Auf Mallorca fühlen sich nicht nur die vielen Urlauber ausgesprochen wohl.
Auch eine große Zahl von Tierarten bewohnt die landschaftlich abwechslungsreiche
Mittelmeerinsel. Aus dem Reich der Insekten stammen beispielsweise die vielen hübschen
Schmetterlinge, die auf Mallorca im Sommerhalbjahr allgegenwärtig sind. Darüber
hinaus leben dort mehr als 1.600 Käferarten, was jedoch vermutlich
nur die wenigsten Urlauber interessiert. Allenfalls die schillernden, teils recht
bunten Libellen wecken die Aufmerksamkeit mancher Spaziergänger.
Ferner leben einige Reptilienarten auf Mallorca, darunter die Pityusen-Eidechse,
die zum Beispiel auf La
Dragonera als eigene Unterart vertreten beziehungsweise dort sogar
endemisch ist. Das bedeutet, diese Unterart kommt ausschließlich
auf La Dragonera, der winzigen Nachbarinsel Mallorcas, vor. Mit ein wenig
Glück gelingt es, Schildkröten oder eine der vier
Schlangenarten zu beobachten, die glücklicherweise allesamt ungiftig
sind.
Nur vier Arten aus dem Reich der Amphibien sind auf Mallorca
heimisch. Auch die Säugetierfauna ist auffallend arm, was jedoch
für Inseln ein typisches Phänomen ist. Igel, Mäuse, Ratten
und Wildkaninchen gehören zu den häufigsten
Säugetieren. Laut Fachliteratur sollen auf Mallorca 290 Vogelarten
vorkommen. Ich habe selbst sehr viele unterschiedliche Spezies beobachtet,
weshalb ich den
Vögeln eigene
Kapitel innerhalb dieses Reiseberichts gewidmet habe.
Leider kenne ich mich mit Insekten, Amphibien und Reptilien nicht
gut aus, so dass einige der weiter unten gezeigten Arten bislang
unbestimmt geblieben sind. Sollten Sie eine der abgebildeten Tierarten
kennen und identifizieren können, würde ich mich über eine
Nachricht freuen.
Entenmuschel (Goose Barnacle, Lepas anatifera)
Am Strand von C'an Picafort lag eine Sepiaschale, auf der sich etliche
Entenmuscheln niedergelassen hatten. Wieder im Wasser liegend, kamen die
kleinen Meeresbewohner augenblicklich aus ihrer schützenden Hülle
hervor und filterten mit Hilfe ihrer Tentakel Nahrung aus dem Wasser.
Die kalkhaltigen Behausungen der einzelnen Muscheln waren ein bis zwei Zentimeter lang,
weiß und trugen eine rötliche bis schwarze Zeichnung. Die Fangärmchen
der rechts gezeigten Entenmuscheln hatten eine Länge von etwas mehr als einem Zentimeter,
sie können aber bis zu vier Zentimeter lang werden. Sie sind radialstrahlig angeordnet.
An ihrem hinteren Ende ragte ein Fuß aus den Schalen der Entenmuscheln, der etwa
2,5 Zentimeter lang war und maximal vier bis fünf Zentimeter Länge erreichen
kann. Mit diesem Fuß hafteten die Tiere an der Sepiaschale.
Segelqualle (By-The-Wind Sailor, Velella velella)
Bei den rechts gezeigten zarten Gebilden handelt
es sich um junge Segelquallen, die 2002 aufgrund der schweren
Frühjahrsstürme zu hunderttausenden an Mallorcas Küsten
gestrandet sind. Die kleinen Quallen an den Stränden der Insel waren
durchscheinend, trugen jeweils einen leuchtend blauen Kranz und waren an der breitesten Stelle
ungefähr drei Zentimeter lang. Am Strand von C'an Picafort
schwammen in Gezeitentümpeln, die sich zwischen einigen
Felsen befanden, zahlreiche lebende Segelquallen, die mehr Glück
hatten als ihre im Sand verendeten Artgenossen. In den Tümpeln
trieben sie an der Wasseroberfläche und ließen deutlich
erkennen, wie sie sich im offenen Meer fortbewegen. Der Wind bläst
gegen den Teil des Quallenkörpers, der aus dem Wasser empor ragt. So können sich
die Tiere ohne eigenen Kraftaufwand durch das Wasser bewegen, wenn auch nicht
zielgerichtet. Einen interessanten Beitrag über die Segelqualle hat die Redaktion des
Magazins "Mare" auf ihrer
Website
veröffentlicht.
Große Pechlibelle (Blue-tailed Damselfly, Ischnura elegans)
Die am häufigsten vorkommende Kleinlibelle Mitteleuropas ist die
Große Pechlibelle. Im Feuchtgebiet
S'Albufera
fliegen diese zierlichen Geschöpfe in großer Zahl umher, sie sind aber
auch anderenorts auf Mallorca anzutreffen.
