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Griechische Faltenlilie (Greek Gagea, Gagea graeca)
Trotz ihres zarten, filigranen Aussehens ist die Griechische Faltenlinie eine ausdauernde
Pflanze, die wirklich hart im Nehmen zu sein scheint. Das rechts gezeigte Exemplar dieser
Spezies gedieh auf einem nackten Stein und stand mitten im Sommer sogar in Blüte. Ihr
Standort wurde nur stundenweise von der Sonne bestrahlt, den Großteil des Tages lag
er im Schatten. Der Stängel dieser Pflanzenart kann bis zu 25 Zentimeter hoch
werden. Die Kronenblätter sind weiß gefärbt und tragen drei purpurne
Nerven. Knospen sind nickend an der Pflanze angeordnet, die geöffneten Blüten
ragen empor und sind trichterförmig. (Ímbros-Schlucht)
Italienischer Natternkopf (Italian Bugloss, Echium italicum)
Bis zu einem Meter hoch wird diese aufrechte Pflanze, die besonders oft
auf Weiden und Brachland zu finden ist. Sie ist über und über
weißlich-gelblich, abstehend borstig behaart. Vom Stängel gehen
zahlreiche Zweige ab, an denen sich unzählige Blätter befinden.
An den Enden der Zweige sitzen die Blüten, deren Kronenblätter
weißlich, fleischfarben oder blassblau gefärbt sein können.
Im unteren Bereich des Stängels, also etwa im unteren Viertel,
befinden sich die sogenannten Grundblätter der Pflanze. Sie sind
lanzettlich geformt, zwischen 20 und 35 cm lang, 1,5 bis 4 Zentimeter
breit und grün gefärbt. (Tzermiádon,
Lassíthi-Hochebene)
Kapernstrauch (Caper, Capparis spinosa)
Zu den Charakterpflanzen des Mittelmeerraumes gehört unter anderem
der Kapernstrauch. Bevorzugte Standorte dieser Pflanze sind Felshänge
und Mauern in direkter Nähe der Küste. Ausgewachsene Kapernsträucher
können bis zu 1,5 Meter hoch werden. Sie sind meist dornig und stark
verzweigt. Viele der Zweige hängen oder biegen sich bogenförmig
in Richtung Boden. Die Blätter sind hellgrün, wechselständig,
kurz gestielt und eiförmig bis rund. An bis zu fünf Zentimeter
langen Stielen befinden sich die Blüten, die aufgrund ihrer zahlreichen
Staubblätter ausgesprochen filigran wirken. Sie sind weiß bis
rosa gefärbt und aufgrund ihrer Breite von bis zu sieben Zentimeter
recht auffällig. Der Strauch liefert die in der mediterranen Küche
beliebten Kapern. Hierbei handelt es sich um noch nicht geöffnete
Knospen, die in Salzlake eingelegt werden. (Liménas
Chersonísou)
Keuschbaum (Chaste Berry Tree, Vitex agnus-castus)
Zwischen einem und sechs Meter hoch wird dieser nur im Sommer grüne
Strauch, der einen würzigen Geruch verströmt. Junge Zweige sind
mit zartem, filzigem Flaum bedeckt und weisen einen vierkantigen Querschnitt
auf. Jedes der fingerförmig gefiederten Blätter - meist sind
es fünf "Finger", mitunter sogar sieben - sitzt an einem langen Stiel.
Die duftenden Blüten sind blau-violett, rosa oder in seltenen
Fällen weiß gefärbt. Besonders gern wächst dieser
Strauch an küstennahen, feuchten Stellen, an Bachläufen oder an
Flussufern. In manchen Fachbüchern wird diese Pflanze auch
Mönchspfeffer oder Keuschlamm
genannt. (Ímbros-Schlucht)
Kopfiger Thymian (Thyme, Coridothymus capitatus)
Ihr starker aromatischer Duft verrät die Anwesenheit dieser Pflanzenart schon von
weitem. Der Kopfige Thymian ist strauchartig und bildet meist kugelige kleine Büsche,
deren Wuchshöhe bis zu 50 Zentimeter betragen kann. Während der Zeit von
Mai bis September steht diese Pflanzenart in Blüte, große Sommerhitze macht
ihr nicht viel aus. Ihre Blätter sind zwischen sechs und zehn Millimeter lang sowie etwa
einen Millimeter breit. Sie tragen kleine rötliche Öldrüsen.
