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Scharbockskraut (Lesser Celandine, Ranunculus ficaria)
Diese niedrige Blühpflanze sah ich im
Torrent de Pareis, wo sie
an feuchten, schattigen Stellen stand. Die Blüten hatten fast alle
zehn Blätter, einige elf. In der Nähe dieser Pflanzenart
wuchsen Krummstäbe.
Scharbockskraut wird mindestens zehn und maximal 30 Zentimeter hoch, es ist auch
in Deutschland relativ weit verbreitet.
(Torrent de Pareis, Februar 1999)
Schopfige Traubenhyazinthe (Feather Hyacinth, Muscari comosum)
An Felshängen, in Wäldern und auf Kulturland findet man diese
zwischen 15 und 50 Zentimeter, selten 80 Zentimeter hohe Pflanze. Aus einer Zwiebel
wächst ein kräftiger, blattloser Stängel empor, an dessen
Spitze sich der Blütenstand bildet. Im unteren Bereich des
Blütenstandes befinden sich einige blassbraune Blüten,
während weiter oben leuchtend violett gefärbte Blüten hervortreten.
Einzig die braunen Blüten sind fruchtbar, wobei die kleineren,
violett gefärbten Blüten das Auge deutlich mehr ansprechen. (S'Albufera,
April 2002, © Walter
Gladischefski)
Silberhülse (Argyrolobium, Argyrolobium zanonii)
Dieser zwischen 10 und 30 Zentimeter hohe Halbstrauch ist an seinem Grund oftmals
verholzt. Seine Stängel liegen entweder niedrig, also knapp über dem
Boden, oder aber sie wachsen fast senkrecht in die Höhe. Auf den
Stängeln befinden sich silbrige, seidige Härchen. Sämtliche
Blätter der Pflanze sind dreizählig und gestielt. An ihrer
Unterseite sind die Blätter dicht behaart, die Oberseite ist meist
kahl oder nur wenig behaart. Die Blüten der Silberhülse sind
goldgelb gefärbt und fallen daher besonders auf. Garriguen, Felsfluren, Trockenweiden und
Kiefernwälder sowie kalkige Böden bilden die bevorzugten
Standorte dieser Pflanzenart. In manchen Fachbüchern wird sie auch
Silberklee genannt. (C'an Picafort, April 2002)
Sommer-Knotenblume (Summer Snowflake, Leucojum aestivum)
Die Sommer-Knotenblume kommt auf Mallorca genau wie in Deutschland eher
selten vor. Man findet sie nur an einigen wenigen Stellen der Insel und
sie ist mit ihrer geringen Wuchshöhe von maximal 45 Zentimeter und den
zierlichen Blüten nicht besonders auffällig. In den Monaten April
und Mai, manchmal auch schon ein wenig früher, also ab Februar, trägt
sie an langen, schmalen, grün gefärbten Stielen je eine
weiße Blüte. An der Stelle, wo der Stiel in die Blüte
übergeht, befindet sich ein grüner Knoten. Am Ende der weißen
Blütenblätter liegen gelblich-grüne Bereiche, die für
die Art charakteristisch sind. Lange, schmale und dunkelgrüne Blätter
wachsen am Grund der Stiele, siehe Abbildung ganz rechts. Ich habe
die Sommer-Knotenblume auf Mallorca nur in der Schlucht
Torrent de Pareis
vorgefunden. (Beide Fotos Torrent de Pareis, April 2002)
Stacheliger Dornginster (Thorny Broom, Calicotome spinosa)
Auf trockenen bis sauren Böden, Brandflächen und Kahlschägen
ist der Stachelige Dornginster beheimatet. Dieser bis zu zwei Meter hohe
und aufrech wachsende Strauch ist nur wenig verzweigt und weißt
an alten Ästen kräftige Dornen auf. Seine Blätter sind
dreizählig und gestielt. Ihre Unterseite ist behaart, die Oberseite
ist normalerweise unbehaart, gelegentlich zeigt sie jedoch einen feinen
Flaum. Zwölf bis 18 Millimeter Länge weisen die leuchtend gelben Blüten
des Stacheligen Dornginsters auf. (C'an Picafort, April 2002)
Stechwacholder (Prickly Juniper, Juniperus oxycedrus macrocarpa)
Auf Dünen und Felsen ganz in der Nähe der Küsten Mallorcas
stehen vielerorts große Stechwacholdersträucher. Die Pflanzen
