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Natur im Ruhrgebiet: Insekten Teil 1

Achtung, zu dieser Seite gibt es eine Versionen, die Sie hier finden: Frucht- oder Bohrfliegen, Schnabelfliegen, Raupenfliegen und Schnaken.

Frucht- oder Bohrfliegen (Fruit Flies, Tephritidae)

Es kommen weltweit etwa 4.500 Arten aus der Familie der Frucht- oder Bohrfliegen vor. Diese Tiere sind früher auch als Trypetidae bezeichnet worden. Rund 290 Arten aus dieser Familie sind in Mitteleuropa heimisch. Hierbei ist zu beachten, dass die Tephritidae nicht mit den im deutschen Sprachraum oftmals ebenfalls als Fruchtfliegen bezeichneten Taufliegen (Drosophilidae) verwechselt werden sollten. Folgende Bohr- bzw. Fruchtfliegen werden in diesem Kapitel in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt:

· Distel-Bohrfliege (Canada Thistle Gall Fly, Urophora cardui)
· Tephritis hyoscyami
· Trupanea amoena
· Urophora stylata
· Xyphosia miliaria

Distel-Bohrfliege (Canada Thistle Gall Fly, Urophora cardui)

Etwa 5,5 Millimeter werden die Männchen der Distel-Bohrfliege (Urophora cardui) lang, die Weibchen erreichen eine Körperlänge von 6,5 Millimeter. Aufgrund ihrer charakteristischen und auffälligen Färbung ist diese Bohrfliegenart leicht zu identifizieren. Vorn ist der Kopf gelb und hinten schwarz, das Schildchen (Scutellum) auffällig gelb und der Brustbereich (Thorax) sowie der Hinterleib sind glänzend dunkel gefärbt. Die Schenkel der Tiere sind schwarz, der Rest der Beine ist gelb. Auf den eingetrübten Flügeln verlaufen mehrere schwarze Querbinden. In der Zeit von Mai bis Juni kann man erwachsene Tiere dieser Art auf feuchten Wiesen sowie in halbschattigen Lebensräumen antreffen. Für ihre Fortpflanzung benötigen die Distel-Bohrfliegen Acker-Kratzdisteln (Cirsium arvense). An diesen Pflanzen rufen die Larven der Distel-Bohrfliegen die Entstehung von zehn bis 50 Millimeter langen sowie fünf bis 50 Millimeter dicken Gallen hervor, siehe Düsseldorf-Reisebericht. Foto: 07.06.2014, Dortmund-Bövinghausen

  Distel-Bohrfliege (Canada Thistle Gall Fly, Urophora cardui)   Distel-Bohrfliege (Canada Thistle Gall Fly, Urophora cardui)  
  Foto: 07.06.2014,
Dortmund-Bövinghausen
  Foto: 07.06.2014,
Dortmund-Bövinghausen
 

Tephritis hyoscyami

Tephritis hyoscyamiEtwa drei Millimeter sind die Bohrfliegen der Art Tephritis hyoscyami lang. Sie leben auf Disteln, zum Beispiel auf Kratzdisteln (Cirsium sp.), weil dies die Futterpflanzen ihrer Larven sind. Der Körper der Fliegen ist schmal und länglich, er ist grau gefärbt. Auf der Oberseite des Brustteils befinden sich einige borstige, nach hinten gerichtete schwarze Haare, der Hinterleib ist etwas feiner grau behaart. Die Flügel sind transparent und tragen ein für die Art charakteristisches schwarzes Muster. Männchen haben einen am Ende gerundeten Hinterleib, Weibchen haben einen Legebohrer am hinteren Ende ihres Körpers. Von Mai bis in den Juli hinein dauert die Flugzeit dieser zierlichen Fliegen. Sie kommen überall dort vor, wo es Disteln gibt, also unter anderem an Wegrändern, auf Wiesen und an Flussufern. Foto: 22.06.2014, Bochum-Dahlhausen

  Tephritis hyoscyami, Paarung   Tephritis hyoscyami, Männchen  
  Paarung, Foto: 22.06.2014,
Bochum-Dahlhausen
  Männchen, Foto: 22.06.2014,
Bochum-Dahlhausen
 

