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Grauammer (Corn Bunting, Emberiza calandra)
Obwohl sie Grauammer heißt, trägt diese Vogelart ein bräunliches Gefieder. Die Vögel sind 18 Zentimeter groß und kompakt gebaut, sie wirken daher recht kräftig. Der Schnabel ist dick und gelblich gefärbt. Er verrät deutlich die Nahrungsvorlieben der Grauammer: Sämereien, die durchaus ein wenig hartschaliger sein dürfen. Auch Insekten stehen auf dem Speisezettel dieser Vogelart, die vor allem im Bereich von Magerrasenflächen und -ebenen vorkommt. In ihrem gesamten europäischen Verbreitungsgebiet ist die Grauammer ganzjährig heimisch. Ihren Vorlieben für weite Grasflächen kommen die Ebenen und Dehesas der Extremadura sehr entgegen, so dass man die Grauammer dort recht häufig antrifft. Ihr Gesang ist recht markant, er klingt wie das Klirren eines Schlüsselbundes.
Spanischer Name: Triguero, Foto: 02.04.2009, Llanos de Belén
Graureiher (Grey Heron, Ardea cinerea)
Graureiher sind an Wasser gebunden, weshalb zu den bevorzugten Lebensräumen dieser Vögel Flussufer, Tümpel und Teiche gehören. Mit ihrer Größe von etwa 90 Zentimetern sind sie auffällige Erscheinungen, ihre Flügelspannweite beträgt rund 1,7 Meter. Auf der Stirn und am Oberkopf ist das Gefieder weiß gefärbt, der Hals ist grauweiß und der Rücken aschgrau gefiedert; dort verlaufen weiße Bänder. Typisch für diese Vogelart sind die schwarzen Augenstreifen oberhalb der Sehorgane sowie drei lange, nach hinten ragende Schopffedern. Außerdem tragen die Vögel drei schwarze Fleckenreihen, die sich vorn über den Hals erstrecken. Die Schwingen sind ebenfalls schwarz gefärbt. Der Speisezettel der Graureiher ist recht vielseitig: Neben Fischen lassen sie sich auch Frösche, Molche, Schlangen, Wasserinsekten, Feldmäuse oder Eier und Jungvögel schmecken. Im Volksmund wird diese Vogelart auch als Fischreiher bezeichnet.
Spanischer Name: Garza real, Foto: 03.04.2009, La Serena am Zujar-Fluss
Großtrappe (Great Bustard, Ortis tarda)
Wer einmal die Balz eines Großtrappenhahns beobachtet hat, der ist sicher fasziniert von diesem Spektakel, bei dem die Galane wie ein überdimensionaler Schneeball aussehen. Die bis zu 105 Zentimeter großen Tiere sind die größten Landvögel Europas - und obendrein die schwersten. Männliche Großtrappen können bis zu 16 Kilogramm schwer werden, die Weibchen wiegen rund vier Kilogramm. Die Flügel sind rötlichbraun gefärbt, Kopf und Hals grau und der Bauch weiß bis grauweiß. Über die Brust verläuft bei den Männchen ein rostrotes Brustband. Während der Balzzeit tragen die Männchen zudem weiße, längere Balzfedern, das sogenannte Prachtkleid. Dieses präsentieren sie den Weibchen in einer Weise, als würden sie sich selbst von innen nach außen krempeln. Großtrappen leben auf Weiden, Steppen und baumlosen Ackerflächen. Sie sind extrem scheu und halten zum Menschen einen Mindestabstand von etwa 400 bis 500 Metern. Mitunter hat man jedoch das große Glück, sie vom Auto aus beobachten zu können. Übrigens: Auch in Deutschland sollen diese herrlichen Vögel wieder angesiedelt werden.
Auf der Website des Fördervereins
Großtrappenschutz sind Bilder und Beiträge über diese imposanten Vögel zu finden.
Spanischer Name: Avutarda, Foto: 02.04.2009, Llanos de Belén
Habichtsadler (Bonelli's Eagle, Hieraaetus fasciatus)
In Südeuropa, Nordafrika und im südlichen Asien liegt das Verbreitungsgebiet des Habichtsadlers. Dieser rund 55 bis 67 Zentimeter lange Vogel bevorzugt trockene Gebiete mit Felsen als Lebensraum. Die Flügelspannweite der Vögel beläuft sich auf etwa 140 bis 175 Zentimeter, Weibchen sind meist circa zehn Prozent größer als Männchen. Darüber hinaus unterscheiden sich die Geschlechter äußerlich nicht. Auf der Oberseite und auf dem Kopf sind erwachsene Tiere dunkelbraun gefärbt, die Unterseite weisen eine weiße Grundfärbung auf und tragen eine variable schwarze Strichelung. Dies gilt auch für einen Teil der Flügel (kleine Unterflügeldecken).Die Flügel wirken im Flug insgesamt recht breit, ein weiteres auffälliges Merkmal ist die breite dunkle Schwanzbinde (Subterminalbinde).
