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Kokerei Prosper in BottropBeim Begriff "Ruhrgebiet" denken viele Menschen an Kohle, Stahlindustrie, rauchende Fabrikschlote und schlechte Atemluft. Der Region haftet ein negativer Ruf an, der vielleicht vor 20 oder 30 Jahren einmal gerechtfertigt gewesen sein mag, heute aber ganz und gar nicht mehr den Tatsachen entspricht. Das Ruhrgebiet hat sich längst zu einem Stück Deutschland gemausert, das in vielerlei Hinsicht sehenswert ist. Mit Recht sind die Ruhrgebietsbewohner stolz auf Dinge wie die einzigartige Industriekultur, die Einkaufsmöglichkeiten und die überraschend artenreiche Natur.

Ruine der Burg Altendorf, EssenIm Ruhrgebiet hat sich die Gewichtung vom produzierenden Gewerbe zu den Dienstleistungsunternehmen aller Art gewandelt. Zum Beispiel Seminarhotels, die Veranstaltungsräume vermieten, freuen sich darüber. Darüber hinaus gibt es eine Menge Kultur wie Theater und Musicals, was sich nicht zuletzt darin äußert, dass die Region zur Kulturhauptstadt 2010 ernannt worden ist. Längst ist auch die Wohnsituation nicht mehr so wie noch zu Zeiten der Stahlindustrie und Kohleförderung. Kleine, verwinkelte Häuser der Kumpel von damals gibt es zwar heute noch, und sogar die Spuren alter Burganlagen finden sich im Ruhrgebiet. Aber es sind vielerorts neue Wohnhäuser entstanden, die das moderne Antlitz der Städte prägen. Die Immobilien in Dortmund, Bochum, Duisburg und in den anderen Ruhrgebietsgemeinden sind dabei oft naturnah und zentral gelegen. Ich selbst habe während der Zeit, als ich in Essen gelebt habe, zwar zentral gewohnt, aber dennoch ruhig und mit direkter Anbindung an die Kulturszene. Dies ist etwas, das ich am Ruhrgebiet immer geliebt habe.

Weshalb ein Ruhrgebiets-Reisebericht?

Baldeneysee, EssenObwohl ich gern in der Welt herumreise und fremde Länder erkunde, so bin ich doch aus tiefestem Herzen eine "Ruhrpöttlerin" und habe immer gern im Revier gelebt. Das Licht der Welt habe ich in Mülheim an der Ruhr erblickt, wo ich fast 19 Jahre gelebt habe. Danach waren Bochum und später Essen meine Heimatstädte. Weil das Ruhrgebiet meiner Meinung nach einige sehr beachtliche Naturschätze zu bieten hat, habe ich meiner Geburtsregion einen Reisebericht gewidmet. Neben der Natur stelle ich einige weitere regionstypische Sehenswürdigkeiten wie die Industriekultur vor. Die Idee zu dem Reisebericht kam mir übrigens, als ich im September 2006 einer Hochzeitsfeier beiwohnte, die in der ehrwürdigen Kulisse der der Zeche Zollern in Dortmund stattfand. Im April 2008 habe ich aus beruflichen Gründen meine geliebte Heimat verlassen und bin nach Düsseldorf gezogen. Aber von dort aus ist das Ruhrgebiet zum Glück nicht weit entfernt, weshalb dieser Reisebericht auch in Zukunft um weitere Kapitel und Artenprofile ergänzt wird.

Was ist das Ruhrgebiet?

Schloss Borbeck, EssenDas Ruhrgebiet wird als größter Ballungsraum Deutschlands bezeichnet. Es misst etwa 4.450 Quadratkilometer, auf denen ca. 5,3 Millionen Menschen wohnen. Im Ruhrgebiet sind eine Reihe von Großstädten so dicht zusammengewachsen, dass man die Region durchaus als eine große Metropole mit "Unterzentren" bezeichnen könnte. Die folgenden Städte (in alphabetischer Reihenfolge) bilden das Ruhrgebiet: Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen. Hinzu kommen die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe-Ruhr-Kreis.

Dortmunder U Von West nach Ost misst das Ruhrgebiet an der breitesten Stelle 116 Kilometer, von Nord nach Süd 67 Kilometer. Außer der Ruhr, nach der die Region benannt wurde, gibt es weitere Flüsse wie die Emscher und die Lippe, aber auch Kanäle. Im Norden zum Münsterland hin ist die Landschaft deutlich ebener als im Süden, wo Hügel allgegenwärtig sind. Auen, Wälder, große Wiesen und natürlich bebaute Flächen sowie Industriegebiete - all das macht das Ruhrgebiet aus.

Kanadagans, Kocks Loch, MülheimDie Faszination dieses Teils von Deutschland liegt in der Mischung. So kann man beispielsweise auf einer kargen Abraumhalde stehen und sich vorkommen wie auf einem fremden, lebensfeindlichen Planeten. Fährt man eine halbe Stunde, findet man sich im malerischen Flusstal der Ruhr wieder, wo das Auge - zumindest im Sommerhalbjahr - nur Grün sieht und wo eine Vielzahl von Tieren eine Heimat findet. Darunter sind in letzter Zeit zunehmend seltene Arten, die nach längerer Abwesenheit in die inzwischen wieder intakte Natur an der Ruhr zurückgekehrt sind.

Leuchtreklame in der Essener InnenstadtEs macht mir Spaß, diese vielfältige Region durch den Sucher meiner Kamera zu erkunden und so immer wieder neue Facetten zu entdecken, die mir zuvor leider selbst nie aufgefallen sind - vielleicht, weil sie mit den Jahren einfach zu "gewöhnlich" geworden sind. Das Ruhrgebiet trotz der langen Zeit, die ich dort verbracht habe, möglichst unvoreingenommen zu betrachten, ist für mich stets etwas Besonderes. Zwar lebe ich inzwischen einige Kilometer entfernt im Rheinland, aber tief in meinem Herzen bin ich noch immer eine echte "Ruhrpöttlerin".

Die Ruhrtalbrücke in Mülheim an der RuhrEinen weiteren Vorteil des Ruhrgebiets möchte ich nicht unerwähnt lassen. Aufgrund seiner zentralen Lage in Nordrhein-Westfalen, ist es vom Ruhrpott aus nicht weit zu anderen schönen Gebieten wie dem Rheinland und der Landeshauptstadt Düsseldorf. Aber auch die östlich gelegenen herrlichen Ausflugsziele, die zum Beispiel im Sauerland oder im Kreis Lippe liegen, sind innerhalb kurzer Zeit vom Ruhrpott aus rasch zu erreichen. Damit ist das Ruhrgebiet gewissermaßen ein wenig der Nabel der Welt - zumindest in Nordrhein-Westfalen.

Wenn Sie über meine Bildersammlung und die dazugehörigen Beschreibungstexte hinaus mehr über das Ruhrgebiet erfahren möchten, dann empfehle ich Ihnen den Besuch von Wikipedia.de.

 
                 

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