Man erkennt diese Libellenart daran, dass sie nahezu am gesamten Körper
glänzend schwarz gefärbt ist. Das achtes Körpersegment dieser
zwischen 30 und 30 Millimeter langen Libellen steht aufgrund seiner leuchtenden, himmelblauen
Färbung in auffälligem Kontrast zum restlichen Körper.
Die Augen der Großen Pechlibelle schimmern bläulich. Zwischen 35 und 45 Millimeter
beträgt die Flügelspannweite dieser Schlanklibellenart.
Trauer-Rosenkäfer (Chafer Beetle, Oxythyrea funesta)
Im Jahre 1761 beschrieb Poda diese Käferart, die in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika
sowie in Transkaukasien in warmen Gebieten vorkommt. Auch mir gelang es, diese Tiere
auf Mallorca zu beobachten. Auf einer gelben Blüte paarten
sich zwei dieser bis zu zwölf Millimeter langen Käfer, siehe Foto rechts.
Die Flügel und der Halsschild
dieser Käferart sind glänzend schwarz gefärbt und sie tragen weiße
Punkte. Die Flügeldecken weisen zudem fünf Längsstreifen auf. Junge Käfer
dieser Art sind daran zu erkennen, dass sie feine, dünne Härchen tragen.
Waldbrettspiel (Speckled Wood, Pararge aegeria)
Vor allem im Naturschutzgebiet S'Albufera
flogen viele der nebenstehend abgebildeten Schmetterlinge umher. Waldbrettspiele sind
sehr zierlich und haben eine Flügelspannweite von 32 bis 45 Millimetern.
Die Flügel dieser Falterart, die im Deutschen auch Laubfalter genannt wird,
sind mittel- bis dunkelbraun gefärbt und tragen kleine orangerote Flecken.
Auffällig sind die an den Spitzen der Vorderflügel liegenden Augenflecken,
auch am Hinterrand der Hinterflügel befinden sich je drei in einer Reihe angeordnete
Augenflecken.
Iberischer Wasserfrosch (Perez's Frog, Rana perezi)
Eine der vier auf Mallorca vorkommenden Amphibienarten ist der Iberische
Wasserfrosch. Viele Exemplare dieser Tierart kann man vom Frühling
bis zum Herbst im Naturschutzgebiet
S'Albufera
beobachten. Die Tiere sind ungefähr sieben bis 13 Zentimeter lang und
tragen einen für die Art typischen grünen Streifen auf dem
Rücken. An beiden Seiten dieses Streifens verläuft in rund einem
Zentimeter Abstand je ein bräunlicher Wulst. Vom Maul aus
erstreckt sich am Hals entlang bis zum Ansatz der Vorderbeine ein
gelblicher, heller Streifen.
Balearen-Eidechse (Lilford's Wall Lizard, Podarcis lilfordi)
Auf der Insel Dragonera, die Mallorca im Südwesten vorgelagert ist,
leben unzählige Balearen-Eidechsen. Unter sie mischen sich zudem einige Exemplare
einer Unterart, die den wissenschaftlichen Namen Podarcis lilfordi gigliolii
trägt und ausschließlich auf Dragonera beheimatet ist. Deshalb heißen diese
Tiere im deutschen Sprachraum Dragonera-Eidechsen. Bis zu zehn Zentimeter können
ausgewachsene Balearen-Eidechsen lang werden. Die Tiere sind überwiegend braun
gefärbt und manche tragen grüne Bereiche auf dem Körper (an den Flanken sowie
als Streifen auf dem Rücken).
Unbestimmte Tierart Nr. 1
An einem naturbelassenen Stück Strand in der Nähe von C'an
Picafort liefen einige Dutzend Exemplare der nebenstehend abgebildeten
Käferart geschäftig durch den Sand. Die zu den Laufkäfern (Carabide)
gehörenden Tiere waren rund drei
Zentimeter lang und überwiegend schwarz gefärbt. Das Körperglied direkt
hinter dem Kopf trug einen feinen, hellblauen Saum. Trafen sich zwei
dieser Käfer, begannen sie sofort miteinander zu kämpfen, wobei
sie versuchten, sich gegenseitig aus dem Weg zu schieben.
Unbestimmte Tierart Nr. 2
Auf dem feuchten Boden des Naturschutzgebietes
S'Albufera
fiel die rechts abgebildete Tierart kaum auf. Erst wenn sich die kleinen
Insekten bewegten, konnte man sie vom Untergrund unterscheiden. Sie erinnern
aufgrund ihrer Körperform an Grashüpfer, sind jedoch
überwiegend graubraun gefärbt. Markant ist lediglich das
gebänderte Muster im Rückenbereich der Insekten. Es handelt sich
bei diesen Tieren um weibliche Grashüpfer (Orthopteroida), eine
genauere Identifikation ist mir derzeit nicht möglich.
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