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Kormoran (Great Cormorant, Phalacrocorax carbo)
In weiten Teilen Europas war der Kormoran lange Zeit von der Bildfläche
verschwunden, da der Mensch ihm massiv nachgestellt hat. Kormorane sind ausgesprochen
geschickte Fischfänger, was sie bei menschlichen Fischern in Misskredit brachte.
Auf Mallorca trifft man die bis zu 90 Zentimeter langen Vögel, die eine
Flügelspannweite von rund 140 Zentimeter aufweisen, vielerorts an. Vor allem
in S'Albufera
kann man sie leicht beobachten. Wer an der Küste spazieren geht, hat
in der Zeit kurz nach Sonnenaufgang die größten Chancen, die
überwiegend schwarzen Vögel dabei zu betrachten, wie sie ihr
Frühstück - frisch gefangenen Fisch - aus dem Meer holen. Man
erkennt fliegende Kormorane daran, dass sie sich meist sehr knapp
oberhalb der Wasseroberfläche fliegend fortbewegen. Ihre Flügelspitzen scheinen
das Wasser im Flug fast zu berühren.
Löffelente (Northern Shoveller, Anas clypeata)
Mit ihrer Körperlänge von rund 55 Zentimeter und dem charakteristischen,
löffelförmig verbreiterten Schnabel sind die Löffelenten
unverwechselbare Bewohner der Gewässer im Schutzgebiet von
S'Albufera und ähnlicher
Lebensräume. Da sie zu den Überwinterungsgästen gehören, sieht man die
Tiere folglich nur in der kalten Jahreszeit. Im Frühjahr fliegen sie
gen Norden in ihre eurasischen Brutgebiete. Die Männchen
tragen dann meist schon ihr Prachtkleid. Die Abbildung rechts zeigt einen
der scheuen Löffelerpel.
Mandarinente (Mandarin Duck, Aix galericulata)
Ursprünglich stammt diese Entenart aus Fernost. In Europa wurden die bis zu 49
Zentimeter langen Tiere einst als Ziervögel eingeführt, die zum Teil ausreißen
und sich in freier Wildbahn ansiedeln konnten. Auf Mallorca kommen sie beispielsweise
in der Reserva de
Galatzó vor. Der dortige Bestand scheint allerdings nicht aus verwilderten
Tieren zu bestehen, denn die Enten, die ich im Naturpark beobachtet habe, trugen fast alle
Ringe an ihren Beinen. Foto © Monika Brandstetter
Mariskensänger (Moustached Warbler, Acrocephalus melanopogon)
In der dichten Sumpfvegetation von
S'Albufera und in ähnlichen
Gebieten tragen die Mariskensänger im Frühling lauthals ihre Liedchen vor.
Die etwa 13 ZEntimeter großen Vögel halten sich in S'Albufera am liebsten im
Schilfbewuchs der Süßwassermarschen auf. Ihr Gesang erinnert ein wenig an den der
Teichrohrsänger, die auch in Deutschland vorkommen. Das Gefieder
der Mariskensänger ist schlicht bräunlich gefärbt. Auffällig ist
lediglich ihr weißer Überaugenstreif. Der Rücken und die
Flügel dieser Vögel sind rötlich braun gefärbt und
der Bauch ist hellgrau. Die Abbildung in diesem Absatz zeigt ein singendes
Männchen.
Mittelmeermöwe (Yellow-legged Gull, Larus michahellis)
An der Küste Mallorcas sowie auf La
Dragonera leben zahllose Mittelmeermöwen, deren Geschrei ohrenbetäubend laut
sein kann. Die Vögel kreisen oft in großen Gruppen am Himmel.
Ihr orangeroter Irisring macht
die bis zu 67 Zentimeter großen Vögel unverkennbar. Auf dem Unterschnabel
tragen sie im Erwachsenenalter einen roten Fleck. Die Beine und Füße dieser
Möwenart sind gelblich oder selten leicht orange gefärbt, woran man die Spezies
erkennen kann.
Pfau (Indian Peafowl, Pavo christatus)
Im Naturpark Reserva de
Galatzó lebten während meines Besuchs des Naturparks neben vielen
unterschiedlichen Entenarten einige frei laufende Pfauenpaare. Die nebenstehenden
Abbildungen zeigen ein Männchen (links) und ein Weibchen (rechts). Aufgrund ihrer
ausladenden, prächtig gefärbten Schleppenschwänze erreichen
die Männchen eine Körperlänge von bis zu 230 Zentimeter, die Weibchen
muten dagegen mit ihrer Größe von nur rund 90 Zentimeter vergleichsweise klein an.
Rauchschwalbe (Barn Swallow, Hirundo rustica)
Nur während des Sommerhalbjahres leben die etwa 19 Zentimeter langen Rauchschwalben
auf Mallorca. Man erkennt die Tiere im Flug an ihrem sehr tief gegabelten
Schwanz. Ihre Flügelspannweite beträgt fast 35 Zentimeter, und sie schnellen
im für Schwalben typischen Stil in akrobatischen Manövern durch
die Luft. Die Oberseite dieser Vögel schimmert herrlich schwarzblau.
Nur selten hat man die Möglichkeit, Rauchschwalben aus nächster
Nähe zu betrachten, da sie fast ständig fliegen. Während
meines Mallorcaurlaubs Anfang April 2002 hing mehrere Tage lang ein
Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer, das ausgesprochen schlechtes
Wetter und Stürme mit sich brachte. Auf der Insel fanden sich
Rauchschwalben in sehr großer Zahl, die vermutlich dort einen Notstopp
hatten einlegen müssen, weil sie aufgrund des schlechten Wetters nicht
weiter nach Norden ziehen konnten. Viele der Vögel landeten erschöpft
auf den Straßen, wo sie mit ausgebreiteten Schwingen saßen und
einen mitleiderregenden Anblick boten.
Rotkehlchen (European Robin, Erithacus rubecula)
Während meiner Wanderung durch die
Reserva
de Galatzó sah ich eine große Zahl sehr zutraulicher
Rotkehlchen. Eines von ihnen war so unerschrocken, dass es mir auf
den Kopf flog, als ich es fotografieren wollte. Die kleinen Singvögel
mit dem unverkennbaren, orangeroten Lätzchen und Gesicht werden bis
zu 14 Zentimeter lang. In dem Naturpark sind die Vögel deshalb so zutraulich,
weil sie vom Menschen gefüttert werden - leider meist mit nicht artgerechter
Kost, den der Gesundheit der Vögel auf die Dauer schadet. Foto © Monika Brandstetter
Samtkopf-Grasmücke (Sardinian Warbler, Sylvia melanocephala)
Ein weiterer typischer Vertreter der südeuropäischen Vogelwelt
ist die Samtkopf-Grasmücke, die durch ihren fröhlichen, perlenden
Gesang auffällt. Bis zu 15 Zentimeter werden die Vögel mit dem leuchtend
roten Augenring und dem schwarzen Köpfchen groß. Auf Mallorca
trifft man sie nahezu überall an. Da die Vögel recht scheu
sind, muss man ein wenig Glück haben, um sie aus der Nähe betrachten
oder fotografieren zu können. Das nebenstehende Foto eines
Männchens gelang mir von einem Beobachtungsversteck aus, das sich im
Schutzgebiet von
S'Albufera
befindet.
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