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Nachtreiher (Black-crowned Night Heron, Nycticorax nycticorax)
Wie es der Name bereits vermuten lässt, ist diese Reiherart überwiegend nachtaktiv.
Hin und wieder kann man die 64 Zentimeter großen Vögel aber auch am Tage beobachten.
In den Mangrovensümpfen Trinidads gehören die Nachtreiher zum alltäglichen
Bild, auf Tobago findet man sie etwas seltener. Der englische Name deutet es bereits an:
Die Krone dieser Vogelart ist schwarz gefärbt, ebenso ihr Rücken. Der Schwanz und
die Flügel sind blassgrau. Am Kopf, an der Körperunterseite sowie im Bereich des
Halses und des Nackens sind Nachtreiher weiß gefärbt. An manchen Stellen ist ihr
Gesicht unbefiedert, die Haut ist grünlich-gelb; während der Brutsaison ist die
Haut dort heller gefärbt. Ihre roten Irisringe sind sehr auffällig, die Beine sind
gelb und der Schnabel ist schwarz. Fische und Frösche bilden den größten Teil
des Beutetierspektrums dieser Vogelart. Die Einheimischen nennen den Nachtreiher in ihrer
Alltagssprache "Crabier Batali". (Foto: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)
Nacktaugendrossel (Bare-eyed Thrush, Turdus nudigenis)
Auf beiden Inseln ist die Nacktaugendrossel ein typischer Bewohner von halboffenen Savannenzonen,
Kulturland, Gärten und Wäldern. In der Nähe von Dörfern sind die Vögel
weniger scheu als ihre Artgenossen, die in entlegenen Waldgebieten leben. Nacktaugendrosseln
sind 24 Zentimeter groß und vergleichsweise unauffällig gefärbt. Die obere
Körperhälfte ist olive-braun befiedert, die Unterseite ist etwas blasser und heller.
Vor allem der Bauch ist eher cremeweiß als grau. Die Kehle ist braun-weiß gestreift,
was in der vergrößerten Version des rechten Fotos gut zu erkennen ist. Der gelbliche
Schnabel steht in schönem Kontrast zum bräunlichen Kopfgefieder, ebenso auffällig
sind die gelben, nackten Augenringe. Auf dem Speisezettel dieser Drosseln stehen Beeren und
Früchte, die Vögel finden sich deshalb gern an vom Menschen eingerichteten
Futterplätzen ein. (Foto links: Botanical
Garden, Scarborough, Tobago; Foto rechts: Grafton Caledonia
Wildlife Sanctuary, Tobago; beide 2004)
Ohrflecktaube (Eared Dove, Zenaida auriculata)
Die Ohrflecktaube kommt auf beiden Inseln relativ häufig vor und brütet sogar auf
Trinidad und Tobago;
einige Individuen dieser etwa 23 Zentimeter großen Vogelart ziehen offenbar zu bestimmten
Zeiten weg. Auf Tobago findet man die Ohrflecktaube vor allem im Südwesten der Insel recht
häufig, dort hält sie sich am liebsten in der Nähe von Mangroven und Savannen
auf. Grau ist die Krone dieser Taubenart, die Oberseite des Körpers ist olive-braun. Auf den Flügeln
finden sich einige schwarze Flecken, auch im Bereich der Ohren liegt ein Fleck, darüber
verläuft hinter den Augen jeweils ein dünner, schwarzer Streif. Die Vorderseite der
Tauben ist grau mit einem Hauch Violett. Schwarz ist der Schnabel und die Beine sind dunkelrot.
Ohrflecktauben ernähren sich überwiegend von Samen, die sie vom Boden aufpicken.
