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Pflanzen auf
Teneriffa - Teil 9
Staubiger Zeiland (Neochamaelea pulverulenta)
Die
westlichen Kanareninseln sind die Heimat des Staubigen Zeilands, er ist
dort endemisch. Diese Pflanzenart erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 150
Zentimeter. Sie besiedelt trockene Gebiete, in denen sich
Sukkulentenbusch befindet. Ein typisches Kennzeichen der Spezies sind
die weißlichgrün bis graugrün gefärbten Blätter, die so aussehen, als
wären sie stark verstaubt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine
kurze, dichte Behaarung der Pflanzenteile. Die Blätter sind bis zu sechs
Zentimeter lang und lineallanzettlich geformt. Von Januar bis Mai blüht
der Staubige Zeiland, seine Blüten sind gelb. Nach der Befruchtung der
Blüten entstehen zunächst vier Teilfrüchte, von denen sich aber meist
nur eine voll weiterentwickelt und später kugelig und etwa einen
Zentimeter groß wird. Im späten Reifestadium sind die Früchte violett
gefärbt.
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Foto: 29.03.2011, Punta de Teno |
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Foto: 29.03.2011,
Punta de Teno |
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Stechginster (Common Gorse, Ulex europaeus)
Auf Teneriffa, nicht jedoch auf den anderen Kanarischen Inseln, ist der
Stechginster mancherorts anzutreffen. Diese Pflanzenart stammt
ursprünglich aus der atlantischen Region Europas und ist auf Teneriffa
eingeführt worden. Bis zu zwei Meter können die Sträucher groß werden,
die sparrig verzweigt und dornig sind; außerdem wirft der Stechginster
sein Laub ab. Die Laubblätter sind bei dieser Spezies zu feinen Nadeln
zusammengerollt, Kurztriebe und Blätter sind zu Dornen umgebildet.
Zwischen April und Juli sind die Blüten des Stechginsters zu beobachten.
Sie sind leuchtend gelb gefärbt und circa zwei Zentimeter lang.
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Foto: 27.03.2011, Erjos |
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Foto: 27.03.2011, Erjos |
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Steineiche (Holly Oak, Quercus ilex)
In
der Gegend um Aguamansa gedeihen an manchen Stellen vereinzelt
Steineichen. Hierbei handelt es sich um immergrüne Laubbäume aus der
Familie der Buchengewächse. Ihre Wuchshöhe beträgt zwischen fünf und 20
Meter. Steineichen sind sehr langlebig, sie können über 200 Jahre alt
werden, sogar 500 Jahre alte Steineichen soll es geben. In den Monaten
April und Mai blühen die Bäume, die Bestäubung erfolgt durch Insekten.
Bis zum Herbst bilden sich nach der Befruchtung länglich geformte,
anfangs grün gefärbte Eicheln. Im unteren Bereich der Bäume weisen die
Blätter der Steineiche Spitzen am Rand auf, die stark an diejenigen der
Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium)
erinnern. Steineichenblätter, die sich höher im Baum befinden, tragen
diese Stacheln nicht. Foto: 01.04.2011, Aguamansa
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Stengellose Gänsedistel (Sonchus acaulis)
Stattliche
1,5 Meter kann die Stengellose Gänsedistel groß werden. Manche Exemplare
erreichen sogar eine Wuchshöhe von bis zu 2,2 Meter. Die Spezies kommt
auf Teneriffa und Gran Canaria vor, sie ist auf diesen beiden Inseln
endemisch. Zu finden ist die Stengellose Gänsedistel in Waldgebieten, an
Felshängen, an den Rändern von Terrassen sowie in Gegenden mit
Sukkulentenbusch. Meist bildet diese Pflanzenart auf einem kurzen Stamm
eine Rosette aus langen Blättern, diese Rosette kann weit mehr als einen
Meter im Durchmesser groß sein und sie ragt dabei etwa 30 bis 40
Zentimeter auf. Die einzelnen Blätter erreichen eine
Länge von bis zu 60 Zentimeter. Auf dem hohen Stängel bilden sich die
leuchtend gelb gefärbten Blüten, die einzelnen Blütenkopfe bringen es im
Durchmesser auf bis zu 4,5 Zentimeter. Von Januar bis Mai ist die
Blütezeit der Stengellosen Gänsedistel. Foto: 31.3.2011,
Teno-Gebirge
Storchschnabel (Crane's Bill, Geranium sp.)
