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La Dragonera

Aussicht auf La Dragonera, oben rechts ist der Leuchtturm von Na Popi zu sehenEin besonders schöner Ausflug ist eine Fahrt zur kleinen, von Menschen unbewohnten Insel La Dragonera, die auf Deutsch "die Dracheninsel" heißt. Sie wird beispielsweise von Sant Elm und Paguera aus mit Booten angesteuert und steht unter Naturschutz. Auf dem 288 Hektar großen Eiland existiert eine endemische, das heißt nur dort vorkommende Eidechsenunterart: die Dragoneraeidechse (Podarcis lilfordi gigliolii). Die Tiere verstecken sich in den Sträuchern, rennen flink über die Wege oder sonnen sich in Mauerritzen. Während meines Besuchs Ende Februar 1999 ist das Inselchen voller Mittelmeermöwen gewesen, die erfreulich zutraulich gewesen sind und sich durch Spaziergänger nicht leicht aus der Ruhe bringen lassen haben. Da hat das Fotografieren richtig Spaß gemacht!

Übersicht La Dragonera

Olivenhain und gelbe Blüten auf La DragoneraDie 4,2 Kilometer lange und an ihrer breitesten Stelle 900 Meter messende Insel gehört zur Gemeinde Andratx. An der höchsten Stelle (353 Meter) von Dragonera erhebt sich der Leuchtturm von Na Popi. Obwohl in manchen Reiseführern geschrieben steht, dass Boote La Dragonera lediglich während der Hauptsaison ansteuern, kann man oft auch während der Nebensaison zur Insel schippern. Die Uhrzeiten für die Abfahrt und für die Abholung sollten Interessenten vor Ort erfragen. Sie variieren sowohl mit der Jahreszeit als auch je nach Anbieter der Bootstouren. Dasselbe gilt für die Preise und für die Aufenthaltszeit auf der Insel. Am besten wählt man einen Tourveranstalter, der einen möglichst langen Aufenthalt auf Dragonera ermöglicht. In manchen Fällen beträgt diese Verweildauer nur etwa eine Stunde, was für Naturfreunde bei weitem zu kurz ist. Lande- und Abholpunkt ist der Hafen von La Dragonera, der bei Cala Lladó zu finden ist. Auf Deutsch heißt dieser Bereich der Insel "Räuberbucht", weil dort in der Vergangenheit Räuber und Piraten an Land gegangen sind. Während man auf das Boot wartet, kann man im Hafenbecken Anemonen, kleine Fische und Quallen beobachten.

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Die Räuberbucht - Cala Lladó, sie ist vorne links zu sehenDa auf Dragonera keinerlei Einkehrmöglichkeiten vorhanden sind, muss man seinen Proviant selbst mitbringen. Nehmen Sie ausreichend Getränke mit, denn selbst im Februar wird es mitunter schon ziemlich heiß an den windgeschützten Stellen im Südwesten Dragoneras. Bitte lassen Sie keinen Müll auf der seit 1995 als Naturpark ausgewiesenen Insel zurück. Schauen Sie bei der Überfahrt aufmerksam aufs Meer hinaus, dann sehen Sie vielleicht einen der vielen Seevögel beim Fischen. Ich habe beispielsweise Kormorane (Phalacrocorax aristotelis) bei der Nahrungssuche beobachten können. Auf der Insel selbst sind diese schwarzen Vögel schwer auszumachen, ich habe dort keinen einzigen von ihnen entdeckt, obwohl ich die Küste aufmerksam abgesucht habe.

Cap Llebeig mit LeuchtturmEine gemächliche Wanderung zum südwestlichen Leuchtturm an der Cala Llebeig beziehungsweise Cala Llebeitx, siehe Abbildung rechts, dürfte für Menschen, die nicht gern waghalsig klettern, genau das Richtige sein. Die Steigungen des Weges sind kaum spürbar und auf dieser Seite der Insel herrscht oft Windstille. Schaut man unterwegs nach rechts und links, sind die unzähligen Rosmarinsträucher (Rosmarinus officinalis) nicht zu übersehen, die man vor allem dann, wenn die Sonne scheint, auch riechen kann. Durch die Sonnenstrahlen aufgeheizt, verströmen ihre Blätter den für die Pflanzenart typischen würzig-aromatischen Kräuterduft. Ein Spaziergang auf La Dragonera ist demnach nicht nur ein Erlebnis für die Augen, sondern auch für die Nase - sofern man den Duft von Rosmarin mag.