Zwar sind Habichtsadler weltweit betrachtet nicht gefährdet. Doch in Spanien gehören die Tiere zu den seltensten Greifvögeln überhaupt.
Spanischer Name: Águila perdicera, Foto: 31.03.2009, Monfragüe-Nationalpark
Häherkuckuck (Great Spotted Cuckoo, Clamator glandarius)
In Spanien, in einigen Teilen Frankreichs, Italiens und der Türkei sowie in Portugal lebt der Häherkuckuck, der im Raum Südspanien ganzjährig vorkommt und das restliche europäische Verbreitungsgebiet nur im Sommer aufsucht. Diese Vogelart ist 38 bis 40 Zentimeter groß (also etwa elsterngroß), hat einen langen, dunklen Schwanz, dunkelgraue Flügel, einen grauen Bauch, eine cremefarbene Brust, deren Färbung zum Gesicht hin ein helles Beigebraun verläuft.
Den grauen Kopf ziert eine hellgraue Federhaube, die aufgestellt ist. Auf den Flügeln
tragen Häherkuckucke weiße Flecken. Die Vögel legen ihre Eier in Nester
von Rabenvögeln, sie bevorzugen Blauelstern und Elstern als unfreiwillige Ammen. In
lichten Wäldern, steppenartigen Landschaften und in Olivenhainen halten sich die Vögel am liebsten auf. Sie ernähren sich von großen Insekten wie Libellen oder Heuschrecken. Aber auch Raupen stehen auf ihrem Speisezettel. Der Häherkuckuck ist die einzige Vogelart der Extremadura, die behaarte Raupen zu sich nehmen kann. Weil im Frühling zahllose haarige Raupen in der
weiten Landschaft zu finden sind, leben dort entsprechend viele Häherkuckucke.
Spanischer Name: Críalo, Foto: 02.03.2006, Umland von Trujillo am Casa Rural "Las Canteras"
Haubenlerche (Crested Lark, Galerida cristata)
Einer der Charaktervögel der weiten Ebenen der Extremadura ist die Haubenlerche. Diese Vögel erreichen eine Körpergröße von bis zu 18 Zentimetern und sind eher unauffällig gefärbt. Die Grundfärbung ist auf der Körperunterseite hell, die Oberseite ist bräunlich gefärbt und trägt ein dunkles Streich- und Streifenmuster. Auch im Bereich der Brust finden sich einige dunkle Streifen. Auf dem Kopf tragen diese Vögel ein kleines spitzes Häubchen. In trockenem Grasland findet die Haubenlerche ihre Nahrung, die aus Wildkräutern und Gräsern besteht, im Winter wird diese Kost durch einige kleine Tiere ergänzt.
Spanischer Name: Cogujada común, Foto: 01.04.2009, Llanos de Trujillo y Cáceres
Hausrotschwanz (Black Redstart, Phoenicurus ochruros)
Hausrotschwänze kommen in Spanien und in der Extremadura vor allem dort vor, wo sie Felsen finden. Anders als in Deutschland, wo sie mit Häusern vorlieb nehmen, sind sie auf der Iberischen Halbinsel weniger an ein Leben in menschlichen Siedlungen angepasst. Die Vögel sind 14 Zentimeter lang und überwiegend dunkelgrau gefärbt. Der Bauch ist etwas heller als die Oberseite und der Schwanz ist rostrot, was der ihren Namen einbrachte. Männchen unterscheiden sich von den schlichter gefärbten Weibchen durch das schwarz gefärbte Gesicht, auch die Brust ist bei ihnen dunkel gefärbt. In diesem Abschnitt ist ein weiblicher Vogel zu sehen. Die Nahrung der Hausrotschwänze besteht hauptsächlich aus Insekten, die sie geschickt aus der Luft schnappen.
Spanischer Name: Colirrojo tizón, Foto: 02.04.2009, Cabañas del Castillo
Haussperling (House Sparrow, Passer domesticus)
Einer der häufigsten Stadtbewohner der Extremadura ist der Haussperling. Diese gesellig lebenden, 14,5 Zentimeter großen Vögel sind sehr eng an den Menschen gebunden. Vor allem in Städten und Dörfern trifft man sie an, wo sie jede sich bietende Nahrungsquelle geschickt zu nutzen wissen. Rund um Marktplätze beispielsweise hocken sie auf Dächern oder in den Ästen der Bäume und Büsche, um sich auf Brotkrümel und andere Leckereien zu stürzen. Männliche Haussperlinge sind an ihrer rötlichbraunen Färbung der Flügel sowie an der grauen "Kappe" und an der schwarzen Kehle zu erkennen, siehe Foto in diesem Absatz.
