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Die Natur im
Ruhrgebiet: Amphibien und Reptilien
Die
meisten Reptilien und Amphibien gehören zu den heimlicheren Bewohnern
des Ruhrgebiets und stehen bei vielen Menschen nicht sonderlich hoch auf
der Beliebtheitsskala. Kröten werden von vielen Menschen als ekelig
empfunden, Blindschleichen und Schlangen lösen Furcht aus. Leider sind
etliche Reptilienarten sehr selten geworden, unter ihnen der
Feuersalamander. Zum Glück gibt es in einigen Bereichen des Ruhrgebiets
Bestände dieser nicht mehr häufigen Spezies, doch selbst dort sind die
Tiere äußerst schwer zu finden. Wer sie sehen möchte, muss also sehr
genau hinschauen. Amphibien zu beobachten, ist hingegen leichter.
Frösche gibt es in vielen Gewässern, auch Kröten kann man mancherorts
relativ leicht aufspüren. Foto: Teichfrosch (Pelophylax esculentus)
Die auf dieser Seite gezeigten Tiere habe ich nach bestem Wissen und
Gewissen mit Hilfe diverser Webseiten und Bestimmungsbücher
identifiziert. Irrtümer sind freilich nicht ausgeschlossen. Sollte Ihnen
ein Fehler auffallen oder sollten Sie eine der bisher nicht bestimmten
Tierarten benennen können, so würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
freuen.
· Kreuzkröte (Natterjack Toad, Bufo calamita)
· Mauereidechse (Wall Lizard, Podarcis muralis)
· Rotwangen-Schmuckschildkröte (Red-eared Slider, Trachemys scripta elegans)
· Teichfrosch (Edible Frog, Pelophylax esculentus)
· Wasserschildkröten (Terrapin)
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Kreuzkröte (Natterjack Toad, Bufo calamita)
Die
Kreuzkröte gehört im Ruhrgebiet zu den seltenen Tieren. Erwachsene Tiere
erreichen eine Körperlänge von vier bis acht Zentimeter (Weibchen) oder
vier bis sieben Zentimeter (Männchen). Hell ist die Grundfärbung auf dem
Rücken der Tiere, darauf befindet sich eine braune oder olivgrüne
Marmorierung. Meist verläuft ein gelblicher Streifen mittig von der
Schnauze bis zum Rumpfende, diese Linie ist aber nicht bei allen
Individuen vorhanden und bei sehr jungen Kreuzkröten, siehe Foto rechts,
nur schwach ausgeprägt. Die Haut ist auf der Körperoberseite trocken und
warzig. Waagerecht elliptisch sind die Pupillen geformt, die Iris ist
gelblich bis grünlich. Anzutreffen sind Kreuzkröten in vegetationsarmen
Trockenlebensräumen, in denen es Tümpel gibt. Foto: 18.08.2007, Gelsenkirchen-Ückendorf
Mauereidechse (Wall Lizard, Podarcis muralis)
Mauereidechsen
erreichen eine Körperlänge von bis zu 25 Zentimeter. Der Schwanz kann
bei diesen Tieren doppelt so lang sein wie der Bereich zwischen Kopf und
dem Ende des Rumpfes. Am Rücken ist die Mauereidechse hell- bis
mittelbraun gefärbt, manche Individuen sind eher grau oder grünlich. Auf
dieser Grundfarbe tragen die Tiere eine schwärzliche Fleckung. Sehr
variabel hinsichtlich ihrer Farbgebung ist die Unterseite, die
Farbpalette reicht von weißlich über gelb bis rot. Manche Tiere sind auf
der Körperunterseite nicht gemustert, andere tragen dort Flecken oder
Tupfen. Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet der Mauereidechse ist
Südeuropa, in Deutschland gibt es nur im Süden des Landes einige
einzelne Vorkommen dieser Tierart. Im Ruhrgebiet kommt sie im
Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum in freier Natur vor. Die
dortige Population geht sehr wahrscheinlich auf ausgesetzte Haustiere
zurück, die sich in der Natur etablieren konnten. Foto: 02.06.2007, Bochum-Querenburg
Teichfrosch (Edible Frog, Pelophylax esculentus)
Der
Teichfrosch ist im Ruhrgebiet an Tümpeln, Teichen und Seen in der Zeit
von April bis etwa Mitte Oktober recht häufig zu finden. Die Tiere
stellen keine eigene Art im biologischen Sinne dar, es handelt sich bei
ihnen um Hybriden, die aus den beiden Arten Pelophylax ridibundus
(Seefrosch) und Pelophylax lessonae (Kleiner Wasserfrosch)
hervorgegangen sind. Obwohl es sich bei den Teichfröschen um Hybriden
handelt, können sie sich aufgrund einer einzigartigen genetischen
Besonderheit untereinander fortpflanzen. Weil es sich um Hybriden
handelt, ist das Aussehen je nach genetischer Ausstattung mehr der einen
oder anderen Art ähnlich, aus welcher der Teichfrosch hervorgegangen
ist. Im Idealfall stellen die Tiere ein Mittelding zwischen den beiden
Spezies dar. Bis zu neun Zentimeter können die Männchen lang werden,
Weibchen bringen es auf eine Körpergröße von bis zu zwölf Zentimetern.
Ihre Grundfärbung ist grün und sie tragen ein Fleckenmuster auf dem
Rücken und den Beinen, das recht variabel sein kann. Foto: 02.06.2007,
Bochum-Querenburg
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Foto: 02.06.2007,
Bochum-Querenburg |
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Foto: 02.06.2007,
Bochum-Querenburg |
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Wasserschildkröten (Terrapin)
Jeden
Sommer bietet sich dasselbe Bild: In öffentlichen Teichen und Tümpel
tummeln sich Wasserschildkröten, die in unserer Natur eigentlich gar
nicht vorkommen. Bei den meisten dieser Tiere handelt es sich um lästig
gewordene Haustiere, denen die Menschen "ihre Freiheit zurückgegeben"
haben. Zwar können lokal einige dieser Tiere überleben, vor allem in
milden Wintern. Trotzdem ist es ein Unding, dass Haustiere, die aus den
Tropen stammen, von ihren Besitzern in unserer Natur einfach ausgesetzt
werden, wenn sie ihrer überdrüssig geworden sind. Die Abbildung in
diesem Absatz zeigt zwei Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans). Foto:
01.08.2007, Essen-Heisingen
Ungeachtet
der Tatsache, dass das Aussetzen der Tiere gesetzeswidrig ist, landen
Jahr für Jahr mehr Zierschildkröten in den Gewässern des Ruhrgebiets.
Das Westfälische Museum für Archäologie in Herne hat vor einiger Zeit in
einer
Pressemitteilung erklärt, diese ausgesetzten Wasserschildkröten
seien die häufigsten Reptilien im Ruhrgebiet. Lediglich die Europäische
Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) gehört tatsächlich in
unsere Natur. Sie ist die einzige natürlich vorkommende
Wasserschildkrötenart Deutschlands. Obwohl ich mich häufig in Feucht-
und Naturschutzgebieten aufhalte, habe ich noch nie eine Europäische
Sumpfschildkröte zu Gesicht bekommen. Foto: 08.06.2007,
Essen-Rüttenscheid
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Ruhrgebiet auf einer größeren Karte anzeigen
Interessante Internetseiten:
Amphibienführer für Deutschland
BPO Natura
Eidechsenseite Lacerta.de
Salamanderseiten
Naturgucker.de
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