Extremadura

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Dehesas und Flüsse

Dehesa bei Trujillo in der ExtremaduraIn der Extremadura existiert eine Landschaftsform, die im Spanischen als "Dehesas" bezeichnet wird. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Region und beherbergt eine artenreiche Flora und Fauna. Der deutsche Name für diese Kulturlandschaft lautet Hutewald. Es handelt sich hierbei um beweidete Eichenhaine. Entstanden sind die Dehesas in der Extremadura dadurch, dass die ursprünglich viel dichteren Steineichenwälder (Quercus ilex) durch Nutztiere wie Ziegen, Schafe oder Rinder beweidet worden sind. Die Wälder sind mit der Zeit etwas lichter geworden, daraus haben sich die heute typischen Eichenhaine mit ihrem lockeren Baumbestand entwickelt.

Río Almonte westlich von JaraicejoDurch diese Dehesas fließen einige Flüsse und breite Bäche, die niemals begradigt oder anderweitig vom Menschen in großem Stil manipuliert worden sind. Deshalb bilden sie nicht nur die ideale natürliche Bewässerung für die Dehesas, sondern sind zudem ein Refugium für allerlei wasserliebende Tier- und Pflanzenarten. Weil die Flüsse eng mit den Dehesas verknüpft sind, ist beiden ein gemeinsames Kapitel meines Reiseberichts gewidmet. Während meiner Reisen in die Extremadura habe ich vor allem den Río Almonte an verschiedenen Stellen besucht (Koordinate 1 für Google Earth Koordinaten für Google Earth herunterladen und Koordinate 2 für Google Earth Koordinaten für Google Earth herunterladen). Er fließt in der Nähe von Trujillo durch die Landschaft und bietet Naturfreunden die Möglichkeit, eine große Artenvielfalt zu beobachten. 

Silhouette einer Steineiche (Quercus ilex) in einer DehesaDoch zunächst einmal zurück zu den Dehesas. Ihre Böden sind meist relativ arm an Nährstoffen, sodass eine schonende Kultivierung erforderlich ist, um sie nicht völlig auszulaugen und somit die Landschaft zu zerstören. Ackerbau lässt sich auf diesen Böden nur schlecht betreiben, weshalb in Spanien ein anderer Weg gewählt wird. Die weitläufigen Dehesas werden als Weiden genutzt, wobei die Bäume als wirksamer Schutz vor Erosion dienen. Außerdem liefern die Steineichen den Tieren Nahrung, denn zum Beispiel die Iberischen Schweine ernähren sich zu großen Teilen von den Eicheln. Auch für in Spanien überwinternde Kraniche aus Nord- und Mitteleuropa sind die Früchte der Dehesas überlebenswichtig.

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Mächtiger Baum in einer DehesaBefindet man sich auf einer solchen Weidefläche, so entstehen aufgrund der Weite der Landschaft sehr leicht Assoziationen mit afrikanischen Gegenden. Aus diesem Grund werden die Dehesas oft auch als "mediterrane Savannen" bezeichnet - ein wirklich treffender Beiname. Außer den fast allgegenwärtigen Steineichen (Quercus ilex) finden sich in der Extremadura ferner Korkeichen (Quercus suber), vereinzelt trifft man auch auf Portugiesische Eichen (Quercus faginea) und Pyrenäeneichen (Quercus pyrenaica). Wildblumen und -kräuter sowie Gräser bedecken die Böden der Dehesas. Nicht mehr genutzte Flächen erkennt man daran, dass sich Sträucher und Büsche auf ihnen ungehindert ausbreiten können, weil sie von den Tieren nicht durch Fraß kurz gehalten werden.

Rothuhn (Red-legged Partridge, Alectoris rufa)Für Vogelbeobachter lohnen die Dehesas und auch die Flussläufe und Bäche einen ausgiebigen Besuch. Gefiederte Bewohner unterschiedlicher Habitate treffen in dieser Landschaft aufeinander: Waldbewohnenden Vögeln kann man in den Dehesas ebenso begegnen wie Steppenbewohnern und jenen Arten, die Kulturland als Lebensraum bevorzugen. Etliche Wasservögel sind dort ebenfalls zu finden. In den dichter mit Bäumen bestandenen Dehesas leben beispielsweise Amseln (Turdus merula), Buchfinken (Fringilla coelebs), Elstern (Pica pica) und Buntspechte (Dendrocopos major). Jene Bereiche, in denen weniger Bäume stehen, beherbergen Arten wie Blauelstern (Cyanopica cyana), Bienenfresser (Merops apiaster), Steinkäuze (Athene noctua), Wiedehopfe (Upupa epops), Rothühner (Alectoris rufa), siehe Foto in diesem Absatz, Girlitze (Serinus serinus) und Grauammern (Emberiza calandra).

Bachstelze (Motacilla alba) am Río AlmonteOffenere Dehesas ziehen neben verschieden anderen Tieren wie Hasen auch Vogelarten wie Kiebitze (Vanellus vanellus), Raubwürger (Lanius excubitor), Zwergtrappen (Tetrax tetrax), Triele (Burhinus oedicnemus) und verschiedene Lerchen an. Jene Dehesas, auf denen sich Büsche und Hecken finden, bieten Provence- und Samtkopf-Grasmücken (Sylvia undata und Sylvia melanocephala melanocephala) sowie Rotkopfwürgern (Lanius senator) ein Zuhause. Selbst kleinere Teiche ziehen Wasservögel an, unter ihnen Stockenten (Anas platyrhynchos) oder Schnatterenten (Anas strepera) sowie Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus). An den Flussläufen können Bachstelzen (Motacilla alba), siehe Foto in diesem Absatz, Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) und andere wasserliebende Arten beobachtet werden. Es lohnt sich also, längere Spaziergänge durch die unterschiedlichen Formen der Dehesas zu unternehmen und die Augen nach Vögeln offen zu halten. Dabei sollte man nicht vergessen, gelegentlich nach oben zu schauen, denn am Himmel kreisen oft Greifvögel wie die stattlichen Gänsegeier (Gyps fulvus).

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Dehesa mit einem Bachlauf Landschaft am Ufer des Río Almonte
  Dehesa mit einem Bachlauf   Landschaft am Ufer des Río Almonte  

Schafe weiden auf einer Dehesa Hügelige Landschaft mit dehesas
  Schafe weiden auf einer Dehesa   Hügelige Landschaft mit Dehesas  

Dehesa mit lockerem Baumbestand Dehesa mit weidenden Rindern
  Dehesa mit lockerem Baumbestand   Dehesa mit weidenden Rindern  

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Dichte Ufervegetation am Río Almonte Ufer des Río Almonte
  Dichte Ufervegetation am Río Almonte   Ufer des Río Almonte  

Alte Brücke am Río Almonte Brücke am Río Almonte im Detail
  Alte Brücke am Río Almonte   Brücke am Río Almonte im Detail  

Alte Brücke am Río Almonte im Gegenlicht Río Almonte bei Aldeacentenera
  Alte Brücke im Gegenlicht   Río Almonte bei Aldeacentenera  

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Ziegenherde am Río Almonte Vegetation im seichten Río Almonte
  Ziegenherde am Río Almonte   Vegetation im seichten Río Almonte  

360°-Panorama einer Dehesa:

Panorama einer Dehesa

 

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Weitere Informationen:

Naturgucker.de Río Almonte bei
      Jaraicejo bei Naturgucker.de