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Pflanzen in
Andalusien - Teil 1
Borretsch (Borage, Borago officinalis)
Borretsch
ist in Deutschland vor allem als Küchenkraut bekannt und beliebt. Im
Mittelmeerraum gedeiht diese Pflanzenart in freier Natur an vielen
Orten, doch auch in Gärten ist sie zuweilen anzutreffen. Vorzugsweise
wächst wilder Borretsch auf Brach- und Kulturland mit nicht zu feuchten
Böden. Bis zu etwa 70 Zentimeter beträgt die Wuchshöhe der Pflanze, die
von April/Mai bis September blüht. Die Blüten des Borretschs sind blau
gefärbt, mitunter gibt es rosafarbene Exemplare. Außerdem sind sie
nickend, das heißt, sie zeigen nach unten. Ein typisches
Erkennungsmerkmal der Pflanzenart ist zudem, dass ihre Stängel und
Blätter borstig behaart sind. Auch in der Pflanzenheilkunde ist der
Borretsch fest etabliert. Er enthält Inhaltsstoffe, die unter anderem
trockenen Husten und Hautausschläge lindern können und die zudem
fiebersenkend wirken. Foto: 28.03.2009, Nähe El Rocío
Fenchel (Fennel, Foeniculum vulgare)
Eine
weitere in Spanien in freier Natur vorkommende Pflanze, die in
Deutschland vor allem aufgrund ihres Gebrauchs in der Küche bekannt ist,
ist der Fenchel. Die getrockneten und dann meist zerstoßenen Samen
werden als Gewürz verwendet oder als Tee zubereitet, der gegen
Verdauungsbeschwerden hilft. Die "Knollen" dienen als Gemüse, das roh
oder gekocht verzehrt wird. Die Pflanze ist zweijährig und krautig.
Sieerreicht eine Wuchshöhe von 40 Zentimeter bis zu zwei Meter. Mit
ihren sogenannten Speicherblättern bildet der Fenchel knollenähnliche
Zwiebeln - dies ist der Teil der Pflanze, der als Gemüse von vielen
Menschen geschätzt wird. Fein geschlitzt und dunkelgrün gefärbt sind die
Laubblätter des Fenchels, sie verströmen den typischen Fenchelgeruch,
wenn sie zwischen den Fingern zerrieben werden. Die Blüten stehen in
Dolden und sind gelb gefärbt. Foto: 28.03.2009, Nähe El Rocío
Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß (Common Water-crowfoot, Ranunculus aquatilis)
Der
Gewöhnliche Wasserhahnenfuß ist eine Wasserpflanze, die bis zu zwei
Meter lange Sprossachsen bildet. Auch an Land kommt die Pflanze in sehr
feuchten Bereichen vor. Es gibt bei dieser Pflanzenart sogenannte
Schwimm- und Tauchblätter, die sich in ihrem Aussehen unterscheiden.
Während die Schwimmblätter nierenförmig und tief gezähnt sind, weisen
die Tauchblätter eine haarfein zerteilte Form auf. Die Blüten haben je
fünf weiße Kronblätter, die am Grund gelb gefärbt sind. In der Zeit von
April bis September kann man Blüten dieser Pflanzenart beobachten.
Stehende oder langsam fließende Gewässer sind typische Standorte des
Gewöhnlichen Wasserhahnenfußes. Foto: 29.03.2009, Nationalpark Coto de Doñana
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Ginster (Genista, Genista sp.)
In
Spanien kommen verschiedene Pflanzen aus der Gattung Ginster (Ginesta)
vor. Sie zu unterscheiden, fällt mir als Laie nicht leicht. Aber die
Pflanzen sind an ihrer typischen Wuchsform, die strauchig ist, meist gut
zu erkennen. Je nach Art können Ginster bis zu zwei Meter hoch werden.
Die Blätter sind an den Stängeln wechselständig angeordnet. Bei vielen
Arten sind die Blüten gelb gefärbt und sie duften süß. Vor allem
Hummeln, aber auch andere Fluginsekten suchen die Blüten auf. Zu finden
sind Ginsterbüsche in Landschaften wie zum Beispiel Macchien (immergrüne
mediterrane Gebüschformationen) und Garriguen (offene
Strauchheideformationen). Leider konnte ich die in diesem Absatz
gezeigte Ginsterart bisher nicht bestimmen. Falls Sie helfen können,
würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
freuen. Foto: 28.03.2009, Nähe El Rocío
Hottentottenfeige (Hottentot Fig, Carpobrotis edulis)
In
Südspanien findet man an der Atlantikküste genau wie im benachbarten
Portugal an der Algarve vielerorts auf Dünen und Sandflächen die
Hottentottenfeige. Diese Pflanzenart wird als Bodenbedecker verwendet,
denn sie schützt die Dünen vor Erosion. Das ursprüngliche
Verbreitungsgebiet dieser ausdauernden Sukkulente ist das südliche
Afrika. Ihre fleischigen Blätter, die wie Wülste auf dem Boden liegen
und sich an ihrem Ende empor recken, sind für die Pflanze typisch. In
der Zeit von April bis Juli ist die Hauptblüteperiode der
Hottentottenfeige. Ihre Blüten sind weiß, pink oder gelb gefärbt und
erreichen einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern. Der Saft dieser
Sukkulente ist ein bewährtes Heilmittel gegen Durchfall und ihre Früchte
sind essbar. Foto: 28.03.2009, Nähe Matalascañas
Königsfarn (Royal Fern, Osmunda regalis)
Der
Königsfarn ist der einzige Vertreter seiner Gattung (Osmunda) in ganz
Europa. Er ist eine sehr statliche Pflanze, seine seine Wuchshöhe kann
bis zu 1,6 Meter, mitunter sogar rund zwei Meter betragen. Diese Farnart
