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          Eingangsportal des Loro Parque Während meiner Urlaube in den Jahren 1995, 1997 und 2004 besuchte ich mehrfach den Loro Parque, der in Puerto de la Cruz liegt. Er ist der größte und artenreichste Papageienpark der Welt, weshalb er ein lohnendes Ausflugsziel für Teneriffaurlauber ist. Wer glaubt, dort nur Papageien (Loros) zu finden, der hat sich allerdings getäuscht. Neben den unzähligen Krummschnäbeln bevölkern auch zahlreiche andere Tierarten den Park, was ihn umso attraktiver macht.

Gemischte Amazonengruppe Loro Parque Da der Park im Norden der Insel der Besuchermagnet schlechthin ist, kommen entsprechend viele Menschen dorthin. Wer das weitläufige Areal in Ruhe genießen möchte, sollte am frühen Morgen mit dem Rundgang beginnen. Es empfiehlt sich, direkt um 08:30 Uhr am Park zu sein, wenn dieser seine Pforten öffnet. Auch ist es sinnvoll, nicht gerade während der Hauptsaison den Park zu besuchen. Als ich im August 1997 dort war, wurde ich von den immensen Besuchermengen regelrecht durch die Anlage geschoben. Wollte ich mir bestimmte Tiere ausgiebiger ansehen, musste ich mir meinen Platz vor der entsprechenden Voliere erkämpfen und ich wurde alle paar Sekunden angerempelt, somit war an das Fotografieren der Vögel bedauerlicherweise nicht zu denken.

Delphinshow im Loro Parque Noch schlimmer verhielt es sich im Hochsommer in Bezug auf die Tiervorführungen. Wollte man beispielsweise die Loro Show sehen, in der Papageien Kunststücke vorführen, musste man sich in brütender Hitze 45 Minuten vor Beginn der Veranstaltung vor den Räumlichkeiten in eine Schlange reihen und bekam eventuell dennoch keinen Sitzplatz mehr, weil bereits alle Plätze belegt waren, als man an die Reihe kam.

Tropische Fische im Aquarium des Loro Parque Extrem gut besucht ist Planet Penguin, das größte Pinguinarium der Welt. Es befindet sich in der Nähe des Parkeingangs und ist meist völlig überlaufen. Im Juni 2004 war ich morgens um kurz nach halb neun dort und hatte diese herrliche Anlage für mich ganz allein. Außer mir war niemand anders dort, um sich die Wasservögel in der perfekten Nachbildung ihrer natürlichen Umgebung anzuschauen. Etwas später standen die Besucher bereits Schlange, um einen Blick auf die gefiederten Frackträger erhaschen zu können. Es lohnt sich also allein schon wegen der Pinguine, früh aufzustehen und den Park morgens als einer der ersten Besucher zu betreten. Ähnliches gilt in Sachen Besuchermenge übrigens auch für das Aquarium des Parks (siehe Foto in diesem Absatz).

Seelöwe vor der Show Schön anzusehen ist ferner die Seelöwenshow, sie begeistert vor allem Kinder. Die Tiere toben durchs Becken, das so gestaltet ist, dass man teilweise direkt hineinsehen kann, weil die Wände durchsichtig sind. Den Seelöwen bei ihren akrobatischen, wendigen und pfeilschnellen Bewegungen unter Wasser zuzuschauen, ist schon etwas Besonderes. Kurz vor dem Ausgang erwartet die Besucher noch ein echter Höhepunkt: Ein 18,5 Meter langer Glastunnel führt mitten durch ein Becken mit Haien und Rochen. Dort habe ich einmal mehr als eine Stunde gestanden und mir die Tiere angeschaut. Es ist einfach atemberaubend, wenn die Jäger der Meere über einem gemächlich ihre Bahnen ziehen!

Ein virtueller Rundgang durch den Park

Bimmelbahn des Loro Parque Wer ein Hotel in Puerto de la Cruz bewohnt, kann mit einem besonderen Verkehrsmittel kostenlos zum Loro Parque fahren. In unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums Martiánez stehen gelbe Bimmelbahnen, die die Besucher innerhalb von etwa zehn Minuten quer durch die Stadt zum Park bringen. Zur Hauptreisezeit verkehren die Bahnen etwa alle zehn Minuten zwischen dem Loro Parque und der Haltestelle Playa Martiánez. Die Fahrt durch die Stadt ist recht holprig und man sitzt ein wenig beengt. Aber man kann dennoch seinen Spaß dabei haben und sollte sich von der langen Schlange Wartender an der Haltestelle nicht gleich abschrecken lassen. Vor allem für Kinder ist die Fahrt mit einer der knallgelben Bahnen ein großes Vergnügen.