können eine Höhe von bis zu drei Meter erreichen. Ihre
Nadeln erreichen eine Länge von etwa 2,5 Zentimeter. Nur die weiblichen
Blüten wachsen zu den Früchten heran, wie sie in der nebenstehenden
Abbildung zu sehen sind. (C'an Picafort, April 2002)
Stechwinde (Prickly Ivy, Smilax aspera), Normal- und Gebirgsform
Bei dieser Pflanzenart handelt es sich um ein verholztes Lianengewächs,
das in Macchien, Hecken, Wäldern und an Mauern bevorzugt gedeiht, sie kann eine
Wuchshöhe von bis zu 15 Meter erreichen. Die Abbildung ganz rechts zeigt die
Gebirgsform der Stechwinde, wie sie beispielsweise im
Bóquer-Tal
auf Mallorca vorkommt. In
dieser Wuchsform bildet die Pflanze keine Blätter aus. Auf dem
linken Foto ist die Normalform der Stechwinde abgebildet, die längliche,
leicht herzförmige Blätter bildet. (Foro links: C'an Picafort,
April 2002; Foto rechts: Valle de Bóquer, Februar 2002)
Vielblütige Heide (Heather, Erica multiflora)
Eine ebenfalls weit verbreitete Pflanze auf Mallorca ist die Vielblütige
Erika, die auch Straucherika genannt wird. Der Strauch
ist immergrün, mehrjährig und mit dunkelgrünen, schlanken
Blättern bewachsen, die eine Länge von bis zu 14 Millimeter erreichen.
Die Blüten dieser Pflanzenart sind rosa und
enthalten jeweils einen geraden oder zurückgebogenen Zipfel an ihren
vier Kelchblättern. Die bevorzugten Standorte der Vielblütigen
Heide sind immergrüne, trockene Macchien sowie lichte Wälder.
Auch auf kalkigen, felsigen Hügeln und auf kalkigen Böden
fühlt sich die imposante Pflanze besonders wohl. (Reserva de Galatzó,
Februar 1999)
Weiße Resede (White Mignonette, Reseda alba)
Auf Kulturflächen oder Arealen, auf denen überwiegend
Unkraut wächst, findet man auf Mallorca die Weiße Resede. Diese
Pflanze wird zwischen 30 und 80 Zentimeter hoch, ist oben verzweigt und trägt am
Stiel wechselständig ihre Blätter. Der Blütenstand ist
über und über voll mit kleinen, weißen Blüten.
Man findet die Weiße Resede in manchen Büchern auch unter
dem abweichenden Namen Weißer Wau. (C'an
Picafort, April 2002)
Weißliche Zistrose (Grey-leaved Cistus, Cistus albidus)
In Garriguen und auf sonnigen Hängen kommt die Weißliche
Zistrose vor. Sie gedeiht auf nahezu sämtlichen Bodenarten, wächst
jedoch bevorzugt auf felsigem Kalk. Die Sträucher können bis
zu 1,5 Meter hoch werden, sind dicht verzweigt und verströmen einen leichten,
aromatischen Kräuterduft. Purpurne bis rosa gefärbte Blüten
zieren die Pflanze. In der Mitte der Blüten befinden sich gelbe bis
orangegelb gefärbte Staubblätter, die in großer Zahl
vorhanden sind. (Caimari, April 2002)
Zwergpalme (Mediterranean Fan Palm, Chamaerops humilis)
In Deutschland kennt man die Zwergpalme eher aus der Kultur für das
Haus. Auf Mallorca wächst diese zierliche Fächerpalmenart
in freier Natur und erreicht dort eine durchschnittliche Höhe von
zwei Meter. Die bevorzugten Standorte der Zwergpalme sind Felsfluren und
Garriguen.
Die kleinen Palmen scheinen sehr hart im Nehmen zu sein, da
man sie auch auf der ständig windgepeitschten Formentor-Halbinsel
im Nordwesten Mallorcas in großer Zahl antrifft. Dort schmiegen sich
die zierlichen Pflanzen dicht an den teils nackten Fels.
Bei dieser Palmenart handelt es sich im Übrigen um die einzige wirklich
echte Palme, die in ganz Europa natürlich vorkommt. Alle anderen Wildpflanzen,
die auf unserem Kontinent im alltäglichen Sprachgebrauch als Palmen bezeichnet
werden, gehören anderen Pflanzengruppen an. (Reserva de Galatzó, Februar 1999)
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