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Natur im Ruhrgebiet: Wanzen - Teil 2

Achtung, zu dieser Seite gibt es eine überarbeitete Version, die Sie hier finden.

Ruderwanzen (Corixidae)

Weltweit ist die Familie der Ruderwanzen mit circa 500 Arten vertreten. In Deutschland kommen 35 vor. Ruderwanzen bewohnen das Wasser und balzen dort sogar. Im Rahmen der Partnerwerbung erzeugen die Männchen zirpende Gesänge, weshalb man Ruderwanzen auch als Wasserzikaden bezeichnet. Lediglich um neue Lebensräume zu besiedeln, verlassen Ruderwanzen das Wasser. In diesem Kapitel werden exemplarisch zwei nicht näher bestimmte Individuen aus dieser Wanzenfamilie vorgestellt:

· Corixa sp.

Corixa sp.

In stehenden Gewässern, also beispielsweise in Seen oder Tümpeln, kann man in Deutschland vielerorts Wanzen aus der Gattung Corixa beobachten. Sie sehen einander teils extrem ähnlich und sind nur schwer zu unterscheiden. Allenfalls die Art Corixa punctata kann anhand ihres Aussehens recht gut identifiziert werden. Meist sind Ruderwanzen circa zwölf und 15 Millimeter lang. Der Kopf ist sehr stark gerundet und der Körper relativ flach, was den Tieren beim Schwimmen hilft. Dieser spezielle Körperbau erzeugt im Wasser beim Schwimmen relativ wenig Widerstand. Auf der Oberseite ist der Körper bei Ruderwanzen für gewöhnlich dunkelgrau gefärbt. Auf den Flügeln befinden sich zahllose kleine und unregelmäßig angeordnete helle Punkte oder LInien. Ferner sind bei den meisten Spezies parallel verlaufende, feine helle Querstreifen sind auf dem Halsschild zu sehen. Unter den Ruderwanzen gibt es flugfähige Tiere, sie können sogar direkt aus dem Wasser starten. Vom Frühling bis in den Herbst hinein kann man diese Insekten in Deutschland beobachten.

  Corixa sp.   Corixa sp.  
Foto: 02.11.2014,
Bochum-Stahlhausen
Foto: 13.05.2015,
Hattingen-Niederwenigern

Schildwanzen (Metallic Shieldbugs, Scutelleridae)

Weltweit kommen circa 500 Arten aus der Familie der Schildwanzen vor. Viele dieser Spezies sind leuchtend bunt gefärbt und glänzen metallisch, woher ihr englischer Trivialname rührt. Es gibt jedoch auch recht schlicht gefärbte Schildwanzen. In Europa sind 51 Spezies heimisch. In diesem Kapitel finden Sie folgende Schildwanzen-Art:

· Schildkrötenwanze (Tortoise Bug, Eurygaster testudinaria)

Schildkrötenwanze (Tortoise Bug, Eurygaster testudinaria)

Schildkrötenwanze (Tortoise Bug, Eurygaster testudinaria)Mit ihrer Körperlänge von acht bis elf Millimeter sind Schildkrötenwanzen recht groß. Typisch für sie ist, dass ihr gewölbter Schild nahezu den gesamten hinteren Körperbereich bedeckt. Die Grundfärbung des Schildes ist rötlich-braun mit einem variablen Muster. Bei den meisten Individuen verläuft ein deutlich sichtbarer heller Strich mittig in vertikaler Richtung über die Oberseite des Körpers. Am spitzen Kopf wird er von zwei dunklen Strichen flankiert. Zudem befinden sich auf der Oberseite zwei helle Flecken und eine dunkle Marmorierung. Der Rand des Hinterkörpers ist an beiden Seiten abwechselnd hell und dunkel. Zahllose dunkle, unregelmäßig angeordnete Punktgruben bedecken die Oberseite des Körpers dieser Spezies. Heimisch ist diese Wanzenart vor allem auf feuchten oder sumpfigen Wiesen, diese können auch an Waldrändern oder -lichtungen liegen. Vom Frühling bis in den Herbst sind erwachsene Schildkrötenwanzen in geeigneten Lebensräumen anzutreffen. Fühlen sich die Tiere bedrängt, sondern sie zu ihrer Verteidigung über Stinkdrüsen eine übel riechende Flüssigkeit ab. Foto: 10.05.2015, Bochum-Riemke

Sichelwanzen (Damsel Bugs, Nabidae)

Weltweit kommen rund 500 Arten aus der Familie der Sichelwanzen vor, die in 21 Gattungen zusammengefasst werden. Circa 40 Arten sind in Europa heimisch. Folgende Sichelwanzen-Arten werden in diesem Kapitel vorgestellt:

· Ameisensichelwanze (Himacerus mirmicoides)
· Rotbraune Sichelwanze (Common Damsel Bug, Nabis rugosus)
· Sumpfsichelwanze (Nabis limbatus)

Ameisensichelwanze (Himacerus mirmicoides)

Zwischen sieben und 8,7 Millimeter sind erwachsene Ameisensichelwanzen groß. Sie sind dunkelbraun bis rötlich gefärbt und an den Rändern der Hinterleibssegmente befinden sich helle Flecken. Ihre Beine sind hell mit dunklen Flecken. Kürzer als der Körper sind die Fühler dieser Wanzenart. Kleine Insekten und Gliedertiere bilden die Nahrung erwachsener Sichelwanzen. Die Larven dieser Wanzenart sind überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Zwei helle Flecken am Hinterleib lassen den Körper an jenen Stellen schmaler wirken, wodurch sich von oben betrachtet der Eindruck ergibt, es handele sich um Ameisen. Larven kann man während des gesamten Sommers in der Natur beobachten, sie halten sich beispielsweise auf Doldenblütlern auf. Erwachsene Sichelwanzen treten ab Ende Juli/Anfang August bis in den Herbst hinein auf. Diese Wanzenart lebt in verschiedenen Gebieten, sie bevorzugt meist trockene und warme Standorte oder offene Landschaften, die eine niedrige Krautschicht aufweisen.

