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Auf Mallorca ist das Klima das ganze Jahr über
vergleichsweise mild. Zwar kann es im im Winter vorübergehend
empfindlich kalt werden, doch meist wird die Insel von der Sonne
verwöhnt, was sich in einer großen Pflanzenvielfalt
bemerkbar macht. In abgeschiedenen Gebieten lassen sich schöne
botanische Wanderungen unternehmen. Doch auch in den Touristenzentren
ganz in der Nähe der Hotels oder Ferienhäuser ist die Natur
präsent. In den Gärten der
Urlaubsunterkünfte und am Rand der Ortschaften ist viel
Grün zu finden. Besonders schön ist es
auf auf Mallorca,
wenn bei uns der Spätwinter das Land noch im Griff hat. Am
Mittelmeer hat dann der Vorfrühling bereits Einzug gehalten
und auf Mallorca blühen allenthalben unzählige
Pflanzen, die unsere Sinne mit ihren Farben und ihrem Geruch
betören.
An manchen Stellen der Insel duftet es stark nach
süßen Blüten oder aromatischen
Kräutern wie Rosmarin, so dass man
während eines Spaziergangs quasi ganz nebenbei eine
Aromatherapie"sitzung" durchführt. Generell gibt es im im Mittelmeerraum an vielen Stellen
wunderbare Möglichkeiten zum Erleben von Pflanzen. So haben
mich beispielsweise die blühenden Frühlingswiesen auf
Korfu
begeistert, und auch Liguria, die
Blumenriviera, soll ein wunderbares Reiseziel für
Pflanzenfreunde sein.
Neben den Abbildungen der Gewächse finden Sie
in den Mallorca-Pflanzenkapiteln jeweils eine Angabe, wann und wo das
entsprechende Foto entstanden ist. Die in diesem und in den
angegliederten Kapitel verwendeten Namen basieren auf einer Bestimmung
der Arten anhand von Fachliteratur beziehungsweise mit der freundlichen
Unterstützung von Experten. Bei der Identifizierung
einiger der Pflanzen hat sich außerdem die Online-Pflanzenbestimmung
von Pflanzen.org für mich sehr
bewährt. Irrtümer sind dabei freilich nicht
ausgeschlossen.
Afrikanische Tamariske (African
Tamarisk, Tamarix africana)
Auf einem
verlassenen Grundstück, das in etwa 50 Meter Entfernung vom
Strand lag, wuchs dieser Strauch. Afrikanische Tamarisken bevorzugen
feuchte und salzhaltige Böden sowie Flussufer als Standort.
Das abgebildete Exemplar war rund zwei Meter hoch und voller
rosafarbener, zierlicher Blüten. Grundsätzlich
können diese Tamarisken bis zu fünf Meter hoch
werden. Sie sind an ihren sehr dünnen und kleinen
grünen Blättern sowie den zartrosa bis weiß
gefärbten Blüten zu erkennen. (C'an Picafort, April
2002)
Aleppokiefer (Aleppo Pine, Pinus
halepensis)
Ursprünglich
war die Aleppokiefer auf Mallorca nicht heimisch.
Sie wurde auf der Insel vom Menschen eingeführt, der sie
vermutlich im 16. Jahrhundert insbesondere im Küstenbereich
großflächig anpflanzte. Mit diesen
Kiefernwäldern wollten sich die damaligen Bewohner Mallorcas
aller Wahrscheinlichkeit nach vor den Blicken und Angriffen durch
Piraten schützen. Die Nadeln der Aleppokiefern werden bis zu
zehn Zentimeter lang und sind leuchtend grün gefärbt.
Dazu bilden die rotbraunen Zapfen einen starken farblichen Kontrast.
Foto © Walter
Gladischefski (C'an Picafort, April 2002)
Aloe (Aloe, Aloe)
In
einem verwilderten Garten wuchsen mehrere Exemplare dieser
ursprünglich aus Südafrika stammenden Pflanzenart,
die es in letzter Zeit im Wellness- und Kosmetikbereich zu einer
gewaltigen Populatität gebracht hat. Am Boden bildet die Aloe
niedrige Rosetten aus, deren Blätter rötlich-violett
und hell gesprenkelt sind. Die nebenstehend abgebildeten
Blütenstände waren rund 1,5 Meter hoch. Durch einen
Klick auf die nebenstehende Abbildung gelangen Sie zu weiterem
Bildmaterial. (C'an Picafort, April 2002)
Amerikanische Agave (Agave, Agave
americana)
Im Durchmesser
war die nebenstehend abgebildete Pflanze etwas mehr als 1,5 Meter
groß. Ihre Blätter waren nahezu ebenso lang und sie
stand zusammen mit einigen etwas kleineren Exemplaren ihrer Art in
einem verwilderten Garten, der offenbar schon lange nicht mehr genutzt
worden ist. Amerikanische Agaven sind vor allem dann leicht zu
identifizieren, wenn sie in Blüte stehen, siehe Foto im
Reisebericht über Malta.