(Foto: Pigeon Point, Tobago; 2004)
Palmentangare (Palm Tanager, Thraupis palmarum)
Palmentangaren sind eng mit den
Bischofstangaren
verwandt, was man deutlich am Körperbau der beiden Spezies erkennen kann. Es soll sogar
Mischlinge dieser Arten geben, von denen ich jedoch keinen beobachten konnte. Die
olivgrünen Palmentangaren sind 17 Zentimeter groß, und die eher ruhigen, neugierigen
Vögel sind meist paarweise anzutreffen. Sie kommen sowohl auf Trinidad als auch auf
Tobago vor. Das Gefieder der Palmentangaren glänzt, wenn es von der Sonne beschienen
wird. Der Schnabel dieser Vogelart ist schwarz, die Beine ebenfalls. Auf dem Speisezettel der
Palmentangare stehen Früchte aller Art. (Foto:
Botanical Garden, Scarborough, Tobago;
2004)
Prachtfregattvogel (Magnificent Fregate Bird, Fregata magnificens)
Entlang der Küsten beider Inseln ist der Himmel voller Prachtfregattvögel, allerdings
kommen diese eleganten Segler vor Trinidad überwiegend im Norden und im Westen vor.
Die einen Meter großen Tiere haben eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern.
Sie sind Meister darin, kleineren Vögeln deren Beute abzujagen. Mir gelang es jedoch,
einen Fregattvogel beim Fischen zu beobachten. Dafür tauchte das Tier kurz mit dem Kopf
unter Wasser, um dann mit einem großen Fisch im Schnabel wieder empor zu steigen.
Männchen tragen am gesamten Körper ein schwarzes Gefieder, ihr Kehlsack, den sie zum
Beeindrucken der Weibchen während der Balz mit Luft füllen, ist leuchtend rot
gefärbt. Weibchen
haben eine weiße Brust, siehe Foto rechts. Der Schnabel des Fregattvogels ist an
der Spitze nach unten gebogen und er ist hell gefärbt. Der Schwanz ist tief gegabelt.
(Foto: Little Tobago; 2004)
Prachtpipra (Blue-backed Manakin, Chiroxiphia pareola)
Zu den schönsten Vögeln Tobagos - auf Trinidad kommen sie nicht vor - gehören
die Prachtpipras. Diese nur zwölf Zentimeter großen Waldbewohner sind vergleichsweise
scheu und halten sich am liebsten im Schatten großer Bäume auf. Die Männchen sind
schwarz gefärbt und tragen am Kopf ein V-förmiges, leuchtend rotes Muster, außerdem
ist ihr Mantelgefieder himmelblau gefärbt; die Beine sind blassorange. Eher
unauffällig olivegrün sind die Weibchen gefärbt. Ihre Körperunterseite
ist im Bereich des Bauches leicht gelblich, die Beine sind gelb. Beide Fotos in diesem Abschnitt
zeigen Männchen. Pipras sind erstaunliche Vögel, denn sie führen phantastische
Balztänze auf, bei denen mehrere Männchen gemeinsam tanzen, um ein Weibchen
zu betören. Beeren bilden die Nahrungsgrundlage der Prachtpipras. (Beide Fotos:
Grafton Caledonia Wildlife Sanctuary, Tobago; links 1999,
rechts 2004)
Purpurnaschvogel (Purple Honeycreeper, Cyanerpes caeruleus)
Nur zehn Zentimeter sind sie groß, dafür aber umso auffälliger gefärbt -
die Purpurnaschvögel. Beide Geschlechter tragen ein unterschiedliches Federkleid, beide
sind ausnehmend schön. Auf Trinidad lebt diese Vogelart in Wäldern und auf
Plantagen (Zitrusfrüchte und Kakao), meist halten sie sich im Kronendach auf. Männliche
Purpurnaschvögel sind violett-blau gefärbt und tragen eine schwarze Augenbinde, auch
die Kehle sowie Teile der Flügel sind schwarz gefärbt. Der lange, nach unten gebogene
und spitze Schnabel ist ebenfalls schwarz gefärbt, die Beine sind leuchtend gelb (siehe
Foto rechts). Grün ist die Grundfarbe der Weibchen, im Bereich der Brust ist das Grün
mit weißen Streifen durchsetzt, der Bauch ist hellgrün bis gelblich gefärbt.
