KretaVögel - Teil 2
 

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          Nebelkrähe (Hooded Crow, Corvus corone cornix)

Nebelkrähe Eine weitere Vogelart, die in einer Unterart auf Kreta vorkommt, ist die Aaskrähe. Auf Kreta tritt sie in Form der Nebelkrähe, lateinisch Corvus corone cornix, in Erscheinung. Das Gefieder dieser 47 cm großen Rabenvögel ist am Körper grau, teils mit einem deutlichen Gelbschimmer, wie man ihn in der Abbildung rechts sehen kann. Flügel, Schwanz und Kopf der Nebelkrähen sind schwarz, ebenso ihre Schnäbel und die Beine. An der Brust tragen sie auf dem grauen Gefieder schwarze Flecken, die bei jedem Individuum etwas anders angeordnet sind. Vor allem in den Abendstunden sammeln sich die Nebelkrähen auf Kreta zu größeren Gruppen von mehreren Dutzend Tieren. Die Abbildung rechts zeigt eventuell die Nebelkrähe Corvus corone sardonius, deren Gefieder in aller Regel ausgesprochen hell ist. Welcher (Hobby-)Vogelkundler kann hier helfen? Über eine E-Mail würde ich mich sehr freuen! (Anissáras, Sommer 2003)

Rauchschwalbe (Barn Swallow, Hirundo rustica)

Junge Rauchschwalbe Rauchschwalbe im Landeanflug Nur im Sommer ist die bis zu 19 cm lange Rauchschwalbe in Europa anzutreffen. Auf Kreta verweilen die Vögel jedoch insgesamt etwas länger als beispielsweise in Deutschland, da das milde, mediterrane Klima ihnen sehr zusagt. Die Flügelspannweite der am Bauch weiß gefärbten Vögel beträgt bis zu 34 cm. Die Flügel der Rauchschwalben sind schwarz mit einem deutlichen Blauschimmer gefärbt, dasselbe gilt für den Kopf. Ihre Kehle ist dunkelrot gefärbt, was eines ihrer typischen Erscheinungsmerkmale ist. Am leichtesten lassen sich Rauchschwalben von anderen Schwalbenarten jedoch durch ihren langen, tief gegabelten Schwanz unterscheiden. Die linke der beiden Abbildungen zeigt ein Alttier im Landeanflug, rechts ist ein wenige Wochen altes Jungtier zu sehen. Gerade erwachsen gewordene Rauchschwalben kann man leicht an ihrem gelben Schnabelrand erkennen. Auf Mallorca gelang es mir, eine erwachsene Rauchschwalbe aus nächster Nähe abzulichten. (Foto links: Kato Goúves, Foto rechts: Tzermiádon, Lassíthi-Hochebene; beide Sommer 2003)

Rotkopfwürger (Woodchat Shrike, Lanius senator)

Rotkopfwürger Extrem scheue Gesellen sind die 17 cm großen Rotkopfwürger. Diese Vögel kommen im Frühling nach Kreta beziehungsweise in andere süd- und mitteleuropäische Brutgebiete, verbringen dort den Sommer und ziehen im Herbst in ihre Überwinterungsquartiere in Afrika. Scheitel und Nacken dieser Vögel sind rostrot gefärbt. Ein an der Stirn schmaler, schwarzer Streifen zieht sich über die Stirn bis zu den Schultern und mündet dort in die teils schwarzen, stellenweise weißen Flügel. Zwischen dem schwarzen Stirnstreifen und der Schnabelwurzel liegt ein weißer Gefiederbereich. Brust und Bauch sind ebenfalls weiß mit mehr oder minder kräftigem Gelbstich gefärbt. Der kräftige Schnabel dieser Vogelart ist glänzend schwarz. Ihren seltsamen Namen hat die Gattung der Würger aufgrund der Tatsache, dass die Vögel zum Beispiel Beutetiere wie Eidechsen in großen Stücken herunter schlingen und unverdauliche Reste später wieder als Gewölle auswürgen. "Meinen" Rotkopfwürger habe ich auf Kreta am sehr frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang in einem Gebiet beobachtet, in dem es viele landwirtschaftliche Brachen gab. (Anissáras, Sommer 2003)

Samtkopf-Grasmücke (Sardinian Warbler, Sylvia melanocephala)

