimmung der Arten anhand von Fachliteratur, unter Einbeziehung der Informationen
internationaler Websites sowie mit der freundlichen Unterstützung von Experten.
Irrtümer sind dabei freilich nicht ausgeschlossen.
Einige Arten konnte ich bislang nicht bestimmen, vielleicht können Sie mir ja bei
der Benennung helfen? Über eine E-Mail
würde ich mich sehr freuen! Am Ende der Kurzbeschreibungen finden Sie jeweils in
Klammern einen Vermerk darüber, wann und wo die entsprechenden Fotos angefertigt
wurden.
Auf Trinidad sind viele verschiedene Reptilien heimisch, ein großer Teil davon sind
Schlangen, von denen aber nur vier Arten giftig sind. Auf Tobago leben 13 Froscharten,
16 verschiedene Echsenarten sowie 21 Schlangenarten. Giftschlangen soll es auf Tobago
nicht geben.
Gartenboa (Tree Boa, Corallus enydris)
Nur wenn man genau hinschaut, sieht man die Gartenboas, die sich gern eng zusammengerollt
in Astgabeln von Bäumen und Mangroven aufhalten. Sie sind Mitglieder der Schlangenfamilie
der Boidae, der auch Anakondas, Pythons und die berühmte Boa constrictor
angehören. In ihrer Färbung ist die Gartenboa, die zu den sogenannten Baumboas
gehört, sehr variabel. Die schuppige Haut ist je nach Individuum von weißlich über grau bis schwarz oder
gelb, orange, rot, braun beziehungsweise in einer Mischung aus den genannten Farben gefärbt. Das
Verbreitungsgebiet dieser Schlangenart erstreckt sich von Costa Rica aus südwärts
bis nach Bolivien, außerdem kommt die Spezies in Venezuela und Guinea vor. Im karibischen
Raum ist sie auf den kleinen Antilleninseln St. Vincent und Grenada sowie auf einigen
Granadischen Inseln und auf Trinidad & Tobago beheimatet. Die maximale Länge dieser
Schlangenart liegt bei 1,80 Metern. Obwohl die Gartenboa eine Würgeschlange ist, kann
sie übel zubeißen. Fühlt sie sich bedroht oder verschlingt sie ihre Beutetiere,
lässt sie ihre Kiefer zuschnappen. In ihrem Maul befinden sich lange, nach innen
gebogene Zähne, die tiefe Wunden reißen können. Tagsüber ruhen Gartenboas
zusammengerollt in Astgabeln, nachts gehen sie auf die Jagd nach Nagetieren und kleinen
Vögeln. Diese Schlangenart wird in manchen Büchern auch als Cook's
Tree Boa bezeichnet. (Foto: Caroni Swamps, Trinidad;
2004)
Red-nape Snake, Ninia atrata
Während eines Spaziergangs durch den Bergnebelwald Trinidads zeigte mir einer der
Ranger des Asa Wright Nature Center die rechts abgebildete
Schlange, deren deutscher Name mir leider nicht bekannt ist und die zur Gattung der Kaffeschlangen gehört. Auffällig ist der orange-rot gefärbte Bereich am Hinterkopf, der zur dunklen Grundfarbe in einem starken Konstrast steht und der für den englischen Namen der Spezies Pate stand. Ninia atrata ist eine am Boden lebende Schlangenart, die sich von Insektenlarven und Termiten ernährt. Laut Aussage
des Rangers ist Ninia atrata ungiftig. Im Englischen wird die Art auch als Ring Neck Snake oder Coffee Snake bezeichnet. (Foto: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
Tantilla moesta (Blackbelly Centipede Snake)
Im Regenwald Tobagos sah ich bei einer Wanderung das rechts abgebildete Tier,
für das mir kein deutscher Name bekannt ist. Diese Schlange
war etwas mehr als einen Meter lang und hinter dem Kopf grünlich gefärbt. Der Rest
des Körpers war graublau gefärbt mit einem bräunlichen Bereich auf der Oberseite
des hinteren Körperdrittels. (Foto: Main Ridge Rainforest Reserve, Tobago; 2004)
Gecko (Gecko)
Nachts haben die Geckos ihren großen Auftritt. Nahezu überall auf Trinidad und Tobago kommen
sie mit dem Einbruch der Dunkelheit aus ihren Verstecken und gehen auf die Jagd nach ihrer
Beute: Insekten. Moskitos, Fliegen und anderes Getier bilden die Nahrungsgrundlage der bis
zu zehn Zentimeter langen Geckos. Um welche Art es sich bei dem nebenstehend gezeigten
Tier handelt, weiß ich leider nicht. Auffällig war das dunkelbraune, stellenweise
leicht rötliche Streifenmuster auf dem Schwanz. Die Grundfarbe des Geckos war Beige.
Auch auf dem Rücken und auf dem Kopf war das dunklere Muster zu sehen, die Beine und
Füße waren hell gefärbt. (Foto: Bon Accord Village, Tobago; 2004)
Buntleguan, (Many-colored Bush Anole, Polychrus marmoratus)
Im Kronendach des Regenwaldes hält sich dieses Reptil am liebsten auf. Mit seiner
Körperlänge von etwa 20 Zentimetern ist diese Tierart zwar relativ groß.