Dieses
ausgesprochen zarte, filigrane Pflänzchen mit den auffällig dunkelrot
überlaufenen Blättern wuchs auf einer Geröllhalde, die sich auf einer
weitläufigen Lichtung im Kiefernwald befand. Der Standort war sehr
sonnig, aber nicht selten ist diese Gegend auch durch Nebel vom
Sonnenlicht abgeschnitten. Die Wuchshöhe der Storchschnabel-Art betrug
etwa acht Zentimeter. Insgesamt kommen in der Gattung Geranium
etwa 300 verschiedene Arten vor. Um welche es sich bei der rechts
gezeigten Pflanze handelt, weiß ich leider nicht, weshalb ich den
exakten wissenschaftlichen Namen derzeit nicht nennen kann. Foto:
Juni 2004, Aguamansa
Strandflieder (Sea Lavender, Limonium sp.)
Etwa 20 bis 50 Zentimeter wird der Strandflieder hoch.
Seine Blätter sind etwa zehn bis 15 Zentimeter lang und mehrere
Zentimeter breit. Violett und weiß sind die Blüten gefärbt, die
Blütezeit dauert von Februar bis April. Auf Teneriffa kommen
verschiedene Strandfliederarten vor, die sich teils sehr ähnlich sehen.
Deshalb kann ich leider nicht mit Gewissheit sagen, ob in diesem Absatz
die endemische Art Limonium fruticans (Strauchiger
Strandflieder) oder Limonium sventenii zu sehen ist. Falls
jemand bei der Bestimmung helfen kann, würde ich mich sehr über eine
Nachricht per
E-Mail
freuen. Foto: 29.03.2011, Las Mercedes
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Strand-Wolfsmilch (Euphorbia paralias)
Am
Strand und in Dünenfeldern kann man auf Teneriffa mancherorts die
Strand-Wolfsmilch antreffen. Diese Pflanzenart erreicht eine Wuchshöhe
von 20 bis 70 Zentimeter. Die Zweige dieses mehrjährigen Gewächses sind
anfangs grün und fleischig. Mit der Zeit verholzen sie und verfärben
sich dann rötlich. Meist stehen die Zweige aufrecht und sie weisen viele
blaugrüne Blätter auf, die im unteren Bereich der Zweige
länglich-elliptisch geformt sind und weiter oben eiförmig. Ihre Länge
beträgt zehn bis 30 Millimeter, die Breite ein bis sechs Millimeter.
Gelb sind die Blüten der Strand- oder Dünenwolfsmilch gefärbt, der
Blütenstand befindet sich am Ende eines Zweiges. Foto: 31.03.2011,
El Médano
Strauch-Dornlattich (Launaea arborescens)
Der
Strauch-Dornlattich gehört zur Familie der Korbblütler (Compositae).
Diese Pflanzenart wächst zu kugelförmigen kleinen Büschen, die kompakt
angeordnet sind und durchschnittlich einen halben bis einen Meter hoch
sind. Ein auffälliges Merkmal der Spezies sind die zickzackförmigen,
dornigen Zweige. Sie tragen nur wenige Blätter oder sind meist
vollständig kahl. Vor allem auf sandigem Untergrund gedeiht der
Strauch-Dornlattich, er kommt auf Teneriffa insbesondere im Küstenbereich vor.
Gelb sind die im Durchmesser etwa einen Zentimeter großen Blüten
gefärbt. Verbreitet ist der Strauch-Dornlattich auf den Kanarischen Inseln, auf
Madeira, den Kapverden sowie auf der Iberischen Halbinsel und im
nordwestlichen Teil Afrikas. Manche Literaturquellen bezeichnen diese
Pflanzenart auch einfach nur als Dornlattich.