Samtkopf-Grasmücke, Männchen Einer der Charaktervögel der Macchien ist die ganzjährig auf Kreta vorkommende Samtkopf-Grasmücke. Überall hört man sie zwitschern, zu Gesicht bekommt man die ausgesprochen scheuen Vögel nur mit etwas Glück - oder Hartnäckigkeit. Im Sommer lassen sich die 13,5 cm großen Vögel am besten am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang beobachten, da sie in den kühlen Stunden des Tages am aktivsten sind. Der Kopf der Männchen ist tiefschwarz gefärbt, die leuchtend roten Augen stehen dazu in einem ebenso schönen Kontrast wie die weiße Kehle. Der Rest des Körpers ist grau in unterschiedlichen Schattierungen gefärbt. Das Gefieder der Weibchen ist insgesamt viel blasser, der Kopf ist dunkelgrau gefärbt. Weibliche Samtkopf-Grasmücken haben wie die Männchen rote Augen. Die nebenstehende Abbildung zeigt ein Männchen. (Anissáras, Sommer 2003)

Schwarzkehlchen (Stonechat, Saxicola torquata)

Schwarzkehlchen, Männchen Schüchtern und dennoch keck sind die nur 12,5 cm großen Schwarzkehlchen. Nur die Männchen tragen das Körpermerkmal, nachdem diese Vögel benannt sind. Kopf, Kehle und die Flügel sowie der Schwanz sind bei ihnen schwarz gefärbt, die Brust ist rostrot gefärbt, der Bauch weiß. Oberhalb der Schulter liegt bei den Männchen ebenfalls ein weißer Gefiederbereich. Die Weibchen sind erheblich weniger kontrastreich gefärbt, ihre Brust erstrahlt überdies deutlich matter als die der Männchen in Rostrot. Schwarzkehlchen kommen ganzjährig auf Kreta vor und halten sich am liebsten auf Brach- und Ödland auf, sie sind jedoch auch im Bereich der Macchien zu finden. In der nebenstehenden Abbildung ist ein Männchen zu sehen. (Anissáras, Sommer 2003)

Stieglitz (Eurasian Goldfinch, Carduelis carduelis)

Stieglitze Stieglitz, Jungtier Selten sind mir so viele Stieglitze begegnet, wie es auf Kreta der Fall war. Sie sind nahezu überall im Tiefland in Gruppen von bis zu etwa 20 Tieren anzutreffen. Munter zwitschernd begeben sich die farbenfrohen, 12 cm großen Singvögel gemeinsam auf die Nahrungssuche. Im Sommer und Herbst finden sie an den vielen Disteln ihre Lieblingsnahrung. Aufgrund dieser Vorliebe tragen die Vögel auch den Volksnamen "Distelfink". Auf Kreta sind sie das gesamte Jahr über anzutreffen, am liebsten halten sie sich auf Brachflächen und Ödland auf. Die linke der beiden Abbildungen zeigt ein Jungtier im ersten Sommer, im rechten Bild ist eine aus beiden Geschlechtern bestehende Gruppe inklusive eines Jungtiers zu sehen. Jungtiere erkennt man daran, dass ihr Kopfgefieder noch bräunlich und nicht leuchtend rot ist. Die rote Maske wächst ihnen erst nach der Herbstmauser. (Beide Fotos Anissáras, Sommer 2003)

Türkentaube (Collared Dove, Streptopelia decaocto)

Türkentaube Verglichen mit den praktisch jedermann bekannten Stadttauben sind die Türkentauben sehr zierliche Erscheinungen. Sie werden bis zu 33 cm lang, haben einen langen Schwanz und ein graues Gefieder. Ihre Flügelspitze sind schwärzlich gefärbt, ebenso wie ihr Hinterhalsring, an dem man sie leicht erkennen kann. Die Beine der Ringeltauben sind dunkelrot gefärbt, die Schnäbel schwarz. Auf Kreta kamen sie vor einiger Zeit praktisch gar nicht vor, sie erobern die Insel seit etwa 20 Jahren jedoch recht erfolgreich für sich. Mancherorts sind sie inzwischen relativ häufig anzutreffen, so auch rund um Chersónisos. Die Vögel sind sehr scheu und fliegen ängstlich auf, wenn man sich ihnen auf weniger als 20 Meter nähert. Das ganze Jahr über kann man Türkentauben auf Kreta beobachten. (Anissáras, Sommer 2003)

 
                 

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