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Der Gleispark Frintrop in Essen

Teilbereich des Gleisparks Frintrop mit Blick auf den Gasometer in OberhausenWeit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus ist die in diesem Städteverbund angesiedelte Route Industriekultur bekannt. Ihre "kleine Schwester", die Route Industrienatur, ist dagegen leider nur den wenigsten Menschen ein Begriff. Aktuell besteht diese Route aus 16 verschiedenen Anschauungsorten (Stand: Juli 2011). Einer dieser Standorte ist der sich in Essen an der Grenze zur Nachbarstadt Oberhausen befindende Gleispark Frintrop, der früher Ruderalpark Frintrop genannt worden ist. Das Gelände ist circa 25 Hektar groß und grenzt an Wohngebiete, weshalb es sowohl mit dem Pkw als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen ist.

Lichtung mit WeidenröschenAuf den ersten Blick wirkt der Begriff Industrienatur wie ein Widerspruch in sich. Dort, wo sich Industrie befindet, hat die Natur keinen Platz, so lautet die weit verbreitete Meinung. In Wahrheit verbirgt sich hinter diesem Wort aber die Tier- und Pflanzenwelt, die sich im Ruhrgebiet an jenen Stellen angesiedelt hat, wo einst die Industrie dominiert hat. Wo sich heute der Gleispark befindet, haben sich früher die Gleise des Rangierbahnhofs Essen-Frintrop erstreckt, der vor allem für den industriellen Güterverkehr genutzt worden ist. Er ist an das Streckennetz der Köln-Mindener Eisenbahn angeschlossen gewesen, die im Jahr 1847 gebaut worden ist. Stillgelegt worden ist der Bahnhof in den 1960er Jahren, denn die Montanindustrie hat in dieser Zeit ihren Niedergang erlebt, weshalb auch die entsprechenden Güter in kaum mehr lohnenden Mengen transportiert werden mussten. Die Gleise sind in der Zwischenzeit entfernt worden, so dass man dieser Naturoase heute nicht unmittelbar ansieht, dass dort einst schwer beladene Züge entlang gerollt sind.

Gleisreste und eine Schneise zwischen jungen BirkenDer Güterverkehr, der lange Zeit in Frintrop abgewickelt worden ist, hat die Umgebung maßgeblich beeinflusst. Weil die Waggons mit industriellen Produkten wie Stahl, Kohle, Eisenerz und Kalk beladen gewesen sind, sind diese Substanzen in Form von Ladungsverlusten auf den Boden gelangt. Der Schotter der Gleisanlagen tat sein Übriges, denn er erhitzt sich durch die Sonneneinstrahlung enorm. Dadurch hat er die darunter liegende Erde ausgetrocknet. Nach und nach ist so der Wasserhaushalt des Untergrundes verändert worden, was sich wiederum auf das gesamte Mikroklima des Areals ausgewirkt hat. Heute mutet das Gebiet teilweise steppenartig an, es haben sich bisher vor allem die typischen Pionierpflanzen erfolgreich ansiedeln können.

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Birkenbestand im östlichen Teil des Gleisparks FrintropIm östlichen Teil des Gleisparks befindet sich ein Birkenwäldchen, in dem verschiedene kleine Sträucher und Pflanzen das "Unterholz" bilden. Dort gedeihen Spezies wie zum Beispiel der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum), Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) und Brombeeren (Rubus fruticosus agg.). In diesem Wäldchen stehen Ruinen und Skulpturen. Leider haben hier während meiner Besuche des Gebiets im Jahr 2007 Hinweistafeln gefehlt, die dem Besucher erklären, worum es sich handelt. Einige Vogelarten haben den Wald als Heimat für sich auserkoren, darunter Ringeltauben, Amseln und Meisen.

  Bäume in der Ruine im östlichen Teil des Gleisparks Frintrop   Ruine im östlichen Teil des Gleisparks Frintrop  
  Bäume in der Ruine im östlichen
Teil des Gleisparks Frintrop
  Ruine im östlichen Teil des Gleisparks Frintrop  

  Relikt aus der Zeit der industriellen Nutzung des Gebiets   Reste der Gleisanlage  
  Relikt aus der Zeit der industriellen
Nutzung des Gebiets
  Reste der Gleisanlage  

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  Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)   Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)  
  Schmetterlingsflieder
(Buddleja davidii)
  Schwarzer Nachtschatten
(Solanum nigrum)
 

Wo sich einst Gleise erstreckt haben, ist nun NaturWandert man aus diesem schattigen Bereich in Richtung Westen, endet der Waldbestand abrupt und man befindet sich in einem Abschnitt, der nur von einigen Bäumen und Büschen durchsetzt ist. Über dieser Ebene flimmert im Sommer die Hitze und das Zirpen und Surren unzähliger Insekten liegt in der Luft. Wer solche Tiere mag, wird an diesem Teil des Gleisparks seine helle Freude haben, denn die niedrigen Blühpflanzen ziehen Fluginsekten und anderes Getier in sehr großer Zahl an. An dem "Beeren-Buffet" der Holundersträucher bedienen sich Singvögel wie Amseln (Turdus merula) und in den Birken sitzen oft Elstern (Pica pica), die das Areal überblicken. Mit ein wenig Glück kann man am Himmel auch Greifvögel wie den Turmfalken (Falco tinnunculus) entdecken, die nach Beute spähen.