  Nymphe der Ameisensichelwanze (Himacerus mirmicoides)   Ameisensichelwanze (Himacerus mirmicoides)  
Nymphe, Foto: 06.07.2014,
Bochum-Riemke
Alttier, Foto: 23.10.2015,
Bochum-Querenburg

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Rotbraune Sichelwanze (Common Damsel Bug, Nabis rugosus)

Nymphe der Rotbraunen Sichelwanze (Common Damsel Bug, Nabis rugosus)Zwischen 6,5 und 7,5 Millimeter ist die Rotbraune Sichelwanze lang. Der Körper erwachsener Exemplare ist gelblichbraun gefärbt. Auf den Beinen befinden sich rötlichbraune bis braune Punkte. Die Vorderflügel sind sind zartbraun gefärbt und sie sind vergleichsweise lang; sie enden kurz vor dem hinteren Rand des Hinterleibs. Hin und wieder kann man auch Individuen beobachten, bei denen die Flügel bis zum Ende des Hinterleibs reichen. Sie können mit verwandten Arten verwechselt werden, deren Flügel grundsätzlich so lang sind. Bei den Weibchen ist die Spitze des Hinterleibs leicht nach oben gebogen. Erwachsene Exemplare dieser Wanzenart können das gesamte Jahr über beobachtet werden. Die Tiere kommen in Gebieten mit viel Gras vor, also beispielsweise auf Naturwiesen. Ein Foto einer erwachsenen Wanze ist im Köln-Reisebericht zu sehen. Foto: 20.06.2007, Essen-Schönebeck

Sumpfsichelwanze (Nabis limbatus)

Sumpfsichelwanze (Nabis limbatus)Etwa sieben bis neun Millimeter sind Sumpfsichelwanzen lang. Ihr Körperbau ist schmal und länglich, sie sind meist hellbraun bis gelblichbraun gefärbt. Drei dunkle Längsstreifen befinden sich auf ihrem Hinterleib. Die Beine sind wie der Körper bräunlich gefärbt und sie tragen zahreiche kleine, dunkle Dornen. Bei den meisten Individuen sind die Flügel stark verkürzt. Doch es kommen auch einige Exemplare mit normal langen Flügeln vor. Andere Insekten stehen auf dem Speiseplan der Sumpfsichelwanzen. Beobachten kann man diese Wanzenart an feuchten Stellen in der Ufervegetation oder auf Feuchtwiesen. Ihre Flugzeit beginnt im Juli und dauert bis in den Oktober. Ein weiterer im deutschen Sprachraum gebräuchlicher Name für diese Insektenart lautet Sumpfsichelwanze. Foto: 12.07.2014, Bochum-Riemke

Stachelwanzen (Shieldbugs, Acanthosomatidae)

Weltwelt gibt es circa 180 verschiedene Stachelwanzen-Spezies, in Europa sind davon acht heimisch. Typisch für diese auch als Bauchkielwanzen bezeichnete Familie ist die meist recht bunte Färbung. In diesem Kapitel finden Sie folgende Stachelwanzen-Arten:

· Bunte Blattwanze (Birch Shieldbug, Elasmostethus interstinctus)
· Buntrock (Juniper Shieldbug, Cyphostethus tristriatus)
· Fleckige Brutwanze (Parent Bug, Elasmucha grisea)
· Wipfel-Stachelwanze (Hawthorn Shieldbug, Acanthosoma haemorrhoidale)

Bunte Blattwanze (Birch Shieldbug, Elasmostethus interstinctus)

Bunte Blattwanze (Birch Shieldbug, Elasmostethus interstinctus)Circa neun bis zwölf Millimeter sind Bunte Blattwanzen groß. Aufgrund ihrer Färbung sind diese Insekten recht auffällig. Der Körper ist kräftig grün und rot gefärbt, die roten Bereiche befinden sich auf der Oberseite. Sie liegen auf dem Halsschild, auf dem Schildchen sowie auf den Vorderflügeln und in Abschnitten des Hinterleibes. Unzählige schwarze kleine Punktgruben bedecken die Körperoberseite. Braungrün sind die Fühler gefärbt, die Beine sind grün und die Füße sind gelblichgrün. Bunte Blattwanzen sehen den Wipfel-Stachelwanzen sehr ähnlich, sind aber deutlich kleiner als diese. Gebüsche, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, sind ein typischer Lebensraum der Bunten Blattwanze. Sie kommt vor allem auf Birken (Betula sp.), Erlen (Alnus sp.) und auf Weißdorn (Crataegus sp.) vor und saugt den Saft dieser Pflanzen. Im Frühling findet die Paarung der erwachsenen Individuen statt, im Sommer treten Nymphen in der Natur auf. Sie werden zum Herbst hin erwachsen und überwintern, um im folgenden Jahr den Kreislauf fortzusetzen. Foto: 29.09.2013, Hattingen-Niederelfringhausen

