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Längsstreifen-Borstenzahndoktorfisch (Striated Surgeonfish, Ctenochaetus striatus)
Auf den ersten Blick wirken die Längsstreifen-Borstenzahndoktorfische relativ unspektakulär schwarzbraun gefärbt, weshalb sie an den Riffen nicht allzu sehr auffallen.
Meist sieht man die bis zu 26 Zentimeter langen Tiere nur aus dem
Augenwinkel als dunklen Schatten zwischen den Korallen entlang huschen oder durch die vorgelagerte Lagune schwimmen.
Bei wirklich guten Beleuchtungsbedingungen kann man allerdings orange Flecken auf dem Kopf sehen und eine gelblich-olive Bänderung auf dem Körper wahrnehmen. Diese Fischart kommt in Tiefen bis zu 30 Meter vor und ernährt sich unter anderem von blaugrünen Algen, die als dünner Film auf dem Untergrund wachsen. (Anse Soleil, Mahé)
Langnasen-Doktorfisch (Spotted Unicornfish, Naso brevirostris)
Am langen, dornartigen Fortsatz, der über den Augen aus dem
Schädel wächst, ist der Langnasen-Doktorfisch leicht zu
erkennen. Dieses Körpermerkmal hat ihm auch den Namen Einhornfisch eingebracht, wie er in manchen Literaturquellen genannt wird. Bis zu 60 Zentimeter können diese Fische lang werden, das rechts abgebildete Exemplar war in etwa so groß und schwamm in Begleitung zweier
Buckel-Nasendoktorfische
gemächlich durch die Lagune. In Tiefen zwischen zwei und 46 Meter sind die Tiere anzutreffen; ausgewachsene Einhornfische ernähren sich von Zooplankton. Der englische Name der Tiere bedeutet "gepunkteter Einhornfisch", was ausgesprochen treffend ist, denn die Fische tragen am gesamten Körper helle Punkte, die je nach Lichtverhältnissen jedoch nicht sonderlich gut zu sehen sind. (Anse Source d'Argent, La Digue)
Meyers Falterfisch (Scrawled Butterflyfish, Chaetodon meyeri)
Normalerweise trifft man diese Falterfischart nur in klaren Lagunen mit
intaktem Korallenbewuchs an. Weil aber viele Riffe der Seychellen, die man vom Strand aus als Schnorchler erreichen kann, leider keine sonderlich intakten Korallen mehr aufweisen, ist diese Fischart dort nur selten zu sehen. Taucher haben oft mehr Glück. Mir schwamm diese Fischart während
meiner Reise nur ein einziges Mal über den Weg, und zwar
in einer Lagune, in der es kaum noch intakte Korallen gab - also in einem eher untypischen Lebensraum. Meyers
Falterfische erreichen eine Körpergröße von bis zu 20 Zentimeter und kommen in Tiefen zwischen zwei und 25 Meter vor. Sie sind deshalb auf intakte Riffe angewiesen, weil sie sich von den Polypen der Korallen ernähren.
(Petite Anse, Mahé)
Nasenhöcker-Papageifisch (Ember Parrotfish, Scarus rubroviolaceus, Männchen)
Die maximale Körperlänge dieser Papageifischart kann bis zu 66 Zentimeter betragen. Deshalb gehören diese Tiere nicht nur zu den buntesten, sondern auch zu den stattlichsten Riffbewohnern, die Schnorchler in den Gewässern rund um die Seychellen beobachten können. Die Männchen sind sehr auffällig und tragen fast alle Farben des Regenbogens am Körper. Zu erkennen sind Männchen dieser Fischart an dem gelben Band direkt über der oberen Zahnplatte.
Die überwiegend roten Weibchen (siehe Bild unten) sind meist in Gruppen um
ein Männchen - den Haremsmeister - geschart. (Anse Patates, La Digue)
Nasenhöcker-Papageifisch (Ember Parrotfish, Scarus rubroviolaceus, Weibchen)
Die Männchen einer Papageifischart zu bestimmen, ist schon nicht
ganz einfach. Aber bei den Weibchen hat man als Laie praktisch
überhaupt keine Chance, weil in den meisten Bestimmungsbüchern
nur die Männchen abgebildet sind. Und wenn sich dann doch ein Bild
eines Weibchens findet, ist es meist winzig klein und Details sind kaum zu
erkennen. Deshalb wäre es für mich unmöglich gewesen, das rechts abgebildete Weichen als Nasenhöcker-Papageifisch zu identifizieren, hätte ich es nicht in Begleitung eines Männchens gesehen.