Die Blüten
sind violett bis rosa gefärbt und in eiförmigen, dichten Köpfchen angeordnet.
Diese Pflanzenart wird in manchen Büchern auch als Thymus capitatus bezeichnet. (Anissáras)
Krausblättriges Johanniskraut (Wavy Leaf St John's Wort, Hypericum triquetrifolium)
In unmittelbarer Nähe des Strandes wuchs diese strauchige Pflanze, die den
Namen Krausblättriges Johanniskraut trägt. Die Wuchshöhe dieser Spezies
liegt zwischen 15 und 55 Zentimetern, das rechts gezeigte Exemplar war etwa 35 Zentimeter
groß. In der Zeit von Mai bis September trägt dieses Johanniskraut
seine gelben Blüten. Diese bestehen aus jeweils fünf schlanken Kronenblättern
und messen etwa einen Zentimeter im Durchmesser. Manche Pflanzenteile waren im Hochsommer
rot gefärbt, die Stängel waren grün. An ihnen wuchsen winzige
Blättchen, die nur wenige Millimeter lang waren. Auf Kreta sowie im restlichen mediterranen
Verbreitungsgebiet trifft man diese Pflanzenart sowohl auf Kultur- als auch auf Brachland
an. (Anissáras)
Krauseminze (Spearmint, Mentha spicata)
Direkt neben einem brach liegenden Feld etwa 200 Meter vom Strand entfernt
wuchs das rechts abgebildete Exemplar der Krauseminze. Diese Pflanzenart wird in der
Naturheilkunde genutzt, sie gilt seit alters her als Arzneipflanze. Bis zu 60
Zentimeter beträgt die Wuchshöhe, die Blätter sind dunkelgrün gefärbt
und duften aromatisch-frisch, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt.
Filzige, feine Härchen überziehen die Blätter.
Die zart violett gefärbten Blüten der nebenstehend gezeigten Pflanze lockten
viele Insekten an. In der Zeit von Juni bis August blühen die meisten Minzearten, so auch
die Krauseminze. In manchen Büchern wird diese Pflanzenart auch als Ähren-Minze
bezeichnet. (Anissáras)
Palisaden-Wolfsmilch (Spurge, Euphorbia characias)
Regelrecht fremdartig mutete das im Foto rechts gezeigte Exemplar der Palisaden-Wolfsmilch
zwischen all den üppig grünen, blühenden Pflanzen der Lassíthi-Hochebene
an, obwohl solche offenen Landschaften - insbesondere Macchien - typische Standorte
dieser Pflanzenarten sind. Diese Gewächse sind ausdauernde Sträucher, die
eine Wuchshöhe von bis zu 1,2 Meter erreichen können. Im Hochsommer waren die
Stängel kahl, sie wirkten nahezu holzig und sie bogen sich zur Seite. Nur einige wenige
Blätter waren vorhanden, sie wuchsen in dichten Gruppen. An den Enden der holzigen
Stängel standen viele orangerot gefärbte Scheinblüten in kleinen
Dolden. In einer solchen Dolde könne sich zwischen 20 und 30 Scheinblüten
befinden. Diese sind becherförmig und gelblich-grün gefärbt.
Mittig hängt aus jeder Scheinblüte ein Fruchtknoten heraus, der mit je vier
nierenförmigen, rötlich-braunen Nektarschuppen ausgestattet ist. Hauptblütezeit der
Palisaden-Wolfsmilch ist im Sommer. (Psichró, Lassíthi-Hochebene)
Spanische Golddistel (Golden Thistle, Scolymus hispanicus)
Spanische Golddisteln sind zwei- bis mehrjährig und krautig, in ihrem Innern führen
sie einen milchigen, weißen Pflanzensaft. Die Wuchshöhe dieser Pflanzenart
beträgt zwischen 20 und 80 Zentimeter. Manche Exemplare sind stark behaart, andere kaum.
In der Zeit von Juni bis September trägt die Pflanze gelbe Blüten, die ein bis zwei
Zentimeter breit sind. Typische Standorte, an denen man die Spanische Golddistel antrifft,
sind Wegränder, Schuttflächen und Brachland. Diese Pflanze wird auch als
(Spanische) Goldwurzel bezeichnet. (Psichró, Lassíthi-Hochebene) |