Im
grünen Norden, genau genommen im fruchtbaren Orotava-Tal,
in dem unter anderem riesige Bananenplantagen gepflegt werden, liegt
die ehemalige Inselhauptstadt Puerto de la Cruz. Einige hohe
Hotelbauten beherrschen die Skyline und an der Strandpromenade sprudelt
das Leben. Dort gilt wie vielerorts auf Teneriffa: sehen und gesehen
werden. Außerdem wird man als Tourist häufig von
irgendwelchen Schleppern und anderen windigen Gestalten heimgesucht.
Diese Leute sprechen sehr gut Deutsch, und man könnte wirklich
leicht auf ihre perfekten Maschen hereinfallen. Deshalb empfehle ich
allen Pauschaltouristen, die jeweilige
Begrüßungsveranstaltung des Reiseveranstalters zu
besuchen. Man erfährt dort alles Wissenswerte über
die Nepper, die überall lauern und einem mit fiesen Tricks das
sauer verdiente Geld aus der Tasche ziehen wollen.
Der
Atlantik schlägt angetrieben durch die Passatwinde mit
gewaltiger Kraft gegen die Kaimauer der Stadt. Damit sie mit der Zeit
nicht vollständig zerstört wird, legten die
Einheimischen riesige Betonwürfel (siehe Abbildung rechts) als
Wellenbrecher aus. Je nachdem, wie der Gezeitenstand und der Seegang
sind, kann es durchaus vorkommen, dass man während eines
Spaziergangs auf der Mauer nass wird.
Vom
Kai aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt (rechtes
Foto). Meist sind die recht steil ansteigenden Flanken des zentralen
Bergmassivs, dessen höchster Gipfel der Teide ist, von Wolken
verhüllt. Vor allem das Orotava-Tal bietet vom Meer aus
betrachtet einen beeindruckend Anblick. Die Feuchtigkeit dieser Wolken
macht das das Tal zu dem, was es ist: Eine grüne Oase
verglichen mit dem kargen, steinigen Süden der Insel.
Der
vulkanische Ursprung Teneriffas wird sogar mitten in der Stadt
deutlich. Bei einem Spaziergang entlang der Strandpromenade von Puerto
de la Cruz kann man an mehreren Stellen Gestein vulkanischen Ursprungs
als Fundament für einige Gebäude sehen. Die Kapelle San Telmo, siehe Abbildung rechts,
beispielsweise ist auf einer schroffen, schwarzen Lavaformation erbaut
und hebt sich mit ihrer weißen Farbe kontrastreich vom
dunklen Untergrund ab. Unterhalb der Kapelle liegt ein steiniger
Badeplatz, der nicht nur zum Plantschen einlädt, sondern auch
zum Schnorcheln, denn man kann dort wunderbar die
farbenprächtige Unterwasserwelt des
Atlantiks kennen lernen - zumindest Teile von ihr. Allerdings kann es,
je nach Wellengang, recht gefährlich zwischen den schroffen
Lavafelsen werden.
Schwimmplatz (links) und Kapelle (rechts)
In
den Mittagsstunden wird es auf Teneriffa im Sommer sogar im Norden
ziemlich heiß. Die Geschäfte schließen und
jeder zieht sich zur Siesta zurück. Wunderbar schattig sitzt
man auf einer der vielen Bänke auf dem charmanten
Altstadtplatz namens Plaza del Charco,
siehe Abbildung rechts und unten links. Auch bei Panoramio gibt es viele schöne Fotos der Plaza. In den angrenzenden
Häusern liegt eine Bodega neben der anderen und man kann dort
herzhafte Snacks, Tapas, Eis sowie kühle Getränke
bestellen. Wer einfach nur in Ruhe auf einer Bank sitzen und nicht
unbedingt Essen oder Trinken möchte, der ist auf der nahe
gelegenen Plaza Iglesia mit
ihrem Schwanenbrunnen vor der Kirche Nuestra
Señora de La Peña gut aufgehoben (siehe
Fotos unten Mitte und rechts).
v. l. n. r.: Plaza del Charco, Schwanenbrunnen und Kirche an der Plaza
Iglesia
Aus den Palmen fallen
übrigens hin und wieder zernagte Früchte und man
sieht grüne Papageienvögel pfeilschnell zwischen den
Bäumen über den Platz fliegen. An jener Stelle in
Puerto de la Cruz sind einige der wild lebenden Mönchsittiche
(Monk Parakeet, Myopsitta monachus) Teneriffas
beheimatet, die in den Palmen sogar ihre Jungen erfolgreich aufziehen.
Wenn man genau hinschaut, sieht man die grün-grauen Sittiche
zwischen den Wedeln ihre akrobatischen Klettereien vollführen.
Zu überhören sind sie außerhalb ihrer
Siesta jedenfalls nicht. Ihr munteres Geschrei erfüllt dann
den ganzen Platz.
Natürlich
dürften auch Badestrände in einer
Touristenstadt wie Puerto de la Cruz nicht fehlen. Der Strand Playa Jardín, siehe Foto
rechts, liegt in der Nähe der Altstadt, die Playa Martiánez, siehe
Abbildung weiter unten, neben dem gleichnamigen Einkaufszentrum. An
beiden Stränden ist der Sand schwarz, weshalb er sich in der
prallen Sonne stark aufheizt. Wer keine abgehärteten
Füße hat, sollte Strandschuhe tragen. Ich habe Leute
mit Brandblasen an den Füßen gesehen und konnte mich
selbst davon überzeugen, dass der Sand wirklich sehr heiß
wird - eine Erfahrung, auf die ich im Nachhinein
betrachtet lieber verzichtet hätte. Doch davon einmal abgesehen,
ist es herrlich, die Strände, das Meer und den landschaftlich sehr reizvollen Teide-Nationalpark direkt vor der Tür
zu haben. Noch dazu ist Puerto de la Cruz eine bezaubernde Stadt, die
viele Reize hat. Sie ist deshalb nicht nur bei Urlaubern sehr beliebt,
sondern auch bei vielen Menschen, die zum Beispiel von Deutschland aus
dorthin übersiedeln. Heute sind internationale Umzüge
kein Problem mehr, weshalb viele Senioren oder Freiberufler, die von
überall aus arbeiten können, auf Teneriffa leben
möchten.
Zweimal die Playa Jardín
Playa Martiánez
Spaziert
man zum botanischen Garten der Stadt, muss man ein
Stück bergauf laufen. Bei der auf Teneriffa üblichen
Hitze (das gilt natürlich nur im Sommer!) kann das in Arbeit
ausarten, wenn man sich dabei zu sehr beeilt. Natürlich geht
es auch mit dem Bus, aber wenn man zu Fuß geht, bietet sich
unterwegs ein schöner Blick auf den häufig
wolkenverhangenen Vulkan. Der majestätische "Papa Teide", wie
der Berg von manchen Einheimischen liebevoll genannt wird,
hüllt sich fast täglich in die von den Passatwinden
herangetragenen Dunstschleier.
Impressionen aus Puerto
de la Cruz
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