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Buntrock (Juniper Shieldbug, Cyphostethus tristriatus)

Der Buntrock gehört zur Familie der Stachel- oder Bauchkielwanzen. Weltweit ist die Familie mit circa 180 Arten vertreten, von denen acht in Europa heimisch sind. Zwischen acht und elf Millimeter kann der Buntrock lang werden. Die Grundfärbung ist grün, die hinteren Enden des Halsschildes und die Flügel tragen eine rotbraune Zeichnung. An den Ecken ist das Schildchen hell- bis gelbgrün gezeichnet. Auf dem häutigen Flügelteil tragen diese Wanzen ein dunkles Muster. Erwachsene Tiere sind genau wie die Larven vor allem auf Wacholder, Lebensbäumen und Scheinzypressen anzutreffen, aber auch in Feuchtgebieten und auf Trockenrasen stehen die Chancen gut, den Tieren zu begegnen. Von August bis in den Juni des Folgejahres kann man erwachsene Buntröcke beobachten.

  Buntrock (Juniper Shieldbug, Cyphostethus tristriatus)   Buntrock (Juniper Shieldbug, Cyphostethus tristriatus)  
Foto: 24.06.2007,
Essen-Schönebeck
Foto: 24.06.2007,
Essen-Schönebeck

Fleckige Brutwanze (Parent Bug, Elasmucha grisea)

Die Fleckige Brutwanze ist sechs bis acht Millimeter lang und gehört zur Familie der Stachelwanzen. Ihre Färbung ist variabel, diese Spezies ist grünlich, graugelb und rotbraun gefärbt. Typisch für die Fleckige Brutwanze sind zahlreiche kleine, dunkle Punkte, die sich auf der Körperoberseite der Tiere befinden. Auf der Körperunterseite fehlen diese Punkte, dort sind einzig die Atemöffnungen als dunkle Partien zu erkennen. Am Hinterleib ist der seitliche Rand abwechselnd hell und dunkel gefärbt. Während des Sommers sind die Tiere anders gefärbt als später im Jahr: Zum Herbst hin werden sie zunehmend rötlichbraun. Aufgrund ihrer Nahrungsvorlieben ist diese Wanzenart auf Birken und Erlen anzutreffen. Sie ernährt sich saugend vom Saft der Blätter dieser Bäume. Eine Besonderheit dieser Spezies ist, dass die Weibchen ihre Eier und ihren Nachwuchs bewachen, siehe Foto unter diesen Zeilen. Foto: 01.07.2007, Essen-Schönebeck

  Fleckige Brutwanze (Parent Bug, Elasmucha grisea)   Weibliche Fleckige Brutwanze bewacht ihre Eier (Parent Bug, Elasmucha grisea)  
Foto: 01.07.2007,
Essen-Schönebeck
Weibchen bewacht Eier, Foto: 01.05.2014,
Bochum-Riemke

  Fleckige Brutwanze (Parent Bug, Elasmucha grisea)   Fleckige Brutwanze (Parent Bug, Elasmucha grisea), Nymphe  
Foto: 16.06.2007,
Essen-Schönebeck
Nymphe, Foto: 16.06.2007,
Essen-Schönebeck

Wipfel-Stachelwanze (Hawthorn Shieldbug, Acanthosoma haemorrhoidale)

Wipfel-Stachelwanze (Hawthorn Shieldbug, Acanthosoma haemorrhoidale)Zwischen 15 und 17 Millimeter beträgt die Körpergröße der Wipfel-Stachelwanze. Typische Erkennungsmerkmale erwachsener Exemplare sind Längsstreifen auf dem Kopf und ein rotes Dreieck, das auf dem restlichen Körper, der im Frühjahr grün und zum Spätsommer hin rötlich ist. Im Zentrum des roten Dreiecks liegt ein weiteres Dreieck, das im Frühling leuchtend grün ist. Die Flügel dieser Wanzenart sind rötlich gefärbt. Der grüne Bereich der Körperoberseite weist zudem punktförmige Vertiefungen auf. Nymphen sind überwiegend grün gefärbt, mit zunehmendem Alter bilden sich rötliche Bereiche an ihrem Körper. An Waldrändern, aber auch in Feldgehölzen und in Laubwäldern ist diese Wanzenart anzutreffen. Sie bevorzugt Lebensräume, in denen sie Weißdorn (Crataegus sp.), Ebereschen (Sorbus aucuparia) und Hecken findet. Beobachtet werden können die Tiere in der Zeit von April/Mai bis in den Oktober hinein, Pflanzensäfte bilden ihre Nahrung. Eine sehr ähnlich aussehende Art ist die Bunte Blattwanze. Sie ist jedoch erheblich kleiner als die Wipfel-Stachelwanze. Foto: 26.04.2014, Bochum-Riemke

  Wipfel-Stachelwanze (Hawthorn Shieldbug, Acanthosoma haemorrhoidale)   Nymphe der Wipfel-Stachelwanze (Hawthorn Shieldbug, Acanthosoma haemorrhoidale)  
Foto: 26.04.2014,
Bochum-Riemke
Nymphe, Foto: 09.09.2014,
Bochum-Riemke

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Stelzenwanzen (Stilt Bugs, Berytidae)

