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          In Ägyptens Osten grenzt die Wüste direkt an das Rote Meer. An dessen Küste liegen einige wenige Städte, zu denen unter anderem Hurghada gehört. Die Tierwelt an Land ist bei weitem nicht so artenreich wie die unter Wasser. Hält man jedoch die Augen auf, kann man in und um Hurghada einige Tiere ausmachen. Einer Tierart begegnet man meist schneller, als einem recht ist: den Moskitos. Während keiner anderen Reise hatte ich bislang derart schmerzhafte Reaktionen auf Moskitostiche wie in Hurghada. Kurz nachdem die kleinen Plagegeister mir Blut ausgesaugt hatten, begann der Stich heftig zu brennen. Schnell schwollen die betroffenen Hautpartien zu stattlichen Beulen, die nicht juckten, sondern stechend schmerzten. Als ich eines Tages sah, dass in großem Stil Insektengift im Hotelgarten versprüht wurde, wunderte mich die allergische Reaktion, die die Moskitostiche bei mir auslösten, nicht mehr im Geringsten. Nehmen Sie sich am besten ein gutes Mückenschutzmittel mit nach Hurghada, um erst gar keine Bekanntschaft mit den üblen Insektenstichen zu machen. Sollten Sie dennoch von einem Moskito erwischt werden, tragen Sie so schnell wie möglich eine kühlende Salbe auf, dies lindert den Schmerz ein wenig.

Neben den Moskitos gibt es noch weitere Insekten in Hurghada. Abends beginnt die Zeit der Skarabäen. Ich sah sie unermüdlich über die Wege und Wiesen der Hotelanlage flitzen, bis sie dem zuvor versprühten Gift zum Opfer fielen. Wenn sich die hübschen, schwarzen Käfer in Todeskrämpfen auf den Wegen hin und her rollten, konnte ich gar nicht hinsehen, weil ich es so unbeschreiblich grausam fand ...

Besagtes Gift sollte eigentlich eher gegen entfernte Verwandte der Skarabäen wirken, und zwar gegen die Kakerlaken. Draußen sah ich etliche von ihnen, im Hotelzimmer selbst nur einmal ein Exemplar, das etwa einen Zentimeter groß war. Die immense Zahl der Opfer unter den Skarabäen erscheint angesichts der wenigen Kakerlaken als geradezu schockierend.

Oleanderschwärmer In der Nähe von Laternen sah man abends große Oleanderschwärmer (Oleander Hawk-moth, Daphnis nerii) herumschwirren. Einen von ihnen entdeckte ich am frühen Morgen an einer Hauswand. Diese Schwärmerart trägt ihren Namen, weil die Raupen besonders gern an Oleanderblättern nagen. Die Falter sind sehr groß, das nebenstehend abgebildete Exemplar maß über fünf Zentimeter an seiner breitesten Stelle - bei zusammengefalteten Flügeln!

Egal in welchem Land mit warmem Klima ich mich aufhalte, stets begeistern mich die dort vorkommenden nachtaktiven Geckos. Auch in Hurghada konnte ich die flinken Jäger nachts im Freien aufspüren. Bei der geringsten Störung fliehen sie in schützende Spalten im Mauerwerk oder unter Steine.

In den Abendstunden sieht man am Straßenrand findige Geschäftsmänner, die den Touristen für ein paar Euro einen Ritt auf einem Kamel als exotisches Abenteuer aus 1001 Nacht verkaufen. Die großen Tiere bieten einen imposanten Anblick, wenn sie erhaben durch die Landschaft schreiten. Auf einem von ihnen gesessen habe ich während meines Urlaubs jedoch nicht.

Kleine Krebstiere Zugegeben, um echte Landtiere handelt es sich bei den kleinen Krebstieren in der Uferzone nicht (siehe Foto rechts). Besonders gut ließen sie sich in der Mittagszeit beobachten. Manchmal hatte ich den Eindruck, als würde der gesamte Küstenstreifen aus den Leibern der weniger als einen Zentimeter großen Krebse bestehen. Alles bewegte sich und hastete geschäftig durch die Gegend. Dabei mussten die Tiere allerdings stets auf der Hut sein, da ihnen Vögel nachstellten (siehe Foto unten rechts).

Würgerart? Von der Schnabelform und der Größe her kann man bei diesem Vogel auf eine Würgerart schließen. Das Foto ist zugegebenermaßen von schlechter Qualität, weil das Tier im Schatten saß und ich keinen Blitz auf der Kamera hatte.

 

Schafstelze (Yellow Wagtail, Motacilla flava pygmaea)

Schafstelze Auf dem Hotelgelände gab es noch einige wenige weitere Vögel zu sehen. Im Gras, welches an den meisten Stellen nur aufgrund massiver künstlicher Bewässerung gedeiht, liefen diese bis zu 17 Zentimeter großen Vögel herum. Meist traf man sie in kleineren Gruppen an, die mindestens drei Tiere umfassten. Ihr Bauch war gelb und der Rücken bräunlich bis oliv, je nach dem Einfallswinkel des Sonnenlichts und sie erinnern in ihrer Körperform stark an die in Deutschland beheimateten Bachstelzen, welche nahe Verwandte von ihnen sind. In Ägypten lebt ausschließlich die Unterart Motacilla flava pygmaea. Im Reisebericht über Mallorca findet sich ein sehr viel besseres Foto der dort heimischen Unterart Motacilla flava flava.