Trupanea amoena

Trupanea amoenaEtwa 2,6 bis 3,7 Millimeter sind die Bohrfliegen der Art Trupanea amoena lang. Ihr Körper ist grau bis gelblichbraun gefärbt, die Beine sind orange bis gelblichgrau. Bei den Männchen ist das Hinterleibsende stumpf, das der Weibchen ist hingegen spitz. Sie tragen einen Legestachel, um ihre Eier in die Wirtspflanzen legen zu können. Die großen Augen schimmern meist grünlich oder grünlichblau und auf den Flügeln befindet sich ein scharakteristisches schwarzes Muster. Weil sich die Larven in Korbblütlern (Asteraceae oder Compositae) entwickeln, findet man dort auch die erwachsenen Fliegen. Ihre Flugzeit beginnt im Frühling und dauert bis in den Sommer hinein. Foto: 31.05.2014, Bochum-Riemke

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Urophora stylata

Urophora stylataDie Bohrfliegenart Urophora stylata ist in der deutschen Natur in der Zeit von Juni bis August anzutreffen. Einen offiziellen deutschen Trivialnamen gibt es für diese kleinen Tiere nicht, einige Internetquellen bezeichnen sie als Gelbe Bohrfliege. Typisch für diese Spezies ist ein V-förmiger dunkler Bereich am Ende der Flügel. Eine weitere schwarze Querbinde befindet sich unmittelbar davor, sie ist leicht gebogen. Der Körper ist überwiegend gelb gefärbt. Hinter dem Kopf ist ein dunkler Bereich. Leicht sind die Geschlechter zu unterscheiden: Weibchen tragen am Hinterleib eine schmale, schwarze Legeröhre, bei den Männchen ist der Hinterleib am Ende abgerundet. Nur etwa vier Millimeter wird Urophora stylata groß. Da sie Kratzdisteln (Cirsium sp.) zur Fortpflanzung benötigt, ist sie in Lebensräumen heimisch, in denen diese Pflanzen vorkommen. Mit dem Legebohrer injizieren die Weibchen ihre Eier in die noch geschlossenen Knospen der Kratzdisteln, die Larven wachsen darin heran. Foto: 10.07.2015, Hattingen-Niederwenigern

Xyphosia miliaria

Xyphosia miliariaEtwa in der Zeit von Mai bis in den Juli hinein kann man in der deutschen Natur die Bohrfliege Xyphosia miliaria beobachten. Wer gezielt nach diesen Tieren Ausschau halten möchte, der konzentriert sich am besten auf Kratzdisteln (Cirsium sp.). Denn die zwischen fünf und acht Millimeter langen Fliegen halten sich bevorzugt auf diesen Pflanzen auf. Die Körperfärbung von Xyphosia miliaria ist hell gelblichbraun. Auf den Flügeln tragen die Tiere ein dunkles, charakteristisches Netzmuster, das zur Bestimmung der Art herangezogen werden kann. Je nach Lichteinfall wirken die Facettenaugen oben oft rötlich und unten grünlich überhaucht. Mit ihrem Legebohrer injizieren weibliche Individuen ihre Eier in noch geschlossene Knospen von Disteln. An diesen entstehen dann Gallen, in denen die Larven heranwachsen. Foto: 20.07.2014, Bochum-Riemke

Raupenfliegen (Tachinids, Tachinidae)

Aus der Familie der Raupenfliegen kommen weltweit rund 8.000 Arten vor. In Mitteleuropa sind immerhin etwa 500 Spezies aus dieser Familie heimisch. In diesem Kapitel wird folgende Raupenfliegen-Art vorgestellt:

· Breitflügelige Raupenfliege (Tachinid Fly, Ectophasia crassipennis)
· Goldschildfliege (Phasia aurigera)
· Gymnosoma rotundatum
· Igelfliege (Tachinid Fly, Echinomyia fera)
· Phasia hemiptera

Breitflügelige Raupenfliege (Tachinid Fly, Ectophasia crassipennis)

