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Die Insel Cres ist äußerst artenreich, was ihre Flora anbelangt. An die 1.300
verschiedene Pflanzen beherbergt das Eiland aufgrund seiner unterschiedlichen Klimazonen.
Diese Fülle an Blumen, Bäumen und Sträuchern ist für Menschen wie mich
geradezu erschlagend, da ich mich nicht sonderlich gut mit Pflanzen auskenne. Deshalb
präsentiere ich in diesem Kapitel lediglich einige wenige Fotos.
Sämtliche Beschreibungstexte basieren auf einer Identifizierung der Arten anhand von
Fachliteratur beziehungsweise mit der freundlichen Unterstützung von Experten.
Irrtümer sind dabei freilich nicht ausgeschlossen. Am Ende der Beschreibungen finden Sie
jeweils einen Hinweis darauf, wo die Aufnahmen entstanden sind.
Feigenbaum (Common Fig, Ficus carica)
Feigenbäume gehören zu einer der häufigsten Spezies, die wir in den
Wäldern im Norden von Cres sowie in den offenen Gebieten nahe des Dorfes Beli
durchwandert haben. Feigenbäume werden maximal acht Meter groß und sind oft
stark verzweigt. Die Einheimischen sammeln im Spätsommer die aromatischen,
süßen Früchte und trocknen sie. Um ihnen ein besonderes Aroma angedeihen
zu lassen, legt man getrocknete Lorbeerblätter zwischen die Feigen. Im
Umweltzentrum probierte ich solche Feigen, die meiner Meinung nach wirklich ausgezeichnet
aromatisch schmeckten. (Tramuntana)
Felsen-Steinkraut (Golden or Yellow Alyssum, Alyssum saxatile)
Das Felsen-Steinkraut wuchs in Lubenice an einer Hauswand. Mit ihren Wurzeln klammerte
sich die Pflanze am porösen, senkrechten Stein fest und wurde auch vom starken Wind,
der in der Nähe der Felsklippen herrschte, nicht losgerissen. Der Durchmesser des an
der Hauswand gedeihenden Büschels betrug etwa 35 Zentimeter. Die Wuchshöhe
der einzelnen Stängel beträgt bei dieser gelb blühenden Pflanzenart etwa
zwölf Zentimeter. (Lubenice)
Flechten
Der Baumbestand der Wälder im Norden von Cres ist sehr alt, was sich unter anderem
am Flechtenbewuchs erkennen lässt. Viele dieser Flechten wachsen ausgesprochen langsam.
Da viele von ihnen einen stattlichen Durchmesser von mehr als 20 Zentimeter aufweisen, gedeihen
sie folglich bereits seit langer Zeit auf der Rinde ihrer jeweiligen Wirtspflanze. Auch auf
manchen Felsen, Steinen und Mauern finden sich unterschiedliche Flechtenarten. (Tramuntana)
Haarblättriger Wasserhahnenfuß (Thread-leaved Water-crowfoot, Ranunculus trichophyllus)
Auf Cres finden sich einige kleine, natürliche Tümpel, die eine Vielzahl von
Tieren und Pflanzen beherbergen. Auch der rechts abgebildete Haarblättrige
Wasserhahnenfuß, der sich dicht unterhalb der Oberfläche des Wassers in den
Tümpeln ausbreitete, gehört zu den für diesen feuchten Lebensraum typischen
Spezies. Wie alle anderen Ranunculus-Arten auch, ist der weiß blühende
Haarblättrige Wasserhahnenfuß giftig! (Tramuntana)
Italienische Aronstab (Arum of Italy, Arum italicum)
Rund um das Umweltzentrum Caput Insulae und entlang der Wanderpfade, die sich durch den
teils dicht bewaldeten Norden der Insel Cres erstrecken, fanden sich diese zierlichen
Italienische Aronstäbe. Im April begannen sie zu blühen, wie man auf dem Foto
rechts erkennen kann. Die blattlosen Stängel können bis zu 20 Zentimeter
hoch werden, Blätter dieser Pflanze weisen mitunter eine Länge von bis zu
30 Zentimetern auf. Blütenstängel und Blätter sprießen aus einer
Knolle empor, meist beginnt das Wachstum bereits im Winter. Der Blütenkolben des
Italienischen Aronstabs ist gelblich gefärbt und bis zu 13 Zentimeter lang.
Während des Sommers bilden sich Beeren, die sich mit der Zeit dunkelrot färben.
(Tramuntana)
Junkerlilie (Yellow Asphodel, Asphodeline lutea)
An den Klippen von Lubenice wuchsen diese gelb blühenden Pflanzen. Junkerlilien
erreichen eine Wuchshöhe von durchschnittlich 80 Zentimetern und blühen
in Deutschland, wo sie als Gartenpflanzen kultiviert werden, meist erst in den Monaten
Mai und Juni. Auf Cres standen sie bereits im April in Blüte. Diese Pflanzenart
mag viel Sonne und bevorzugt in ihrer Heimat, dem gesamten Mittelmeerraum, felsige
Standorte sowie nährstoffreiche, wasserdurchlässige Böden. (Lubenice)
Schwertlilie (Iris sp.)
In der Inselhauptstadt Cres sahen wir diese Schwertlilienart. Leider
vermag ich nicht zu sagen, ob es sich bei ihr um die endemische Iris
ilirica oder um eine gängige "Gartenspezies" handelt. (Cres)
Terpentin-Pistazie oder Terebinthe (Turpentine Tree or Terebinth, Pistacia terebinthus)
Nahe Beli stand am Wegesrand dieser im April noch unbeblätterte Baum, der leuchtend
rot blühte. Nebenstehend ist die leuchtend rot gefärbte Blüte der
Terpentin-Pistazie abgebildet. Aus der Rinde dieser Pflanzenart lässt sich Terpentin
gewinnen. Terpentin-Pistazien sind in ihrer Erscheinungsform sehr variabel. Sie können
einen buschartigen oder einen eher baumartigen Wuchs aufweisen. Auch die Blätter sehen
nicht bei jeder Pflanze gleich aus. Sie sind jedoch meist länglich geformt und
dunkelgrün gefärbt. (Beli)
Vielblütige Nieswurz (Helleborn, Helleborus multifidus ssp. istriacus)
In den Wäldern, entlang der Straße und in den Randzonen der offenen Weidegebiete
wächst auf Cres diese Pflanzenart. Sie stand im April in Blüte, wobei die
Blütenblätter hellgrün bis gelblich gefärbt waren. Die Pflanzen
erreichten lediglich eine Höhe von maximal 30 Zentimeter. Den exakten deutschen Namen
sowie die englische Bezeichnung weiß ich leider nicht. Im Kroatischen trägt sie
den Namen "Krski kukurijek", wie mir ein Kenner der Region freundlicherweise mitteilte.
Im Deutschen trägt die Pflanze auch den Namen Lenzrose. (Tramuntana)
Wulfens Wolfsmilch (Spurge, Euphorbia wulfenii)
Im illyrisch-adriatischen Raum kommen einige endemische Pflanzenarten vor,
zu denen Wulfens Wolfsmilch gehört. Benannt wurde diese Spezies nach einem
berühmten österreichischen Botaniker, der im 18. Jahrhundert gelebt hat.
Vor allem in Steintriften wachsen einige Grüppchen dieser Pflanzenart, die bis zu
1,2 Meter hoch werden kann. Die Blüten sind gelblichgrün gefärbt. (Beli)
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