Palmtaube (Laughing Dove, Streptopelia senegalensis)

Palmtaube Zwar soll es in Ägypten relativ viele Palmtauben geben. Ich bekam sie aber nur ausgesprochen selten zu Gesicht. Die meisten dieser bis zu 27 Zentimeter langen Vögel lebt in unmittelbarer Nähe des Nils, wo das Land grün ist. Im wüstenhaften Teil Ägyptens, in dem auch Hurghada liegt, trifft man sie hingegen erheblich seltener an. Der Kehlbereich der Palmtaube ist weiß gefärbt, der Schnabel schwarz und der Kopf rötlich-braun. Der Rücken und Teile der Flügel sind ebenfalls rötlich gefärbt, der Rest der Flügel ist grau. Die äußeren Schwungfedern sind dunkel gefärbt. Am Bauch tragen Palmtauben ein helles, cremefarbenes Gefieder. Der Schwanz dieser zierlich wirkenden Vogelart ist grau gefärbt.

Hemprichmöwe (Sooty Gull, Larus hemprichii)

Hemprichmöwe Hemprichmöwe Während einer Bootstour zu den Giftun-Inseln beobachtete ich, wie sich kurz nach dem Ablegen vom Hafen einige Hemprichmöwen über dem Heck in der Luft versammelten und auf einen vorüberfliegenden Happen warteten. Kleine Fische gerieten in die Schiffsschraube und wurden durch die Wucht des Aufpralls einige Meter hoch in die Luft geschleudert. Die Vögel versuchten sie noch im Fall zu fangen, erwischten sie jedoch meist erst an der Wasseroberfläche. Als das Boot weiter draußen auf dem Roten Meer angekommen war, flogen die Möwen zurück in Richtung Hafen und ich sah auch keine tödlich verunglückten Fische mehr auffliegen. Hemprichmöwen haben einen hellen Rumpf und sehr dunkle Flügel, auch die Kopfregion ist dunkel gefärbt. Teile des Schnabels sind gelb, was im Gegenlicht oft nur schwer zu erkennen ist. Die Füße der Hemprichmöwen sind graugrün mit einem leichten Gelbstich.

Raubseeschwalbe (Caspian Tern, Hydroprogne caspia)

Raubseeschwalbe Vom Strand unserer Hotelanlage aus sah ich einmal in relativ großer Entfernung eine Raubseeschwalbe vorüberfliegen. Diese Vögel erreichen eine Körpergröße von bis zu 54 Zentimeter und eine Spannweite von 1,45 Meter. Leider hatte ich nur meine Unterwasserkamera zur Hand, die mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet und damit denkbar schlecht für die Vogelfotografie geeignet ist.

Küstenreiher (Western Reef Heron, Egretta gularis schistacea)

Küstenreiher, weiße Form Bei Ebbe kam ein weißer Küstenreiher (siehe großes Foto ganz rechts) in die künstliche Lagune des El Samaka Beach Hotels. Dort verharrte er regungslos in der prallen Mittagssonne, um gelegentlich mit seinem langen Schnabel blitzartig ins Wasser zu stoßen und einen kleinen Fisch zu erbeuten. Küstenreiher kommen rund um das Rote Meer vor, sie erreichen eine Körpergröße zwischen 55 und 65 Zentimetern. Das weiße Gefieder trägt bei diesen Vögeln einige dunkle Flecken, was das Foto ganz rechts zeigt. Der Schnabel der Küstenreiher ist gelb gefärbt, die Beine sind schwarz. Auffällig ist die gelbe Iris dieser Vögel, die den Tieren einen stechenden Blick verleiht. Die Flügelspannweite der Küstenreiher beträgt bis zu einem Meter.

Küstenreiher, dunkle Form Immer dann, wenn starke Ebbe herrschte, konnte ich am Strand des El Samaka Beach Hotels ein ebenfalls weißer Riffreiher mit einem weiteren, dunkel gefärbten Reiher durch den Schlick laufen sehen. Die beiden Vögel suchten dort zusammen nach Nahrung. Es handelt sich bei dem rechts abgebildeten Vogel um die dunkle Morphe des Küstenreihers, denn die Vogelart kommt in zwei verschiedenen Farbvarianten vor.

Großer Brachvogel (Western Curlew, Numenius arquata)

Großer Brachvogel In der trocken gefallenen Lagune am El Samaka Beach Hotel fand sich bei Ebbe dieser Große Brachvogel zur Nahrungssuche ein. Die Körpergröße dieser am Roten Meer im Winterhalbjahr recht häufig vorkommenden Vogelart kann bis zu 60 Zentimeter betragen. Unverwechselbar ist der lange, nach unten gebogene Schnabel. Die Brutgebiete der Großen Brachvögel liegen in Skandinavien und Russland.

 
                 

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