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          Im Haus der Insel, das am Rande der Ortschaft liegt, ist für Langeoogurlauber immer einen Besuch wert. In den Räumen finden Infoveranstaltungen statt, eine kleine Ausstellung gewährt Einblicke in die Vogelwelt und das Schifffahrtsmuseum hält einige interessante Exponate für seine Besucher bereit. In diesem Museum gibt es einige kleine Meerwasseraquarien, in denen die typischen Vertreter der Nordsee-Tierwelt herumschwimmen. Da vermutlich die wenigsten Urlauber selbst in die kalten Gewässer hinabtauchen, sei all jenen, die an Fischen und anderen Meereslebewesen interessiert sind, der Besuch des Schifffahrtsmuseums empfohlen. Das angegliederte Nordsee-Aquarium zeigt neben den unten beschriebenen Arten einige beeindruckend große Krebse, zierliche Seenadeln und etliche Nesseltiere.

Sämtliche auf dieser Seite gezeigten Fotos entstanden mit meiner Spiegelreflexkamera (Minolta) ohne Blitz, da dieser in der Glasscheibe der Becken lediglich zu störenden Reflexen geführt hätte. Der von mir verwendete 200er-Film wurde bis aufs Äußerste strapaziert und einige der Fotos sind aufgrund der schwierigen Bedingungen in Sachen Beleuchtung leicht unterbelichtet. Sollten Sie die Nordseebewohner selbst fotografieren wollen, empfehle ich Ihnen daher, mindestens einen 400er-Film in der Kamera zu haben.

Einsiedlerkrebs (Common Hermit Crab, Eupagurus bernhardus)

Einsiedlerkrebs Die meisten Krebsarten haben einen gänzlich gepanzerten Körper. Beim Einsiedlerkrebs ist dies anders. Sein Hinterleib ist weich und ungepanzert, weshalb die Tiere auf ein Gehäuse angewiesen sind, in dem sie sich verankern. Beliebt sind dafür Gehäuse von Meeresschnecken. In ihrer Entwicklungsgeschichte haben sich die Einsiedlerkrebse in ihrem Körperbau perfekt den vergleichsweise schweren Schneckenhäusern angepasst, die sie offenbar ohne große Mühe mit sich herumtragen. Droht den kleinen Krebsen Gefahr, ziehen sie sich komplett in ihre "Wohnung" zurück und verschließen den Eingang mit ihren Scheren. Da diese unterschiedlich groß sind, können die Krebse damit den Eingang verschließen, ohne einen Spalt zu hinterlassen. Sie haben sich demnach auch in dieser Hinsicht bestens ihrer bevorzugten Behausung angepasst.

Gewöhnlicher Seestern (Common Red Starfish, Asterias rubens)

Seestern

Die zu den Stachelhäutern gehörenden Seesterne können eine stattliche Größe von bis zu 50 cm im Durchmesser erreichen. In Küstennähe sind die meisten Tiere jedoch maximal 25 cm groß und am Strand finden sich fast immer noch kleinere Tiere, die verendet und an Land gespült worden sind. Farblich variiert die Oberfläche des Gewöhnlichen Seesterns von Rot bis Violett. Jedes gesunde Tier hat fünf Arme. Sie können jedoch auch abgeworfen werden, wenn der Seestern in Gefahr gerät. Nach einiger Zeit wachsen abgeworfene Arme wieder nach. An der Unterseite der Arme liegen dichte Reihen weißer Saugfüßchen. Mit Hilfe dieser Saugfüße bewegen sich die Tiere fort, halten sich fest oder transportieren ihre Nahrung in den Mund.

Goldbutt oder Scholle (Plaice, Pleuronectes platessa)

Scholle Der Goldbutt, der auch Scholle genannt wird, hat eine sandfarbene Oberseite, auf der gelbe bis orangerote Flecken unregelmäßig verteilt sind. Bis zu 80 cm können ausgewachsene Schollen lang werden. Nur wenige Tiere erreichen in freier Natur eine solch enorme Körpergröße, da sie meist viel früher einem Fischer ins Netz gehen. Das flache Äußere des Goldbutts mit beiden Augen auf der Körperoberseite stellt sich erst mit der Zeit ein. Als Jungfisch ist der Goldbutt noch "normal" geformt, das heißt er hat auf jeder Seite des Kopfes ein Auge und schwimmt in der für Fische üblichen Körperhaltung. Je älter der Jungfisch wird, desto weiter wandert das linke Auge über die Oberkante des Kopfes auf die rechte Körperseite. Ist die Umwandlung zum Plattfisch abgeschlossen, ist der Goldbutt zu einem stark an seine Umgebung angepassten Bewohner des Meeresbodens geworden.

Kleingefleckter Katzenhai (Lesser Spotted Dogfish, Scyliorhinus caniculus )

Katzenhai

In der Nordsee sowie im restlichen europäischen Bereich des Atlantiks bis hin zum Senegal und im Mittelmeer lebt der Kleingefleckte Katzenhai in Tiefen von 20 bis etwa 200 m. Dieser nachtaktive Jäger wird durchschnittlich zwischen 60 und 80 cm lang. Auf Beute lauernd, liegen diese Knorpelfische bevorzugt auf mit Algen bewachsenen Sandbänken. Die Tiere ernähren sich überwiegend von Würmern, Weichtieren, Krebstieren und selten von kleinen Fischen. Den Tag verschlafen die kleinen Haie, deren Schwanzflossen charakteristisch geformt und asymmetrisch angeordnet sind.

Seeanemone

Seeanemone

Anemonen gehören zu den Nesseltieren, auch wenn sie auf den ersten Blick wie Pflanzen anmuten. Mit Gift gefüllte Nesselkapseln sitzen auf ihren Tentakeln, mit denen die Tiere ihre Nahrung fangen und lähmen. Um welche Anemonenart es sich im Speziellen auf der nebenstehenden Abbildung handelt, weiß ich bedauerlicherweise nicht genau.

Seeskorpion (Shorthorn Sculpin, Myoxocephalus scorpius)

Seeskorpion Im Durchschnitt erreichen Seeskorpione eine Körperlänge von 40 cm, in arktischen Gewässern sollen sie sogar 60 cm lang werden. Die Tiere zeichnen sich durch ihren großen Kopf mit dem breiten Maul und den mit stacheligen Flossen bewehrten Rücken aus. Oft wird über diese Fische gesagt, dass sie giftig sind. Dies entspricht nicht der Wahrheit. Die Stacheln der Fische sind jedoch ausgesprochen spitz, sodass sie tief in die Haut eindringen können, wenn man die Tiere berührt. Meist bilden sich schmerzhafte Entzündungen, die nur schlecht heilen. Aus diesem Grund wird den Seeskorpionen oft ihre vermeintliche Giftigkeit nachgesagt.

Steinpicker (Hooknose, Agonus cataphractus)

Steinpicker

Bei dem in der nebenstehenden Abbildung gezeigten Fisch handelt es sich um einen Steinpicker. Diese Fischart kann bis zu 21 cm groß werden und ist in Tiefen zwischen einem und 270 Meter anzutreffen. Am wohlsten fühlen sich die Tiere in Wasser, das zwischen 4 und 8°C kühl ist. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Ärmelkanal bis zur Finnmark, rund um die Shetlands, die Färöer, die Süd- und Südwestküste Islands sowie die südlichen Teile der Gewässer um das Baltikum.

Text: Gaby Schulemann-Maier

 
                 

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