Stelzenwanzen haben einen schmalen, länglichen Körperbau. Sie kommen in der sogenannten Holarktis vor, also in den nördlichen Zonen der Erde, angefangen von Nordamerika über Nord- und Mitteleuropa bis hin nach Nord- und Zentralasien. Wie viele Arten es gibt, ist unter Experten strittig, da die Zuordnung einiger Gattungen zu den Stelzenwanzen noch nicht vollständig geklärt ist. Folgende Stelzenwanzenart wird in diesem Kapitel beschrieben:

· Hexenkraut-Wanze (Stilt Bug, Metatropis rufescens)

Hexenkraut-Wanze (Stilt Bug, Metatropis rufescens)

Die Hexenkraut-Wanze ist in ganz Deutschland heimisch. Sie kommt vor allem in Wäldern und an Waldrändern vor, weil dort das Große Hexenkraut (Circaea lutetiana) wächst, das eine der wichtigsten Futterpflanzen dieser Wanzenspezies darstellt. Etwa acht bis zehn Millimeter beträgt die Körperlänge dieser Tiere. Sie sind orangebraun gefärbt. Besonders auffällig sind ihre sehr langen Beine, die ein hell und dunkel gefärbtes Muster tragen. Die ebenfalls sehr langen Fühler sind an den Enden verdickt. Von Mai bis September können Hexenkraut-Wanzen in der Natur beobachtet werden.

  Hexenkraut-Wanze (Stilt Bug, Metatropis rufescens)   Hexenkraut-Wanze (Stilt Bug, Metatropis rufescens)  
Foto: 15.09.2013,
Bochum-Riemke
Foto: 15.09.2013,
Bochum-Riemke

Teichläufer (Hydrometridae)

Die Familie der Teichläufer ist weltweit auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vertreten. Momentan sind der Wissenschaft 119 Arten bekannt, von denen einige in Mitteleuropa heimisch sind. Folgende Spezies wird auf dieser Seite gezeigt:

· Gemeiner Teichläufer (Water Measurer, Hydrometra stagnorum)

Gemeiner Teichläufer (Water Measurer, Hydrometra stagnorum)

Gemeiner Teichläufer (Water Measurer, Hydrometra stagnorum)Auf den ersten Blick fällt es kaum auf, aber der Gemeine Teichläufer gehört zu den Wanzen. Diese Tiere erreichen eine Körperlänge von neun bis rund zwölf Millimeter und sie sind sehr schlank gebaut. Ihre Körperfärbung ist braunschwarz bis schwarz, auf der Körperoberseite tragen sie zudem einige helle Flecken. Aufgrund ihres geringen Gewichts und der sehr langen Beine können die Tiere auf dem Wasser laufen. Die Oberflächenspannung reicht aus, um sie zu tragen. Heimisch sind die Gemeinen Teichläufer auf Stillgewässern, auf denen sie in den Uferzonen zu finden sind. Andere Insekten und Gliederfüßer stehen auf dem Speisezettel dieser Wanzen. In manchen Literaturquellen wird die Art auch als Wasserreiter oder Stelzfuß bezeichnet. Foto: 02.05.2016, Bochum-Querenburg

Uferwanzen (Shore Bugs, Saldidae)

In Europa kommen 47 Arten aus der Familie der Uferwanzen, auch Springwanzen genannt, vor. Davon leben 26 Arten in Deutschland. Wie es ihr Name bereits vermuten lässt, leben viele dieser Insekten an Gewässerufern. Folgende Art wird in diesem Kapitel vorgestellt:

· Gemeiner Hüpferling (Common Shore Bug, Saldula saltatoria)

Gemeiner Hüpferling (Common Shore Bug, Saldula saltatoria)

Gemeiner Hüpferling (Common Shore Bug, Saldula saltatoria)Der Gemeine Hüpferling gehört zur Familie der Uferwanzen (Saldidae), woraus sich direkt ableiten lässt, wo man diese Tiere findet. Sie leben an Ufern verschiedener Süßgewässer, angefangen bei Flüssen über Teiche bis hin zu Kleinstgewässern. Darüber hinaus kommen sie in Hochmooren und mitunter sogar an der Küste vor. Nur etwa 3,4 bis 4,5 Millimeter beträgt die Körperlänge. Für Laien ist es nicht leicht, den Gemeinen Hüpferling anderen, naheverwandten Arten der Gattung Saldula zu unterscheiden. Es kommt auf feine Details an, zu denen die beiden blassen Flecken am Rand der Halbdecken (Hemielytren), also der Vorderflügel gehören. Hinsichtlich ihrer Färbung sind Gemeine Hüpferlinge variabel. Sie können eine bräunliche bis graue Grundfärbung aufweisen. Andere kleine Tiere bilden die Nahrung dieser Wanzenart, die etwa von März oder April bis in den Spätsommer aktiv ist. Foto: 04.06.2015, Bochum-Dahlhausen

Wasserläufer (Water Striders, Gerridae)

Europaweit leben 16 Arten aus der Familie der Wasserläufer, in Deutschland sind elf heimisch. Diese Wanzen sind aufgrund ihrer speziellen Anatomie dazu in der Lage, auf dem Wasser zu laufen. Folgende Wasserläufer-Art wird in diesem Kapitel präsentiert:

· Gemeiner Wasserläufer (Common Pond Skater, Gerris lacustris)

Gemeiner Wasserläufer (Common Pond Skater, Gerris lacustris)