Kakadustatue am Eingang des Loro Parque An den Kassenhäuschen des Parks sind die Wartezeiten häufig unangenehm lang, zudem ist das Stehen in der prallen Sonne alles andere als angenehm. Damit man sich dort nicht einreihen muss, sollte man entweder sehr früh am Morgen zum Park kommen oder sich bereits im Vorfeld bei der Reiseleitung oder an der Hotelrezeption (gilt für die großen Hotels in Puerto de la Cruz) eine Eintrittskarte kaufen. Der Preis ist identisch und man spart sich das lästige Warten vor dem Eingang des beliebten Parks. Unmittelbar vor dem Eingangsportal zeigen zwei Statuen unmissverständlich an, was den Besucher für den Rest des Tages erwarten wird. Die überdimensionalen Kakadus sollte man sich unbedingt ansehen, sie sind sehr kunstvoll gearbeitet (siehe Foto in diesem Absatz).

Koi-Karpfen Hinter dem Kassenhäuschen stehen mehrere Gebäude, in denen unter anderem Souvenirs rund um den Park feilgeboten werden. Einige Meter von ihnen entfernt, ziehen die unzähligen Bewohner eines Teiches die Blicke der Besucher auf sich. Mit ihren unterschiedlichen Farbschattierungen von rot über gelb bis weiß und den verschiedenen Mustern scheinen die Koi-Karpfen untereinander im Wettbewerb um die Gunst der Betrachter zu stehen. Vor allem in Japan werden diese edlen Fische als "Haustiere" gehegt und gepflegt.

Flamingos im Loro Parque Direkt neben dem Teich befindet sich das Gehege der Flamingos. Meist dösen sie ruhig in der Sonne oder gehen der ausgiebigen Gefiederpflege nach. Mitunter kann man sie aber auch bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Mit ihren hoch spezialisierten Schnäbeln seihen sie kleinste Futterpartikel (Algen) aus dem Wasser, das sie durch Lamellen im Schnabel pressen. Dabei bleiben die Algen an den Lamellen kleben. Keine andere Vogelart der Welt hat außer den Flamingos eine solche Technik zur Nahrungsaufnahme entwickelt.

Schlafende Pelikane Setzt man den Rundgang fort, kommt man bald an den ersten Volieren vorbei, die mit Papageien besetzt sind. Die Volieren sind alle artgerecht eingerichtet und beherbergen daher viele schattige Plätze. Das ist zwar für die Tiere angenehm, aber es stellt eine echte Herausforderung für jeden dar, der die Vögel fotografieren möchte. Erheblich leichter sind die im Park frei laufenden Rötelpelikane (Pelecanus rufescens) abzulichten. Außer diesen imposanten, großen Wasservögeln laufen zudem unter anderem Kronenkraniche (Balearica pavonina) im Park frei umher.

Jungfernkranich Rosaflamingos Kronenkranniche
v. l. n. r.: Jungfernkranich, Rosaflamingos und Kronenkraniche

 

Palmkakadu Königsamazone Tuisittich
v. l. n. r.: Palmkakadu, Königsamazone und Tuisittich

 

Bauers Ringsittich Sumba-Allfarbloris Katharinasittich
v. l. n. r.: Bauers Ringsittich, Sumba-Allfarbloris und Katharinasittich

 

Blauflügel-Sperlingspapagei Wellensittich (Jungtier) Inkakakadu Pflaumenkopfsittich
v. l. n. r.: Blauflügel-Sperlingspapagei, junger Wellensittich, Inkakakadu und Pflaumenkopfsittich

 

Weißer Tiger Echse Gorillas Riesenschildkröte
v. l. n. r.: Weißer Tiger, Echse, Gorillas und Riesenschildkröte

 

Rosakakadus Gelbohr-Rabenkakadu Tritonkakadu Nandaysittich
v. l. n. r.: Rosakakadus, Gelbohr-Rabenkakadu, Tritonkakadu und Nandaysittich

 

Bei meinen Besuchen des Loro Parque ging ich immer wieder gern in das liebevoll ausgestattete Orchideenhaus. Die Pflanzenpracht darin ist überwältigend. Nahezu alle Orchideen stehen aufgrund des milden Klimas der Insel in Blüte, was einem Pflanzenliebhaber die Augen übergehen lässt. Außerdem genoss ich den Schatten im Inneren der Halle. (Foto unten links © Benno Buschmann)