Das Gesicht ist rötlich mit weißen Streifen, sehr auffällig sind die himmelblauen
"Bartstreifen". Der Schnabel ist bei den Weibchen ebenfalls schwarz, lang und nach unten gebogen,
die Beine sind grünlich-gelb gefärbt (siehe Foto links). Kleine Insekten und
Spinnen stehen auf dem Speiseplan der schönen Vögel, die jedoch auch kleine, weiche
Früchte nicht verschmähen. Auf Tobago kommt diese Vogelart nur in sehr kleiner Zahl
vor. (Fotos: Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
Purpurtangare (Silver-beaked Tanager, Ramphocelus carbo)
Knapp 18 Zentimeter groß sind die Purpurtangaren. Diese hübschen Vögel leben
auf Trinidad, sie halten sich am liebsten in lichten Waldgebieten und halboffenen Arealen mit
Dickichten sowie auf Plantagen und Kulturland und an Waldrändern bis in Höhenlagen
von rund 600 Meter auf. Die Männchen sind samtig schwarz gefärbt, ihre dunkelrote
Kehle und die dunkle, ebenfalls rote Brust ergeben ein edles Erscheinungsbild. An der Basis
ist der Unterschnabel verbreitert und er ist bläulich gefärbt, wodurch er aus einiger
Entfernung silbern wirkt; der Oberschnabel ist schwarz. Weibliche Purpurtangaren sind
auf der oberen Körperseite matt rotbraun gefärbt, am Rumpf sind sie maronenbraun.
Ihre Schnäbel sind schwarz und nicht verbreitert. Die beiden Fotos in diesem Absatz zeigen
jeweils ein Männchen dieser Vogelart, die sich von Früchten und gelegentlich von
Nektar ernährt. Auf Tobago kommen Purpurtangaren nicht vor. (Fotos:
Asa Wright Nature Center, Trinidad; 2004)
Rabengeier (American Black Vulture, Coragyps atratus)
Sie sind am gesamten Körper schwarz gefärbt und haben einen nackten Kopf, deshalb
tragen Rabengeier ihren deutschen Namen. Die Haut am Kopf der 64 Zentimeter großen
Vögel ist faltig und verleiht ihnen ein etwas strenges, in den Augen der meisten Menschen
nicht besonders attraktives Aussehen. Die Beine der Vögel sind gelblich gefärbt und
der Schnabel ist dunkel sowie nach unten gebogen.
Geier erfüllen in der Natur jedoch eine äußerst
wichtige Aufgabe, denn sie beseitigen Tierkadaver rasch und gründlich, bevor sie verderben
und bei anderen Tieren für Krankheiten sorgen. Rabengeier kommen auf Trinidad in
der Nähe von Städten und offenen Landschaften, selten über Wäldern vor.
Auf Tobago sind sie nicht beheimatet. (Foto: Pitch Lake, La
Brea, Trinidad; 2004)
Regenbrachvogel (Whimbrel, Numenius phaeopus)
Die Nordseiten Trinidads und Tobagos gehören zu den Überwinterungsgebieten
des Regenbrachvogels. Diese etwa 40 Zentimeter großen Vögel haben eine stattliche
Flügelspannweite von knapp 80 Zentimetern. Sie halten sich meist in Sümpfen oder
auf Schlickflächen auf, aber auch direkt an der Küste, zum Beispiel auf Felsen und
Riffplatten mit kleinen Gezeitentümpeln, sind sie anzutreffen. Mit ihren langen, nach
unten gebogenen Schnäbeln stochern die Vögel nach Mollusken, Insekten und Krustentieren.
Auf der Körperoberseite ist das Gefieder graubraun gefärbt und mit hellen Flecken
durchsetzt, die Unterseite ist weiß und trägt an den Seiten einige braune Streifen.
Die Krone ist braun, an den Augen befindet sich je ein dunkler Streif und der Rest des Kopfes
ist hell gefärbt. Blaugrau sind die Beine, der Schnabel ist schwarz gefärbt.