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Foto:
31.03.2011,
El Médano |
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Foto:
31.03.2011,
El Médano |
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Strauchige Kanarenmargerite (Marguerite Daisy, Argyranthemum frutescens)
Die
Strauchige Kanarenmargerite ist eine sehr variabel aussehende Art. Ihre
Blätter sind mal fleischig, mal nicht, entweder grün oder blaugrün
gefärbt und sie sind oftmals kahl, wobei jedoch die Blätter mancher
Individuen auf der Unterseite fein behaart sind. Meist sind die Blätter
ein- bis zweifach, mitunter auch dreifach fiederschnittig. Die Blüten
befinden sich auf langen, kahlen Stielen und sie sind im Durchmesser
mindestens zwei Zentimeter groß. Im Bereich der Küste und in Arealen mit
Sukkulentenbusch kommt die Strauchige Kanarenmargerite häufig vor. Sie
ist auf sämtlichen Inseln der Kanaren mit Ausnahme von Fuerteventura
heimisch. Foto: 29.03.2011, Punta de Teno
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Tanger-Platterbse (Tangier Pea, Lathyrus tingitanus)
Zwischen
60 und 120 Zentimeter lang werden die Stängel der Tanger-Platterbse, die
auf Teneriffa sehr häufig anzutreffen ist. Generell erstreckt sich ihr
Verbreitungsgebiet von den Azoren über die Kanarischen Inseln und
Madeira bis zum westlichen Mittelmeerraum. Auf Mauern und Gebüschen in
der Lorbeerwaldstufe trifft man auf die rankenden Pflanzenart. Die
Blätter sind zwischen zwei und acht Zentimeter lang, schmal-lanzettlich
und dunkelgrün gefärbt. Mit ihrer Größe von zwei bis drei Zentimeter ist
die Blütenkrone recht auffällig, hinzu kommt die leuchtend purpurne bis
violette Färbung. Foto: 31.03.2011, El Palmar
Tanger-Reichardie (False Sowthistle, Reichardia tingitana)
Fünf
bis 40 Zentimeter kann die Tanger-Reichardie groß werden. Diese
Pflanzenart ist auf fast allen Kanarischen Inseln sowie im südlichen
Mittelmeerraum bis nach West-Indien heimisch. Die Spezies ist krautig
und bildet am Boden Rosetten. Ihre Blätter sind verkehrt lanzettlich
geformt. Ihre Färbung ist mattgrün, sie sind auf der Oberfläche oft
weißlich und matt. Sie können ungeteilt oder gefranst sein. An den
Rändern sind sie fein gezähnt. Leuchtend gelb sind die Blüten gefärbt,
in ihrem Zentrum befindet sich ein dunkler Bereich, woran man sie gut
von anderen gelb blühenden Pflanzenarten unterscheiden kann. Typische
Standorte, die von der Tanger-Reichardie besiedelt werden, sind
küstennahe sandige Flächen sowie Felsfluren. Foto: 31.03.2011, El
Médano
Taubenkropf-Lichtnelke (Bladder Campion, Silene vulgaris)
Zwischen
20 und 50 Zentimeter wird die Taubenkropf-Lichtnelke hoch; diese
Pflanzenart wird auch als Taubenkropf-Leimkraut oder Gewöhnliches
Leimkraut bezeichnet. Jede einzelne Pflanze weist einige aufrechte
Stängel auf, an deren Ende sich gabelige Blütenstände befinden. Daran
sind mehrere aufrechte oder hängende Einzelblüten zu finden. Diese sind
bauchig geformt und im Durchmesser etwa 1,5 Zentimeter groß. Ihre
Färbung ist grünlich bis rosafarben, sie sind in der Zeit zwischen
April/Mai bis in den September hinein zu finden. Die Blätter der
Taubenkropf-Lichtnelke sind glatt und ei- bis lanzettförmig, ihre
Färbung ist bläulich-grün. Foto: 31.03.2011, El Palmar
Tellerförmiges Aeonium (Saucer Plant, Aeonium tabulaeforme)
Der
Norden Teneriffas ist die Heimat dieser endemischen Pflanzenart.
Feuchte, schattige Standorte auf felsigem Untergrund, also zum Beispiel
in Felsspalten, sind Orte, an denen man das Tellerförmige Aeonium
antrifft. Zwischen 30 und 60 Zentimeter wird diese Pflanzenart hoch,
wenn sie in Blüte steht. Die Blattrosette ist zwischen zehn und 40
Zentimeter groß. Sie liegt sehr flach auf dem Boden und wirkt wie ein
Teller, sofern der Untergrund gerade ist. Eine Rosette kann aus bis zu
200 einzelnen Blättern bestehen, die dachziegelartig aufeinander liegen.
An bis zu 40 Zentimeter langen Blütenständen sitzen die blassgelben
Blüten dieser Spezies. Foto: Juni 2004, Masca-Schlucht
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Teneriffa auf einer größeren Karte anzeigen
Linktipp:
Der Botaniker Peter Schönfelder stellt auf seiner Webseite "Flora
Canaria" Fotos von Wild-, Zier- und Nutzpflanzen der Kanaren vor.
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