  Aufgesprungene Samenkapseln des Schmalblättrigen Weidenröschens (Chamerion angustifolium)   Raue Gänsedistel (Sonchus asper)  
   Schmalblättriges Weidenröschen
(Chamerion angustifolium)
  Raue Gänsedistel
(Raue Gänsedistel (Sonchus asper))
 

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  Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens)   Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus)  
  Schmalblättriges Greiskraut
(Senecio inaequidens)
  Rapunzel-Glockenblume
(Campanula rapunculus)
 

  Große Klette (Arctium lappa)   Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)  
  Große Klette
(Arctium lappa)
  Echtes Johanniskraut
(Hypericum perforatum)
 

  Weiße Lichtnelke (Silene latifolia)   Unbestimmte Distelart Nr. 1  
  Weiße Lichtnelke
(Silene latifolia)
  Unbestimmte Distelart Nr. 1  

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  Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis)   Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)  
  Gewöhnliche Nachtkerze
(Oenothera biennis)
  Gewöhnliches Seifenkraut
(Saponaria officinalis)
 

  Echte Pastinake (Pastinaca sativa)   Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum)  
  Echte Pastinake
(Pastinaca sativa)
  Dunkle Königskerze
(Verbascum nigrum)
 

  Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina)   Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)  
  Spätblühende Traubenkirsche
(Prunus serotina)
  Gewöhnliches Seifenkraut
(Saponaria officinalis)
 

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  Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)   Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum)  
  Gewöhnlicher Natternkopf
(Echium vulgare)
  Dunkle Königskerze
(Verbascum nigrum)
 

  Dürrwurz-Alant (Inula conyza)   Hornklee (Lotus corniculatus)  
  Dürrwurz-Alant
(Inula conyza)
  Hornklee
(Lotus corniculatus)
 

  Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli)   Unbestimmte Lichtnelkenart Nr. 1 (Silene sp.)  
  Hühnerhirse
(Echinochloa crus-galli)
  Unbestimmte Lichtnelkenart
Nr. 1 (Silene sp.)
 

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  Weißdorn-Beeren (Crataegus sp.)   Gallapfel der Gemeinen Rosengallwespe (Diplolepis rosae) an einer Hecken-Rose (Rosa corymbifera)  
  Weißdorn-Beeren
(Crataegus sp.)
  Gallapfel der Rosengallwespe (Diplolepis rosae) an einer Hecken-Rose (Rosa corymbifera)  

  Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum)   Hänge-Birke (Betula pendula)  
  Großblütige Königskerze
(Verbascum densiflorum)
  Hänge-Birke
(Betula pendula)
 

  Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus)   Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) bei der Paarung  
  Hauhechelbläuling
(Polyommatus icarus)
  Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis)
bei der Paarung
 

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  Unbestimmte Kurzfühler-Schrecke Nr. 1   Wiese mit Rainfarn (Tanacetum vulgare)  
  Unbestimmte Kurzfühler-Schrecke Nr. 1   Wiese mit Rainfarn (Tanacetum vulgare)  

  Weiblicher Weißstirn-Weißspanner (Cabera pusaria)   Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)  
  Weiblicher Weißstirn-Weißspanner
(Cabera pusaria)
  Kleiner Kohlweißling
(Pieris rapae)
 

  Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)   Leinkraut (Linaria vulgaris)  
  Kanadische Goldrute
(Solidago canadensis)
  Leinkraut
(Linaria vulgaris)
 

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  Grüner Pippau (Crepis capillaris)?   Wasserdost (Eupatorium cannabinum)  
  Grüner Pippau
(Crepis capillaris)?
  Wasserdost
(Eupatorium cannabinum)
 

  Birkensamen mit Wanzen-Nymphen   Eichelhäher (Garrulus glandarius)  
  Birkensamen mit Wanzen-Nymphen   Eichelhäher (Garrulus glandarius)
versteckt sich in einer Birke
 

  Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)   Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)  
  Schmetterlingsflieder
(Buddleja davidii)
  Kleiner Feuerfalter
(Lycaena phlaeas)
 

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  Brachland mit Schmetterlingsflieder   Storchschnabel im Schotter  
  Brachland mit Schmetterlingsflieder   Storchschnabel im Schotter  

  Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans)   Distelfalter (Vanessa cardui)  
  Blauflügelige Sandschrecke
(Sphingonotus caerulans)
  Distelfalter
(Vanessa cardui)
 

  Distelfalter (Vanessa cardui)   Admiral (Vanessa atalanta)  
  Distelfalter
(Vanessa cardui)
  Admiral
(Vanessa atalanta)
 

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  Weibliche Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)   Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)  
  Weibliche Frühe Heidelibelle
(Sympetrum fonscolombii)
  Wildkaninchen
(Oryctolagus cuniculus)
 

  Unbestimmter Baumpilz Nr. 1   Golddistel (Carlina vulgaris)  
  Unbestimmter Baumpilz Nr. 1   Golddistel
(Carlina vulgaris)
 

 

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Gleispark Frintrop bei Route Industrienatur

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