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Knotenblütige Mittagsblume (Mesembryathemum nodiflorum)
In der Nähe der Küste gedeiht auf brachliegenden Flächen die Knotenblütige
Mittagsblume, so zum Beispiel auch am Rande eines Parkplatzes in Puerto
de la Cruz. Dieses zwischen zehn und 20 Zentimeter hohe Gewächs ist
während der feuchten Jahreszeit grün und wechselt zur Trockenzeit seine
Farbe, dann ist die Mittagsblume rot überlaufen. Sie ist stark verzweigt
und liegt meist am Boden. Ihre fleischigen Blätter und die etwa 1,5 Zentimeter
breiten Blüten sind ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Pflanzenart.
(Puerto de la Cruz)
König-Juba-Wolfsmilch (Euphorbia regis-jubae)
Die Blätter der König-Juba-Wolfsmilch-Pflanzen sind fünf bis acht
Zentimeter lang, lanzettlich, hellgrün gefärbt und sie laufen am Ende
spitz aus. Zwischen 30 Zentimeter und zwei Meter werden die Büsche hoch,
sie gedeihen in trockeneren Bereichen bis in die Höhenlangen der Kiefernwälder
hinein. Aber auch in aufgelassenem Kulturland kann man sie vereinzelt antreffen.
Von weitem betrachtet, sehen die Pflanzen der Stumpfblättrigen Wolfsmilch
relativ ähnlich. Schaut man sich jedoch die Blätter genauer an, kann man
die beiden Arten unterscheiden, denn die König-Juba-Wolfsmilch hat
erheblich spitzere Blätter als die andere Spezies. (La Caldera)
Kretische Strauchpappel (Cornish Mallow, Lavatera cretica)
Diese Pflanzenart kannte ich bisher nur aus dem Mittelmeerraum, wo ich
sie auf beispielsweise auf Mallorca
gesehen habe. Aber auch auf den Kanaren
ist sie heimisch, sie ist dort aus Gärten in die Natur gewandert. An
Wegrändern oder auf Brachen am Rande fruchtbarer Ackergebiete kann man
diese bis zu 1,5 Meter hohe, violett blühende Pflanzenart antreffen. Die
Blätter der Kretischen Strauchpappel sind wechselständig angeordnet. Sie
sind bis zu sieben Zentimeter lang und gestielt. (Anaga-Gebirge)
Kreuzblättriges Johanniskraut (Hypericum reflexum)
Ein weiterer Endemit ist das Kreuzblättrige Johanniskraut. Diese Pflanzenart
kommt nur auf den westlichen Kanaren und auf Gran Canaria vor. Sie gedeiht
an Felshängen von der unteren Stufe bis hinauf in die Höhenlagen der
(Kiefern-)Wälder. Besonders leicht lässt sich diese Johanniskrautart
daran erkennen, dass ihre bis zu drei Zentimeter langen Blätter
kreuzgegenständig angeordnet sind. Das heißt, ein Blattpaar, das
gegenständig steht, folgt um 90 Grad gedreht auf ein ebenfalls
gegenständig stehendes Blattpaar. Die Blüten des Kreuzblättrigen
Johanniskrauts sind gelb gefärbt und die Kelchblätter weisen an den
Rändern kleine schwarze Drüsen auf, die man nur aus nächste Nähe
erkennen kann. (Foto links: Masca-Schlucht, Foto rechts: La Caldera)
Kristall-Mittagsblume (Common Ice Plant, Mesembryanthemum crystallinum)
In unmittelbarer Küstennähe auf mit Geröll durchsetzten Böden gedeiht
die Kristall-Mittagsblume. Sie ist trockenem Klima bestens angepasst
und verträgt deshalb viel Sonne. Auf allen kanarischen Inseln sowie
in Nordwestafrika und im Mittelmeerraum ist diese flach am Boden wachsende, jedoch zuweilen
bis zu 80 Zentimeter hohe Pflanzenart zu finden. Junge Blätter sind grün
gefärbt, sie überlaufen später rot; sie sind etwa vier mal fünf Zentimeter
groß und sehr fleischig. Überall auf den Pflanzen sitzen glitzernde
Papillen. Die Blüten sind bis zu 1,5 Zentimeter breit und tragen sehr
schmale, weiße bis gelbliche Kronblätter. (Puerto de la Cruz)
Lockerblättriges Aichryson (Aichryson laxum)
Feuchte Felsspalten und Mauern sind die bevorzugten Standorte des
Lockerblättrigen Aichrysons. Diese zwischen 15 und 30, selten 50
Zentimeter hohe Pflanzenart ist vollständig abstehend behaart, die
Haare sind allerdings weich und biegsam. Die Blätter sind grün oder
rot überlaufen. Außerdem weist die Pflanzenart verzweigte,
aufrecht-gabelige Ästchen auf. Die Blätter sind rhombisch geformt
und sitzen an langen Stielen. Acht bis zwölf leuchtend gelbe,
schmale Kronblätter weisen die Blüten auf. Die Spezies ist auf
den Kanaren endemisch und in Portugal in letzter Zeit eingebürgert
worden. (Anaga-Gebirge)
Lockerblütiges Monanthes (Monanthes laxiflora)
Bei diesem nur maximal zehn Zentimeter hohen, strauchartigen Pflänzchen
sind die kahlen Blätter an den Stängeln kreuzweise gegenständig angeordnet.
