Malediven

Startseite

· Malediven allgemein
· Kulinarisches
· Atolle
· Pflanzen
· Landtiere
· Meerestiere
  · Teil 1
  · Teil 2
  · Teil 3
  · Teil 4
  · Teil 5
  · Teil 6
  · Teil 7
  · Teil 8
· Ökosystem
  Korallenriff
· Schnorchelreviere
· Literatur & Linktipps

Schnorchelreviere

Korallenstock mit Dreibinden-Preußenfischen (Dascyllus aruanus)Für die meisten Menschen sind die Malediven das Tauchrevier schlechthin. Es ist jedoch (zum Glück!) keineswegs so, dass man die artenreiche Unterwasserwelt nur tauchend erkunden kann. Beim Schnorcheln bieten sich mindestens ebenso spannende Einblicke in das Leben der tropischen Meerestiere. In den Gewässern rund um die maledivischen Hotelinseln gibt es unzählige wunderbare Schnorchelreviere. Allerdings sieht es unter Wasser nicht überall gleich aus, denn je nachdem, auf welcher Hotelinsel man seinen Urlaub verbringt, können die Einblicke in die Unterwasserwelt grundverschieden sein. Dies sollte man bei der Reiseplanung unbedingt berücksichtigen, wenn man beispielsweise Wert auf ein spektakuläres Hausriff legt. Auf der Abbildung in diesem Absatz sind Dreibinden-Preußenfische (Dascyllus aruanus) zu sehen. Foto: Juli 2002, Sun Island

Die Inseltypen und ihre Eigenschaften

Eine Handtuchtyp-Insel vom Flugzeug aus gesehenJede der rund 1.190 Malediveninseln ist einzigartig in ihrer Form. Dennoch lassen sich alle Eilande grob in drei Kategorien einteilen: der Halbmondtyp, der Handtuchtyp, siehe Foto rechts, und der Rundformtyp, der in manchen Literaturquellen auch als Spiegeleityp bezeichnet wird. Handtuchtyp-Inseln sind meist lang und schmal, einige Beispiele sind Dhigufinolhu, Kuramathi und Ari Beach. Neben ihnen liegt an mindestens einer Seite eine Lagune, also ein Bereich, in dem das Wasser relativ flach ist. Im Fall von Sun Island (Süd-Ari-Atoll) beispielsweise befindet sich im Süden der lang gezogenen Insel eine riesige Lagune, die vom Strand bis zur Riffkante einige hundert Meter breit ist. Foto: Juni 1998

Nur wenige Meter von der Riffkante der Handtuchtyp-Inseln entfernt, kann man in aller Regel noch immer bequem im Wasser stehen. Bei Ebbe reicht das Wasser einem Erwachsenen etwa bis zur Hüfte. Der äußere Bereich einer Lagune, der an ein Riff grenzt, wird Riffdach genannt. Dort befinden sich meist sehr viele Korallen, man sollte sich niemals auf diese filigranen Gebilde stellen! Wenn man sich unbedingt hinstellen muss, dann bitte stets auf einen sandigen Fleck zwischen den Korallen, um nichts zu zerstören.

Eine Spiegeleityp-InselSpiegeleityp-Inseln, siehe Foto rechts, haben meist keine oder wenn nur sehr kleine Lagunenbereiche, dafür jedoch in aller Regel schöne Riffkanten, die meist recht steil abfallen. Einige Beispiele für diesen Inseltyp sind Soneva Fushi, Banyan Tree und Embhoodhoo. Die meisten Eilande des dritten Typs, also die Halbmondtyp-Inseln liegen in Großatollen. Sie haben in aller Regel eine große Lagune auf der einen Seite und ein leicht erreichbares Hausriff an der anderen Seite. Zu dieser Inselkategorie gehören unter anderem Mirihi, Athuruga und Machchafushi. Foto: Juni 1998