Der Gemeine Wasserläufer besitzt die Fähigkeit, über die Oberfläche von Gewässern gleiten zu können. Diese Tierart gehört zu den Wanzen und erreicht eine Körperlänge von acht bis zehn Millimeter. Bräunlich-grau ist der Körper dieser Insekten gefärbt, ihre Schenkel der Vorderbeine sind gelblich gefärbt und sie tragen zwei schwarze Längsstreifen. Eher dunkel sind die anderen Beine gefärbt. Am Körper und an den Beinen tragen Gemeine Wasserläufer eine dichte, filzige Behaarung, die wasserabweisend ist. In der Natur zu beobachten sind die Insekten im Sommerhalbjahr, sie halten sich auf stehenden Gewässern auf. Tote oder lebende, auf der Wasseroberfläche treibende Insekten bilden die Nahrung der Gemeinen Wasserläufer.

  Gemeiner Wasserläufer (Common Pond Skater, Gerris lacustris)   Gemeiner Wasserläufer (Common Pond Skater, Gerris lacustris)  
Foto: 06.04.2014,
Bochum-Querenburg
Foto: 30.09.2013,
Bochum-Querenburg

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Weichwanzen (Plant Bugs, Grass Bugs, Leaf Bugs, Miridae)

Die Weichwanzen sind eine sehr große Familie mit vielen Unterfamilien und Arten. Weltweit kommen rund 10.000 Spezies vor. Circa 1.170 sind in Europa heimisch, in Deutschland und Österreich sind die Weichwanzen mit etwa 400 Arten vertreten. Diese Tiere werden auch als Blindwanzen bezeichnet. Folgende Weichwanzen-Spezies werden in diesem Kapitel in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt:

· Braunschwarze Nesselweichwanze (Plagiognathus arbustorum)
· Eichen-Schmuckwanze (Rhabdomiris striatellus)
· Gemeine Wiesenwanze (Lygus pratensis)
· Gemeine Zierwanze (Alfalfa Plant Bug, Adelphocoris lineolatus)
· Gepunktete Nesselwanze (Plant Bug, Liocoris tripustulatus)
· Glattköpfige Schmalwanze (Stenodema laevigata)
· Grüne Distelwanze (Grass Bug, Calocoris affinis)
· Harpocera thoracica
· Langhaarige Dolchwanze (Meadow Plant Bug, Leptopterna dolabrata)
· Notostira elongata
· Orthops campestris
· Prachtwanze (Capsid Bug, Miris striatus)
· Rote Weichwanze (Red-spotted Plant Bug, Deraeocoris ruber)
· Vierfleck-Eichenwanze (Dryophilocoris flavoquadrimaculatus)
· Vierpunktige Zierwanze (Plant Bug, Adelphocoris quadripunctatus)

Braunschwarze Nesselweichwanze (Plagiognathus arbustorum)

Braunschwarze Nesselweichwanze (Plagiognathus arbustorum)Hinsichtlich ihrer Körperfärbung ist die Braunschwarze Nesselweichwanze sehr variabel. Es kommen Individuen vor, die hell olivbraun gefärbt sind. Daneben gibt es Exemplare mit rötlichbrauner Färbung oder gar ganz schwarze Tiere. Die Körperlänge dieser Spezies beträgt bei den Männchen 3,8 bis 4,6 Millimeter, die Weibchen sind 3,7 bis 4,3 Millimeter groß. Typische Lebensräume, in denen man die Braunschwarze Nesselweichwanze antrifft, sind trocken bis feucht und auf alle Fälle immer pflanzenreich. Die kleinen Insekten bevorzugen schattige Plätze. Von Juni bis Oktober dauert die Flugzeit der erwachsenen Individuen. Foto: 23.08.2014, Bochum-Riemke

Eichen-Schmuckwanze (Rhabdomiris striatellus)

Die Eichen-Schmuckwanze ist eine der hübschesten Weichwanzen, die man in Deutschland beobachten kann. Wie es ihr Name bereits vermuten lässt, kommt sie auf Eichen (Quercus sp.) vor. Ihr Körper ist länglich-oval geformt und misst zwischen sieben und 8,5 Millimeter. Gelblichbraun bis rotbraun ist die Grundfärbung dieser kleinen Insekten. Helle und dunkle Streifen entlang der Adern zieren den ledrigen Teil ihrer Flügel. Allerdings gibt es auch Individuen, bei denen diese Körperpartien überwiegend schwarz sind. Der Halsschild ist gelbbraun gefärbt und hat am hinteren Ende ein schwarzes Querband. Im vorderen Abschnitt liegen auf dem Halsschild bei einigen Individuen vier schwarze Flecken. Die rötlichbraun bis schwarz gefärbten Beine sind recht lang und sie tragen kleinen Dornen. Ähnlich sind die Antennen gefärbt. Im Mai und Juni lassen sich erwachsene Individuen dieser Wanzenart auf Eichen beobachten. Auch Jungtiere können im Frühling draußen gefunden werden.

