TeneriffaAnaga-Gebirge
 

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          Übersichtskarte Während meiner dritten Teneriffareise im Juni 2004 erfüllte ich mir einen lang gehegten Traum: eine Wanderung im Anaga-Gebirge. Dieses Gebirge erstreckt sich im Nordosten der Insel. Die Berghänge sind mit urtümlichem Nebelwald bewachsen, in dem sich oft Wolken fangen, was zu den Myriaden feinster Wassertröpfchen in der Luft führt. Im Erika-Lorbeer-Urwald sind die Bäume üppig mit Moosen und Flechten bewachsen und es findet sich zudem ein abwechslungsreicher Unterholzbewuchs an den Hängen Gebirges.

Blick auf La Laguna Unter der sehr fachkundigen Anleitung des Wanderführers Jens Lippmann von Monteverde Bergwandern verbrachte ich einen abwechslungsreichen Tag in dem zauberhaften Wald. Wir fuhren von Puerto de la Cruz aus mit dem Wagen zunächst durch die Universitätsstadt La Laguna. Nachdem wir sie hinter uns gelassen hatten, gelangten wir bald an einen Aussichtspunkt, von dem aus sich ein herrlicher Blick auf die Stadt bietet, siehe Foto rechts.

Der Nebelwald im Anaga-Gebirge In der Nähe des Aussichtspunktes Cruz del Carmen begann unsere Wanderung zunächst in westliche und später in nördliche Richtung, um später das Dorf Chinamada zu erreichen. Das Waldgebiet, das wir anfangs durchwanderten, war an jenem Morgen an vielen Stellen von Nebel durchdrungen, die Luft war entsprechend feucht und ein sehr intensiver Waldgeruch lag in der Luft. Sattes Grün in unterschiedlichen Farbschattierungen war links und rechts des Weges überall zu sehen. Hier und da blühten einige Bäume oder Pflanzen des Unterholzes. Zwischen den Zweigen huschten gefiederte Waldbewohner wie Amseln, Buchfinken oder Rotkehlchen umher und auf dem Boden liefen mancherorts einige Insekten entlang. Der urtümliche Wald strotzt geradezu vor Leben. Die ebenso seltene wie scheue Lorbeertaube (Columba junoniae), eine nur auf Teneriffa heimische Vogelart, wollte ich zu gern fotografieren, aber es gelang mir leider nicht. Wann immer ich eine der Tauben sah, dann nur von hinten, während die Tiere vor uns davon flogen. Glücklicherweise gab es genügend andere schöne Motive, so dass sich meine Kamera im Dauereinsatz befand.

Farne auf einem Baum Blühende Baum-Gänsedistel Urtümlicher Wald
v. l. n. r.: Farne auf einem Baum, Baum-Gänsedistel, urtümlicher Wald

 

Baumerika Pflanzen- und Flechtengemeinschaft Pflanzen auf einem Baum
v. l. n. r.: Baumerika, Felsenbewuchs, Baumbewuchs

 

Roque de Taborno Nachdem wir den zauberhaften Wald auf unserem Weg zum Dorf Chinamada hinter uns gelassen hatten, wurde die Landschaft etwas offener und wir hatten einen - durch tief hängende Wolken etwas vernebelten - Blick auf den markanten, 706 Meter hohen Roque de Taborno, siehe Foto rechts. Die Wanderung ging weiter durch die mit Sträuchern bestandene Landschaft. Oberhalb des Weges erstreckte sich am Berghang der typische Erikawald, an dessen Rändern sich die Lorbeertauben besonders gern aufhalten. Im Juni stand die Vegetation in diesem Teil des Anaga-Gebirges prächtig in Blüte, Pflanzenliebhaber kommen dort voll auf ihre Kosten. Außerdem ist die Aussicht auf die teils sehr steilen Hänge mit ihren Terrassenfeldern (siehe Foto unten rechts) geradezu atemberaubend, sofern gerade kein Nebel die Sicht versperrt.

Schafe Bonnets Natternkopf Berghänge mit Terrassenfeldern
v. l. n. r.: Schafe, Bonnets Natternkopf, Berghänge mit Terrassenfeldern

 

Höhlenwohnung Ziel unserer Wanderung war Chimanada, das auch das Höhlendorf genannt wird. Bereits vor langer Zeit haben die Guanchen, die Ureinwohner Teneriffas, in dieser Gegend gewohnt. Einige der heutigen Bewohner leben nicht in gemauerten Häusern, sondern in Höhlen, die in den Felsen versteckt sind. Allein an den weiß getünchten Fronten kann man diese Höhlenwohnungen oder Ställe erkennen (siehe Foto rechts). In den letzten Jahren wurden in Chinamada jedoch viele konventionelle Häuser errichtet, so dass das Höhlendorf langsam aber sicher seinen unverfälschten Charme einbüßt. Vom 600 Meter hoch gelegenen Dorf aus gelangt man zu Fuß innerhalb weniger Minuten zu einer Aussichtsplattform, von der aus man einen phantastischen Blick auf die steile Felsküste und das Meer hat.

Das Dorf Chinamada Landwirtschaftliche Anbaufläche Roque de Taborno
v. l. n. r.: Chinamada, landwirtschaftliche Anbaufläche, Roque de Taborno

Farbenfrohe Vegetation am Wegesrand Steilküste bei Chinamada Aeonium sp. Steile Klippen bei Chinamada
v. l. n. r.: Vegetation am Wegesrand, Steilküste, Aeonium sp., steile Klippen

 

 
                 

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