Regenbrachvögel schließen sich normalerweise zu kleinen Schwärmen zusammen, aber auch
einzeln findet man sie in ihrem Lebensraum. (Fotos: Bon Accord Swamps, Tobago; 2004)
Rotfußtölpel (Red-footed Booby, Sula sula)
Das hauptsächliche Brut- und Verbreitungsgebiet der Rotfußtölpel liegt auf den
St. Giles Inseln, die im Meer vor Tobago liegen. Auf
Little Tobago hat man ebenfalls gute
Chancen, die bis zu 77 Zentimeter großen Seevögel zu sehen. Auf Tobago selbst sowie
auf Trinidad sieht man sie hingegen nur ausgesprochen selten. Das Aussehen dieser Vögel
ist variabel. In der sogenannten "Weißen Phase" sind sie gänzlich weiß
gefärbt, in der "Braunen Phase" ist das Gefieder überwiegend braun, die Flügel
sind etwas dunkler als der Rest des Körpers. Der Rumpf und der untere Bauch sind dann weiß gefärbt,
in beiden Phasen sind die Füße sowie die Schwimmhäute rot gefärbt, woher
der Name der Vogelart rührt. Der Schnabel und die Haut rund um die Schnabelwurzel sind
variabel gefärbt, die Palette der Farben reicht von Rosa bis Blau. Fisch bildet die
Nahrung dieser geschickten Flieger, die kleinste Aufwinde über dem Meer zum Gleiten
nutzen können. (Foto: Little Tobago; 2004)
Rotkappenspecht (Red-crowned Woodpecker, Melanerpes rubricapillus)
Etwa 18 Zentimeter sind die nur auf Tobago vorkommenden Rotkappenspechte
groß. Männchen tragen auf dem Kopf einen leuchtend roten Federbereich, ihre "Kappe".
Der Hinterkopf und der Nacken sind bei ihnen ebenfalls rötlich gefärbt, der restliche
Kopf ist olive-braun. Auch die untere Körperhälfte ist olive-braun, auf dem Rücken
und auf den Flügeln tragen diese Spechte ein schwarz-weißes Streifenmuster. Der Schwanz
ist schwarz und trägt ein weißes Streifenmuster sowie weiße Spitzen; die
Unterbauchgegend ist rötlich gefärbt, siehe rechtes der beiden Fotos in diesem
Absatz.
Den Männchen sehr ähnlich sehen die Weibchen (siehe Foto rechts), allerdings
ist ihre rote Kappe erheblich blasser gefärbt. Insekten, darunter
beispielsweise Ameisen, bilden den Hauptbestandteil der Nahrung dieser Vögel. Aber auch
Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Oft kann man Rotkappenspechte dabei beobachten, wie sie
zum Beispiel auf Straßenlampen oder an deren Pfeiler sitzen und kräftig mit
dem Schnabel gegen das Metall schlagen. Der Lärm, der dadurch entsteht, ist weithin
hörbar. Die Vögel legen dieses Verhalten an den Tag, weil sie Insekten aufscheuchen
wollen, die in den Ritzen des Metalls leben, denn Ameisen beispielsweise wissen hohle Metallpfosten
als Heimstatt zu schätzen. (Foto oben: Arnos Vale, Tobago; 1999, Foto unten:
Botanical Garden, Scarborough, Tobago; 2004)
Rotrückentaube (Pale-vented Pigeon, Columba cayennensis)
Die extrem scheuen Rotrückentauben kommen auf beiden Inseln vor. Auf Tobago halten sie
sich am liebsten in höher gelegenen Wäldern sowie in Sekundärbuschwerk auf.
Anders sehen die Lieblingsplätze der Vögel auf Trinidad aus. Dort trifft man
Rotrückentauben überwiegend im Bereich von Mangrovensümpfen, in Tieflandwäldern
sowie in Baumbeständen, die sich am Rande von Savannen befinden. Mit ihrer Körpergröße
von 30 Zentimetern gehören sie zu den größeren Taubenarten der beiden Inseln.
Das Gefieder der Männchen ist an Kopf, Brust und auf der Körperunterseite matt violett gefärbt,
auf dem Nacken liegt ein Kupferschimmer. Der untere Rücken sowie der Schwanz sind dunkelgrau
gefärbt, der Unterbauch ist blass grau. Von weitem sind bereits die roten Beine zu sehen,
der Schnabel ist schwarz und die Iris sowie die umliegende Haut sind rot. Weibchen sind auf der
Körperoberseite ein wenig blasser gefärbt als Männchen. Auf dem Speiseplan der
sehr scheuen Vögel stehen kleine Früchte und Beeren, aber auch Samen. Rotrückentauben
sind ausgesprochen wachsam und flüchten den Menschen, weil sie lange Zeit zu Nahrungszwecken bejagt
wurden und es wahrscheinlich sogar noch immer werden. (Foto: Arnos Vale, Tobago; 1999)
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