Im kontinentalen Mitteleuropa ist die Breitflügelige Raupenfliege heimisch. Männchen und Weibchen dieser Fliegenart unterscheiden sich in ihrem Aussehen. Während die Männchen auf den Flügeln einige dunkle Flecken tragen, siehe Fotos unten, haben die Weibchen überwiegend durchscheinende Flügel. Kennzeichnend für die Art ist der von oben betrachtet breit und rund wirkende Hinterleib mit dem senkrechten, dunklen Streifen auf geblich-bräunlichem Grund. Schaut man die Tiere von der Seite an, wirken sie recht flach. Die Körperlänge der Breitflügeligen Raupenfliege beträgt mehr als einen Zentimeter. Leider ist über die Biologie dieser Fliegenart sehr wenig bekannt. Foto: 27.08.2007, Essen-Kettwig

  Männliche Breitflügelige Raupenfliege (Tachinid Fly, Ectophasia crassipennis)   Männliche Breitflügelige Raupenfliege (Tachinid Fly, Ectophasia crassipennis)  
  Männchen, Foto: 27.08.2007,
Essen-Kettwig
  Männchen, Foto: 27.08.2007,
Essen-Kettwig
 

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Goldschildfliege (Phasia aurigera)

Männliche Goldschildfliege (Phasia aurigera)Die Goldschildfliege ist acht bis 13 Millimeter lang. Ihr Körperbau wirkt ein wenig gedrungen. Anhand ihres Aussehens lassen sich die beiden Geschlechter unterscheiden. Bei den Männche ist die Oberseite des Körpers hinter dem Kopf gelblich gefärbt. Am Rand befindet sich je ein dunkler Bereich und außerdem ragen zwei schwarze kurze Streifen in den gelben Teil des Körpers hinein. Das dreieckig geformte Schildchen ist weitestgehend schwarz, lediglich die vordere Kante ist gelblich gefärbt. Der Hinterleib ist schwarz und glänzt oft bläulich metallisch. Auf ihm tragen die Männchen an den Seiten und am hinteren Ende breite, gelbe Flecken. Die Weibchen sind weniger auffällig gefärbt, bei ihnen ist der Brustteil auf der Oberseite schwarz. Gelblichbraun sind die Flügel der Männchen gefärbt, an den Enden haben sie verwaschene schwarze Flecken. Transparent und farblos sind die Flügel der Weibchen. Bei beiden Geschlechtern sind die Beine schwarz und die großen Facettenaugen sind rötlichbraun. Beobachten kann man diese wärmeliebende Insektenart an Waldrändern und an sonnenbeschienenen Hängen. Von Mai bis Juli fliegt die erste Generation der Goldschildfliege und von August bis Oktober die zweite. Im Jahr 2014 war diese Spezies das "Insekt des Jahres", siehe Link. Foto: Männchen, 27.09.2014, Bochum-Riemke

  Männliche Goldschildfliege (Phasia aurigera)   Männliche Goldschildfliege (Phasia aurigera)  
  Männchen, Foto: 27.09.2014,
Bochum-Riemke
  Männchen, Foto: 27.09.2014,
Bochum-Riemke
 

Gymnosoma rotundatum

Gymnosoma rotundatumNur circa sechs bis 7,5 Millimeter beträgt die Körpergröße der Fliegenart Gymnosoma rotundatum, für die mir leider kein deutscher Name bekannt ist. Der kugelförmige Hinterleib ist charakteristisch für diese Spezies. Er ist unbehaart und glänzend orangerot gefärbt. Außerdem zieren drei schwarze Punkte diesen Teil des Körpers. An der Brust sind diese Fliegen schwarz gefärbt, der Ansatz der Flügel ist bernsteinfarben. Dunkelrot schimmern die Facettenaugen der kleinen Insekten. Für gewöhnlich trifft man Gymnosoma rotundatum in eher trockenen, sandigen Lebensräumen an, buschige Heiden sind weitere Habitate, in denen sie vorkommen. Die Tiere besuchen gern Doldenblütler, um dort Nektar zu trinken. Ihre Flugzeit findet in Deutschland von Mai bis August statt. Foto: 20.07.2014, Bochum-Riemke