Zum Seitenanfang ↑

Im Rausch der Tiefe: Schnorcheln an der Riffkante

Die Riffkante von Sun IslandWer gern an spektakulären, steil abfallenden Riffkanten schnorchelt und diese in unmittelbarer Nähe haben möchte, der sollte auf einer Spiegeleityp-Insel seine Ferien verbringen. Riffkanten sind etwas Wundervolles. Den Anblick der schier bodenlosen Tiefe und das intensive Blau des Ozeans lässt den Atem stocken. An solchen Riffkanten patrouillieren oft einige Großfische oder auch Haie, Meeresschildkröten sind dort ebenfalls keine Seltenheit. Zudem schmiegen sich unterschiedliche Korallenarten an die steilen Wände des Riffs, die wiederum zahllose kleine und mittelgroße Fische anziehen. Um so manche Geweihkoralle schwimmen ganze "Wolken" kleiner Riffbarsche und zwischen den einzelnen Korallenbereichen ziehen manchmal große Schulen farbenfroher Doktorfische ihre Bahnen. Man fühlt sich, als wäre man mitten in einem großen Aquarium gelandet, in dem hunderte Bewohner umher wuseln. Auch manche Handtuchtyp-Inseln haben schöne Riffkanten, am besten ist dies im Einzelfall zu überprüfen. Die Abbildung in diesem Absatz zeigt die Riffkante von Sun Island, die leider durch den El Niño von 1998 stark zerstört worden ist. Foto: Juli 2002, Sun Island

Blaustreifen-Doktorfisch (Acanthurus lineatus) an KorallenWo man an einer Riffkante auch hinschaut, es gibt immer etwas zu sehen: Eine Seegurke stopft sich mit ihren langen Tentakel Nahrung in die Mundöffnung, ein großer Papageifisch beißt deutlich vernehmbar in Korallen, ein flinker, kleiner Gemeiner Putzerlippfisch erledigt seine "Arbeit" an einem Drückerfisch und in den nesselnden Anemonen jagen kleine Anemonenfische einander hin und her. Diese vielfältigen visuellen - und beispielsweise im Fall der Papageifische teils auch akustischen - Eindrücke werden jedoch hin und wieder durch die Tatsache getrübt, dass der Seegang an den Riffkanten recht hoch sein kann. Abhängig von der Wetterlage kann es dort recht stark "schaukeln", was für ungeübte Schnorchler sehr unangenehm sein kann, denn nicht selten schwappt einem Wasser ins Atemrohr. Man sollte nie weit von der Riffkante entfernt im Ozean schwimmen, da es dort zuweilen zu heftigen Strömungen kommen kann, die einen binnen Sekunden von der Insel weg aufs offene Meer ziehen. Foto in diesem Absatz: Blaustreifen-Doktorfisch an Korallen, Juni 1998, Hausriff von Dhigufinolhu

Es empfiehlt sich, zu unterschiedlichen Tageszeiten an einer Riffkante zu schnorcheln, da nicht immer gleich gute Sichtbedingungen herrschen. Befindet sich viel Plankton im Wasser, kann man mitunter nur wenige Meter weit sehen und die Riffkante verschwindet quasi im "Nebel". Zu beobachten ist dann kaum etwas, man sollte sich die Uhrzeit merken und zu dieser Zeit in den nächsten Tagen lieber ein gutes Buch lesen oder anderen Tätigkeiten an Land nachgehen. Ganz wichtig: Beachten Sie die Hinweise der Hotelleitung oder der lokalen Tauchschule. Wenn von Schnorchelausflügen an der Riffkante aufgrund der Witterungslage oder wegen starker Strömungen abgeraten wird, sollten Sie sich sicherheitshalber an diese Empfehlung halten.

Zum Seitenanfang ↑

Das seichte Vergnügen: Schnorcheln in der Lagune

Die Lagune von Sun IslandAuch die Lagunen der Handtuch- und Halbmondtyp-Inseln haben für Schnorchler ihre Reize. Vom Strand aus kann man sich direkt in das herrliche Blau stürzen. Dies sollte man am besten bei Flut tun, da man ansonsten Gefahr läuft, stellenweise auf Sandbänken aufzusetzen, weil das Wasser so flach ist. Direkt am Strand ist auf dem Boden noch nicht viel zu sehen außer Sand, Sand, Sand. Einige Korallentrümmer liegen auf dem Untergrund, hin und wieder findet sich ein Seeigel, weshalb beim Baden immer Gummisandalen getragen werden sollten. Wer genau hinsieht, kann in der Nähe der Korallentrümmer kleine Löcher im Boden erkennen, vor denen beispielsweise Partnergrundeln wachen und ihre in den Höhlen lebenden Krebse warnen, sobald man sich ihnen nähert. Auch die zierlichen Seenadeln sind in diesem Lebensraum heimisch. Da sie klein und schmal sind, muss man sehr genau hinschauen, um sie zu erkennen. Mit etwas Glück sieht man eventuell sogar ein Exemplar mit einem geschwollenen Bauch - die nächste Seenadel-Generation lässt grüßen. Foto: Juli 2002, Lagune von Sun Island