(C'an Picafort, April 2002)
Balearen-Johanniskraut (St. John's Wort, Hypericum
balearicum)
Auf
Felsen und in lichten, trockenen Wäldern gedeiht das
Balearen-Johanniskraut am besten. Die Sträucher erreichen eine
Höhe von bis zu etwa 1,2 Meter. An den Spitzen ihrer Zweige
befinden sich die gelben Blüten. In der Abbildung rechts, die
eine solche Blüte zeigt, kann man deutlich erkennen, wie die
Kronblätter seitlich abstehen. Das Balearen-Johanniskraut kam
ursprünglich nur auf den Baleareninseln vor. Einzig auf
Formentera ist es nicht vertreten. Heute finden sich außerdem
in in Ligurien, also Italien, einige verwilderte Büsche dieser
Johanniskrautart. (La Dragonera, Februar 1999)
Baum-Wolfsmilch (Tree Spurge, Euphorbia
dendroides)
An steinigen
Hängen in der Nähe des Meeres gedeiht auf La
Dragonera und Mallorca dieses Wolfsmilchgewächs. Der
Umfang der reichlich verzweigten Büsche kann bis zu zwei Meter
betragen. Im unteren Bereich der einzelnen Zweige sind die
Blätter dunkler gefärbt als oben, die
jüngsten Blätter sind zudem insgesamt zarter. Die
Scheinblüten sind becherförmig und
gelblich-grün mit einem heraushängenden Fruchtknoten.
(La Dragonera, Februar 1999)
Blasige Rauke (Arugula, Eruca
vesicaria sativa)
An
Wegrändern und auf Kulturland begegnet man auf Mallorca der
Blasigen Rauke. Die Pflanze ist einjährig und krautig; sie
erreicht eine Höhe von 20 bis 100 Zentimeter. Anhand ihrer bis
zu 2,5 Zentimeter langen, schmalen und tropfenförmigen Schoten
sowie den vergleichsweise großen Blüten mit ihren
vier Kelchblättern kann man die Pflanze, die im gesamten
Mittelmeerraum vorkommt, leicht erkennen. An manchen Orten rund um das
Mittelmeer wird die Blasige Rauke als Salatpflanze vom Menschen
kultiviert. (C'an Picafort, April 2002)
Borretsch (Borage, Borago officinalis)
In Deutschland
ist Borretsch als Küchenkraut bekannt und beliebt, am
Mittelmeer wächst und gedeiht diese Pflanze an vielen Orten in
freier Natur und nicht nur in Gärten. Vorzugsweise trifft man
wilden Borretsch auf Brach- und Kulturland sowie in Gärten an.
Ungefähr einen halben Meter groß war die rechts
gezeigte Pflanze, die im April leuchtend blaue Blüten trug;
Borretsch kann bis zu 70 Zentimeter groß werden. Die
bläulich-violett gefärbten Blüten sind
nickend, das heißt, ihre Öffnung hängt
meist ein wenig nach unten. (S'Albufera, April 2002)
Dissgras (Mauritanian Grass, Ampelodesmos
mauritanica)
In der Abbildung
ganz rechts sieht man Stockenten, die im
Landschaftspark Reserva de Galatzó
zwischen einigen üppigen Dissgrasbüscheln schlafen.
Dieses sehr langblättrige Gras ist ausdauernd und aufgrund
seiner beeindruckenden Größe leicht zu erkennen. Es
wächst nahezu überall auf Mallorca und liebt
schattige, leicht bewaldete Standtorte. Dissgras kann eine
Wuchshöhe von bis zu drei Meter erreichen, in manchen
Büchern wird diese Pflanze übrigens
gemäß der alten deutschen Rechtschreibung nach wie
vor als Diß oder Dißgras bezeichnet. (Foto links:
Caimari, April 2002; Foto rechts: Reserva de Galatzó,
Februar 1999)
Dreibeeriger Zeiland (Spurge Olive, Cneorum
tricoccon)
Die nebenstehend
abgebildete Pflanze wuchs an einem schattigen Hang; normalerweise
bevorzugt die Art trockene Felsfluren und gedeiht außerdem in
Küstennähe. Ganz unten in der
vergrößerten Abbildung sind einige der gelben
Blüten zu sehen, die reifen Beeren des Zeilands sind rot
gefärbt. Bis zu einem Meter hoch werden die weitestgehend
kahlen, stark verzweigten Sträucher. Ihre Blätter
sind wechselständig, intensiv grün gefärbt
und von ledriger Beschaffenheit. (Caimari, April 2002)
Dreikant-Lauch (Threecorner Leek, Allium
triquetrum)
Niedrig und
ausgesprochen zierlich ist die nebenstehend abgebildete Pflanzenart.
Die Blüten des Dreikant-Lauchs können eine
Höhe von bis zu 45 Zentimeter erreichen, ihre Öffnung
wies nach unten. Das abgebildete Exemplar dieser Pflanzenart wuchs auf
einem sandigen Streifen in einem Feuchtgebiet an einer schattigen
Stelle. In manchen Büchern wird diese Art auch Glöckchen-Lauch genannt.
(S'Albufera, April 2002)
Edel-Gamander (Germander, Teucrium
chamaedrys)
Der
Edel-Gamander ist ein meist recht niedriger Strauch, dessen
Stängel eine Wuchshöhe von durchschnittlich etwa zehn
bis 15 Zentimeter erreichen und maximal 35 Zentimeter hoch werden
können. Die Blätter sind dunkelgrün und die
Blüten violett bis rötlich gefärbt. Die
bevorzugten Standorte dieser Pflanzenart sind trocken und reich an
Sonnenlicht. Diese Pflanzenart wird auch als Echter
Gamander bezeichnet. (La Dragonera, Februar 1999, ©
Monika Brandstetter)
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