  Eichen-Schmuckwanze (Rhabdomiris striatellus)   Nymphe einer Eichen-Schmuckwanze (Rhabdomiris striatellus)  
Foto: 18.05.2015,
Bochum-Stiepel
Nymphe, Foto: 10.05.2016,
Bochum-Riemke

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Gemeine Wiesenwanze (Lygus pratensis)

Gemeine Wiesenwanze (Lygus pratensis)Die Gemeine Wiesenwanze ist zwischen 5,8 und 7,3 Millimeter lang. Anhand ihrer Färbung lassen sich die Geschlechter unterscheiden: Männchen weisen eine hell rotbraune bis dunkelrote Färbung auf, die Weibchen sind grün und bräunlich gefärbt. Weibchen sind zudem daran zu erkennen, dass ihr Halsschild hellgrün gefärbt ist und an den Seiten je einen dunklen Fleck besitzt. Bei Männchen ist die Grundfärbung des Halsschildes ebenfalls grünlich, aber ein meist bräunliches Fleckenmuster überdeckt dies oder verläuft ins Grünliche. Beide Geschlechter haben ein herzförmiges Schildchen, das auffällig hellgrün gefärbt ist. Im vorderen Abschnitt des Schildchens befindet sich ein dunkelbraunes Dreieck, das den herzförmigen Eindruck dieses Körperteils verstärkt. Warme, offene und halbschattige Lebensräume sind bevorzugte Aufenthaltsorte der Gemeinen Wiesenwanze. Auch an feuchten Waldstandorten kann man die Tiere mitunter antreffen. Foto: 15.09.2013, Bochum-Riemke

Gemeine Zierwanze (Alfalfa Plant Bug, Adelphocoris lineolatus)

Gemeine Zierwanze (Alfalfa Plant Bug, Adelphocoris lineolatus)Zwischen acht und elf Millimeter beträgt die Körpergröße der Gemeinen Zierwanze. Das Aussehen dieser Tiere ist aufgrund ihrer großen Bandbreite möglicher Färbungen variabel. Von hellgrün über grünlichbraun bis bräunlich variiert die Grundfärbung. Bei den meisten Individuen erstrecken sich auf dem Schildchen zwei schmale Längsstreifen, die parallel verlaufen. Sie sind jedoch nicht immer kontrastreich und gut sichtbar. Viele Exemplare dieser Spezies tragen auf den Flügeldecken je einen dunklen Streifen. Rötlich bis bräunlich oder grünlich können die Fühler gefärbt sein. Meist sind die Beine grünlich, mitunter aber auch bräunlich. Sie weisen dunkle Flecken auf und tragen kleine Dornen. Gemeine Zierwanzen kommen auf Wiesen und an Waldrändern sowie in Gebüschen und Hecken vor. Sie sind im Sommer in der Natur zu finden. Foto: 15.09.2013, Bochum-Riemke

Gepunktete Nesselwanze (Plant Bug, Liocoris tripustulatus)

Gepunktete Nesselwanze (Plant Bug, Liocoris tripustulatus)Auf Brennnesseln ist die Wanzenart zu beobachten. Die oval geformten Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu fünf Millimeter; ihre Körperoberseite ist glatt und glänzend. Sie ernähren sich vom Saft der Brennnesseln, den sie im Bereich der Blüten und Samenstände saugen. Das Schildchen dieser zierlichen Wanzen ist gelb gefärbt, die Antennen sind in etwa so lang wie der Körper. Die Flügel sind dunkel gefärbt und tragen gelbe Bereiche. In freier Natur sind Gepunktete Nesselwanzen von Juli bis zum nächsten Frühsommer zu finden. Foto: 27.10.2014, Bochum-Riemke

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Glattköpfige Schmalwanze (Stenodema laevigata)

Gegenden mit vielen Gräsern, zum Beispiel Wiesen oder Weiden, sind typische Lebensräume, in denen man die Glattköpfige Schmalwanze antreffen kann. Mitunter kann man diese Tiere jedoch auch auf Waldlichtungen oder in Parks und Gärten beobachten. Zwischen 7,6 und 9,2 Millimeter beträgt die Körperlänge dieser Insekten. Farblich sind die Tiere variabel, sie können grün, braun oder gelblich gefärbt sein. Sie passen sich mit ihrer Farbe an ihre Umgebung an. Das heißt, wenn zum Herbst hin viele Gräser vertrocknen, werden die Wanzen bräunlich, um weniger aufzufallen. Typisch für die Spezies ist, dass sich zwischen den eine Längsfurche erstreckt. Auf dem Schildchen befinden sich kleine Punktgruben. Es kommt bei uns eine Verwechslungsart vor: Stenodema calcarata. Von ihr lässt sich die Glattköpfige Schmalwanze anhand der fehlenden Dornen an den Hinterschenkel unterscheiden. Etwa Mitte Juni bis Ende Juli schlüpfen diese Wanzen und sie überwintern als erwachsene Individuen. Im nächsten Frühjahr paaren sie sich und legen dann alsbald ihre Eier.