Orchideen Orchideen Orchideen

Zwei Delphine im Sprung Obwohl ich nicht viel von Delphinarien halte, habe ich mir während meiner Besuche des Loro Parque in den Jahren 1995 und 2004 die Delphinshow angesehen. Im Grunde sollte ich mich dafür schämen, dass ich sie recht schön gemacht fand. Ich kämpfe noch immer mit meinem Gewissen ... Anscheinend sind die Haltungsbedingungen jedoch so gut, dass sich die intelligenten Meeressäuger im Park bereits mehrfach fortgepflanzt haben. Während meines Besuchs im Jahre 1995 war während der Show ein noch nicht trainiertes Jungtier mit im Becken und vollführte aus reiner Freude am Element Wasser dieselben Sprünge wie seine bereits zu Show-Delphinen ausgebildeten, erwachsenen Artgenossen. Auch im Juni 2004 hatte ich beim Besuch der Vorführung den Eindruck, dass es den Delphinen sehr gut ging und sie mit Vergnügen bei der Sache waren.

Einer der Hauptdarsteller der Delphinshow Zwei Delphine im Sprung Vier Delphine im Sprung

Frei fliegender Gelbbrustara Nach diesen kritischen Tönen soll nun wieder etwas Positiveres folgen. In den Nachmittagsstunden fliegen zu festgelegten Zeiten, die man den Loro-Parque-Broschüren entnehmen kann, über einer der großen Wiesen Gelbbrustaras (Ara ararauna) frei herum. Ich fand es unbeschreiblich schön, diese Papageien majestätisch durch die Luft gleiten zu sehen. Schade nur, dass nicht allen Vögeln im Park dieses Schicksal vergönnt ist.

In der Loro Show, die mehrmals täglich stattfindet, zeigen einige dressierte Vögel bemerkenswerte Kunststücke. So erlebte ich, wie ein Hellroter Ara (Ara macao) bis 20 zählte. Das beeindruckte mich mehr als die nett anzusehenden akrobatischen Einlagen seiner gefiederten Kollegen. Wenn Sie die Show besuchen, achten Sie auf die Tiere im Hintergrund. Sie machen allerlei Schabernack und fliegen manchmal mit irgendwelchen Utensilien davon. Dann wird es besonders lustig.

Die Stars der Loro Show

Kea Wirklich spontane, und vor allem nicht einstudierte Gaukeleien bieten die Keas (Nestor notabilis), die neuseeländischen Bergpapageien. Sie turnen, hopsen und stolpern durch ihr großes Gehege, vor dem meist ein ziemliches Gedränge herrscht. Es ist die Sache jedoch wert, sich einen Platz zu erobern, da die Vögel in ihrer Heimat nicht ohne Grund den Beinamen "Clowns der Berge" tragen. Allerdings haben die Keas darüber hinaus nicht zu Unrecht den Ruf, gelegentlich Schafe zu malträtieren. Mit ihren spitzen, langen Schnäbeln fallen die Vögel nachts in kleinen Gruppen über alte und kranke Weidetiere her, wenn ihre sonstige Nahrung knapp wird - was der Mensch durch Umwandlung ihrer Lebensräume in riesige Weideflächen verursacht hat. Übrigens ist entgegen aller hysterischen Behauptungen bislang noch kein echter Nachweis darüber gelungen, dass Keas Schafe durch ihre nächtlichen Raubzüge getötet haben. Im Loro Parque sind die Keas friedlich, sie behelligen keine Schafe und spielen ausgesprochen gern.

Schelmischer Blick Ob man das essen kann ...? Beachtlicher Schnabel

Zwei Katharinasittiche So, das war mein virtueller Rundgang durch den Loro Parque. Viele der dort vorhandenen Attraktionen habe ich an dieser Stelle nicht näher beschrieben, darunter auch die Aufzuchtsstation für junge Papageien. Dort können die Besucher durch eine Glasscheibe dabei zusehen, wie Papageienküken gefüttert werden. Wenn Sie mehr sehen und sich selbst ein Bild machen wollen, sollten Sie am besten selbst bald einmal nach Teneriffa reisen. Und auch im Internet können Sie die Loroparque Fundación besuchen. Auf einer Website in deutscher Sprache stellt diese allgemeinnützige Vogelschutzvereinigung, die hinter dem Loro Parque steckt, ihre Schutzprojekte vor. Ein Großteil der Eintrittsgelder, die von den Besuchern des Parks entrichtet werden, fließen in diese äußerst unterstützenswerten Schutzprojekte, die für den Erhalt der wunderschönen Papageien und Sittiche in freier Natur sowie für den Schutz ihrer Lebensräume einstehen.

 
                 

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