Igelfliege (Tachinid Fly, Echinomyia fera)

Igelfliege (Tachinid Fly, Echinomyia fera)Zwischen neun und 16 Millimeter werden Igelfliegen groß. Diese Insekten sind an ihren dunklen Borsten auf dem Hinterleib sowie an der charakteristischen Färbung zu erkennen. Sie haben einen bräunlich-gelben Hinterleib, in dessen Mitte ein schwarzer Bereich liegt. Zu finden sind diese recht breit wirkenden Fliegen vor allem an Waldrändern und auf Waldlichtungen, aber auch in Parks und Gärten kommen die Insekten vor. Von April bis Oktober dauert die Flugzeit dieser Fliegenart. Die Larven der Igelfliege parasitieren verschiedene Raupen. Foto: 28.09.2013, Bochum-Querenburg

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Phasia hemiptera

Phasia hemiptera, WeibchenDie Fliegenart Phasia hemiptera gehört zur Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Acht bis zwölf Millimeter werden erwachsene Tiere dieser Spezies lang. Recht flach ist der Hinterleib, dort tragen die Tiere orange gefärbte Haare. In der Mitte des Hinterleibs befindet sich bei den Männchen auf der Oberseite ein schwarzer oder dunkler Streifen. Bei den Weibchen ist der orange gefärbte Teil des Hinterleibs nicht so stark ausgeprägt, sodass sich der Eindruck ergeben kann, als wäre ihr Hinterleib komplett schwarz. Einige Bereiche der Flügel der Männchen sind ebenfalls schwarz gefärbt, Weibchen haben hingegen transparente Flügel. Auch die Form der Flügel unterscheidet sich bei den Geschlechtern, siehe Abbildungen unten. Anders als die meisten Vertreter dieser Familie nutzt Phasia hemiptera jedoch keine Falterraupen als "Brutplatz" für ihre Raupen, sondern die Nymphen von Wanzen. Der frühere wissenschaftliche Name dieser Fliegenart lautet Alophora hemiptera. Beobachten kann man diese Fliegenart an trockenen und warmen Standorten. Ihre Flugzeit dauert von Juni bis September. Foto: Weibchen, 19.08.2015, Bochum-Querenburg

Schnabelfliegen (Scorpionflies, Mecoptera)

Die Schnabelfliegen stellen eine Ordnung der Insekten dar. Weltweit kommen etwa 600 Arten vor, von denen einige in Deutschland leben. Weil die Mundwerkzeuge dieser Fliegen schnabelartig verlängert ist, tragen sie ihre deutsche Bezeichnung. Diese Insektenordnung wird außerdem als Schnabelhafte bezeichnet - auch hier wird auf den "Schnabel" der Fliegen angespielt. Folgende Schnabelfliegen-Arten werden in diesem Kapitel in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt:

· Deutsche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa germanica)
· Gemeine Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa vulgaris)
· Gewöhnliche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa communis)

Deutsche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa germanica)

Weibliche Deutsche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa germanica)Deutsche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa germanica)Circa 18 Millimeter wird die Deutsche Skorpionsfliege groß. Ihre Flügelspannweite kann zwischen 30 und 35 Millimeter betragen. Der Körper ist bei dieser Insektenart gelb und schwarz gefärbt, das Ende des Hinterleibs ist rötlich. Bei weiblichen Tieren läuft er spitz zu, bei männlichen endet der Hinterleib in einem Begattungsorgan, dessen Form der eines Skorpionsstachels ähnelt. Anhand ihrer typischen Flügelzeichnung mit nur kleinen schwarzen Bereichen ist die Art zu erkennen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Spezies ist ein Buckel auf dem dritten Hinterleibssegment. Lebensräume, in denen die Deutsche Skorpionsfliege vorkommt, sind unter anderem Waldränder, Wiesen und Gärten. Die Flugzeit dieser Tiere dauert von etwa Mai/Juni bis in den Sommer hinein. Foto: 26.04.2014, Bochum-Riemke

Gemeine Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa vulgaris)