  Glattköpfige Schmalwanze (Stenodema laevigata)   Stenodema calcarata  
Foto: 29.08.2015,
Gelsenkirchen-Ückendorf
Foto: 16.07.2015,
Bochum-Riemke

Grüne Distelwanze (Grass Bug, Calocoris affinis)

Grüne Distelwanze (Grass Bug, Calocoris affinis)Einfarbig grün ist die Grüne Distelwanze gefärbt. Typisch für diese Tiere ist, dass sie eine glänzende Körperoberfläche haben und zudem kurz schwarz behaart sind. Männliche Individuen sind 6,9 bis 8,3 Millimeter lang, die Weibchen bringen es auf eine Körperlänge von 6,6 bis 7,1 Millimeter. Feuchte Lebensräume wie beispielsweise sumpfige Wiesen, feuchte Waldränder oder Uferzonen von Gewässern sind Lebensräume, in denen man die Grüne Distelwanze antrifft. Sie bevorzugt Habitate mit dichtem Pflanzenbewuchs. Gern halten sich diese Tiere auf verschiedenen Brennnesselarten (Urtica sp.) auf. Erwachsene Exemplare kann man häufig schon ab Ende Mai, ansonsten ab Anfang Juni beobachten. Die Flugzeit dauert bis in den September. Foto: 20.06.2007, Essen-Schönebeck

Harpocera thoracica

Harpocera thoracica, WeibchenDie Weichwanzenart Harpocera thoracica ist zwischen 6,4 und 6,8 Millimeter lang. Männchen und Weibchen sind verschieden gefärbt und lassen sich deshalb anhand ihres Aussehens unterscheiden. Die Grundfärbung beider Geschlechter ist zudem variabel gelbbraun bis schwarz, wobei die Weibchen in aller Regel etwas heller sind als die Männchen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Zeichnung des Brustbereichs. Hier sind die Weibchen auf der Oberseite gelbbraun gefärbt und zum Kopf hin befindet sich ein brauner Saum. Männchen haben hingegen eine schwarze Oberseite des Brustbereichs mit einem in der Mitte verlaufenden, hellen, vertikalen Streifen. Typischerweise kann man diese Spezies an blühenden Eichen beobachten, doch sie kommt auch auf anderen Laubbäumen oder in deren unmittelbarer Nähe vor. Etwa gegen Ende April beginnt die Flugzeit der erwachsenen Individuen, sie dauert bis Mitte Juni. Foto: 01.05.2007, Essen-Schönebeck

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Langhaarige Dolchwanze (Meadow Plant Bug, Leptopterna dolabrata)

Männliche Langhaarige Dolchwanze (Meadow Plant Bug, Leptopterna dolabrata)Die Langhaarige Dolchwanze gehört zu den Weichwanzen und sie wird bis zu 9,5 Millimeter lang. Von Juni bis September sind diese Tiere auf feuchten, schattigen Wiesen anzutreffen, die hohe Gräser aufweisen und somit eher naturbelassen sind. Der englische Name spielt auf diese Vorliebe für Wiesen deutlich an. Diese Wanzenart ernährt sich vom Saft verschiedener Süßgräser (Poaceae), den sie bevorzugt an den Ähren saugt. Überall dort, wo Wiesen sind, ist diese Wanzenspezies im Ruhrgebiet häufig anzutreffen. Die Männchen haben lange Flügel, siehe Foto rechts. Sie sind anfangs hellbraun gefärbt und dunkeln mit zunehmendem Alter nach, bis sie braun und gelb gefärbt sind. Weibliche Tiere haben sehr viel kürzere Flügel und sind grünlich-gelb gefärbt. Eine Abbildung eines Weibchens ist in meinem Düsseldorf-Reisebericht zu finden. Foto: 05.06.2007, Essen-Schönebeck

Notostira elongata

Notostira elongata, MännchenNotostira elongata ist zwischen sechs und 8,7 Millimeter groß. Der Körperbau ist lang und schmal. Anhand ihres Aussehens lassen sich die Geschlechter unterscheiden. Männliche Individuen sind auf der Oberseite schwarz mit gelblich-grünen Rändern an den Seiten. Deutlich blasser fällt die Färbung der Weibchen aus, weshalb sie nur bei genauer Betrachtung auf Artebene idenfitiziert werden können. Typisch für sie ist, dass ihre Vorderbrust nicht punktiert ist. Zudem haben sie feine Härchen am ersten Glied jedes Fühlers sowie an den Schienen (Tibien) der Hinterbeine. Bei den Weibchen sind die Fügel verkürzt, die Männchen haben normal lange Flügel. Hinsichtlich ihrer Färbung variieren diese Tiere auch mit der Jahreszeit. Während des Sommers ist die Grundfarbe eher gelblich-grün, zum Herbst hin ist sie rötlich oder graubraun. Anzutreffen ist Notostira elongata unter anderem auf Wiesen, Ruderalflächen, an Wegrändern oder auf Getreidefeldern. Vom zeitigen Frühling bis in den Herbst dauert die Flugzeit dieser Tiere. Foto: Männchen, 10.08.2015, Hattingen-Niederwenigern

Orthops campestris

Orthops campestriszwischen 3,6 und 4,5 Millimeter beträgt die Körpergröße der Wanzenart Orthops campestris, für die mir kein deutscher Name bekannt ist. Es ist in den allermeisten Fällen ausgesprochen schwierig, Wanzen der Gattung Orthops anhand ihres Aussehens zu bestimmen und man muss unter anderem Faktoren wie den Fundort beachten. Orthops campestris weist meist eine grüne Körperfärbung auf und auch die Beine sind grün. Sie tragen feine, schwarze Punkte. Die Fühler sind wie auch bei den anderen Arten dieser Gattung meist dunkelgrau bis schwarz, doch sie können auch dunkelgrün sein. Bevorzugte Lebensräume von Orthops campestris sind offene Landschaften, die warm und sonnig sind. Foto: 12.07.2014, Bochum-Riemke

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Prachtwanze (Capsid Bug, Miris striatus)

