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Naturschutzgebiet Heisinger Ruhraue in Essen

Achtung, zu dieser Seite gibt es eine überarbeitete Version, die Sie hier finden.

Blick über einen Teil der Heisinger RuhraueDer Süden der Stadt Essen beherbergt ein 150 Hektar großes, unter Naturschutz stehendes Areal: die Heisinger Ruhraue. Benannt ist sie nach dem Stadtteil Heisingen, an dessen östlichem Rand sie sich erstreckt. Sie ist das größte Essener Schutzgebiet und beherbergt Feucht- und Nasswiesen, die zum Teil landwirtschaftlich genutzt werden. Allerdings werden die Wiesen immer erst dann gemäht, wenn die Brutsaison der Vögel vorüber ist, um die Gelege und Jungtiere nicht zu gefährden.

Blick auf die Ruhr von der Kampmannbrücke ausHauptsächlich ist die Ruhr dafür verantwortlich, dass die Aue so feucht ist, doch auch der Grundwasserspiegel ist in der Gegend nicht besonders niedrig. Innerhalb der Aue liegen einige Wasserflächen wie Tümpel und Altwasser; bei letzteren handelt es sich um vom Hauptgewässer abgeschnittene Flussarme. Die Tümpel und Teiche sind hingegen durch Bergsenkungen entstanden, denn unter diesem Teil der Stadt ist einst - wie an so vielen Stellen des Ruhrgebiets - Kohle gefördert worden. Für die Natur haben diese Senkungen, die anderenorts Wohnhäuser beschädigt haben, viel Positives gebracht, denn in den Teichen der Heisinger Ruhraue leben etliche seltene Tierarten.

Wiese mit blühenden Acker-Kratzdisteln (Cirsium arvense) in der Heisinger RuhraueRegelmäßige Überflutungen der Wiesen tragen nicht nur erheblich zum Artenreichtum bei, sie fördern zudem die Selbstreinigung der Ruhr. Wenn der Fluss über ihre Ufer tritt und Teile der Aue überschwemmt - dies geschieht meist im Herbst und im zeitigen Frühjahr - , bietet die überflutete Fläche den durchziehenden Zugvögeln ideale Rastplätze und Nahrungsgründe. Im Sommer sind die Wiesen zwar selten überschwemmt, aber sie beherbergen auch zu dieser Jahreszeit eine reichhaltige Flora und Fauna. Man kann in der Heisinger Aue teils selten gewordene Schmetterlinge, Amphibien und etliche Vögel beobachten, die anderenorts kaum geeignete Brutflächen und Lebensräume finden, weil sie auf weitläufige naturbelassene Grasflächen angewiesen sind.

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In Deutschland und sogar in ganz Europa sind nur noch wenige Auen erhalten geblieben, die naturbelassen sind und mehrmals im Jahr überflutet werden. Weil der Mensch die Natur in der Heisinger Aue seit geraumer Zeit weitestgehend sich selbst überlässt, ist dort trotz der relativen Nähe des städtischen Ballungsraums eine außerordentlich große Zahl von Spezies beheimatet. Aus diesem Grunde ist die Heisinger Aue ein sogenanntes FFH-Gebiet, das bestimmte Auflagen der Europäischen Union für Naturschutzgebiete erfüllt, siehe Link. Hierbei stehen die Buchstaben in der Abkürzung für Flora, Fauna und Habitat.

  Teich in der Heisinger Ruhraue im Spätsommer   Teich in der Heisinger Ruhraue im Frühherbst  
  Teich in der Heisinger Ruhraue im Spätsommer   Teich in der Heisinger Ruhraue im Frühherbst  

  Teich in der Heisinger Ruhraue im Herbst   Teich in der Heisinger Ruhraue im Winter  
  Teich in der Heisinger Ruhraue im Herbst   Teich in der Heisinger Ruhraue im Winter  

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Stattliche Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) in der Heisinger RuhraueDie kleinen Gewässer in der Aue werden von Strauchgruppen gesäumt, dort gedeihen überwiegend Weidenarten (Salix sp.), dazwischen findet sich außerdem Weißdorn (Crataegus sp.). Auch Eschen (Fraxinus excelsior, siehe Foto rechts) wachsen im Schutzgebiet. Manche dieser Bäume sind mehr als 100 Jahre alt und über 30 Meter groß. Auf den Wiesenflächen sind neben verschiedenen Süßgräserarten zahlreiche andere Pflanzenarten wie Ampfer, Disteln, Brennnesseln, Wicken und Binsen beheimatet. In einigen Zonen wuchern im Sommer regelrechte Wälder des Riesen-Bärenklaus (Heracleum mantegazzianum, siehe Fotos unten), der auch als Herkulesstaude bezeichnet wird. Diesen Pflanzen sollte man nicht zu nahe kommen, denn ihr Saft kann in Verbindung mit Sonneneinstrahlung auf der Haut Verbrennungen verursachen, siehe Info-Link. An den Ufern der Ruhr schwimmen Seerosenblätter auf dem Wasser, dort halten sich während der warmen Jahreszeit Libellen auf, darunter beispielsweise solche Schönheiten wie die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens).

  Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) mit Westlichen Honigbienen (Apis mellifera)   Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)  
  Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
mit Westlichen Honigbienen (Apis mellifera)
  Riesen-Bärenklau
(Heracleum mantegazzianum)
 

Mit dem Wechsel der Jahreszeiten ändert sich der Charakter der Aue. Während man im Sommer viele Pflanzen und wärmeliebende Tiere wie Schmetterlinge und verschiedene Grashüpfer beobachten kann, sind es im Winter vor allem die Wasservögel, denen man in der Heisinger Ruhraue begegnet. Jede Jahreszeit hat ihre besonderen Reize und sogar das von Zeit zu Zeit auftretende Hochwasser der Ruhr verleiht diesem Uferabschnitt einen ganz besonderen Reiz.

→ Zur Bildersammlung "Heisinger Ruhraue im Sommer"

→ Zur Bildersammlung "Heisinger Ruhraue mit Sommerhochwasser"

→ Zur Bildersammlung "Heisinger Ruhraue im Herbst und Winter"

 

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Weitere Informationen:

Naturschutzgebiet Heisinger Ruhraue (E-003)

Kleine Wassertiere der Ruhr - Ein einfacher Bestimmungsschlüssel von Haus Ruhrnatur

Naturgucker.de Das Gebiet bei Naturgucker.de

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