Weibliche Gemeine Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa vulgaris)Die in Deutschland vorkommenden Skorpionsfliegenarten sehen sich alle vergleichsweise ähnlich. Doch es gibt einige Unterscheidungsmerkmale, die bei genauem Betrachten auffallen. Typisch für die Gemeine Skorpionsfliege ist, dass ihre schwarzen Flecken auf den Flügeln im unteren Drittel keinen durchgehenden Balken bilden, wie es bei Panorpa communis der Fall ist. Die Art Panorpa germanica hat kleinere Flecken auf den Flügeln als Panorpa vulgaris. Der Körper der Gemeinen Skorpionsfliege ist bis zu 20 Millimeter lang, die Flügelspannweite beträgt maximal 35 Millimeter. Gelb und schwarz sind die Farben, die die Tiere am Körper tragen, der Hinterleib ist rötlich gefärbt. Bei weiblichen Individuen endet der Hinterleib spitz, die Männchen weisen an ihrem Hinterkörper ein Begattungsorgan, das in seinem Aussehen an den Schwanz eines Skorpions erinnert, woher die Fliegengattung ihren Namen hat. Foto: 22.09.2013, Bochum-Querenburg

Gewöhnliche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa communis)

Weibliche Gewöhnliche Skorpionsfliege (Scorpionfly, Panorpa communis)Die Gewöhnliche Skorpionsfliege ist daran zu erkennen, dass die dunklen Flecken auf ihren Flügeln im unteren Drittel einen breiten Balken bilden. Bei der ähnlich aussehenden Panorpa vulgaris befinden sich zwischen den Flecken, die bei der Gewöhnlichen Skorpionsfliege den Balken bilden, kleine durchscheinende Zwischenräume. Und Panorpa germanica hat insgesamt sehr viel kleinere Flecken als die beiden anderen Arten. Etwa 20 Millimeter kann der Körper der Gewöhnlichen Skorpionsfliege lang werden, ihre Flügelspannweite beläuft sich auf maximal 35 Millimeter. Der Körper ist gelb und schwarz gefärbt, der Hinterleib weist einen rötlichen Farbton auf. Weibliche Tiere haben einen spitz zulaufenden Hinterleib, die Männchen tragen am hinteren Ende ein Begattungsorgan, das in seinem Aussehen an den Schwanz eines Skorpions erinnert. Foto: 15.09.2013, Bochum-Riemke

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Schnaken (Crane Flies, Tipulidae)

Innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) gibt es die Familie der Schnaken, deren genauen Verwandtschaftsstatus man bisher nicht kennt. Viele Experten ordnen sie den Mücken (Nematocera) zu, andere Experten würden sie anders verorten. Unabhängig davon lässt sich sagen, dass es auf der Erde etwa 15.000 verschiedene Arten aus der Familie der Schnaken gibt. Eininige Spezies sind in Mitteleuropa heimisch, sodass man diese Tiere in unserem Erdteil problemlos beobachten kann. Folgende Schnaken-Arten werden in diesem Kapitel vorgestellt:

· Gefleckte Schnake (Crane Fly, Tipula vittata)
· Kohlschnake (Marsh Crane Fly, Tipula oleracea)
· Riesenschnake (Giant Crane Fly, Tipula maxima)
· Wiesenschnake (Common Crane-fly, Tipula paludosa)

Gefleckte Schnake (Crane Fly, Tipula vittata)

Gefleckte Schnake (Crane Fly, Tipula vittata)Ab April oder Mai kann in der Natur Mitteleuropas die Gefleckte Schnake beobachtet werden. Diese Tierart ist von verwandten Tipula-Arten daran zu unterscheiden, dass sie auf ihren Flügeln quer verlaufende, weißliche Streifen trägt. Darüber hinaus gibt es je einen weißlichen Bogen, der einen dunkleren Bereich umrahmt. Auf dem langgestreckten Körper tragen die Tiere seitlich ein streifenartiges Muster, das aus einzelnen Flecken besteht, die jeweils nach vorn hin schmaler werden. In Deutschland gehört die Gefleckte Schnake zu den besonders früh im Jahr in Erscheinung tretenden Mitgliedern ihrer Familie. Zu finden sind diese Tiere an Stellen mit dichter Vegetation, also beispielsweise an Waldrändern, in Auwäldern oder auf naturnahen Wiesen mit Gebüschen. Aber auch in Parks und Gärten kann man sie antreffen. In der Literatur finde ich leider keine Angaben zur Größe. Ich schätze die Körperlänge auf etwa zwei Zentimeter, die Flügelspannweite beträgt schätzungsweise 35 bis 40 Millimeter. Foto: 12.04.2014, Essen-Heisingen

