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Schafstelze (Yellow Wagtail, Motacilla flava iberiae)
In Europa kommt die bis zu 17 Zentimeter lange Schafstelze in vielen verschiedenen
Unterarten vor. Auf Mallorca lebt diejenige Unterart, die man vor allem
auf der Iberischen Halbinsel antrifft (Motacilla flava iberiae). Sie ist an ihrer
weißen Kehle und dem hellen Überaugenstreif zu erkennen. Insbesondere
während der Balzzeit, also wenn die Männchen ihr Prachtkleid tragen, sind die Tiere der
einzelnen Unterarten gut zu unterscheiden. In der Abbildung rechts ist ein
Männchen im Prachtkleid zu sehen, das von der im rechten Bild
gezeigten Position aus seinen kurzen Gesang vortrug. Foto der
Schafstelze beim Abflug ©
Walter Gladischefski
Schwarzkehlchen (Common Stonechat, Saxicola torquata)
Bei den Schwarzkehlchen trägt das Männchen einen tiefschwarzen
Kopf, siehe Abbildung rechts. Die Vögel erreichen eine Länge von
rund 12,5 Zentimeter. In der Balzzeit, die ins Frühjahr fällt, trägt
das Männchen von einer Singwarte aus sein relativ monotones Liedchen
viele hundert Mal am Tag vor. Auf Mallorca trifft man die zierlichen
Singvögel rund um das
Bóquer-Tal
in der Nähe der Stadt Port de Pollença besonders häufig
an. Das linke der beiden Fotos zeigt ein Männchen, rechts ist ein
Weibchen zu sehen.
Seidenreiher (Little Egret, Egretta garzetta)
Vielerorts lassen sich auf Mallorca die hübschen, nur 55 Zentimeter großen
Seidenreiher beobachten. Vor allem in den frühen Morgenstunden
beziehungsweise kurz nach Sonnenaufgang staksen die schlanken Vögel
an der Küste durchs Meerwasser, um ihr Frühstück zu erbeuten.
Im Feuchtgebiet von
S'Albufera
kann man die rein weiß befiederten Wasservögel besonders gut
beobachten. Von einem Beobachtungsversteck aus gelang mir die linke
Aufnahme, die einen jagenden Seidenreiher zeigt. Der nahe mit dieser Spezies verwandte
Silberreiher kommt ebenfalls in S'Albufera vor. Silberreiher sind fast
doppelt so groß wie Seidenreiher und haben im Unterschied zu den
kleineren Vettern einen leuchtend gelben Schnabel, durch den man die beiden
Arten leicht von einander unterscheiden kann. Foto des Seidenreihers im
Flug ©
Walter Gladischefski
Seidensänger (Cetti's Warbler, Cettia cetti)
Wandert man im Frühjahr entlang der Kanäle von
S'Albufera,
dröhnt dort immer wieder eine Vogelstimme ebenso urplötzlich wie
laut aus den Gebüschen. Eine kurze und abrupt endende Strophe aus
einer Vogelkehle lässt einen angesichts der enormen Lautstärke
garantiert neugierig nach dem Vogel suchen, der meist unmittelbar nach dem Ende seines
kleinen Liedchens davon flattert. Mit einer großen Portion Glück findet
man die 13 Zentimeter langen Seidensänger, bevor sie ihre Balzstrophe
vortragen. Da die Vögel jedoch ausgesprochen scheu sind, ist es leider sehr
schwierig, sie zu beobachten. Die Abbildung rechts zeigt ein Männchen
- unmittelbar bevor es damit begann, sein Lied zu schmettern.