Möwen auf La DragoneraPraktisch auf der gesamten Insel trifft man auf rastende Mittelmeermöwen (Larus michahellis, siehe Abbildung rechts). Viele dieser Vögel ziehen zudem ihre Kreise durch den Luftraum über La Dragonera. Ihre Spannweite von etwa 1,50 Meter ist recht beeindruckend. Die Tiere sind wenig scheu, ihre Fluchtdistanz liegt bei weniger als zwei Meter, was bedeutet, dass man sich ihnen problemlos mit der Kamera nähern kann. Zwischen den vielen Altvögeln finden sich im Frühjahr jugendliche Möwen, die im Jahr zuvor geschlüpft sind. Man erkennt sie an ihrer leicht unterschiedlichen Zeichnung mit den bräunlichen Flecken in den weißen Bereichen des Gefieders.

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Neben den Möwen kommt auf La Dragonera eine Reihe weiterer Vogelarten vor. Die meisten von ihnen hört man lediglich oder sieht sie allenfalls kurz, wenn sie zwischen den niedrigen Büschen hin und her fliegen. Besonders häufig anzutreffen sind Rotkehlchen (Erithacus rubecula), aber auch Samtkopfgrasmücken (Sylvia melanocephala melanocephala) habe ich ausmachen können. Eleonorenfalken (Falco eleonorae) habe ich hingegen leider nicht zu Gesicht bekommen, dafür ist der Frühling die falsche Jahreszeit. In den steilen Hängen Dragoneras soll sich eine der größten Kolonien dieser Vogelart befinden. Vor allem im Herbst kann man die schönen Greifvögel auf der Insel beobachten.

Balearen-Eidechse (Podarcis lilfordi)Nicht zu übersehen sind die Heerscharen von Balearen-Eidechsen (Podarcis lilfordi, siehe Abbildungen rechts), die auf dem Eiland heimisch sind. Man sollte sich ihnen möglichst vorsichtig nähern, damit sie nicht sogleich in das nächste Versteck verschwinden, weil sie sich gestört fühlen. Besonders gut kann man sie in den Ritzen der vielen Mauern betrachten. Mit ein wenig Glück kann man ihnen bei der Nahrungsaufnahme zusehen, wenn sie beispielsweise vom Nektar einer Rosmarinblüte trinken. Viele Spaziergänger bringen Obst als Proviant mit. Fallen kleine Stücke herab oder werden nicht essbare Teile weggeworfen, machen sich die Eidechsen meist in Windeseile darüber her, sie scheinen zum Beispiel Äpfel besonders zu mögen. Saftigen Früchte sind für die Tiere nicht nur Nahrung, sondern stillen auch ihren Durst, denn auf La Dragonera ist Süßwasser rar.

Olivenhain auf La DragoneraIn der Nähe des Hafenbeckens von La Dragonera liegt ein kleiner Olivenhain, den man erreicht, wenn man vom Anleger aus nach rechts geht und sich in Richtung der kleinen Landzunge hält. Zwar wird dieser Hain heutzutage nicht mehr bewirtschaftet. Die Bäume stellen jedoch herrliche Fotomotive dar und an jenem Ort trifft man meist nur wenige andere Tagesbesucher, sodass man La Dragonera dort von der sehr ruhigen Seite erleben kann. Im Frühling während meines Ausflugs zur Insel sind Teile der Wiese zwischen den Olivenbäumen ein gelbes Blütenmeer gewesen.

Mallorcas Steilküste von La Dragonera aus betrachtetBevor Sie sich von der hübschen, kleinen Insel verabschieden, sollten Sie unbedingt eingehend die Küstenlinie Mallorcas betrachten. Die steile Felsenküste bei Sant Elm sieht von La Dragonera aus besonders eindrucksvoll aus - lassen Sie diese Szenerie einfach auf sich wirken, siehe Abbildung rechts. Übrigens: Wer von Dragoneras Küste aus mit einem Fernglas das Meer beobachtet, hat sehr gute Chancen darauf, Meeresvögel direkt oberhalb der Wasseroberfläche jagen zu sehen.

 

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Weitere Informationen:

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