(Petite Anse, Mahé)
Orangestreifen-Drückerfisch (Orange-lined Triggerfish, Balistapus undulatus)
Überaus scheu sind die in den Gewässern um die Seychellen
lebenden verschiedenen Drückerfischarten. Die Orangestreifen-Drückerfische sah ich mehrfach und erkannte
sie stets an ihren orange gefärbten Flossen. Ihr Körper weist
eine dezente, quer verlaufende Streifenzeichnung auf, die Grundfarbe ist Dunkelgrün bis Dunkelbraun. Im Roten Meer, im Indischen Ozean und in einigen Bereichen des Pazifiks kommt diese bis zu 30 Zentimeter große Fischart in Tiefen zwischen zwei und 50 Meter vor. Der Speiseplan der Orangestreifen-Drückerfische ist ausgesprochen vielseitig: kleine Fische, Mollusken, Schwämme und Algen bilden nur einen Teil der Nahrungspalette. Weil diese Fische ausgesprochen territorial sind, dulden sie keine fremden Artgenossen in ihrer Nähe. (Petite Anse, Mahé)
Picasso-Drückerfisch (Blackbar Triggerfish, Rhinecanthus aculeatus)
Wie alle seine nahen Verwandten aus der Familie der Drückerfische flüchtet auch der
Picasso-Drückerfisch, sobald man sich ihm auf weniger als drei Meter nähert. Diese bunten
Tiere werden bis zu 30 Zentimeter lang und kommen in Tiefen von maximal 50 Meter vor. Fühlen sie sich gestört, schwimmen sie auf der Seite liegend
in eine Höhle oder Felsspalte und kommen erst Minuten später wieder langsam aus
daraus hervor. Das Verbreitungsgebiet der schönen Fische erstreckt sich über das Rote Meer und den Indischen Ozean bis hin zum Pazifik. Sie ernähren sich äußerst vielseitig, sowohl pflanzliche als auch tierische Kost verschmähen sie nicht. Picasso-Drückerfische werden in vielen Teilen ihres Verbreitungsgebiets gefangen, um als Aquarienfische verkauft zu werden. (Lagune von Bird Island)
Putzerlippfisch (Bluestreak Cleaner Wrasse, Labroides dimidiatus)
Im Meer leben etliche Tiere, die miteinander in einer symbiotischen
Beziehung, also zweckgebundenen Partnerschaft, stehen, von der beide Parteien profitieren. Ein leicht zu
beobachtendes Beispiel für eine solche Symbiose sind die Putzerlippfische. Die
zierlichen, maximal 14 Zentimeter großen Fische betreiben so
genannte Putzerstationen, an denen sie allein oder in Gruppen auf
"Kundschaft" warten. Fische, die von ihnen geputzt werden wollen,
stellen sämtliche Flossen ab und verharren in einer starren Haltung.
Mit flinken Bewegungen zupfen die Putzerfische alte Schuppen und Parasiten
vom Körper der Fische, die oftmals zu den großen Jägern am Riff gehören und ihnen prinzipiell gefährlich werden könnten. Aber an den Putzerstationen droht den Körperpflegern keine Gefahr, sie werden normalerweise nicht angegriffen. In diesem Absatz sieht man einen Putzerfisch beim
Reinigen eines Halsband-Junkers.
Auch im Roten Meer gelang es mir, Putzerlippfische
bei der Arbeit zu fotografieren. Dort bearbeiteten sie
einen Papageifisch, der um ein Vielfaches größer war als sie
selbst. (Petite Anse, Mahé)
Rippen-Falterfisch (Melon Butterflyfish, Chaetodon trifasciatus)
Mit ihren nur knapp 15 Zentimeter Körperlänge sind diese Riffbewohner eine der
kleinsten Falterfischarten, die in den Gewässern rund um die
Seychellen vorkommen. An ihren schwarz-blauen Streifen, von denen einer
eine charakteristische Verdickung zeigt, sind sie leicht zu erkennen. Oft
sieht man sie zu zweit an einer Koralle nach Nahrung suchen.
Rippen-Falterfische kommen in Tiefen zwischen zwei und 20 Meter vor. (Petite Anse, Mahé)
Rotbrust-Lippfisch (Redbreast Wrasse, Cheilinus fasciatus)
Nur ein einziges Mal gelang es mir während meines Seychellen-Urlaubs im Jahre 2000, einen Streifen-Bannerlippfisch zu beobachten.
Diese Art war für mich anfangs vollkommen unbekannt und ich konnte
sie auch mit Hilfe meines Bestimmungsbuches nicht identifizieren, weil
in ihm ein Fisch dieser Spezies abgebildet ist, der nur drei Streifen trägt.