Fischgemeinschaft an einem kleinen KorallenstockInnerhalb Lagunen gibt es meist an einigen Stellen kleine Korallenblöcke, die man als Schnorchler unbedingt ansteuern sollte. Dort hat man sehr gute Chancen, junge Fische beobachten zu können. In der Lagune von Sun Island habe ich an solchen Korallen beispielsweise junge Falterfische, Drückerfische, Papageifische und etliche kleine Riffbarscharten angetroffen. Zwischen manchen Korallenzweigen verstecken sich tagsüber nachtaktive Fische wie etwa Weißsaum-Soldatenfische. Foto: Fischgemeinschaft an einem kleinen Korallenstock, Juli 2002, Sun Island

Riffplatte mit HöhlenbewohnernBesonders interessant sind alte Riffplatten, die aus Kalk bestehen und meist irgendwo in einer Lagune - manchmal sogar in Strandnähe wie im Fall von Sun Island - liegen. Solche Riffplatten sind mit Höhlen durchsetzt, in denen nicht selten einige kleine Muränen den Tag verbringen. Aber auch jugendliche Zackenbarsche oder Doktorfische kann man dort mitunter antreffen. Mit etwas Glück sieht man am Eingang solcher Höhlen Feuerfische, die den Tag an solchen Stellen verbringen. Die Abbildung in diesem Absatz zeigt eine Riffplatte mit Höhlenbewohnern: Gemalte Muräne (Siderea picta), Masken-Falterfisch (Chaetodon lunula) und Blaustreifen-Schnapper (Lutjanus kasmira), beschrieben von links nach rechts. Foto: Juli 2002, Lagune von Sun Island

Zum Seitenanfang ↑

Je weiter man sich dem sogenannten Riffdach nähert, also dem äußeren Bereich der Lagune, desto dichter werden die Korallen. Man sollte nach Möglichkeit nicht zu weit auf das Riffdach schnorcheln, da man dort im flachen Wasser Gefahr läuft, sich selbst und vor allem die Korallen zu verletzen beziehungsweise zu zerstören. Es ist meiner Erfahrung nach vollkommen ausreichend, am inneren Rand des Riffdachs zu schnorcheln, da man dort einen fantastischen Einblick in das Ökosystem bekommt. Kugel- und Kofferfische, Flötenfische, große Drückerfische und Grabende Riesenmuscheln sind nur einige der Tiere, die sich dort bevorzugt aufhalten.

Korallen und Fische in einer LaguneLagunen eignen sich aufgrund des sehr niedrigen bis gar nicht vorhandenen Seegangs bestens als Schnorchelplatz für Anfänger oder ängstliche Zeitgenossen, da man innerhalb der Lagune überall stehen kann, ohne dabei Korallen oder sich selbst zu gefährden. Mit Strömungen ist praktisch nicht zu rechnen, da das Riffdach als schützendes Bollwerk zwischen der Lagune und dem offenen Ozean steht. Kinder können meist ebenfalls in Lagunen schnorcheln, allerdings sollten sie dabei sicherheitshalber stets unter Aufsicht von Erwachsenen sein. Foto: Juli 2002, Sun Island

Nicht nur Schnorchler fühlen sich in den warmen, ruhigen Lagunen wohl. Sie sind ein bevorzugter Aufenthaltsort für Rochen und junge Haie. In der Nähe des Strandes kann man vor allem in den Morgenstunden kleine Haie schwimmen sehen. Meist handelt es sich dabei um Schwarzspitzen-Riffhaie, die dem Menschen in aller Regel nicht gefährlich werden. Beim Schnorcheln muss man sich vor den Tieren deshalb für gewöhnlich nicht fürchten. Sie flüchten meist so schnell, dass man sie nur in seltenen Glücksfällen aus der Nähe zu Gesicht bekommt. Dasselbe gilt für die Rochen. Jedoch sollte man die Tiere nicht in die Enge treiben, denn in einer solchen Stresssituation könnten sie zum Angriff übergehen und Schwimmer rammen, was unangenehme Folgen haben könnte.

Dreibinden-Preußenfisch (Dascyllus aruanus)Alles andere als scheu verhalten sich oftmals die kleinen Dreibinden-Preußenfische, siehe Foto in diesem Absatz. Viele dieser Tiere sind dermaßen neugierig, dass sie einem die Finger oder gar die Schnorchelmaske auf der Suche nach Fressbarem absuchen, was mich beim Schnorcheln regelmäßig zum Schmunzeln gebracht hat. Achtung: Allzu heftiges Lachen kann beim Schnorcheln zu plötzlich auftretenden, ungemein salzigen Geschmacksempfindungen führen ... ;-) Foto: Juli 2002, Sun Island

 

Zum Seitenanfang ↑