Weibliche Haussperlinge, siehe Foto rechts, sind schlichter gefärbt, sie tragen ein grau-braunes Gefieder. Ihre Flügel stehen farblich nicht so sehr in Kontrast zur restlichen Körperfärbung, wie dies bei den Männchen der Fall ist. Achtung, in Spanien kommt eine weitere Sperlingsart vor, die dem Haussperling recht ähnlich sieht: der Weidensperling. Männchen dieser Vogelart sind an den Flügeln und am Kopf rotbraun gefärbt, außerdem ist der schwarze Kehlbereich erheblich größer und erstreckt sich bis zu den Flanken. Während Weidensperlinge eher auf dem Land vorkommen, trifft man Haussperlinge vor allem in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen.
Spanischer Name: Gorrión, Foto oben: 02.03.2006, Monfragüe-Nationalpark, Foto unten: 02.03.2006, Trujillo
Heringsmöwe (Lesser Black-backed Gull, Larus fuscus)
Die Heringsmöwe kommt in Spanien nur im Winter vor. Normalerweise überwintert sie im Bereich der Küsten bis einige Kilometer weit ins Landesinnere. Deshalb war ich überrascht, einige dieser Vögel in der Extremadura, also im Binnenland, anzutreffen. Die Flügelspannweite der Heringsmöwe beträgt 140 Zentimeter, die Körpergröße liegt zwischen 52 und 56 Zentimetern. Dunkelgrau sind Rücken und Flügel dieser Möwenart gefärbt, die Beine und der Schnabel sind gelb gefärbt. Am Unterschnabel tragen Heringsmöwen einen hellroten Punkt. Auch die Augen sind leuchtend gelb gefärbt. Als Allesfresser sind die Heringsmöwen sehr flexibel, was ihre Ernährung angeht. Neben Fischen landen zuweilen sogar Mäuse in ihren Mägen.
Spanischer Name: Gaviota sombría, Foto: 03.03.2006, Umland von Cáceres
Kalanderlerche (Calandra Lark, Melanocorypha calandra)
Mit ihrer Körpergröße von 19 Zentimetern ist die Kalanderlerche recht groß. Ihr Körperbau ist kräftig, weshalb die Vögel relativ plump wirken. Der gelblich gefärbte Schnabel ist groß und zeigt an, dass diese Lerchen auch härtere Samen problemlos knacken können. Die Oberseite der Vögel ist bräunlich gefärbt, die Körperunterseite weiß. Hierzu stehen die schwarzen Halsflecken in Kontrast. Schwarz sind auch die Unterseiten der Flügel gefärbt, ihre hinteren Ränder sind weiß. Kalanderlerchen sind Bewohner von Gras- und Kultursteppen mit geschlossenem Bodenbewuchs. Sie ernähren sich im Sommer überwiegend von Insekten, wohingegen sie im Winter auf Sämereien umsteigen. Sie kommen fast auf der gesamten Iberischen Halbinsel vor, auch in Teilen Italiens, des Balkans, Griechenlands und auf Zypern sind sie in Europa heimisch. Ferner erstreckt sich ihr
Verbreitungsgebiet über Nordafrika, die Türkei und den Nahen Osten.
Spanischer Name: Calandria común, Foto: 02.03.2006, Llanos de Belén
Kiebitz (Northern Lapwing, Vanellus vanellus)
Erspäht man in Deutschland einen Kiebitz, so ist das vielerorts eine ganz besondere Sichtung, weil diese Vögel hierzulande sehr selten geworden sind. In der Extremadura sind sie hingegen kein ungewöhnlicher Anblick. Sie kommen dort vor allem in steppenartigen Lebensräumen und in den Dehesas in sehr großer Zahl vor. Zwischen 28 und 31 Zentimeter sind diese Vögel mit der unverwechselbaren Federhaube groß. Die Körperunterseite ist überwiegend
weiß gefärbt, über die Brust und Kehle erstreckt sich ein schwarzer Bereich.
Die Flügel sind braun mit grünlichem Schimmer gefärbt, die Unterschwanzdecke ist rostfarben. Während der Balzzeit im März tragen die Männchen ihre faszinierenden Balzflüge mit dem deutlich vernehmbaren Flügelwummern vor. Dieses Geräusch erzeugen die Vögel mit ihren speziell geformten Federn/Flügeln. Das gesamte Jahr über kann man Kiebitze in der Extremadura beobachten, in anderen Teilen Spaniens sind diese Vögel lediglich als Überwinterungsgäste in der kalten Jahreszeit ansässig.