Die Art kann jedoch auch mehr Streifen aufweisen, wie ich später durch eine Internetrecherche in Erfahrung bringen konnte. Auch der von mir fotografierte Fisch gehört zu jenen Exemplaren, die mehr als drei helle Streifen auf dunklem Grund tragen. Auffällig bunt ist der Kopf der Rotbrust-Lippfische gefärbt und die Brust ist - wie es der Name dieser Fischart bereits vermuten lässt - rot gefärbt. Diese Fische können bis zu 40 Zentimeter groß werden und kommen in Tiefen zwischen vier und 60 Meter vor. (Petite Anse, Mahé)
Rotfeuerfisch (Red Lionfish, Pterois volitans)
Rot ist im Tierreich meist als Warnfarbe zu verstehen und man sollte sich
vor ihren Trägern deshalb lieber in Acht nehmen. Genau so verhält es sich auch bei den
bis zu 38 Zentimeter großen Rotfeuerfischen. Sie tragen Giftstacheln, die zu
üblen Verletzungen und sehr starken Schmerzen bis hin zu
Lähmungen bei empfindlichen Personen führen können. Einem
solchen Fisch sollte man sich also nur so weit nähern, dass er sich
nicht bedroht fühlt. Als erfahrene Schnorchlerin wusste ich das auch,
nur tauchte der hier abgebildete Fisch wie aus dem Nichts vor mir auf und
an seinen erregten Drohgebärden erkannte ich, dass ich ihm offenbar
gar nicht in den Kram passte. Ob es an meinen unter Wasser wirr vom Kopf
abstehenden langen, roten Haaren lag, die ihn vielleicht an die Silhouette eines Artgenossen erinnerten ...? Noch nie zuvor bin ich so schnell vor
einem Tier unter Wasser geflohen wie vor jenem Fisch, den ich einige
Minuten später aus sicherer Entfernung ablichtete. Rotfeuerfische kommen in Tiefen zwischen zwei und 55 Meter vor. Sie ernähren sich von anderen Meeresbewohnern wie kleinen Fischen und Krabben, die sie nachts jagen. (Petite Anse,
Mahé)
Rotstreifen-Husar (Redcoat, Sargocentron rubrum)
In einem Bereich von sechs bis 50 Meter Tiefe lebt der bis zu 32 Zentimeter große
Rotstreifen-Husar, der auch Roter Eichhörnchenfisch
oder Gestreifter Soldatenfisch genannt wird. Die rot-weiß gestreiften Fische mit den
übermäßig großen Augen sind nachtaktiv und halten
sich tagsüber in Spalten oder Höhlen versteckt. Diese können sich sowohl zwischen Korallenstöcken, in einem Schiffswrack oder in einem Hafenbecken befinden - die Fische sind nicht sonderlich wählerisch. Das in diesem Absatz gezeigte Tier
entdeckte ich eher zufällig, als ich einem Papageifisch beim
Schnorcheln einige Meter in die Tiefe folgte. Der Rotstreifen-Husar
schaute neugierig aus seinem Versteck, in dem er zum Glück erst
wieder verschwand, als das Foto bereits im Kasten war. Krabben, kleine Fische und Krebse stehen auf dem Speisezettel dieser Tiere. (Petite
Anse, Mahé)
Rundkopf-Fledermausfisch (Orbicular Batfish, Platax orbicularis)
Es ist schon ein ungewöhnlicher Anblick, einen 50 Zentimeter langen und fast
ebenso hohen Fisch mit den Brustflossen auf dem Boden einer Lagune
"stehen" zu sehen. Rundkopf-Fledermausfische pflegen dies
gelegentlich zu tun. Leider hatte der rechts abgebildete Fisch es offenbar
eilig, denn ich konnte ihn nicht in der beschriebenen Pose fotografieren
und er schwamm davon. Meist sieht man erwachsene Tiere dieser Art zumindest paarweise, oft in großen Schulen. Sie bevorzugen schlammige Lagunen oder Küstenbereiche als Lebensraum, sind aber mitunter auch über sandigem Untergrund anzutreffen. Kleine Fische, Wirbellose und Algen bilden die Nahrung dieser faszinierenden Riffbewohner. (Anse Source d'Argent, La Digue)
Scherenschwanz-Sergeant (Scissortail Sergeant, Abudefduf sexfasciatus)
Flink und quirlig schwimmen die kleinen Scherenschwanz-Sergeante meist in Gruppen
durch das Wasser. Wenn sie ausgewachsen sind, messen die schwarzweiß
gestreiften Fische mit dem schwarzen Scherenmuster auf der Schwanzflosse
maximal 16 Zentimeter. Sie kommen in Tiefen zwischen einem und 15 Meter vor und leben im Roten Meer, im Indischen Ozean und im Pazifik. Zooplankton und Algen bilden die Nahrung dieser Tiere. Auf meinem
Foto
aus Hurghada kann man diese Fischart deutlich besser erkennen als auf dem Foto in diesem Absatz. Leider kam ich während meiner Schnorchelgänge in den Gewässern der Seychellen nie besonders nahe an diese schnellen Schwimmer heran. (Petite
Anse, Mahé) |