Nymphe einer Prachtwanze (Capsid Bug, Miris striatus)ie Prachtwanze wird nicht ohne Grund so schmeichelhaft bezeichnet. Diese Tiere sind sehr bunt. Schwarz ist ihre Grundfärbung, der ledrige Teil der Flügeldecken weist leuchtend gelb gefärbte Streifen auf. Zudem ist der hintere Teil der ledrigen Membran gelb, rot oder schwarz gerandet. Bei den einzelnen Individuen unterzeichnet sich die Zeichnung der Flügeldecken. Rötlichbraun sind die Beine, die Fühler sind meist dunkel und ihre Länge entspricht für gewöhnlich in etwa des Körpers. Schwarz mit gelber Zeichnung ist der Halsschild dieser Wanzenart. Schlank und langgestreckt ist der Körperbau der rund neun bis 11,7 Millimeter langen Insekten. Zu finden sind Prachtwanzen an sonnigen Waldrändern, in Gebüschen, Hecken und auf freistehenden Bäumen. Ihre hauptsächliche Nahrung besteht aus Tieren, darunter zum Beispiel Blattläuse oder die Larven anderer Insekten. Die Flugzeit dieser Wanzenart beginnt im Frühling und dauert bis in den Sommer hinein. Im Frühling treten auch die Nymphen dieser Wanzenart in Erscheinung, deren Körperbau den von Ameisen nachahmt. Sie sind dunkel rotbraun gefärbt, haben rötliche Beine und tragen am Hinterleib ein Muster aus gelblich-weißen Streifen. Ein erwachsenes Individuum ist beispielsweise im Köln-Fotoreisebericht zu sehen. Foto: Nymphe, 03.05.2015, Bochum-Riemke

Rote Weichwanze (Red-spotted Plant Bug, Deraeocoris ruber)

Rote Weichwanze (Red-spotted Plant Bug, Deraeocoris ruber)Vergleichsweise klein ist die Rote Weichwanze. Diese Art erreicht eine Körperlänge von 6,5 bis acht Millimeter. Weil diese Tiere so zierlich sind, werden sie oft übersehen, obwohl sie recht häufig in der deutschen Natur vorkommen. Ihr Körperbau ist relativ breit, die Färbung der Tiere ist variabel. Sie können schwarz, rot oder braun gefärbt sein. Bei vielen Individuen ist das Schildchen (Scutellum) hell gelblichbraun gefärbt. In Lebensräumen mit dichter Vegetation, also beispielsweise auf naturnahen Wiesen, an Hecken sowie in Parks und Gärten, ist diese Tierart zu finden. Sie benötigt eine ausgeprägte Krautschicht. Auf dem Speiseplan der Roten Weichwanze stehen die Körperflüssigkeiten anderer Insekten. Sie erbeuten unter anderem Blattläuse. Beobachten kann man diese Wanzenspezies von Mai bis September. Foto: 01.08.2014, Bochum-Stiepel

Vierfleck-Eichenwanze (Dryophilocoris flavoquadrimaculatus)

Vierfleck-Eichenwanze (Dryophilocoris flavoquadrimaculatus)Etwa sechs bis sieben Millimeter Körperlänge erreicht die Vierfleck-Eichenwanze. Die Tiere sind schmal gebaut und länglich, sie gehören zur Familie der Blind- und Weichwanzen (Miridae). Schild und Halsschild sowie die Flügel sind schwarz gefärbt. Einziger Schmuck dieser Tiere sind die vier gelben Flecken auf den Flügeln. Darüber hinaus gibt es zwei weitere helle Bereiche an den Flügeln, die jedoch nicht so leuchtend gelb gefärbt sind wie die vier Flecken. Das erste Fühlerglied ist hellbraun gefärbt, die restlichen Teile der Fühler sind schwarz. Hell bräunlich sind die Beine dieser Wanzenart gefärbt, die vor allem in der Nähe von Eichen anzutreffen ist. Der Pflanzensaft der Eichenblätter sowie die Körperflüssigkeiten anderer Insekten dienen der Vierfleck-Eichenwanze als Nahrung. Die Flugzeit dieser Wanzenart findet im Mai und Juni statt. Foto: 18.05.2015, Bochum-Stiepel

Vierpunktige Zierwanze (Plant Bug, Adelphocoris quadripunctatus)

Vierpunktige Zierwanze (Plant Bug, Adelphocoris quadripunctatus)Die Vierpunktige Zierwanze hat eine Körperlänge von 7,5 bis 10,5 Millimeter. Auf der Oberseite ist ihr Körper grünlich oder gelblichgrün gefärbt. Ein charakteristisches Merkmal dieser Weichwanzenart sind vier dunkle Flecken auf dem Halsschild. Jedoch gibt es einige Individuen, die diese Flecken nicht tragen. Typisch ist für diese Spezies außerdem, dass die vorderen drei Fühlerglieder an ihrer Basis je einen hellen Ring aufweisen. Feine Haare bedecken den Körper, sie sind nach hinten gerichtet. Grünlich sind die Beine gefärbt, auf den Schenkeln befinden sich kleine braune Flecken. An den Schienbeinen haben Vierpunktige Zierwanzen schwarze Dornen. Heimisch sind diese Tiere vor allem in eher feuchten Lebensräumen, sie leben auf Wiesen und in Hecken. Ihre Flugzeit beginnt im Juli und sie dauert bis September. Foto: 16.08.2014, Bochum-Riemke

 

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Wanzen im Ruhrgebiet