Spanischer Name: Avefría europea, Foto: 02.03.2006, Llanos de Belén
Kormoran (Great Cormorant, Phalacrocorax carbo)
An Stauseen und Flüssen können in der Extremadura an vielen Stellen Kormorane beobachtet werden. Die Vögel werden bis zu 94 Zentimeter groß und können eine Flügelspannweite von rund 1,5 Metern erlangen. Erwachsene Tiere tragen im Schlichtkleid, also außerhalb der Fortpflanzungsperiode, am gesamten Körper schwarzes Gefieder, das metallisch glänzt. Im Prachtkleid zieren weiße Flecken ihre Schenkelansätze, der Nacken ist dann weißlich gefärbt und das Gesicht ist ebenfalls weiß. Am Schnabelgrund tragen die Vögel eine gelbliche Hautpartie. Der Schnabel ist recht lang und hakenförmig. Pro Tag verzehren diese Vögel rund 400 bis 500 Gramm Fisch. Kormorane können bis zu 35 Meter tief tauchen. Anders als das Gefieder anderer Vögel durchnässt ihr Federkleid und die Vögel müssen es nach jedem Tauchgang trocknen. Hierfür breiten die Kormorane die Schwingen aus und setzen sich in die Sonne, sofern diese scheint.
Spanischer Name: Cormorán grande, Foto: 31.03.2009, Monfragüe-Nationalpark
Kuhreiher (Cattle Egret, Bubulcus ibis)
Kuhreiher gehören zu den Vögeln, die auf fast allen Kontinenten heimisch sind. In Europa trifft man sie allerdings nur in Teilen der Iberischen Halbinsel ganzjährig an, in einigen anderen Gebieten, zum Beispiel in Frankreich, sind sie lediglich im Sommer zu finden. Die Körpergröße dieser gedrungen wirkenden Reiher liegt zwischen 48 und 53 Zentimetern, ihre Flügelspannweite variiert zwischen 90 und 96 Zentimetern. Im Schlichtkleid sind Kuhreiher rein weiß gefärbt, das Prachtkleid weist einige orangegelbe Bereiche auf, siehe Foto rechts. Schnabel, Beine und Augen der Kuhreiher sind gelb gefärbt. Die Vögel halten sich bevorzugt in der Nähe von Weidevieh auf,
weil sie die von den grasenden Tieren aufgescheuchten Insekten fressen. Auch kleine Frösche werden von den Vögeln nicht verschmäht.
Spanischer Name: Garza boyera, Foto: 03.04.2009, La Serena
Lachmöwe (Black-headed Gull, Larus ridibundus)
Viele Möwenarten sind an das offene Meer als Lebensraum gebunden, Lachmöwen gehören hingegen zu den sogenannten Binnenmöwen, die nicht nur an den Küsten, sondern auch im Landesinnern vorkommen. Nahezu die gesamte Iberische Halbinsel dient dieser 36 Zentimeter großen Vogelart als Überwinterungsgebiet. Das Ruhekleid der Lachmöwe ist fast ganz weiß gefärbt, die Flügel sind hellgrau gefärbt und hinter den Augen befindet sich an beiden Seiten des Kopfes je ein dunkler Fleck. Die Beine sind orange gefärbt und der Schnabel hellrot mit schwarzer Spitze. Im Prachtkleid tragen Lachmöwen ein auffälliges, schwarzes Kopfgefieder mit weißen Augenringen. Der Schnabel ist dann komplett rot gefärbt. Kleine Fische, Insekten, Würmer und Aas stehen auf dem Speisezettel dieser Möwenart.
Spanischer Name: Gaviota reidora, Foto: 01.04.2009, Llanos de Trujillo y Cáceres
Mäusebussard (Common Buzzard, Buteo buteo)
In Spanien gibt es eine große Zahl von Greifvögeln, darunter der Mäusebussard. Während er in Deutschland die häufigste Greifvogelspezies ist, so ist er in der Extremadura nur einer unter vielen. Dennoch kann man die stattlichen Vögel an vielen Stellen beobachten. Zu erkennen sind diese Vögel an ihren abgerundeten Flügeln und am kurzen, rund gefächerten Schwanz. Mäusebussarde stoßen oft ihre weithin hörbaren Rufe aus, die wie "hiäh" klingen. Die Vögel sind bis zu 57 Zentimeter lang und variabel gefärbt. Viele Individuen sind braun, weiß und grau gefiedert. Gelblich ist die Nasenhaut gefärbt und der Schnabel ist dunkel. Kleine Säugetiere wie Maulwürfe, Ratten, Mäuse, aber auch Jungvögel anderer Arten, Eidechsen oder Insekten stehen auf ihrem Speisezettel.
Spanischer Name: Ratonero común, Foto: 03.03.2006, Umland von Cáceres |
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