ist mehrjährig und entwickelt aus dem sogenannten Rhizom jedes Jahr
mehrere Wedelblätter, die aufrecht stehen und lang gestielt sind. Es
gibt sterile helle Blätter, die nicht wie bei anderen Farnarten die
Sporen auf der Unterseite tragen. Beim Königsfarn werden die Fiedern im
oberen Bereich in rostbraun gefärbte Sporangien tragende Abschnitte
gewandelt. Reife Sporen gibt es in den Monaten Juni und Juli. Typische
Standorte des Königsfarns sind lichte Stellen in Buchenwäldern,
Weidengebüsche und Gräben, auch an schattigen Waldrändern kommt die Art
vor. Sie ist in Europa vor allem im westlichen Teil des Kontinents zu
finden, so auch in Spanien. Foto: 28.03.2009, Nähe El Rocío
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Korkeiche (Cork Oak, Quercus suber)
Die
Korkeiche ist ein Charakterbaum für viele Gegenden in Spanien. Diese
Bäume sind immergrün und sie erreichen eine Wuchshöhe von zehn bis 20
Meter, in seltenen Fällen sogar von bis zu 25 Meter. Bei dieser Baumart
ist die Krone dicht und asymmetrisch, sie setzt meist in einer Höhe von
zwei bis drei Metern an. Die Blätter sind grün gefärbt und an den
Rändern gezackt, siehe Foto rechts. Sie sind drei bis fünf Zentimeter
lang und rundlich-oval oder länglich-oval geformt. Am Stamm bilden
Korkeichen eine dicke graubraune Stammborke: den Kork. Dieser wird in
regelmäßigen Abständen geerntet, indem der Baumstamm vorsichtig geschält
wird. Foto: 28.03.2009, Nähe El Rocío
Lupine (Lupin, Lupinus sp.)
In
Europa und somit auch in Spanien kommen verschiedene Lupinenarten vor.
Von Landwirten werden die Pflanzen gern gesehen, denn sie reichern den
Boden mit Stickstoff an. Auch dienen ihre Kerne als Nahrungsmittel, weil
sie sehr eiweißreich sind. Aus ihnen kann beispielsweise ein nahrhafter
Fleischersatz für Vegetarier hergestellt werden. Abgesehen davon sind
die Lupinen meist recht hübsche Pflanzen. Je nach Art, werden sie bis zu
80 Zentimeter hoch. Ihre Blüten haben unterschiedliche Farben. Feuchte
Böden in Wäldern, aber auch auf Äckern sowie an Weg- und Straßenrändern
sind Standorte, an denen man Lupinen antrifft. Die rechts gezeigte Art
blühte zartblau. Ihr Standort war halbschattig, sie war etwa 60
Zentimeter hoch und der Boden war relativ feucht. Leider konnte ich die
Art bisher nicht bestimmen. Falls Sie helfen können, würde ich mich über
eine Nachricht per
E-Mail freuen. Foto: 28.03.2009, Nähe El Rocío
Mariendistel (Blessed Milk Thistle, Silybum marianum)
Stattliche
2,5 Meter kann die Mariendistel hoch werden; damit ist sie eine der
größten Distelarten in ihrem Lebensraum. Ihre kugelförmigen Blütenstände
sind purpurrot bis violett gefärbt und im Durchmesser mehrere Zentimeter
groß. Die Blätter dieser Pflanzenart tragen weiße Flecken. Auf
Viehweiden, Schutthalden, an Wegrändern und auf Brachflächen sowie auf
steinigen, trockenen Böden sind die Mariendisteln zu finden. Für die
Medizin haben die Pflanzen eine große Bedeutung, sie werden kultiviert
wegen eines Wirkstoffes, der sich in ihnen befindet und der gegen
Leberprobleme eingesetzt wird. Foto: 29.03.2009, Nationalpark Coto de Doñana
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Malve (Mallow, Malva sp.)
Im
Süden Europas gedeihen an vielen Stellen Malven unterschiedlicher Art.
Die Pflanzen sind an ihren schlichten, aber hübschen Blüten mit ihren
fünf Blütenblättern zu erkennen. Bei einigen Arten, so auch bei der
rechts gezeigten, zeigen die Blütenblätter einige feine Längsnerven, die
etwas dunkler als die Grundfarbe sind. Die Wuchshöhe der Malven beträgt
zwischen 30 und 120 Zentimeter, die Stängel sind behaart. Dunkelgrün
gefärbt sind die fünf- bis siebenfach gelappten Blätter. Um welche
Malvenart es sich bei dem in diesem Abschnitt gezeigten Exemplar
handelt, kann ich leider nicht sagen. Falls Sie die Art anhand des Fotos
bestimmen können, würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
sehr freuen. Foto: 27.03.2009, El Rocío
Meerkohl (Seakale, Crambe sp.)
Weltweit
kommen rund 20 verschiedene Meerkohl-Arten vor, in Europa sind acht
davon heimisch. Die Pflanzen zeichnen sich durch sehr tief reichende
Wurzeln aus und gedeihen an Stellen, an denen nur wenige andere Gewächse
ein Auskommen finden, weil die Umweltbedingungen zu hart sind. Meerkohl
kommt beispielsweise auf Schuttflächen vor, aber auch an Sandstränden.
Das rechts gezeigte Exemplar befand sich in unmittelbarer Nähe des
Atlantiks und war dort der Salzbrise ausgesetzt. Um welche Meerkohl-Art
es sich handelt, kann ich leider nicht sagen, es könnte Crambe
maritima sein. Falls Sie die Art anhand des Fotos bestimmen können,
würde ich mich über eine Nachricht per
E-Mail
sehr freuen. Foto: 28.03.2009, Nähe Matalascañas
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