Sie sind eiförmig, fleischig und weisen eine deutlich sichtbare Längsfurche
auf. Ihre Länge beträgt etwa sechs bis acht Millimeter, die Breite ungefähr
zwei Millimeter. Auf ihrer Oberfläche kann sich ein weißlicher, wachsartiger
Überzug befinden; manche Blättchen sind zudem rot gefleckt. Das Lockerblütige
Monanthes wächst mancherorts an Felsen und Mauern herunter.
(Anaga-Gebirge)
Aeonium lindleyi
Bei dieser Pflanzenart war ich mir anfangs nicht sicher, um welche Aeonium-Art es sich
handelt. Der Pflanzenexperte Bjørn Malkmus-Hussein von Rareplants.de identifizierte sie Jahre nach meiner Teneriffareise als Aeonium lindleyi. Bis zu 30 Zentimeter wird diese Pflanzenart hoch, die auf Teneriffa ausschließlich im Anaga-Gebirge vorkommt. Die Blütezeit dieser Spezies liegt im Juli und August. (Anaga-Gebirge)
Mexikanischer Stachelmohn (Argemone mexicana)
Auf trockenen Böden, die durchaus mit Geröll durchsetzt sein können, gedeiht
der Mexikanische Stachelmohn. Auch auf Brachflächen und an Wegrändern ist
diese zwischen 20 und 80 Zentimeter hohe Pflanzenart zu finden. Ursprünglich
stammt der Mexikanische Stachelmohn von den Westindischen Inseln, also aus
dem Karibikraum. Das warme Klima der Kanaren bekommt den Pflanzen so gut,
dass sie sich dort etablieren konnten. Die gelben Blüten sind bei dieser
Mohnart kugelig angeordnet, die Blütenblätter bedecken sich gegenseitig.
Dadurch lässt sich Argemone mexicana vom ebenfalls auf den Kanaren
heimischen Gelblichweißen Stachelmohn unterscheiden, dessen Blüten nicht
kugelig sind und bei dem sich die Blütenblätter nicht überlappen.
(Puerto de la Cruz)
Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis)
Die Montpellier-Zistrose liebt warme Standorte in Kiefernwäldern beziehungsweise
in ähnlichen Gebieten. Meist trifft man die 30 Zentimeter bis einen Meter großen
Sträucher in dicht beieinander stehenden Beständen an. Der Duft, der von den
Sträuchern ausgeht, ist sehr aromatisch. Bis zu fünf Zentimeter lang sind die
dreinervigen, leicht gewellten, dunkelgrünen Blätter, die drüsig-klebrig sind.
Auf der Unterseite sind die Blätter heller gefärbt und filzig behaart. Die
Blütenblätter sind weiß, wodurch man die Montpellier-Zistrose von den anderen
auf Teneriffa heimischen Cistus-Spezies unterscheiden kann, denn sie haben rosa
Blüten. (La Caldera)
Pericallis tussilaginis
Auf etwa 20 Zentimeter hohen Stängeln saßen diese zart violett gefärbten
Blüten, deren Durchmesser bei etwa drei Zentimeter lag. Der Standort war
etwas feucht und nicht zu schattig. Pericallis tussilaginis kann bis zu 30 Zentimeter, in seltenen Fällen sogar 80 Zentimeter hoch werden. Die Blätter dieser Pflanzenart sind herzförmig und tragen auf der Unterseite silbrige Härchen. (Anaga-Gebirge)
Perraudière-Winde (Convolvulus perraudieri)
An felsigen Standorten zwischen Sukkulentenpflanzen südlicher und
südwestlicher Hänge findet man auf Gran Canaria und Teneriffa mit etwas
Glück diesen seltenen Kanaren-Endemiten. Die Perraudière-Winde ist
strauchig, sie klettert in sich und windet sich dabei, wie es für
Convolvulus-Spezies üblich ist. Bis zu 4,5 Zentimeter lang sind die
graugrünen Blätter, ihre Form ist länglich-lanzettlich. Sie sind mit
feinem Filz bestanden, also mit kleinen geringelten Härchen. Bläulich
bis zart violett sind die Blüten gefärbt. Die Blütenblätter weisen
fünf radialstrahlige, etwas dunklere bläuliche Streifen auf.
(Anaga-Gebirge)
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