Kohlschnake (Marsh Crane Fly, Tipula oleracea)

Kohlschnaken bei der Paarung (Marsh Crane Fly, Tipula oleracea)Bis zu 26 Millimeter kann die Körperlänge der Kohlschnaken betragen. Zu erkennen sind diese Tiere an ihrem gestriemten Rückenschild und dem rötlich gefärbten Vorderrand der Flügel. Kohlschnaken jagen vielen Menschen Angst ein, weil sie befürchten, dass diese Insekten stechen. Doch diese Furcht ist unbegründet, denn Kohlschnaken haben keinen Stachel. Mit ihrem Mundwerkzeug können sie ebenfalls nicht stechen. Somit sind Kohlschnaken für den Menschen nicht gefährlich. Vor allem nachts sind diese Insekten aktiv. Sie werden von Kunstlicht angezogen und fliegen deshalb mitunter in Häuser. Wiesen und Felder sind der natürliche Lebensraum der Kohlschnaken, sie halten sich dort am liebsten in Bodennähe auf. Jährlich fliegen sie in zwei Generationen. Die erste Generation hat ihre Flugzeit von April bis Juni, die zweite von August bis Oktober. Foto: 26.04.2014, Bochum-Riemke

Riesenschnake (Giant Crane Fly, Tipula maxima)

Weibliche Riesenschnake (Giant Crane Fly, Tipula maxima)Riesenschnaken sind stattliche Insekten. Sie erreichen eine Körperlänge von bis zu 40 Millimeter und ihre Flügelspannweite beläuft sich auf maximal 65 Millimeter. Anzutreffen sind diese großen Mücken in der Nähe feuchter Lebensräume wie beispielsweise an Bächen oder an Tümpeln. Diese größten in Mitteleuropa heimischen Schnaken haben einen bräunlich gefärbten Körper, an dessen Flanken sich dunkle Flecken befinden. Ihre Beine sind rötlichbraun gefärbt und nahezu doppelt so lang wie der Körper. Die Flügel der Riesenschnaken weisen am vorderen Rand drei scharf abgegrenzte dunkle Flecken und im hinteren Bereich einige weniger stark abgegrenzte graue Flecken auf. Weibliche Tiere haben einen spitz zulaufenden Hinterleib. Diese Spitze dient zur Eiablage, es ist kein Stachel und die Insekten können Menschen nicht gefährlich werden. Foto: 26.04.2014, Bochum-Riemke

Wiesenschnake (Common Crane-fly, Tipula paludosa)

Wiesenschnake (Common Crane-fly, Tipula paludosa)Innerhalb des Tierreichs gehören die Wiesenschnacken zu den Mücken. Trotz ihrer verwandtschaftlichen Verhältnisse stechen sie Menschen oder Tiere nicht und saugen auch kein Blut. Die 15 bis 25 Millimeter langen Insekten ernähren sich von Wasser und Nektar auf Pflanzen. Dem Menschen können sie allerdings dennoch schaden, sofern sie in großen Massen auftreten. Dann zerstören sie mitunter Rasenflächen, weil sich die Larven der Wiesenschnaken von Gräserwurzeln sowie oberirdischen Pflanzenteilen ernähren. Pro Jahr fliegt nur eine Generation dieser Insektenart. Im August und September legen die Tiere ihre Eier im Gras ab. Foto: 02.09.2007, Essen-Schönebeck

 

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Interessante Internetseiten:

Diptera.info (englische Fliegen-Webseite)

Syrphidae.de (Schwebfliegen-Webseite)

Fliegen-Bildergalerie bei Flickr

Hymenoptera.de (Hummeln, Wespen, Bienen, Hornissen)

Naturgucker.de