Dennoch entdeckt man Polychrus marmoratus nur mit viel Glück, weil die Tiere
meist reglos im Geäst verharren. Die Färbung dieser Echsen ist je nach Individuum
variabel. Oft sind sie grünlich gefärbtund im Bereich der Augen weisen sie radial
verlaufende dunkle Streifen auf. Einige Individuen tragen einen mehr oder minder großen
Hautlappen im Bereich der Kehle (Kehllappen). Der Buntleguan wurde in seiner Heimat im Jahre
1758 vom Naturkundler Linnaeus entdeckt und beschrieben. (Foto: Asa
Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
St. Vincent Anolis, (Saint Vincent's Bush Anole, Anolis trinitatis)
Auf Tobago begegnet man vielerorts der rechts gezeigten Reptilienart. Ursprünglich war sie auf der Insel nicht heimisch, sie wurde vom Menschen eingeschleppt.
Die eigentliche Heimat dieser Tiere ist die Insel Saint Vincent, was sich
auch am Namen der Spezies ablesen lässt. Circa 20 Zentimeter können die
Tiere lang werden. Die Grundfärbung ist meist grünlich. Der Kopfbereich ist
oft dunkelbraun oder rötlich gefärbt, im Nacken befindet
sich ein bläulicher Bereich. Der Schwanz ist in aller Regel hautfarben oder hell mit einem
leichten Rotstich sowie einem zarten, etwas dunkleren Muster. Am häufigsten sah ich
die St. Vincent Anolis in der ganz rechts gezeigten Pose an Baumstämmen sitzen, manchmal auch kopfüber.
Dabei bevorzugen sie Höhen von mindestens zwei Meter.
Auf dem Boden halten sich diese Tiere hingegen ausgesprochen ungern auf. (Foto links: Bon Accord Village, Tobago; Foto rechts:
Grafton Caledonia Wildlife Sanctuary, Tobago; beide 2004)
Ameive (Common Ground Lizard, Ameiva ameiva)
Etwa zwölf Zentimeter lang war das auf dem linken der beiden Fotos abgebildete Tier.
Es handelt sich dabei um eine junge Ameive. Voll ausgewachsene Ameiven können jedoch bis zu 20 Zentimeter lang werden,
wie das rechte Foto zeigt. Diese Echsen bewohnen bevorzugt Grasland, in dem sie Erdhöhlen finden. Auffällig ist der hellgrüne Bereich im Nacken
und am oberen Rücken. Weibliche Tiere tragen Streifen auf dem Körper, männliche hingegen weiße Flecken. Ameiven ernähren sich von Insekten, Schlangen und kleinen Säugetieren. (Foto: Grafton Caledonia
Wildlife Sanctuary, Tobago; 2004)
Goldteju (Golden Tegu, Tupinambis teguixin)
Zu den bemerkenswertesten Erscheinungen des Tierreichs auf Trinidad gehören die
Goldtejus. Sie sind - abgesehen von den Krokodilkaimanen
- die größten Reptilien der Insel. Sie werden bis zu 40 Zentimeter lang und
haben einen massigen Körperbau. Die Grundfarbe des Körpers ist Blauschwarz,
bedeckt ist sie mit einem Muster aus gelben Punkten und Streifen. Das
Verbreitungsgebiet dieser Reptilienart erstreckt sich von Kolumbien über das
Amazonasbecken bis nach Trinidad, auf Tobago kommt sie nicht vor. Goldtejus
trifft man sowohl in Wäldern als auch in Savannengegenden an, sie ernähren
sich von Insekten, Fleisch und von Früchten. (Fotos: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
Krokodilkaiman (Spectacled Caiman, Caiman crocodilus)
Das nördliche Südamerika sowie einige Karibikinseln, unter ihnen auch Trinidad
und Tobago, sind die Heimat des Krokodilkaimans, der in Deutschland oft auch einfach als
Kaiman bezeichnet wird. Bis zu zwei Meter lang können diese Reptilien werden, deren
harte Haut grau gefärbt ist und einige hellere und dunkle Muster aufweist. Sie sind eng
an ihren Lebensraum, das Wasser, gebunden und kommen daher auf Trinidad und Tobago vorwiegend
in Flüssen und Sümpfen vor. (Foto links: Hope River, Tobago; Foto rechts:
Caroni Swamps, Trinidad; beide 2004)
Agakröte (Cane Toad, Bufo marinus)
Abends kommen die Agakröten aus ihren Verstecken und hüpfen durch die relativ kühle
Nachtluft. Ihre Lautäußerungen sind verglichen mit den Rufen der zahllosen
Frösche dumpf und sie klingen tiefer. Diese Krötenart kann bis zu 25 Zentimeter
groß werden. Die Haut ist beige bis sandfarben, hinter den Augen ist je ein graues
Gebilde vorhanden. Diese kleinen Beulen am Kopf der stattlichen Kröten sind
Giftdrüsen, mit deren Inhalt sich die Tiere gegen Fressfeinde zur Wehr setzen. Vor allem
auf dem Rücken ist die Haut dieser Amphibien mit Warzen bedeckt. Da Agakröten
wie alle Amphibien an Wasser gebunden sind, kommen sie in der Nähe von Teichen, Flüssen
und Sümpfen vor. Sie ernähren sich von kleinen Nagetieren, Käfern und
gelegentlich von Vögeln. (Foto: Black Rock, Tobago; 1999,
Uwe Post)
Frösche (Frogs)
Auf Trinidad und Tobago trifft man vielerorts sehr kleine Frösche, die meist nicht
größer als zwei Zentimeter sind. Alle drei unter diesen Zeilen gezeigten
Tiere waren so klein.
(Foto links: Mannophryne trinitatis, Argyle WaterfallArgyle Waterfall, Tobago; Foto
Mitte: Bon Accord Swamps, Tobago;
Foto rechts: Asa Wright Nature Center, Trinidad; alle 2004)
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