Stelzenläufer (Black-winged Stilt, Himantopus himantopus)
In den Lagunen von S'Albufera
tummeln sich im Sommer etliche Stelzenläufer, die aufgrund ihrer
langen, dünnen und leuchtend roten Beine unverwechselbar
sind. Die Länge des Körpers vom Schnabel bis zur Schwanzspitze beträgt 36
Zentimeter, die Vögel sind demnach in etwa so groß wie Tauben. Da
Stelzenläufer recht scheue Tiere sind, kann man sie am besten aus einem der
Beobachtungsverstecke des Naturparks S'Albufera beobachten. Aufgrund des schwarzweißen
Gefieders, der langen Beine und des langen, spitzen Schnabels wirken diese Vögel wie
Miniaturausgaben von Weißstörchen. Auf der griechischen Insel
Korfu
gelang es mir, Stelzenläufer
aus
nächster Nähe zu beobachten und zu fotografieren. Foto der fliegenden
Stelzenläufer ©
Walter Gladischefski
Stieglitz (Eurasian Goldfinch, Carduelis carduelis)
Diese zwölf Zentimeter große Finkenart ist in ganz Europa heimisch. Auf Mallorca
halten sich Stieglitze am liebsten in lichten Wäldern auf. Aufgrund ihrer
leuchtend gelben Flügelbinden fallen sie im dichten Grün vor allem
während des Fluges auf. In Deutschland werden die Vögel auch
Distelfinken genannt, da sie sich gern von den reifen und halbreifen Samen
verschiedener Distelarten ernähren.
Stockente (Mallard, Anas platyrhynchos)
Insbesondere im Naturpark Reserva
de Galatzó trifft man allerorten auf Stockenten. Diese rund 58 Zentimeter
lange Wildentenart ist in ganz Europa heimisch. Einige Vertreter dieser
Spezies lassen es sich nicht nehmen, in den Hafenbecken der mallorquinischen
Küstenorte umher zu schwimmen und vom Menschen ins Wasser geworfene
Nahrung wie zum Beispiel Brot gierig zu verschlingen, was ich in C'an Picafort beobachtet
habe. Leider ist die Fütterung von Enten mit Brot alles andere als artgerecht und
führt auf die Dauer zu einer Unterversorgung mit Vitaminen und Nährstoffen, die
Vögel erkranken.
Tafelente (Common Pochard, Aythya ferina)
Rund 45 Zentimeter wird diese Tauchentenart groß. In den Lagunen und
auf den Kanälen von S'Albufera
sind die Tafelenten Überwinterer, die im Frühjahr nach Mitteleuropa
sowie nach Russland ziehen. Die Abbildung rechts zeigt ein schlafendes
Männchen im Prachtkleid. Mit ihrem rostroten Kopf sowie dem
überwiegend hellen Körper sind Tafelenten-Erpel unverwechselbar.
Die Augen der Erpel sind leuchtend rot gefärbt, was auf der
Abbildung in diesem Absatz bedauerlicherweise nicht zu sehen ist, da der schlafende Vogel seine
Augenlider geschlossen hielt.
Zwergstrandläufer (Little Stint, Calidris minuta)
Ein weiterer, äußerst scheuer Überwinterungsgast auf
Mallorca ist der Zwergstrandläufer. Diese maximal 14 Zentimeter lange
Vogelart hält sich bevorzugt auf Schlamm- oder Sandflächen
in der Nähe der Küste auf. Vor allem von der geschützten
Beobachtungsposition an der Lagune von S'Albufera
aus hat man relativ gute Beobachtungsmöglichkeiten und die
flinken Vögel mit ihren kurzen, geraden Schnäbeln laufen einem
mit ein wenig Glück über den Weg.
Zwergtaucher (Little Grebe, Tachybaptus ruficollis)
Bis zu 29 Zentimeter wird diese zierliche Vogelart lang, sie stellt den kleinsten Vertreter
der Lappentaucher dar. Das Foto rechts zeigt ein Männchen im
Prachtkleid, was am rostbraunen Kopf und Hals sowie an dem weißlich-gelben
Fleck im Schnabelwinkel zu erkennen ist. Der hintere Körperbereich
der Zwergtaucher ist weiß befiedert. Leider sind diese hübschen
Vögel extrem scheu und man sieht meist nur ihre hintere Körperhälfte
im Wasser verschwinden, weil sie panikartig abtauchen, sobald man sich ihnen
nähert. Im Sumpfgebiet von
S'Albufera
hat man vergleichsweise gute Chancen, Zwergtaucher beobachten zu können, weil die
Vögel dort recht häufig vorkommen und da sich im Schutzgebiet einige Beobachtungsverstecke
befinden.
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